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Von Tourentipps, Elefanten und Ameisen

Eingangs sei erwähnt, dass wir auf Grund der stark differierenden konditionellen Konstitution den Abstand vergleichbar der einer Elefantenherde mit mehreren Muttertieren und Kälbern mehr als gesetzeskonform eingehalten haben. Das trifft zumindest auf mich zu. Beine schwer wie Blei an diesem kitschig schönen Wintertag. Aber auch sonst sind wir zum Zeitpunkt dieser Tour entsprechend zu der Zeit geltender Verordnungen unterwegs.


Ich bin etwas zu früh am vereinbarten Treffpunkt und genieße die Sonnenstrahlen die mich direkt anlachen. Weniger zu lachen haben wohl alle Automobilisten, die teils die dritte Runde drehen auf der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz. Eigenartig – hier ist normalerweise weit weniger los. Es wird sich im Laufe des Aufstieges herausstellen warum dem so war.

Getreu dem Motto „Reden muss immer noch möglich sein“ strampeln wir gemütlich stets bergauf. 2Kind-Tom mit neuem Bike und voller Motivation lässt sich auch dort, wo wir im Gatsch doch schon schieben nicht aufhalten und beißt durch. Den folgenden Forstweg fahren wir, wie eingangs erwähnt, vorbildlich in Kleinstgruppen weiter. Eine Kehre, eine Bank, eine Pause. Das Wetter ist unbeschreiblich gut – nie und nimmer würde man beim Anblick dieser Bilder denken, dass wir doch eigentlich schon fast Winter haben.

Auf geht´s – Bikes geschultert und den Steig entlang. Eigenartig – uns ist der Weg bekannt – und zwar als einer, auf dem sonst kaum ein anderer Naturliebhaber anzutreffen ist. Aber heute wieseln heute so viele Menschen wie Ameisen herum. Nach einem angeregten Gespräch mit einem Wanderer wird klar warum wir heute doch oft ins Gespräch kommen. Unser Ziel war unlängst als Tourentipp publiziert worden. Gut eine dreiviertel Stunde später haben wir unser Ziel erreicht. Auch auf dem Plateau strahlt uns die Sonne an. Wir jausnen, diskutieren über das unvermeidlich allgegenwärtige Thema, besinnen uns aber rasch wieder auf das was das Leben für uns schöner macht und lassen uns (bitte verzeiht mir, dass ich das Wort in den Mund nehme) Covid für eine Zeit lang vergessen. Eine flowige Abfahrt mit verwinkelten Kurven, kleinen Jumps und schwungvoll fahrbaren Spitzkehren liegt vor uns bzw. unter unseren Reifen. Ein Genuss für alle Sinne. Ich würde hier gerne 2Kind-Tom zitieren, aber aus „Jugendschutzgründen“ ist mir diese leider nicht möglich. (Danke Tom für den Kommentar, der mir immer noch ein Grinsen beschert, wenn ich daran denke) 😊

In diesem Sinne – genießt mit uns die Fotos und lasst uns Negatives zumindest für einen Moment vergessen.

Erogene Pulszonen

„He Bernd, nur kurz. Hast am Donnerstag Zeit für eine Tour? Ferdl ist mit dabei. Vielleicht ab Mittag Zeitausgleich? Sag Bescheid. Wir hören uns.“ Tom hat es kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Es wäre Zeit für eine Tour.
Donnerstag, Regen, Gewitter, Donner aber laut Prognose soll es ja besser werden. Nach einem Telefonat ist klar, wir sehen wieder eine Tour den Gully runter laufen. Aber Ferdl ist zuversichtlich, er sieht im wahrsten Sinne des Wortes Licht am Ende der Wolken. Gut – wir versuchen es. Trocken starten und dann nass werden wäre uns egal.
Tom holt mich ab – zugleich ein Beladungs-Test meines Heckträgers mit ausgewachsenen Bikes. Naja – hier sollten die Hersteller doch mal über weitere Schienenabstände nachdenken. Aber die Bikes sind fixiert und wir machen uns auf den Weg um Ferdl noch aufzunehmen. Von da an sind es noch rund 20 Minuten zum Ausgangspunkt der heutigen Tour. Die Fahrt ist kurzweilig mit typischen Männergesprächen über neue und alte Autos. Ungläubig beobachten wir nebenbei den immer weiter aufklarenden Himmel, der uns eine ausichtstreiche Tour bescheren wird.

Auf rund 1.700m geht es heute los. Noch immer den Augen kaum trauend, nach dem Gewitter heute Vormittag, starten wir mit geschulterten Bikes über trockene Wiesen und Steinstufen bergwärts. Diese versprechen jetzt schon ein spaßiges Ende der heutigen Tour.
Schnell wird uns aber klar, es ist lange her, dass wir getragen haben. Aber wie immer in einem Tempo bei dem wir nebenbei noch über alles Mögliche quatschen und philosophieren können, machen wir Meter um Meter gut. Vorbei an kristallklaren Bergseen, über Steintreppen, sanfte Hügel und wieder fordernde Anstiege kommen wir unserem heutigen Ziel rasch näher. Die Pause auf dem Plateau kurz unter dem Gipfelkreuz offenbart einen Talblick …. Seht selbst!

Und da ihr euch sicher schon die ganze Zeit fragt – wie kommt er denn auf den Titel. Ganz einfach – Pulsuhren sind ein Thema über das wir uns unterhalten, nachdem wir wie schon beschrieben das Tragen nicht mehr gewohnt sind und die Anstrengung eindeutig ablesbar ist. Tom aber treibt es auf die Spitze, er ist den größten Teil der Zeit, ich zitiere: „im erogenen Pulsbereich“ – vermutlich ein sauerstoffbemangelter, neurologischer Kurzschluss, oder einfach ein freudscher Versprecher – aber der hat gesessen und darf nun die Titelzeile dieses Berichts sein.
Vor uns dann das Gipfelkreuz – endlich wieder mal ein Gipfel mit Bike. 800hm Aufstieg sind augenblicklich vergessen. Ein Moment in dem – ich denke, ich spreche nicht nur für mich –man alles um sich herum vergisst und genießt.

Kaum haben wir unseren Hunger gestillt, den Durst gelöscht hören Ferdl und ich schon die gewohnten Befehle: Stellt euch mal da hin, nein dort, nochmal, eins noch, oder doch noch eins …Soll heißen – es gibt wieder mal Fotos und eben diesen Bericht dazu. Nach der Gipfelabfahrt der erste Stopp. Einmal neue Bremsbeläge bitte. Dann, nach erster Spitzkehre, geht`s flowig talwärts. Ein Genuss für alle Sinne und ein lässiges Einfahren für die anspruchsvolleren Passagen.
Die Kante entlang und dann über den Felshinunter. Der Kopf sagt nein, das Herz sagt jaaaaa.
Im Anschluss schütteln uns die Treppen durch und mit Schwung geht es weiter auf den nächsten flowigen Abschnitt, den ich so lässig unter den Rädern vorbeiziehen lasse, dass ich eine Kante übersehe und somit den zweiten Zwischenstopp verursache. Durchschlag mit Felgenschaden.
Drei Mann und ein Tublessmantel… ein Kampf, aber der Gummi verliert zum Glück nach einigem Gezicke.
Die Sonne verschwindet langsam hinter dem Bergkamm als wir wieder am Parkplatz ankommen. Wir resümieren die Tour und sind uns einig – geil war`s.

Auf alten Pfaden!

Heute ist es wieder einmal soweit, eine neue, alte Tour steht an. Wir treffen uns mitten in der Stadt, um von dort aus mit den Autos ein bisschen die Auffahrt zu verkürzen, was Bernd und mir schon sehr entgegen kommt. 2-Kind Tom, das Viech, hätte mit der langen Auffahrt keine Probleme, aber zum Glück nimmt er auf alte Herren wie mich etwas Rücksicht.

Heute führt uns der Aufstieg an insgesamt 5 Almhütten bzw. Berghütten vorbei. Der berühmte Almrausch ist also allgegenwärtig, doch wir haben  nicht vor einzukehren, um genau Diesen aus dem Weg zu gehen.Und so treten wir gleich anfangs relativ steil aufwärts und freuen uns schon auf die erste Rast, bei einer ehemals schönen, mittlerweile leider abgebrannten Alm. Die Bedingungen für unsere Tour ist heute echt perfekt, schönes Wetter, nicht zu heiß und lange hell und 2 Stunden früher Arbeitsschluss. Ich genieße das Treten, Ratschen und Fotografieren und mit dem 2-Kind-Tom und Bernd ist der Anstieg trotz 1300Hm sehr kurzweilig.

Am Gipfel angekommen, erinnere ich mich an meine erste Tour mit Chris auf diesem Gipfel, damals noch mit Hardtails und Chris hatte damals noch keine Erfahrung beim Trailen. Bei der ersten Spitzkehre warf es ihn gleich in die Landschaft, zum Glück ohne Folgen, außer denen, dass er süchtig wurde nach solchen Abfahrten. Bei uns gibt es, zumindest beim Gipfelaufbau, keine Stürze und wieder einmal bewundere ich die Sicherheit von Tom bei diesem Steig. Eindeutig mehr Training. Spaß macht es uns aber allen drei. Und Bernd und Tom tragen auch bereitwillig die Bikes wieder zurück, damit meine Bilder etwas besser werden, Danke!

Spitzkehren, Stufen, flowige Abschnitte und dazwischen immer wieder super Ausblicke ins Inntal, was will das Bikerherz mehr. So langsam kommen wir in den Wald. Jetzt wird der Steig wirklich schnell und so dauert es nicht lange, bis ich mein neues YT in den Wald schmeiße.

Definitiv Selbstüberschätzung. Nichts ist kaputt, keine Verletzungen und schon geht es weiter, diesmal etwas gemächlicher, in Richtung Tal. Da schau her, so geht es auch, nur Tom ist außer Sichtweite. Als wir am Abend wieder in Innsbruck sind, ist wieder dieses dämliche Grinsen in unseren Gesichtern und nur wir wissen wieso… . Hoffentlich machen wir das bald wieder!

Grenzgänger

Grenzgänger!

Es ist wieder einmal so weit. Eine Biketour im Grenzgebiet zu Südtirol steht am Programm. Pünktlich um 13:00 Uhr werde ich von Fibs und Bernd abgeholt und schon geht es ab auf die Autobahn. Nach kurzen 25 Minuten Autofahrt steigen wir aus und wir merken sofort, hier heroben ist es merklich kühler, was unsere Stimmung noch mehr anhebt. Schnell werden die Bikes zusammen gebaut und bald darauf treten wir gemütlich eine Forststraße bergauf.


Auf Dieser werden wir von freundlichen und neugierigen Kühen beobachtet, doch leider ist die Straße bald zu Ende und wir müssen unsere Bikes schultern. Allerdings mit meinem neuen und „leichten“ YT kein Problem. Es wird geblödelt, geratscht und auf ca. der Hälfte der Strecke wird eine Pause eingelegt. Baumgrenze könnte man auch sagen. Der Gipfel ist schon sichtbar und ich merke an, dass es nicht mehr weit ist. Bernd darauf:“ I woaß eh, no 2 Kehren!“

Jedenfalls genießen wir die Sonne, die Landschaft, die Ruhe ( Ok, ok, so ruhig ist es mit mir nit!), aber von alleine kommt der Gipfel nicht zu uns, deshalb machen wir uns wieder auf den Weg und fachsimpeln immer wieder ob auch alles fahrbar ist, was auf dieser Tour eigentlich gar nie angezweifelt wird.

Als wir nach ca. 2,5 Stunden den Gipfel erreichen, werden zuerst ein paar Bilder gemacht, dann, wie üblich, die Berge ringsum betitelt, gegessen und natürlich geplaudert. Doch ich habe heute noch etwas vor und so ziehen wir unsere Schützer über, um uns langsam aber sicher auf den Weg nach unten zu machen.

Und was soll ich sagen, perfekt, nicht ganz einfach, mit Spitzkehren, Stufen, flowigen, schnellen Passagen und ganz unten auch noch typische Waldsteige. Nachdem das Wetter perfekt ist und wir endlich wieder Berichte online stellen wollen, werden natürlich viel Fotos gemacht, was unseren Schweiß wieder fließen lässt.

Aber es lohnt sich und so kommen wir alle zufrieden und glücklich beim Auto an und wir sind uns sicher, dass muss wiederholt werden, und zwar schnell.

Glamping, das [ˈɡlɛmpɪŋ]

5:30 Uhr morgens. Verdammt ist das früh. Aber es soll sich lohnen. Ein Vereinsausflug steht an. Lange her und höchst an der Zeit. Tom und Chris fahren vor. Mein Bike noch auf den Heckträger und los geht`s gen Süden. Ohne Stau, dafür zeitenweise mit Schnee und weil es viel zu quatschen gibt – kurzweilig – chauffiert uns 3Kind-Tom zielsicher Richtung Arco. Unterwegs wird die ruhige Reise durch ein Hupkonzert unterbrochen – ein Treffen im fließenden Verkehr mit dem Rest der Truppe, den wir erst abends wieder sehen werden. Vorerst gehen wir getrennte Wege. Biking und Hiking eben. Konkret eine Gruppe geht Biken, eine klettern. Am Campingplatz angekommen staunt meiner einer nicht schlecht, während 2Kind-Tom schon grinst. Ein Zelt für drei in diesem Ausmaß – damit habe ich nicht gerechnet. Als Camping-Anfänger dachte ich an „kuschelige“ Zustände in einem kleinen Iglu und ich lerne was Glamping heißt. Ein Zelt mit Innenzelt, Türen – im weitesten Sinne… wow.


Das Ding ist schnell aufgebaut und wir widmen uns dem, wofür wir hier sind. Den Bikes. 2Kind-Tom, Chris, 3Kind-Tom und ich radeln los. Ich muss gestehen: Es ist schön hier in Arco. Meter um Meter geht es nach oben. Für manche schneller, für zwei andere etwas, nennen wir es mal entspannter. Die erste Pause – und hier ein gut gemeinter Tipp für alle – Jause einpacken ist ein Muss 😉.

Nach etlichen weiteren Höhenmetern erreichen wir das Plateau – Ziel des Tages. Nach all den Regentagen und der Kälte in der Heimat tut es richtig gut, sich von der Sonne gewärmt auf die trockene Wiese legen zu können und die Seele baumeln zu lassen. Der Trail im Anschluss birgt unter dem vielen Laub einige Überraschungen, ist aber technisch nicht sehr fordernd. Aber es macht wieder unglaublich viel Spaß sich, das Bike und die Natur mal wieder so intensiv zu spüren.

Zurück am Campingplatz treffen wir dann auch Matze, Stone und Elisa und Felix. Auch sie können sich die Seitenhiebe betreffend unsrer Schlafstätte nicht verkneifen. Doch … der Tag klingt gemütlich aus. Darf er auch – so waren es doch über 1.400hm am Bike bzw. 11 Seillängen. Ich muss gestehen, ich bin mit dem Klettern nicht so vertraut aber diese Anzahl an Seillängen und dem Schwierigkeitsgrad 6/6+ – Respekt! Ein paar isotonische Getränke bzw. Flaschen Rebensaft später geht’s zu Bett. Die an und für sich ruhige Nacht wird in den Morgenstunden durch ein Gewitter gestört. Und es ist kalt geworden – sehr kalt. Der Blick vom Zelt auf die gegenüberliegenden Anhöhen zeigt warum. Dort wo wir gestern noch in der Sonne die Seele baumeln ließen, liegt heute Schnee. Der Ausblick und der einsetzende Regen trüben die Euphorie dann doch. Abreise ist der allgemeine Gedanke. Doch so schnell lassen wir uns nicht vertreiben. Kurzer Hand hängen wir das Innenzelt aus und so wird aus dem vortags belächeltem Luxuszelt ein Speisesaal für acht. Der Duft von frischem Kaffee und Brot erfüllt den Raum. Der Vortag wird resümiert und wir vergessen zwischenzeitlich das schlechte Wetter.

Ein wenig später trennen sich unsere Wege. Matze und Felix, Stone und Elisa starten mit den Bussen am Nachmittag Richtung Heimat, nachdem sie doch noch eine trockene Klettertour ausfindig machen konnten. Auch 2Kind-Tom hat sein Auto schnell abfahrbereit. Uns hält der Abbau des Zeltes noch ein wenig auf – und das ist gut so. Kaum mehr zu glauben, aber dann doch – die Sonne kommt raus.

Kurzer Hand sind 3Kind-Tom, Chris und ich doch nochmal am Bike. Was Kurzes, was Feines soll es sein. So war es dann auch – ein lässiger Trail, sogar mit Tragepassage (abwärts – weil kein Weg da, wo wir meinten es wäre einer).

Nach ein paar Pizzaschnitten im Tal reisen auch wir ab und erfreuen uns daran, dass wir als Verein mal wieder unterwegs waren.

Kein schweres S aber so schee…

Kein schweres S aber so schee…

Zugegeben hat es zwei Anläufe gebraucht um diesen Gipfel zu machen. Aber was will man machen wenn Regen und Gewitter die Umkehr erzwingen.
Zurück in die Gegenwart. Tom und ich starten wieder vom Parkplatz und sind froh, dass der Wetterbericht wohl richtig war – es dürfte heute noch ein paar Stunden trocken bleiben. Gequatscht wird viel – haben wir uns diesen Sommer auch selten gesehen und noch seltener eine Tour gemacht. Die Momente in denen uns auf Grund von Steigung und Hitze die Luft zum Reden fehlt hören wir die Fauna unserer schönen Heimat. Leider bleibt das fröhlich pfeifende Murmeltier aber unentdeckt.


Der fahrbare Weg nach oben endet nur 2 Kehren nach der letzten Alm und wir schultern unsere Bikes – ein zugegeben mittlerweile sehr ungewohntes Gefühl. Über die noch saftige Wiese gepaart mit den ersten herbstlichen Verfärbungen der Flora und den kitschig schön herausleuchtenden Erika machen wir schnell Meter nach oben. Dann, zur Erleichterung – psychisch und physisch eine flowige Querung des Hanges die auch schon für die Abfahrt sehr viel Spaß verspricht.

Die letzten Höhenmeter bis zum Gipfelkreuz sind für uns beide quälend anstrengend. Das Kreuz lacht, von einigen Sonnenstrahlen imposant in Szene gesetzt, zu uns herunter – durchbeißen also. Am Gipfel angekommen sind dank Hormonen und unglaublich schönem Ausblick sowie der Freude über die gemeinsame Tour, alle Anstrengungen sofort vergessen.
Wir nutzen die Wetterlage und können endlich auch wieder Bilder machen, die uns selbst sicher auch wieder für neue Touren motivieren werden und euch vielleicht vermitteln wie schee wir es doch hier in Tirol haben.

Mit Schwierigkeitsgraden jenseits der S2 kann dieser Berg nicht aufwarten, aber Stufen, Platten und Spitzkehren gefolgt von losem Geröll lassen mir – zumindest in Gedanken – so manches „Huiuiuiui“ über die Lippen kommen, wenn der geplante Stopp mit dem Bike sich dezent verschiebt. Ein wenig tricky wie man das wohl heutzutage nennt.
Die Querung zaubert uns ein Grinsen ins Gesicht, die Stufen über die Wiese hinunter beuteln uns durch – relaxed wird dann am Weg zur Alm hinunter mit den langegezogenen Kurven und Jumps.
Die letzten Meter talwärts (für die, die es etwas genauer wissen wollen – gesamt über 1.200m) folgen wir den Schildern und Wegen die die Abkürzung zum Parkplatz ausweisen und freuen uns über den einsetzenden Regen als wir am Auto angekommen sind.

Tiroler Alltagsleben

Eine Bergtour mit dem Bike kommt mir heute gar nicht gelegen. Zuviel schwirrt in meinem Kopf. Viel zu viele offene Dinge, die noch zu erledigen wären. Bereits am Morgen lief es nicht nach Plan. Improvisation und Umorganisation waren angesagt. Doch das Wetter ist perfekt, die Gruppengröße von 3 Leuten mit mir optimal. Ich rede mir ein, ich könne die Tour für neue Fotos nützen. Vielleicht lässt sich ja später was davon verwerten? Also geb ich mir einen Ruck, packe das nötigste und breche auf.

Bereits kurz nach dem Start beim Auto, bin ich froh diesen Entschluss gefasst zu haben. Zwanzig Minuten am Bike und der Berufsalltag ist vergessen. Weitere 20 Minuten und die Welt um mich herum kennt keine Hektik mehr. Ich genieße das, was Tirol ausmacht. Die Ruhe, den Duft der Almblumen, die Kulisse und die sportlichen Möglichkeiten. Wir treffen immer wieder Wanderer, die sich interessiert und freudlich erkundigen. Unsere Bikes in diesem Gelände irritieren viele. Noch immer ist das was wir tun eine Randsportart, die nur wenige betreiben. Vermutlich wird es auch weiterhin so bleiben. Zu verwegen, zu anstrengend, zu verrückt für die meisten. Nur die, die gleiches tun, verstehen was diesen Sport ausmacht.


Trotz aller Anstrengungen unterhalten wir uns prächtig und gewinnen dabei zunehmend an Höhe. Viele kleine Späße mit Tom und Bernd lassen die Zeit schnell vergehen und schon stehen wir am Joch. Nur noch etwas über 300 Höhenmeter trennen uns vom Gipfel. Nach einigen Fotos und einer Stärkung wandern wir weiter. Es ist später Nachmittag als wir neben dem Gipfelkreuz stehen. Zu Mittag fort vom Arbeitsplatz und dann noch so eine Tour. Mich begeistert das immer wieder aufs Neue.

Eine leckere Jause, Panoramafotos, Fachsimpeleien und das Lesen verrückter Gipfelbucheinträge. Wieder eilt die Zeit davon.
Die Abfahrt beginnt. Vom Gipfel weg gehts leicht und gut zu fahren. Eigentlich eine Seltenheit auf Gipfeln dieser Höhe. Doch bald kommen erste schwere Stellen und ich lasse die eine und andere dann auch aus. Grad nix riskieren. Zu teuer die Fotoausrüstung im Rucksack, zu wertvoll meine Gesundheit. Tom und ich wechseln uns ab mit fotografieren und biken. Bernd darf immer für einen von uns posieren. Jedem taugts, sogar ein paar Wanderer bleiben begeistert stehen und schauen interessiert zu. An diesem Tag ist niemand unfreundlich oder gereizt. Warum auch!

Bis Sonnenuntergang bewegen wir uns immer noch über der Waldgrenze. Danach gehts ohne weitere Fotopausen zügiger berab. Doch mehr als 1700 Höhenmeter runter zu fahren braucht Zeit. Für das letzte Stück im steilen und ausgesetzten Wald montieren wir die Helmlampen. Da wir noch ein gutes Stück zum Auto zurücktreten müssen, ist es bereits 22:40 Uhr als wir dort ankommen. Wie immer müde und voller Glücksgefühle (oder Adrenalin?).

Montag

Ein ungewohnter Tag für eine Tour. Wenn ich zurück denke – auch über Jahre – dann war das tatsächlich die Erste dieser Art.
Im Nachhinein betrachtet war es ein sehr glücklicher Zufall, dass wir zu viert an diesem Tag Zeit hatten. Das Tiroler Wetter macht es einem ja derzeit echt sehr schwer Touren zu planen.
17 Uhr. Ich sitze leicht verträumt auf der Mauer der Innbrücke, die Sonne scheint mir ins Gesicht und mit Ain`t Nobody über die Kopfhörer in den Ohren dauert es eine halbe Ewigkeit bis ich merke, dass Fibs schon im anrollen ist. Minuten später ist auch Tom da. Auf geht`s. Reini wartet ein paar Meter weiter oben. Auf „Schleichwegen“ durch Hötting – danke Tom für das Aufzeigen neuer Wege. Aber 23 Prozent Steigung zum einradeln? Reini hat recht – man muss den Weg kennen um ihn zu hassen.


Auf dem Forstweg angekommen mit etwas Wind wird es langsam temperatur- und steigungsmäßig langsam erträglicher. Nach kurzer Wasserdurchfahrt und Pause geht es in gewohnter Manier zu Fuß bergwärts. Die Schotterrinnen und die ausgesetzten Stellen lassen mich schon etwas grübeln wie viel davon ich heute fahren werde? Eine kurze Pause bei der wir kurz übers Klettern philosophieren und den Jungs und Mädels an der Wand beim Vorstieg zusehen und dann das letzte Stück hoch.
Talwärts – ein kurzes Flachstück über etliche Wurzeln muss reichen um wieder etwas Gefühl fürs Bike zu bekommen. Eins ist uns gemeinsam – es fehlt heuer noch einiges an Training, aber „a Gaudi ist es jetzt schon wieder“.

Die erste Schlüsselstelle. Tom zeigt auf 2/3 der selbigen wie es gefahren werden kann. Wir anderen begnügen uns an dieser Stelle mit dem ersten Abschnitt. Es folgen die eingangs erwähnten Schotterrinnen an teils ausgesetzten Stellen, Spitzkehren und Treppen. Und da ist es wieder. Das Feeling was unseren Sport ausmacht. Die Strapazen des Aufstiegs sind vergessen und weiter geht es talwärts mit breitem Grinsen im Gesicht.
Kurze Pause – es braucht nun doch die Stirnlampen. Sind wir ja doch erst nach der Arbeit los. Ein paar Meter auf dem Forstweg und dann – wieder ein mir unbekannter Weg. Zum Teil Hohlweg mit lang gezogenen Kurven. Rein technisch gesehen könnte man es wohl Anleger nennen. Zum Teil verwurzelt, mit Treppen, Jumps und ein, zwei Uphill-Passagen aber super flowig – ein schöner Abschluss für die Tour.
Und an dieser Stelle auch mal ein Danke an unsere Frauen und Familien, die uns die (Frei)Zeit und das Vertrauen schenken, dass wir auch wieder heil heim kommen.

Nicht schon wieder!!

Nicht schon wieder!
Der Gedanke lässt mich nicht los als ich die schwarzen Wolken über Innsbruck aufziehen sehe. Nicht schon wieder eine Tour auf Grund der heuer etwas inkonsistenten Wetterlage abblasen. Naja – es sind ja noch gut eineinhalb Stunden bis zum vereinbarten Abfahrtstermin.Okay – Es fällt zumindest kein Regen. Auf den Sattel Richtung Bushaltestelle. Ich bin heute zu faul um zu Tom nach Innsbruck zu treten. Verdammt eng wenn man ein Bike mit Rahmengröße L in einen IVB-Bus stellt und dann auch noch eine junge Mutter mit Kinderwagen zusteigt.In Toms Vorgarten angekommen bin ich doch recht erstaunt wie sich die Wetterlage in der letzten halben Stunde verbessert hat. Tom sieht´s ähnlich und disponiert spontan um.


„Pack ma die Radln aufs Auto und fahren a Stück.“17 Uhr und noch immer kein Regen. Das Wetter meint es tatsächlich gut mit uns. Voller Motivation, aber – so stellen wir bald fest – ohne Kraft in den Beinen, treten wir die Serpentinen bergauf. Abstinenz macht schwach. Wir müssten echt mehr Touren machen so der einhellige Tenor.
Die Sonne, die kitschig grünen Wiesen und der Gedanke endlich wieder einen Gipfel zu machen und eine geile Abfahrt zu genießen treiben uns an. Kurze Pausen dienen der Erholung und dem Aufsaugen unserer wunderbaren Alpenwelt. Auch wir folgen aktuellen Trends und verschicken von unterwegs Selfies. Links von uns thront ein Gipfel den wir letztes Jahr um die selbe Zeit befahren haben und wundern uns über die dortige Schneelage. Egal – vor uns liegen saftige Wiesen, verblockte Abschnitte und flowige Schotterrinnen.

19.30 – Am Gipfel. Laut Google-Recherche gut eine halbe Stunde schneller als für diesen Aufstieg angegeben. 6,2 Grad – das könnte echt mehr sein, aber es tut sich links von uns ein Wolkenfenster auf und die ersten Sonnenstrahlen erhellen die gegenüberliegende Talseite. Mit der Sonne im Rücken, Schafen gegenüber und wunderschönen Talblicken starten wir die Abfahrt. Ein super Gefühl – Die Mühen des Aufstiegs sind vergessen (aber deutlich spürbar). „1.300 hm sind für eine Abendtour a nit wenig“, so Tom, „vor allem wenn man sie auch wieder runter fährt“.

Am Ende des Trails cruisen wir entspannt die eingangs angeführten Serpentinen talwärts. Treffen auf ein Reh, welches vor uns entspannt den Weg kreuzt (ja wir bremsen für alle Wald- und Bergbewohner), ein paar Kühe, eine Pferdeherde welche wir mit ausgeschaltenen Stirnlampen im Schritttempo umfahren und einen 5er BMW mit Xenonscheinwerfern. (man verzeihe mir diesen kurzen Exkurs bzw. Seitenhieb auf Autofahrer, die ohne Folgen unsere Berge befahren dürfen…)Auf jeden Fall – eine geile Tour! Endlich mal wieder.

Von steilen Steigen und so..

Wie jedes Jahr versuchen wir auch heuer wieder unsere allwöchendlichen Abendrunden zu machen. Heuer sind sich aus familiären und arbeitlichen Gründen noch nicht so viele Touren ausgegangen. Und heute, eigentlich wollten wir zu Dritt im Unterland eine Biketour machen, sieht es wieder nach einer Absage aus. Mistwetter! Da schlägt Reinhard vor, ob wir nicht stattdessen einen Klettersteig machen sollen.


Das ist eine Superidee, finde ich, obwohl ich nicht weiß, wie begeistert Bernd ist. Er hat mir einmal von seiner Höhenangst erzählt. Ich ermutige ihn schnell am Telefon und schon fahren wir drei Mann hoch, nach Stafflach. Beim Einstieg wird zuerst noch geblödelt und schon ist Reini nach oben verschwunden. Bernd steht noch etwas unschlüssig beim Einstieg. Also dränge ich von hinten ein bischen nach und rede ihm gut zu. Aber schon nach kurzer Zeit fühlt sich Bernd pudelwohl in der steilen Felswand und von seiner „Angst“ ist nichts mehr zu sehen. Viele Fotos werden gemacht und der Klettersteig führt uns immer weiter nach oben.

Zwei Seilbrücken werden überwunden und nach insgesammt 2 Stunden Aufstieg erreichen wir unser „Gipfel“kreuz. Zu unserer Überraschung hat die Freiwillige Bergrettung St.Jodok eine Kiste mit Getränken für durstige Klettersteigstürmer aufgestellt und jeder wird gerne die freiwilligen Spenden einwerfen um seinen Durst zu stillen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Nach der Pause führt uns ein Steig wieder zurück zum Auto und wir drei sind sehr zufrieden mit der Entschädigung unserer Biketour. Kaum steigen wir in das Auto, öffnet der Himmel seine Schleusen und es schüttet in Strömen. Ein breites Grinsen breitet sich auf unseren Gesichter aus. Glück gehabt! Auf dem Nachhauseweg erzählen wir Bernd noch von unserem ersten Klettersteig, den Reinhard und ich erst vor 2 Monaten hinter uns gebracht haben. Auch das war eine relativ kurzfristige Geschichte, die uns erst am Nachmittag eingefallen ist und dann spontan zur Martinswand geführt hat. Damals war das Wetter aber wesentlich besser und wir schwitzten ordentlich, aber natürlich waren dort keine Getränke beim Ausstieg. Trotzdem war die Tour war genauso genial wie heute.