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Und, braucht man Harscheisen?

Aber zurück zum Anfang. Ich gebe zu, den Grundstein meines Verlangens für diese Schitour wurde schon vor 32 Jahren gelegt. Damals sind 3 meiner besten Freunde auf diesen stolzen Dreitausender gegangen und ich hatte entweder keine Zeit oder die Tour war mir zu anspruchsvoll, so genau weiß ich das nicht mehr. Jetzt waren die Bedingungen mit Lawinenwarnstufe 1 und Frühjahr wieder perfekt und so wurden schnell mit 2K Tom Pläne geschmiedet.
Punkt 05:00 Uhr waren wir am Parkplatz abmarschbereit, ich gebe zu, eine etwas unchristliche Zeit, aber für 2000Hm kalkulieren wir lieber etwas mehr Pausen ein. Die Temperatur mit ca. -4°Celsius ohne Wind optimal und wir starten, vielleicht etwas zu schnell, den Talboden hinein. Nach der Bachquerung geht es rechts steil bergauf, zuerst durch einen Grauerlen Gürtel und danach über freie Hänge weiter nach oben.

Trotz Harscheisen und relativ neuer Felle rutschen wir in der Aufstiegsspur immer wieder zurück. Also raus aus der Spur und selber auf dem harten Schnee die Schi so setzen, dass wir nach oben kommen. Mittlerweile wird es heller und wir können die Stirnlampen in unsere Rucksäcke packen. Jetzt sehen wir auch schon sehr gut auf die umliegenden Berge und bewundern den, sich langsam rot färbenden, Himmel. Kurz darauf erreichen uns die ersten Sonnenstrahlen, was wiederum mich veranlasst, mit Tom einen ersten Rastplatz auszumachen.

Da stehen wir nun, eine Tasse Tee in der einen und einer Banane in der anderen Hand. Tom meint noch aufmunternd:“ Jetzt haben wir eh schon die Hälfte!“ und in dem Moment denke ich mir, ob ich das jetzt unbedingt wissen wollte? Aber was soll`s, wir wollen da heute auf alle Fälle rauf und so steigen wir weiter bergan und kommen nach weiteren 1,5h auf die 3000-er Grenze. Ab jetzt müssen wir die Schier tragen. Tom hat seine Steigeisen aufgezogen und schon stapfen wir weiter. Allerdings brauchen wir nun mehr Verschnaufpausen, da die Gipfelrinne bzw. der Gipfelhang mit 35°-50°doch recht steil ist. Zudem hat der Südwind stark zugenommen und bläst uns kalt ins Gesicht, aber wir schaffen es und stehen um 10:30Uhr am Gipfel. Wir ziehen uns schnell was Winddichtes drüber, dann werden ein paar Fotos gemacht und schon zieht es uns wieder hinunter zu dem Schidepot.

Gejausnet wird weiter unten das ist schnell klar. Beim Abstieg kommen uns schon die ersten „Verfolger“ entgegen. Uns ist es egal, wir schnallen uns die Schier an und schon geht es hinunter. Der Schnee ist hier leider noch etwas mau, aber zumindest ist es nicht gefroren. Als wir nach ca. 15 Minuten bei unseren Rastplatz sitzen, zählen wir noch weitere Tourengeher, alle auf den Weg nach oben und wir denken uns nur, zum Glück müssen wir da nicht mehr hinauf. Nach der Jause wollen wir jetzt endlich Firn fahren und tatsächlich der nächste recht lange Hang ist wirklich aufgefirnt. Wir genießen die Abfahrt, obwohl zumindest meine Füße mittlerweile echt schwer geworden sind. Ab dem letzten Drittel wandelt sich der Schnee von Firn in TIEFEN Firn und meinereiner schwingt jetzt nur noch in weiten Bögen in Richtung Tal. Bei Tom wiederum schaut die Fahrweise noch immer gut aus, Kraftsau, Kondiviech :-).

Als wir wieder am Talboden ankommen freuen wir uns wirklich auf das wohlverdiente Bierchen, bzw. auf den Radler. Beim Auto angekommen, stehen schon die nächsten hinter unserem Auto. Und schon geht die Fragerei los: „Wie war der Schnee? Und habt ihr Harscheisen gebraucht?“. „Schnee war gemischt und ohne Harscheisen geht es gar nicht!“ „Was, Harscheisen von ganz herunten?“ „ Ja…, wo wollt ihr eigentlich noch hin?“. Darauf erhielt ich die Antwort: „Bremer Hütte!“. Was wir wiederum für sehr mutig halten, Nachmittag um 13:00 Uhr.
Wir haben jetzt nur noch Durst und gönnen uns kurz darauf einen Radler und lassen die Tour noch einmal Revue passieren. Eines ist jedenfalls sicher, wir sind beide echt zufrieden mit uns und ich bin froh, dass ich diesen Gipfel endlich abhaken kann.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Dass ich an meinem freien Freitag irgendetwas unternehmen muss, war klar. Das Ferdinand auch Zeit hat, war ein sehr guter Zufall und so wurde schnell geplant. „Eine Kombitour wäre fein“, meint Ferdl, „z.B. mit dem Bike auf das Strassberghaus und dann den Adlerklettersteig“. So soll es sein, aber wie üblich spielt Zeus nicht mit, Gewitter und Regen ist angesagt, na da wird es wohl doch nur eine kurze Tour in Innsbruck.
Am besagten Tag parkt Ferdl mit dem Auto in der Rossau und rollt mit dem Bike zu mir. Kaum stehe ich vor der Türe und schaue zum Himmel, da wird schon wieder um entschieden. „Sag mal Ferdl, a bisserl weiter kann es aber schon sein, oder?“ und so treten wir dann also doch Richtung Süden, da gibt es ein kleines Familienschigebiet mit Bikepark.

Eigentlich ist das Wetter ideal, nicht zu heiß und nicht zu kalt, und so strampeln wir an der Talstation vorbei um danach eine kurze Pause einzulegen, immerhin strampeln wir schon mehr als eine Stunde aufwärts und wir haben keinen Stress. Als wir die besagte Alm erreichen, in meinem Kopf hat sich die Tour schon wie automatisch verlängert, weihe ich Ferdinand in meine Pläne ein. Er meint nur: „Aber da oben bekomme ich dann was zu futtern“. A typischer BikeHiker halt. Und so wird weitergefahren, geschoben, getragen und wieder gefahren, bis wir unseren Fresspunkt erreichen. Nebelschwaden ziehen umher und der ganze Anblick hier heroben wirkt echt mystisch, genau das richtige für uns.

Nachdem wir uns gestärkt haben, geht es noch ein kleines Stück bergauf, was uns aber nicht im geringsten stört und so erreichen wir unseren höchsten Punkt, ausnahmsweise ohne Gipfelkreuz. Ab jetzt geht es nur noch abwärts oder eben. Und so cruisen wir in ein anderes Tal hinunter um so einen der Innsbrucker Hausberge zu umrunden und schlagen so Zeus ein Schnäppchen. Wir brauchen nur eine Pause, um die gigantische Hollywoodschaukel auszutesten, die auf einem wirklich grandiosen Aussichtspunkt gebaut wurde.

Danach zieht es uns abwärts und 2 Stunden später erreichen wir noch bei Sonnenschein die Eisdiele in der Nähe von mir und genießen ein leckeres Eis. Das nenne ich mal einen gelungenen Schlechtwettertag.

Drei Ritter auf der Suche nach dem heiligen Gral

Es waren einmal vor langer, langer Zeit drei Freunde, Ritter Martin, Ritter Ferdinand und Ritter Thomas, die sich aufmachten um den heiligen Gral zu finden. Und wie das so üblich ist bei solchen Unternehmungen, trafen sie sich frühmorgens, um jede kostbare Minute des Tages auszunützen. Also nahmen sie ihre Speere in die Hände und nutzten sie als Aufstiegshilfen, um der Müdigkeit, die immer um diese Uhrzeit vorherrschte, keine Chance zu lassen.

Eisiger Wind schlug ihnen entgegen, aber auch dadurch ließen sie sich nicht abhalten und stiegen empor, um irgendwann doch die wärmenden Sonnenstrahlen im Gesicht spüren zu können. Bis es soweit war, hieß es den Gefahren des Winters zu trotzen. Schnee, Eis und sogar die Gefahr anderen Rittern zu begegnen, die vielleicht auch auf der Suche des begehrten Objektes waren, hielten die unerschrockenen Ritter nicht vom Aufstieg ab. Doch zum Glück erreichten die drei Freunde die Grenze zwischen dem kalten, unfreundlichen, dunklem Reich und dem hellen, freundlichen und auch gleich viel wärmeren Reich ohne größeren Kamphandlungen. Doch nun offenbarten sich neue Gefahren. Die Sonne brannte ohne Unterlass auf die Gesichter der drei Freunde und so griffen sie beherzt in ihre mitgebrachten Tragtaschen um eine Creme herauszuholen, die ihre schöne elegante weiße Haut vor Verbrennungen oder noch schlimmer vor brauner Farbe zu schützen.

Außerdem war es dringend an der Zeit, ihrem Körper Getränke und Nahrungsmittel zuzuführen. Danach ging es aber wieder weiter, denn Ritter Martin war schon vorausgeeilt um noch vor den anderen feindlichen Rittern den heiligen Gral zu finden. Ritter Ferdinand und meine Wenigkeit bildeten die Nachhut um uns von hinten abzusichern. Wir erreichten nach ca. 4h den Umkehrpunkt, an dem wir, zuerst etwas enttäuscht, feststellten, dass der heilige Gral nicht zugegen war. Dann aber merkten wir, dass wir auf dem Selbigen standen, nein besser noch, wir standen am Gipfel des heiligen Grals.

Und so feierten wir unseren Sieg mit einer süßen, bräunlichen mit Blubberblasen versetzten Flüssigkeit und freuten uns auf den Abstieg, noch nicht wissend, dass dieser Tag eine noch viel bessere Überraschung bereithalten würde als den Gral. Es war dieses weiße Pulver, das uns bei der Abfahrt Freudenschreie und Tränen entlockte.

Ja und so konnten wir dieses Abenteuer zum Glück ohne Kampfhandlungen mit einem starken Glücksgefühl und einer halben Mass Hopfengetränk bei unserer Kutsche ausklingen lassen. Mit diesen beiden Ritterfreunden möchte ich mich demnächst wieder auf die Suche machen, vielleicht auf die Suche nach der Bundeslade?

Zwolch und Zwabel

Der Bäcker bäckt die Breze,
Der Fleischer würgt die Kuh.
Der Arzt entfernt die Krätze.
Mein Kind, und was machst du?“

„Ich nähe keine Westen,
Ich sammel keine Ribisel!“
„Was gibst du dann zum Besten?“
„Ich gehe auf den Zwiesel!“

Unser Kamerad 3k-Tom hatte das glühende Verlangen nach vielen Jahrzehnten (Jahren?) wieder einmal den Zwiesel zu erklimmen. Trotz der leicht erhöhter Lawinenlage aufgrund des frisch gefallenen Schnees wollen wir unsere Unternehmung unternehmen. Es bleibt der Befehl des Berges. Die zwingende Sehnsucht: Empor!


Bei bitterer Kälte starten wir vom fast leeren Parkplatz zuerst durch lichten Wald einer einzelnen Spur folgend flach bis zur ersten Zwinge, die durch den frisch gefallenen Schnee leicht überwunden wird. Wir vermuten, dass es nach der zweiten Zwinge etwas wärmer wird. Doch weit gefehlt. Leichter Wind zwingt uns in unserer Jacken zu schlüpfen. Da gibt es kein Verweilen mehr.

Weg aus der Mulde, nur hinauf, heißt die Parole! Nach dem letzten Steilhang kommt die Sonne hinter dem Grat hervor und beschert uns etwas Wärme. Der Berg lässt sich nicht lumpen, aber seine Geschenke sind weniger angenehm. Auf der Scharte vor dem letzten kleinen Gipfelaufschwung begrüßt uns starker Wind, der uns nicht lange auf dem Gipfel verweilen lässt. Ein beherzter Händedruck und hinab geht es durch staubenden Pulver.

Nur drei Spuren vor uns. Johlend und grinsend ziehen wir unsere Zöpfe bis unter die Zweite Zwinge und steigen kurz entschlossen noch einige Meter auf um einen letzten Hang zu ergattern.

Das Bier in der Sonne beim Auto schmeckt diesmal besonders gut.

Wetterbericht: Im Laufe des Tages Wetterverschlechterung mit leichtem Schneefall

So oder ähnlich lautet die Wettervorhersage für unsere Tour an diesem Tag. Naja, Schönwettertourengeher waren wir noch nie, also holt mich Matze um 06:45 bei mir zuhause ab. Kurze Zeit später treffen wir auf Stone und schon geht es weiter zum Ausgangspunkt unserer Tour. Beim Aussteigen, leichte Minusgrade und Schneefall, aber egal, immerhin sind wir die ersten….


Wir machen uns auf den Weg durch einen tiefverschneiten Wald, sind gut gelaunt und unterhalten uns über das übliche Thema. Nein nicht das Thema, natürlich über Willhaben und Gore Tex Kleidung :-). Egal was, wir steigen höher und erreichen nach ca.1 Stunde die Arztalalm um dort den Bach zu queren. Jetzt sehen wir die ersten Verfolger, lassen uns dadurch aber nicht stressen und erhöhen unser Tempo. Immerhin sehen wir schon unseren Gipfel, kann also nicht mehr weit sein. Außer man muss, wie in unserem Fall, die letzten 400Hm spuren, dann kann’s sich schon noch etwas hinziehen. Unsere „Verfolger“ fellen kurz unter dem Gipfel ab, um nicht in die Nebelsuppe zu gelangen, auf die wir natürlich geradewegs zusteuern.

So sind wir also allein am Gipfel und es werden noch ein paar Fotos gemacht, um kurz darauf unsere Spuren durch den Pulver ins Tal zu ziehen. Doch halt, in welche Richtung müssen wir? Stone hat die Idee, immer den Spuren nach, wenn wir diese sehen würden. Also tasten wir uns langsam vorwärts, was bedeutet: 2 warten bis einer uns die Richtung und den Weg vorgibt. Und so hanteln wir uns die ersten 200Hm bergab, dann ein Hang mit der perfekten Neigung und es gibt kein Halten mehr.

Pulver fast über beide Ohrwascheln geht es bergab, um am Ende des Hangs außer Atem mit einem Grinsen zusammen zu warten. Jetzt sind wir endlich unter dem Nebel, die Sicht wird besser, eigentlich sogar gut. Und so ziehen wir unsere Spuren durch Tiefschneehänge hinunter, um kurz darauf einen lichten Zirbenwald das fürchten zu lehren.

Als wir nach insgesamt 4,5 Stunden Tour wieder bei unserem Fortbewegungsmittel ankommen ist klar, solche Verhältnisse hätten wir nie erwartet und wieder hat es sich bewiesen, schlechtes Wetter ist keine Ausrede für absolut traumhafte Bedingungen, nur der Spaßfaktor wird mit den richtigen Freunden massiv erhöht.

Die etwas andere Biking-Hiking Tour!

Es ist kurz nach sieben in der Früh und wir stehen immer noch beim Parkplatz in St. Sigmund. Wir, das sind Stone, Elisa, Chris, Ferdl und meine Wenigkeit. Der Himmel ist wolkenlos und wir verhoffen uns viel von der heutigen Schitour, es ist nämlich eine Jahrzentschitour. Soll heißen ich war mit meinen 52 Lenzen erst 3-mal da oben. Der Hang ist ziemlich nach Süden ausgerichtet und entweder ist es lawinengefährlich oder aper. Doch heute ist es wieder mal soweit und wir hoffen auf eine geile Firntour. Wir ziehen also steten Schrittes den Talboden taleinwärts und lassen die Gleirscher Alm links liegen. Die Bergspitzen werden schon von den ersten Sonnenspitzen angestrahlt und wir freuen uns jetzt schon auf eine schön warme Gipfelrast.

Kurz darauf geht es dann rechts steil bergauf. Ab jetzt sind Harscheisen gefragt, ohne geht es nur mit einem wesentlich höheren Kraftaufwand, sprich einer Quälerei. Alle sind gut auf und wie immer wird viel gequatscht und natürlich fotografiert. Es ist heute aber auch ausgesprochen malerisch, mit dem wolkenlosen Himmel und bald erreichen wir die Sonne. Zeit für eine erste Rast um Flüssigkeit und etwas Festes zu uns zu nehmen. So mag ich es, Sonne im Überfluss, keine Leute weit und breit und wahrscheinlich feinster Firn. Also schnell weiter, nicht dass aus dem Firn knietiefer Sumpf wird. Und so erreichen wir um 11:00 den Gipfel. Martin und ich strahlen mit der Sonne um die Wette. Ich glaube, wir gewinnen und so warten wir noch gemütlich auf den Rest der Truppe und beobachten inzwischen die Massen die im nächsten Tal auf den Zwieselbacher rennen.

Gleich darauf sind alle am Gipfel und es wird gejausnet und dabei beraten, welche Abfahrt wir nehmen sollen. Als alle satt, geschneuzt und gekammpelt sind, geht es an die Abfahrt. Ich melde mich als Fotograf schon mal an und fahre ein Stück nach unten. Ja, ja, das ist das harte Los der Fotografen.
Und was soll ich sagen, die Abfahrt ist ein Traum. Genau richtig ist der Firn und ich glaube man sieht es auch an den Fotos, bzw. am Grinsen in unseren Gesichtern.

Weiter unten ist es dann schon recht weich, vor allem für Leute wie mich mit einem Kampfgewicht von ca. 100Kg incl. Fotoausrüstung. Und so überlegen wir, wo es besser bzw. sicherer ist und entscheiden uns für eine Rinne, in der schon eine ältere Lawine liegt. Und das ist auch die richtige Entscheidung, denn auf dem Lawinenschnee ist es noch perfekt, während man daneben schon bis zu den Knien einsinkt. Als wir am Talboden ankommen, sehen wir ca. 100m weiter eine frische Grundschneelawine, die vorher noch nicht da war. Wir lassen sie dort liegen und fahren weiter Tal auswärts, jetzt immer im Schatten. leider macht Ferdl noch Bekanntschaft mit dem harschigen Schnee und kommt mit kleinen Schnittverletzungen im Gesicht und starken Schmerzen in der Schulter zur Alm. Gebrochen scheint aber zum Glück nichts zu sein.

Jetzt haben wir uns aber ein Bierchen verdient und so lassen wir den traumhaften Tag, wiederum in der Sonne, mit Bierchen und Essen in der Nähe der Alm ausklingen und schwärmen schon wieder von unseren nächsten Unternehmungen.

Kleiner Nachtrag: Ferdinand wurde einige Monate nach dem Sturz an der Schulter operiert und zum Glück ist alles glimpflich verlaufen und sein Arm ist wieder zu 100% einsatzbereit. Auf zur nächsten Schandtat.

Schon wieder zu dritt!

Nachdem ich die letzten zwei Wochen unsere 5 Bikes zu Hause „erneuert“ habe, wollte ich endlich wieder mal eine Runde drehen. Aber nein, nur Regen, Schnee, Regen usw.
Klettern geht auch nicht wirklich, nach Arco kommt man legal auch nicht – also doch „wieder „eine Schitour.
Kurzes Telefonat mit Tom und es war klar wir gehen am Samstag. Wann ist gleich geklärt, wohin egal, Wetter egal, einfach raus.
So gings zur zweiten Biking-Hiking-Schitour mit Elisa (ab 3 Personen gilt das schon als Vereinstour) ins Kühtai.


Nachdem die Straße am Vortag gesperrt war (laut Tafel bei Kematen war die Straße immer noch gesperrt) ging es bei recht eisiger Fahrt hoch bis zur Galerie. Es war uns schon bewusst, dass um diese Uhrzeit sicher schon 100 Autos dort parken würden aber egal, bei den Verhältnissen muss man hoch hinauf ….

Von weitem keine Autos in Sicht, vielleicht ist der Parkplatz nicht ausgeschoben? Doch, wir waren nur die Ersten! Und das bei dieser Tour!
Nach uns kamen dann gleich ein paar Autos, aber Spuren mussten dann doch wir.

Und der Rest ist kitsch wie immer….Sonne, coole Stimmung, feiner Neuschnee (wirklich 30 cm Pulver), unverspurt (für uns hinauf und hinunter), viel Gequatschte (das aber zum Schluss immer weniger wurde, da der Schnee zum Spuren immer mehr wurde), super Aussicht am Gipfel, Wind, alte Kollegen die man trifft, viele Leute hinter uns, die ersten Spuren im Powder, ein cooler Tag…
Und wie es sich in Zeiten von Corona gehört, Jause und Bier (danke Tom) halt dann beim Auto…was will man mehr!

Geheimtipp

Also das war ja heute wieder einmal eine typische Schitour. Aber heute will ich einmal keinen langen Bericht schreiben, daher die Kurzfassung: Wer? Stone, Elisa und ich!
Wo? Irgendwo in Tirol! Wen interessiert das auch schon, Hauptsache 40cm Pulver!
Wetter? Schneefall, Wind, Sonne!
Menschenmassen? Von wegen, alleine am Gipfel und unverspurte Hänge!

Und zum Schluss, echt geil war’s :-).

Von Tourentipps, Elefanten und Ameisen

Eingangs sei erwähnt, dass wir auf Grund der stark differierenden konditionellen Konstitution den Abstand vergleichbar der einer Elefantenherde mit mehreren Muttertieren und Kälbern mehr als gesetzeskonform eingehalten haben. Das trifft zumindest auf mich zu. Beine schwer wie Blei an diesem kitschig schönen Wintertag. Aber auch sonst sind wir zum Zeitpunkt dieser Tour entsprechend zu der Zeit geltender Verordnungen unterwegs.


Ich bin etwas zu früh am vereinbarten Treffpunkt und genieße die Sonnenstrahlen die mich direkt anlachen. Weniger zu lachen haben wohl alle Automobilisten, die teils die dritte Runde drehen auf der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz. Eigenartig – hier ist normalerweise weit weniger los. Es wird sich im Laufe des Aufstieges herausstellen warum dem so war.

Getreu dem Motto „Reden muss immer noch möglich sein“ strampeln wir gemütlich stets bergauf. 2Kind-Tom mit neuem Bike und voller Motivation lässt sich auch dort, wo wir im Gatsch doch schon schieben nicht aufhalten und beißt durch. Den folgenden Forstweg fahren wir, wie eingangs erwähnt, vorbildlich in Kleinstgruppen weiter. Eine Kehre, eine Bank, eine Pause. Das Wetter ist unbeschreiblich gut – nie und nimmer würde man beim Anblick dieser Bilder denken, dass wir doch eigentlich schon fast Winter haben.

Auf geht´s – Bikes geschultert und den Steig entlang. Eigenartig – uns ist der Weg bekannt – und zwar als einer, auf dem sonst kaum ein anderer Naturliebhaber anzutreffen ist. Aber heute wieseln heute so viele Menschen wie Ameisen herum. Nach einem angeregten Gespräch mit einem Wanderer wird klar warum wir heute doch oft ins Gespräch kommen. Unser Ziel war unlängst als Tourentipp publiziert worden. Gut eine dreiviertel Stunde später haben wir unser Ziel erreicht. Auch auf dem Plateau strahlt uns die Sonne an. Wir jausnen, diskutieren über das unvermeidlich allgegenwärtige Thema, besinnen uns aber rasch wieder auf das was das Leben für uns schöner macht und lassen uns (bitte verzeiht mir, dass ich das Wort in den Mund nehme) Covid für eine Zeit lang vergessen. Eine flowige Abfahrt mit verwinkelten Kurven, kleinen Jumps und schwungvoll fahrbaren Spitzkehren liegt vor uns bzw. unter unseren Reifen. Ein Genuss für alle Sinne. Ich würde hier gerne 2Kind-Tom zitieren, aber aus „Jugendschutzgründen“ ist mir diese leider nicht möglich. (Danke Tom für den Kommentar, der mir immer noch ein Grinsen beschert, wenn ich daran denke) 😊

In diesem Sinne – genießt mit uns die Fotos und lasst uns Negatives zumindest für einen Moment vergessen.

Letzte Kalk Tour des Jahres

Eigentlich war ja für dieses Wochenende eine Fahrt in den Süden an den Gardasee geplant, doch die Wetteraussichten waren etwas unsicher und Ende Oktober Regen am Gardasee kann auch sehr kalt werden. Also bleiben wir zuhause, da bei uns wenigstens Sonntag Traumwetter angesagt ist. Christian ist mit der Familie doch an den Lake Garda gefahren, um noch einen Kurzurlaub einzulegen. Bei uns ist eine Tour im Karwendel geplant.
Treffpunkt 08:15 bei mir, an dieser Stelle ein Dankeschön an Ferdinand, der mich wieder einmal von zu Hause abholt und ich mir dadurch einige Kilometer treten erspare. Doch halt, morgen beginnt die Winterzeit, schnell Ferdl anrufen und der Treffpunkt wird auf 07:15 vorverlegt.
Pünktlich steht mein „Taxi“ vor der Tür und so geht es schnell mit dem Auto über die Autobahn zu unserem Parkplatz.


Jetzt wird umgestiegen auf unsere Bikes und schon geht es los durch einen schönen Mischwald, aber gemütlich, immerhin sind es gut 1700Hm die wir heute machen wollen. Wobei Ferdl immer nur von der „Hütte“ redet und die liegt ja bekanntlich irgendwo zwischen Auto und Gipfel. Jedenfalls sind wir wie immer gut gelaunt unterwegs und genießen die Anstrengung mit dem Bike unter den Füßen. Nach knapp 4Km schultern wir unsere Drahtesel und schon geht es über einen Steig weiter nach oben.

An einer schönen Wiese mit Kruzifix und Alm wird eine Pause gemacht. Jetzt ein Brötchen der Marke XXXL und einen Müsliriegel bzw. eine Banane zwischen die Rippen, um ja keine Durchsacker zu riskieren. Haben wir heute wieder ein Glück, kaum Wind, Sonne und fast keine Leute unterwegs. Doch jetzt müssen wir weiter und so erreichen wir über den weiterführenden Steig die besagte Hütte, welche natürlich schon geschlossen hat. Ab jetzt geht es zwischen den Latschen weiter und so treibt es uns weiter hinauf, um kurz vor der Latschengrenze (gibt es sowas überhaupt?!?) noch eine 2. Rast einzulegen.

Der Steig gefällt uns bis hierher wirklich gut, nur wenige Stellen scheinen ganz schwer fahrbar zu sein. Und so machen wir uns guter Dinge nach der verdienten Pause auf den Weg Richtung Gipfel. Kurz unterhalb vom Gipfelkreuz haben wir das erste Mal Schneekontakt, der sich aber jetzt bis zum Gipfel durchzieht.

Am Gipfel angekommen, genießen wir trotz steifer Prise das Panorama und gratulieren uns, wie üblich, zum Gipfelsieg. Außer uns sind jetzt doch noch 4 Wanderer heroben, alle ohne Bikes, komisch!
Um hier oben länger zu plauschen oder gar in der Sonne zu sitzen ist es uns eindeutig zu kalt und so packen wir unsere 7 Zwetschken zusammen und machen uns wieder auf den Weg nach unten. Gar nicht so einfach, wenn man dauernd im Schnee einbricht. Aber dieser Zustand hält nicht lange an und der Weg wird bald fast schneefrei.

Und Wind gibt es da auch schon keinen mehr, herrlich. Jetzt trialen Ferdl und ich den ZickZack Weg hinunter, um kurz darauf in die Latschen einzutauchen. Ja, jetzt wird es tricky, feuchte Erde mit Fels durchsetzt und das in einem relativ steilen Gelände. Und bis auf ganz wenig Stellen ist alles fahrbar. Immer wieder brauchen wir kurze Pausen, da wir solch ein ruppiges Gelände nicht mehr so gewohnt sind oder um einfach mal ein Foto zu machen.

Alles funktioniert ohne großartige Unfälle und so erreichen wir nach insgesamt fast neun Stunden wieder Ferdl`s Toyota. Müde und zufrieden packen wir alles ins Auto und haben fast ein bisschen Angst vor dem morgigen Muskelkater. Aber der war es auf jeden Fall Wert.