Archiv für das Jahr: 2007

Happy End

Ruhe ist eingekehrt in den letzten Wochen und ich finde, das tut uns auch mal richtig gut. Trotzdem unternahmen wir in der letzten Zeit ein paar echt lässige Schitouren und die eine oder andere Rodelbahnsession mit den Bikes. Etwas fleißiger waren da schon Felix, Tom und Hanna, die im Dezember mehrmals in Südtirol unterwegs waren. Dort ist’s immer noch Schneefrei bis 1800m rauf. Für „spätherbstliche“ Biketouren also beste Voraussetzungen. Mehr davon auf der „Piefke“ und Chillypix Seite von Felix.

Ein ereignisreiches Jahr 2007 ist zu Ende. Damit verbunden Viele Höhenmeter, viele tolle Gipfel und eine Saison, die wirklich vom 1.1. bis zum 31.12. dauerte. Ich erinnere nur an den vergangenen Winter. In jedem Monat von November bis März konnten wir von den Steigen auf der Nordkette abfahren. Die Bikesaison 2006 ging also nahtlos in die Saison 2007 über. Heuer hatten wir Ende November so einen nahtlosen Übergang von der Bike- zur Schitourensaison. Und gleich bei der ersten Schitour gab’s Powder vom ersten bis zum letzten Höhenmeter! Sowas begeistert mich immer wieder aufs neue. Das Wetter war da aber leider nicht so toll, weshalb es von dieser Schitour keine Fotos gibt.

Viele Projekte konnten umgesetzt werden, mindestens ebensoviele neue für das Jahr 2008 wurden bereits geplant. Die Zeit war wieder mal viel zu knapp um alles zu schaffen, was wir ursprünglich vor hatten. Nun befürchte ich, dass die Zeit heuer noch knapper werden wird. Ein Grund: Nach der gelungenen Filmpremiere im Herbst, haben wir nun 2 ganz verrückte, junge Filmemacher im Team, die es schon gar nicht mehr erwarten können, die neuen Ideen und Projekte umzusetzen. Maschtl hat sich sogar schon Semiprofessionelles Material in Form einer 3CCD Videokamera zugelegt. Wir sind also auf dem besten Weg, die Qualität unserer Berichte noch weiter steigern zu können 😉

Was wird uns heuer erwarten: Viel wollen und können wir noch nicht sagen, denn vieles davon ist noch in Schwebe. Doch schon soviel jetzt: Es wird wieder ein paar 3000er Gipfel  geben. Vielleicht schaffen wir es heuer auch endlich mal nach Frankreich, nach „Portes du Soleil“. In Planung sind auch noch andere Trips in Ferne Gefilde. Fix ist aber noch gar nichts… Vorgenommen haben wir uns auch, öfter als 2007 Bikeparksessions abzuhalten. Erstens lernt man dabei Sachen, die in den Bergen so nicht oder kaum geübt werden können, es macht zweitens auch irre Spaß und drittens schafft es super Action auf Fotos und im Film. Freeriden ist das eine, Downhillaction und Obstacles das andere. Der Spaßfaktor ist bei beidem garantiert!

Und was war in den letzten Wochen so los? Viele krankheitsbedingte Ausfälle (auch vor uns machte die Grippewelle leider nicht halt) und wie schon erwähnt, einige Schitouren- und Rodelbahnsessions. Den Abschluss des Jahres 2007 bildete dann am 30.12. noch eine letzte Rodelbahnpartie mit den Bikes. Wir fanden dafür sogar noch eine Bahn, die nicht vereist war. Im Gegenteil: Weicher Schnee und vor allem eben Schnee und nicht Eis besorgten uns Spaß vom ersten bis zum letzten Meter. Da störte es auch kaum, dass die Alm zu hatte. Und unserem Matze taugte es ganz besonders. Ihn hatte die Grippewelle nämlich am schlimmsten getroffen und nach fast 6 wöchiger Sportabstinenz, gab’s für ihn also doch noch ein Happy End im Jahr 2007.

Film 2007: 24 Stunden / Ein Jahr

Aus den fast 200GigaByte Rohmaterial haben wir einen 8 Gigabyte grossen und 40min langen Film geschnitten.

Das ergibt komprimiert 350MegaByte feinste Radläktschn in XviD kodiert und als AVI verpackt. Für den heimatlichen Genuss auf der Couch in der kalten Jahreszeit. Zum Download this way …

Bei Wiedergabeproblemen sei einem das K-lite Codec Pack bzw. alternativ der VLC-Player ans Herz gelegt.

BikeHiker Festl 2007

Das von uns mit viel Spannung und etwas Nervosität erwartete „Mountain Freeride Bike Festl“ am 16. November im Bogen 13, war aus unserer Sicht ein gelungener Einstand und schreit nach einer Wiederholung! „Bogen Hans“ (der Lokalbesitzer) schätzte, dass etwa 90 bis 100 Leute zu Gast waren. Unsere kühnsten Erwartungen erfüllten sich somit, denn das Lokal war voll, aber trotzdem nicht so überfüllt, dass es keinen Spaß mehr machte. Um ca. 22:30 Uhr gab’s dann die Fimpremiere von „24h / ein Jahr“ zu sehen, den Maschtl und Matze (Ma Ma Productions) in wochenlanger Arbeit geschnitten hatten. Der Film erntete (meiner Ansicht nach absolut verdient) sehr viel Beifall. Überhaupt – und dafür möchte wir alle uns sehr herzlich bedanken – gab’s viel Lob für unser Schaffen (Film, Fotos und Festl). Das motiviert natürlich und bereits am Ende des Festls haben wir beschlossen „eine Fortsetzung im kommenden Jahr, muss auf alle Fälle sein“. Einziger Wermuttropfen war der Beamer, der im Bogen 13 fix installiert ist und daher nicht gegen den besseren von uns ausgetauscht werden konnte. Die Farb- und Kontrastqualität war aus unserer Sicht Sch****. Die meisten Besucher dürfte das aber nicht sonderlich gestört haben. Dennoch wird der Film hier sehr bald auch zum Download bereitgestellt werden (Matze ist schon fleißig am komprimieren). Und für alle die ihn unbedingt auf DVD wollen, haben „Ma Ma Productions“ inzwischen ein Kopierstudio eingerichtet. Anfragen diesbezüglich bitte direkt an die Produzenten 😉

Jetzt noch ein paar Schnappschüsse:

Herbst-Trilogie

Tour 1:
Ich bin extra um 6:00 Uhr früh aufgestanden und jetzt das! Manchmal werden Pläne gänzlich über den Haufen geworfen. Eigentlich wollten wir (Felix, Stone, Matze und ich) um 8:30 Uhr mit der ersten Bahn rauf auf den Berg, um dann die restlichen 1200Hm in Angriff zu nehmen. Der Gipfel knapp unter 3000m hoch und schon leicht mit Schnee bedeckt, angeblich mit einem Traum Gletscherpanorama. Dass wir um eine halbe Stunde zu früh da waren (als Langschläfer denke ich sofort über jede verlorene Minute nach) war ja noch zu verkraften, aber dass uns nun von der freundlichen Dame an der Kasse gesagt wird, sie würden hier keine Fahrräder mitnehmen, war dann doch zuviel für mich. Angeblich verbietet die Forstdirektion Mountainbiken auf dieser Talseite. Das wusste ich nicht, nachdem wir im Jahr zuvor auf der gegenüberligenden Seite eine Traumtour erleben durften. Doch die Rettung folgte auf den Fuss: Die Dame am Lift empfahl uns ein Stück weiter taleinwärts einen anderen Lift. Da würden wir sicher auch was zum Biken finden. Geworden ist’s dann eine gemütliche Tour mit Hammer Film- und Fotoaufnahmen. Ein Traum Tag im Spätherbst und das erhoffte Gletscherpanorama gab’s auch hier…

Tour 2:
Heute hat Tom wieder mal Zeit und auch noch einige andere. Doch das lass ich alles am besten Tom selbst erzählen…

Das Wetter: Am Morgen Hochnebel, der sich im Laufe des Tages lichten wird. Danach sonnig…
So lautet der Wetterbericht für den heutigen Tag. Und tatsächlich hängt der Nebel tief, als Chris mich in der Früh um halb neun abholt. Ich freue mich schon auf die Photos, die immer etwas ganz besonderes sind mit Nebel im Tal. Wir treffen uns heute mit Hanna, Tom, Felix, Maschtl und Matze und stellen fest, dass wir noch nie so viele Biker waren. Eigentlich nicht unser Stil, aber für heute ist es OK.
Weit ist es nicht. Circa 600Hm, dann geht’s schon wieder runter. Der Blick ins Inntal ist überwältigend. Von wegen der Nebel wird sich lichten. Aber es ist weniger Schnee hier heroben als wir gedacht haben und so geht es doch noch weiter Richtung Gipfel. War ja eigentlich nicht anders zu erwarten, dass wir noch weitergehen (Tom’sche Faktor ;-)). Aber ehrlich gesagt, für mich war es nicht weit genug, denn ca. 200 Meter unter dem Gipfel drehen wir dann doch um. Obwohl ich weiß, dass alle Recht haben und wir die Zeit brauchen (schwierige Stellen probieren, fotografieren, filmen), möchte ich eigentlich doch auf den Gipfel.
Also anziehen, jausnen und dann runter. Der Trail ist am Anfang noch verspielt, doch nach wenigen Höhenmetern kommen wir zur ersten schwierigen Stelle. Das letzte Mal war diese für uns nicht fahrbar, doch diesmal knacken wir sie und wir freuen uns schon auf die anderen Stellen. Tom und Hanna müssen leider weiter, während wir noch tricksen und knipsen. „Kommt’s gut runter“ und weg sind sie. Stelle für Stelle wird von uns probiert und das meiste gelingt auch. Danach geht’s in den Wald und in den Nebel. Jetzt wird es feucht und rutschig, aber sehr interessant. Allen taugt es und als wir nach 6 Stunden wieder zum Auto kommen sind wir uns einig, dass es wieder einmal ein geiler Tag war.

Tour 3:
Allerheiligen ist und nach frühen Nebelfeldern solls ein wolkenloser Tag werden. Unsere Hoffnung, dass sich die meisten Wanderer bei den Gräbern ihrer allerliebsten aufhalten und wir somit kaum auf Wanderer treffen würden, geht in Erfüllung, doch die Hoffnung auf den (in einem Willi Hofer Buch beschriebenen) S4 Trail leider nicht. Trotzdem genießen wir (Felix, Maschtl, Matze und ich) einen spaßigen Tag mit viel Sonne und Traum Landschaftskulisse. Es blieb mangels schwierigem Trail auch viel Zeit zum Filmen und fotografieren übrig.

Pantalones Muertos

Es gibt halt auch diese Tage beim Biken, nur erzählt nie jemand davon! Alles Feiglinge! Und lasst euch nicht von den Bilder ablenken, alles nur Show!

Aber jetzt mal von vorne :
An sich hat die ganze Sache ja recht gut angefangen, bzw auf dem Blatt liest es sich ja auch ziemlich gut: lässiger Berg zusammen mit 5 lässigen Kollegas bei lässigstem Wetter, was soll dabei schiefgehen?!?!?! Es war zwar am Anfang ziemlich FF (f***ing freezing) aber was will man an einem Herbstsonntag morgens um 7 schon erwarten. Nach der Tretpassage kam dann, am Anfang der Tragepassage, endlich die Sonne heraus. Und in diesem schwachen Moment, hab ich mir doch tatsächlich den Bericht aufschwatzen lassen! Aber nur abwarten, wenn der Matze wüsste…. Da war ich halt noch frohen Mutes…

Der weitere Aufstieg gestaltete sich dann ziemlich spektakulär, je höher wir kamen. Und, daher u.a. auch der Titel, weit und breit nix los, absolut tote Hose! Erst oben auf dem Gipfel, sind wir dann auf andere Leute getroffen. Und Chris hatte schon recht mit seinem Bildtitel „Tirol vor Augen“ in „Lohn der Qual„, das trifft’s echt perfekt. Nach dem üblichen umziehen, rumwitzeln, Kamera auspacken (UND ZWAR ALLE DER REIHE NACH!!! ES GEHT JA SCHLIESSLICH NICHT, DAS MAN GLEICHZEITIG SEINE BILDER MACHT, NEIN NEIN, ES MUSS JA JEDER EINE EXTRAWURST HABEN….UND AUSSERDEM MUSS JA JEDER ZWEIMAL RAN, WEIL EINMAL REICHT JA NICHT…., nur Chris mit dem Monsterzoom hat ne Ausrede, ABER NUR DIESMAL, DAMIT DAS GLEICH KLAR IST!), Cola trinken usw. gings dann los. UND DIESES RADLRUMGESCHRAUBE GEHT MIR AUCH AUF DEN S***! Nur dass ihr’s wisst! Gabel raus, Sattel runter und passt! Alles andere ist doch nur unnötig…wie wenn’s was bringen würde…

Los gings, und zwar wie: rein in die erste Kurve, UND? NIX! absolutely nothing, nada, rien, tote Hose, patalones muertos, dead trousers, Morti pantaloni, Calças mortos, pantalon mort…. Ein Gefühl auf dem Fahrrad, als würd ich das Mountainbiken grad erfinden!  Und ab dann ging bei mir nüscht mehr. Einfachste Stellen, die normalerweise ohne Probleme funzen sollten fühlen sich an wie S8/G8 (zumindest stell ich mir das so vor). Und dann fahren diese feinfühligen Kollegen auch noch alle Stellen einfach so dahin, NA VIELEN DANK!!!. Schon mal überlegt dann halt aus Solidarität nix zum fahren, hä? Oder zumindest erst einmal so tun als ob man’s probieren müsste! Aber nein, das wär ja zuviel verlangt!
Und vor allem: es ging ja noch nicht mal nur um mich, nein, der arme Ferdl war ja auch noch dabei (aber gut, der war auch ein Bischen selber schuld. Wenn er meint das Harttail mitnehmen zu müssen, dann soll er halt…). Und bis auf eine Stelle sind diese werten Kollegen dann auch alles gefahren. Und ja, es hat gut ausgeschaut, aber trotzdem: wenn nix hinhaut…. Und dann diese ver*****te Filmerei und Fotografiererei. Hier noch eins, da noch eins, und ach ja, das erste nochmal, und so könnten wir es ja auch noch probieren, und halt, da hat jetzt der Arm nicht gepasst und so weiter und so fort. Wenn ihr wüsstet wie viele Höhenmeter wir alleine deshalb machen, weil der Fotograf es mal wieder nicht auf die Reihe bringt?!?! Hunderttausende, mindestens! Glaubt mir! Und wenn man dann endlich mit dem Fotografieren fertig ist, fängt der Matze auch noch mit der Filmerei an!! Aber leider sind die Bilder immer so verdammt gut, da kann man ja dann halt auch nix sagen.

So, genug jetzt der Grantlerei, aber iss ja echt wahr….

PS: Es war trotzdem eine Hammertour die mir unglaublichen Spass gemacht hat, ich war seither schon wieder auf mehreren Touren auf denen einfach alles gepasst hat, ich werde auch in Zukunft (hoffentlich) noch viele Touren machen, es werden auch in Zukunft mal schlechte Tage dabei sein, und: ich gehöre auch zu diesen Fotografen die es mal wieder nicht auf die Reihe bringen :-). Und wenn das die einzigen Probleme sind, die ich hab…

PPS: Ferdl, du bist a echt wilder Hund!

Schicksal

Noch keinen Meter am Bike und schon einen Patschen – am Auto nämlich. Der rechte Hinterreifen liegt platt vor uns und zum ersten Mal montiere ich einen Notreifen. Besser gesagt erledigt das Tom für mich, ich stehe nur dumm daneben. 4,2 Bar druckt braucht der. Das schafft nicht mal Tom mit seiner super Bikepumpe und dickem Oberarm. Also wieder zurück nach Sterzing zur nächsten Tankstelle. Jetzt fängt’s auch noch an zu regnen. Verflixt es war doch für Südtirol Schönwetter angesagt und nur bei uns zuhause Regen! Also schnell unseren ganz persönlichen Wetterfrosch anrufen und einen Lagebericht checken. „Die laufen auch noch in Bozen mit Schirmen rum“ und „da kommt noch einiges an Regen auf Euch zu“ ist die ernüchternde Botschaft von Felix. Inzwischen regnet’s schon so stark, dass wir beschließen nach Hause zu fahren. Was soll’s, dann kaufen wir halt noch eine gute „Brennerjause“. Doch auch daraus wird nicht’s. Donnerstags ist am Brenner nämlich alles zu. Wussten wir nicht. Was ist heute blos los? Hat Tom seine Suppe nicht brav ausgelöffelt und verschweigt mir das?

Wieder zuhause angekommen (natürlich hat’s hier nie geregnet und eine Tagestour wäre kein Problem gewesen) beschließen wir sofort, den restlichen Tag für eine Tour Richtung Hausberg zu nützen. Jetzt denken wir uns natürlich: „Ja fein, die Steigerln da oben kennen wir eh schon alle, wird a feine G’schicht“. Doch auch das wird heute anders laufen, wie soll’s sonst sein an einem so verrückten Tag. Wir finden einen Steig, den wir nicht kannten (zumindest den oberen Teil) und er ist der Hammer! Verwinkelt, verspielt, technisch. Zwischen zwei Kurven muss das Hinterrad dreimal versetzt werden – mindestens! Dann wird er flowig, zum Schluss richtig schnell. Alle Pannen sind entschädigt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt mit einem so dicken Grinsen im Gesicht vom Biken vor der Haustür nach Hause kam. Und das beste: Für morgen ist wirklich gutes Wetter in Südtirol angesagt und Stone, der heute krank im Bett liegt, wird auch Zeit haben…

Freitag ist – komisch – alles hier kommt mir so bekannt vor. Als ob die Zeit einen Tag lang stehengeblieben wäre. „Genau hier haben wir gestern gestanden…“ lacht Tom. Doch plötzlich erreichen wir Neuland. Diesmal ging’s gut. Ohne Patschen erreichen wir den Ausgangspunkt, der eigentlich gestern angepeilt wurde. Stone, der immer noch krank wirkt, ist mit seinem roten Boliden angereist. VIVIO heißt ja angeblich soviel wie 660 (nur halt in römischen Ziffern geschrieben), weil sein Subaru genau soviel ccm hat. Ziemlich genau doppelt so viel, allerdings nicht Kubikzentimeter sondern Höhenmeter, haben wir heute vor uns liegen. Gemütlich geht’s erst mal 970Hm über eine Forststraße, bis wir zur Hochalm kommen. Stone findet’s allerdings nicht ganz so gemütlich. Bei jeder Pause kramt er ein Zauberfläschchen hervor und nimmt einen kleinen Schluck von der dunklen Flüssigkeit. Irgendwas gegen Husten, ja ja. Zum Glück gibt’s bei uns keine Dopingkontrollen. Bei der Hütte begrüßen uns zwar keine Wanderer, dafür aber eine Schar hübscher Bergziegen und Tom fängt gleich mit einer zum Schmusen an. Doch keine Angst Ulli, die Lippen haben sich nicht berührt.

Nach einer Rast geht’s die letzten 400Hm mit geschulterten Bikes zum Gipfel und schon gleich zu Beginn der Tragepassage wird uns klar: Heut wird’s eine flowige Abfahrt geben. Gut dass sich Stone von Matze die Helmkamera ausgeliehen hat. Während ich an Richi und die beiden Matthiase denken muss (glaubt’s ma: die Abfahrt wär‘ was für Euch!) höre ich hinter mir den Maschtl immer leiser schnaufen. Liegt aber nicht daran, dass sein Wundersaft wirkt, sondern daran, dass er sich immer weiter zurückfallen lässt. Später erklärt er, er fühle sich wie in der Todeszone. Kompensation kaum mehr möglich. Stone wäre heute g’scheiter im Bett liegen geblieben. Unser Glück, dass er unvernünftig war und mitgekommen ist. Die Abfahrt ist, bis auf wenige Stellen, vom ersten bis zum letzten Meter mit Vollgas zu fahren und Spaß pur. Mit der Helmkamera von Maschtl gefilmt, liefern sich Tom und ich ein Rennen, das seinesgleichen sucht. Zum Glück sind bis auf einen Jäger und ein Auto mit zwei Bergwachtlern keine Leute unterwegs. Ein Schreckmoment für Wanderer und uns wäre kaum zu vermeiden. Übrigens sind uns sowohl der Jäger, als auch die Bergwacht freundlich gesinnt. Von 70,- Euro für ein Tagesticket „Biken auf verbotenen Trails“ ist hier noch keine Rede.

Arco 2007

So hab i jetzt alles? Das Essen, Bier, Kocher, Zelt, Schlafsack, alles für des Bike … Und schon fahr ich mit dem Bus zu Martin. Der wartet eh schon hart auf mich. Schnell einladen und ab zu Chris und Chris. (?!?!) Was ist denn des? Na, des is nit a billige Kopie von Brunner und Brunner, sondern der DwoC und der Auer Chris. Zwei echt guate Biker, des „singen“ übernehmen besser die anderen.
Ungeduldig stehen sie schon in Ampass bereit, um genItalien zu fahren. Und jetzt ist der Bus wirklich voll. Dass wir wirklich alles in den Bus kriegen, hätte ich nicht gedacht. 200 Kilometer später, stellen wir die Zelte und den Biertisch auf und geniessen ein Bierchen. Anfahrt überstanden.

Tag Uno:
Alle sind etwas müde, da um Punkt 5 Uhr früh der Gockel des Campingplatzes den werdenden Tag begrüßte. Fünf Stunden später erreicht auch die Sonne den mittlerweile krächzenden Gockel. Nach einem ausgedehnten Frühstück, radeln wir vom Camping Zoo in der prallen Sonne Richtung „Klo des Chefs“ (Insiderwitz). DwoC und ich wählten zur Eingewöhnung eine uns bekannte Tour mit 1250Hm. Von flowigen Trails über kleine Sprünge bis zu kniffligen Stellen ist heute alles dabei. Nach gemütlichen 3 Stunden treten, erreichen wir den Wendepunkt und nach ein paar Photos geht`s los. Halt, halt, der Maschtl möcht‘ no filmen. Nach den Anweisungen “es miaßt’s da volle ummatreten und mit Vollgas in den Trail eini“ geht’s los. Klappe die erste. Beim Antreten mit dem mittleren Kettenblatt reißt’s mir die Kette über die Zähne, dass a Zahnarzt die bloße Gaudi hätt. Jetzt ist’s Zeit für a neiche Kett’n. Beim 2. Versuch klappt alles, Martin ist zufrieden und wir genießen die Fahrt. Dreimal wird noch gefilmt und geknipst, noch viel öfter wird gesprungen, probiert und gelacht. In Arco kauf ich mir eine Kette und dann ab zu Penne mit Sugo. Rechtzeitig vor dem Essen ist der Felix in Arco angekommen und gleich nach dem Essen werden Karten studiert, um für morgen eine geile Tour zu finden.

Tag Due:
Es beginnt damit, dass meine Kette immer noch über das mittlere Kettenblatt rattert (schei..), dass der Zahn…… Freude… , eh scho wissen. Also ab zum Bikeshop. Ja, ja und so brauchen wir wieder einmal eine Stunde länger, bis wir aus Arco wegkommen. Wir haben uns entschieden, heute eine längere Tour zu fahren und morgen am „Rasttag“ zu shutteln. Der Auer Chris ist übermotiviert und strampelt einen Hohlweg hinauf, dass uns hören und sehen vergeht. Wobei: überhören kann man ihn wirklich nit. Wir schieben lieber. Oben ziehen wir uns für die erste Abfahrt um und 100Hm weiter unten geniessen wir unsere Jause und die Sonne in vollen Zügen. Auch wenn im Tal die Temperatur äusserst angenehm ist, so ist Luft hier, 1500m höher und im Schatten, wirklich frisch. Man bemerkt den Herbst auch daran, dass auf der Schattenseite des Berges alles feucht ist. Der Trail, die Wurzeln und der Fels sind extrem rutschig und so eiern wir am Anfang ziemlich herum. Irgendwann geht uns aber der Knoten auf und dann gelingen uns wirklich schwierige und ausgesetzte Stellen. Später cruisen wir hinunter und immer öfter hört man „is des geil“. Nach dem schwierigen Teil, kommt noch ein etwas schnellerer, verblockter Steig, auf dem DwoC ca. 50cm vor mir einen astreinen Salto hinlegt. Zum Glück ohne bleibende Folgen für Biker und Bike. Wieder in Arco, kochen wir Schlutzkrapfen, Kärntner Kasnocken und trinken gemütlich unser wohlverdientes Bier. Wieder einmal war es ein gelungener Tag am Gardasee und schon werden Bikezeitschriften gelesen und Karten studiert um für Morgen das Maximale aus dem Tag herauszuholen.

ab hier geschrieben von Christian Auer:

Tag Tre:
Da Tom uns am Vortag den ganzen Abend bearbeitet hat, wird am 3. Tag zur Erholung geshuttelt. Heute soll’s auf einen aus vielen Zeitschriften und dem Internet bekannten Sentiero gehen. Nach gemütlicher Shuttle-Busfahrt mit einem Bus- oder besser Rennfahrer (ist uns zumindest so vorgekommen. Felix ist froh, vor der Fahrt nichts gegessen zu haben) haben wir noch ca. 100 HM bergauf zu treten und tragen. Dann treffen wir auf einen der bekanntesten „Sentiero-Einstiege“ in Form eines heftigen Drops ohne Anlauf. Für uns alle ist es nicht vorstellbar, diesen Sprung selbst zu meistern. In der Realität wirkt er noch wesentlich schwieriger und respekteinflössender, als auf jedem Foto. Wir lassen uns den Hunger nicht verderben und genießen erst mal ein paar Brote (ich mein sehr gut durchgezogenes vom Vortag). Dann geht’s endlich los und wir erkennen sofort beim Einstieg, dass die Veröffentlichung in Zeitschriften und im Internet zu einer starken Benutzung und damit verbunden zu massiven Schäden in Form von tiefen Spurrinnen geführt hat. Der erste Teil erscheint technisch durchaus gut machbar, ein paar Stellen laden zum Spielen und Trainieren von verschiedenen Linien und damit natürlich wie üblich zu „kurzen“ Foto- und Videopausen ein. Schließlich geht’s flott weiter, bis wir zu einigen schwierigen und vor allem ausgesetzteren Stellen kommen, die man nur fahren sollte, wenn man die Höhe und Ausgesetztheit des Weges gewöhnt ist und sich sicher mit dem Bike bewegt. Vor allem das erstere ist bei mir derzeit nicht der Fall, doch Maschtl, Felix und Tom beweisen, dass die Stellen problemlos fahrbar sind. Es folgen noch ein, zwei schwerere Passagen, die schwierigste meistert an diesem Tag nach einigen Versuchen nur Tom. Wir entdecken jedoch, dass nicht Tom der „Held des Tages“ ist, sondern ein Paar, wobei sie den ganzen Auf- und Abstieg mit Rock und Flip-Flops meistert. Fairerweise stellt sie jedoch gleich die Frage: „Wer ist denn nun verrückter: ihr mit den Bikes oder ich mit Flip-Flops?“ Für solche Touren gut gerüstet, können wir für uns die Frage auf jeden Fall eindeutig beantworten. Nachdem wir alles auf Video festgehalten haben, sowohl die Befahrung der schwierigsten Stelle von Tom, als auch Kletteraktionen in Flip Flops, werden wir bei der Weiterfahrt wieder darin bestärkt, unsere Routen und Touren im Internet nicht detalliert zu beschreiben: Die Spurrinnen sind derart tief, dass ich einmal fast das Gefühl habe, dass Maschtl bei einer Querung in der Spur verschwindet. Nach einer letzten, ausgesetzten Hangquerung geht es den Rest des Steiges bei weitem nicht mehr so ausgesetzt und technisch wesentlich einfacher, zügig und flüssig Richtung Gardasee hinunter. Am See angekommen, sind wir uns alle einig, dass sich jeder von uns am Tag zuvor auf eine technisch schwierigere Tour eingestellt hatte (dank der schon weiter oben erwähnten Berichte).

Tag Quattro:
Nach dem Zusammen- und Einpacken all unser Utensilien in den Bus, gehts am letzten Tag noch einmal auf eine gemütliche Tour. Jedoch schon kurz nach dem Start am Campingplatz werden wir von einem Marathon aufgehalten, bei dem wir mitten auf der Strecke sogar eine Dixie-Band am Wegrand entdecken. Heute haben wir uns nur mehr knapp 700-800 HM vorgenommen, dementsprechend knapper auch unsere Wasservorräte. Die Auffahrt verläuft gemütlich und problemlos, schließlich landen wir nach knapp über 1000 HM auf einem schönen Felsen, auf dem wir eine unglaubliche Rundumsicht genießen. Beim Beobachten einer Helikopter-Taubergung, erzählt Maschtl von seiner sebstgemachten Erfahrung einer Taubergung, bei der er seiner Ansicht nach nur den Fotoapparat vergessen hat – anscheinend war das Panorama am Seil hängend noch spektakulärer als beim Klettern selbst. Nach einer kurzen Querung gehts dann endlich wieder los auf einen schönen schmalen Steig, der scheinbar nur äußerst selten bis gar nicht begangen, geschweige denn befahren wird. Der Weg ist auf jeden Fall ideal zum Üben des Gleichgewichtsgefühls: schmal, steinig, teilweise ein paar Wurzeln und immer wieder ganz kurze, technische Bergaufpassagen: Dabei hat man unzählige Gelegenheiten, seine Technik zu verbessern. Heute läuft’s bei mir recht gut, doch irgendwann entscheide ich aufgrund meines Übermutes, doch noch die Qualitäten des Buschwerks als Fangzaun zu testen – das erste Mal nur hineingelegt wie in ein Sofa, geht’s das zweite Mal schon 4-5 Meter im Rückwärtsgang mit dem Bike hinunter. Spätestens jetzt bereue nicht nur ich, wenig Wasser mitgenommen zu haben: Wir machen nur wenige Höhenmeter abwärts, müssen relativ viel treten und aufgrund der Büsche, Dornen und Zweige ist lange Kleidung doch ein Vorteil wenn nicht sogar Pflicht. Nach ca. 400 Höhenmetern ist der schöne „Northshore“ ähnliche Weg jedoch vorbei und jetzt gehts nur mehr auf einem breiten, sehr steinigen Weg bergab. Dort können wir dann zwar nochmals Gas geben und einige Videosequenzen filmen, doch wir sind uns alle einig, dass dieser materialmordende Abschnitt sicherlich nicht der schönste Teil der Tour war. Zum Ausklang genießen wir am frühen Abend noch einmal das noch angenehm warme Wetter bei einer Pizza und einem Bierchen und lassen dabei die letzten Tage Revue passieren. Schon auf der Heimfahrt werden wieder Pläne für die nächsten Biketouren geschmiedet und wir überlegen, bei der nächsten Italien-Fahrt einige Touren in anderen Regionen zu testen.

Einstiegstour?

Diesen Gipfel habe ich auf einer unserer früheren Touren gesehen und ich muss unbedingt da rauf. Mit von der Partie sind heute Chris und Chris. Am Parkplatz erzählt mir dann Chris 2 das ist heute seine erste Tour nach fast fünfmonatiger Pause und ich denk mir ‚mutig’, denn immerhin geht es 1200 Höhenmeter hinauf. Wäre nicht so wild, nur müssen die Bikes über die gesamte Strecke getragen werden (ich hör’ Richy schon im meinem Kopf sagen – ‚Vertrider style!’).

Es geht zuerst gemütlich durch den Wald, bis wir nach 400 Hm auf die ersten wirklich steilen Felspassagen stoßen. Einige davon kommen mir so gar nicht fahrbar vor und dieses Gefühl hört bis zum Gipfelgrad auch nicht mehr auf. Chris 2 muss nach fast 1000 Hm seiner fünfmonatigen Pause Zoll zahlen (trotzdem Respekt), Chris und ich schlendern mit unseren Bikes aber noch bis zum Gipfel. Geht doch und ein paar Höhenmeter mehr, wären auch noch egal, aber das liegt wohl an der Freude, endlich auf dem Gipfel zu stehen. Die Aussicht ist ein Traum und auch diesmal treffen wir wieder nette Wanderer, die mit uns am Gipfel quatschen (schönen Gruß nach Scharnitz, die Fotos kommen bestimmt).

Der flowige Gipfelgrad bringt mich zum schwärmen und zum Glück sind diesmal die ersten 50 Hm wirklich leichter zu fahren als sonst meistens. Doch schon kommen wir zum ersten, wirklich steilen Abschnitt. Ich glaube den fahren wir nicht, denn diese 50 Hm sind sehr steil im Fels, mit viel Schotter und ein Absturz würde erst nach 300m enden. Nach diesem Stück gesellt sich auch der zweite Chris wieder zu uns und es wird immer „geiler“ (sorry), den Trail meine ich. Nach gemütlichen Teilen wird es dann noch steiler, es gelingt uns fahrtechnisch auch viel, doch irgendwann ist Schluss und wir müssen die Räder über steilen Fels hinunter tragen. Plötzlich fliegt das Rad von Chris 2 durch den Wald, obwohl er zu der Zeit gar nicht fährt. Wir wundern uns, da der Trail gerade wieder schneller wird. Erst nachdem wir dann später beim zweiten Bier neben dem Auto hocken, den Gipfel hinter uns noch in der Abendsonne, kann auch er wieder lachen. So haben wir heute wieder mal unsere Grenzen des fahrbaren gefunden. „Ich komme wieder“ denk ich mir, denn hier in der Gegend gibt es noch einige schöne Ziele…

Rolling Stone

Die Berge in Nordtirol stecken nach der letzten Kaltfront immer noch tief im Schnee, also fliehen wir erneut nach Süden um eine dieser Touren zu fahren, die schon lange auf unserer Liste der Wunschtouren steht. Stone konnte sich für heute von Matze’s Rad Teile ausborgen und so sein eigenes provisorisch hinbiegen. Der andere Matthias (wie Stone auch ein Geologe) lässt sich von uns „überreden“ mitzukommen. Ich glaube, es ist seine erste Biketour mit Tragepassage. Dank Liftln wird das ganze aber halb so wild (nur noch 650Hm bis zum Gipfel) und zum Tragen sind’s auch nur 200Hm. Voll easy also. Dafür 1900Hm bergab, yessss!

Mit zwei Geologen biken zu gehen, bedeutet viel Fachsimpelei. Ich höre da von Konglomerat und Sedimentgestein, weiß jetzt einiges über Granit und Gneis und lasse mir erklären, wie es zu irgendwelchen Biege-, Fließ- oder sonstigen Falten kam. Vieles davon und haufenweise Fachbegriffe hab ich mir aber leider nicht merken können. Vielleicht ist der kalte Nordföhn daran Schuld, der mir um die Ohren bläst. Am Joch haben wir Schwierigkeiten eine Stelle zu finden, wo es angenehm ist. Die Sonne scheint noch recht stark zu sein, doch der kalte Wind macht’s richtig ungemütlich.

Schwubdiwub da stehen wir schon am Gipfel. Im Vergleich zu den letzten Touren, erscheint es mir wie der sprichwörtliche Katzensprung bis wir unser Ziel erreicht haben, am kleineren der Zwillingsgipfel, denn der größere ist nur über einen sehr ausgesetzten Klettersteig zu erreichen – nichts zum Biken nur zum Hiken. Sonntag, Sonne, Sonnenschein, Berggipfel der via Lift einfach zu erreichen ist, natürlich sind wir hier umringt von Wanderern. Doch alle sind uns sehr freundlich gesinnt und an dem was wir tun interessiert. Alle bis auf einen, dazu aber dann gleich mehr…

Nach einer feinen Jause, Gipfelfotos und kurzem Sonnenbad geht’s los. Bereits nach wenigen Metern müssen wir allerdings feststellen, dass der Trail vom Gipfel bei weitem nicht so einfach zu fahren ist, wie er aussieht. Grund dafür ist der staubige Boden, auf dem lose Granitsteine, sogenannte „Rolling Stones“ liegen. Die Steilheit bewirkt nun, dass wir mit unseren Hinterrädern immer wieder einen der Steine mitziehen und wenn dann nicht aufgepasst wird, kullert dieser mitunter seitlich über den Weg den Hang hinab. Das ist natürlich sehr gefährlich für andere und am Berg absolut tabu! Also beschließen wir, uns weniger auf das Fahren, als auf die Steine zu konzentrieren. Die Folge: die ersten 200Hm sind kein Spaß und ich nütze daher die Zeit für ein paar Fotos. Ein Wanderer mit seiner etwa 6 jährigen Tochter, hat unsere Situation offenbar falsch interprediert und unser Tun als Selbstüberschätzung, Unsicherheit oder mangeldes Können gedeutet (wäre ja auch möglich ;-)), das aber auch noch offen ausgesprochen: „des is aber scho a Schwachsinn da mit die Radln zu fahren und dann können sie’s nicht mal g’scheit“. So oder so ähnlich war sein geistreicher Kommentar. Ich denke mir nur, dass man wohl kaum über die Sinnhaftigkeit von Extremsportarten am Berg diskutieren kann und beachte ihn nicht weiter. Doch unseren Stone, mit (meiner Ansicht nach) extrem viel Bergerfahrung, bringt dieses G’scheitloch in dieser Situation „zum kochen“. Da wir uns den Tag aber nicht durch einen Streit vermiesen lassen wollen, ersparen wir uns jeglichen Kommentar und ignorieren diesen „perfekten Familienvater“, der dann – wenige Minuten später – in den erwähnten, sehr ausgesetzten Klettersteig einbiegt. Und zwar ohne seine kleine Tochter zu sichern. Kein Gurt, kein Seil, nicht mal an seine Hand nimmt er die Kleine. Sie läuft einfach vor ihm her. Aufgrund der Entfernung schaffen wir es leider nicht mehr, ihn darauf aufmerksam zu machen, doch warscheinlich hätte er ohnehin nicht auf uns geachtet. Zum Glück bleiben solche Begegnungen auf unseren Touren aber die absolute Ausnahme und auch an diesem Tag führen wir ansonsten nur nette Unterhaltungen und erhalten viel positiven Beifall von anderen BergsteigerInnen.

Auf die unguten 200Hm folgt ein etwa 800Hm langer Trail, der genau dem entspricht was Felix – der heute ja leider nicht mit dabei ist – einen „Hammertrail“ nennen würde. Sofort ist das Erlebte vergessen und ein dickes Grinsen auf unseren drei Gesichtern erstrahlt das weite Tal vor uns. Schließlich treffen wir auf eine bewirtschaftete Hütte, gönnen uns hier eine Rast und cruisen anschließend die restlichen 900Hm den nun flowigen Trail zurück bis zum Auto. Matthias sieht sich nun auch für den misslungenen ersten Teil entschädigt, denn diese Art von Trails liebt er besonders.

Ausgepowert erreichen wir den Ausgangspunkt, wo unser Auto steht. Der Tag hat sich also nochmals zum positiven gewendet und wieder einmal kommen wir bei Eintritt der Dämmerung zufrieden zuhause an.

Broken Steel

Ich mein‘ ja nur: ¾ 6 Uhr früh Treffpunkt beim McDonalds Schönberg für eine Biketour ist schon früh, oder bin ich mit der Meinung ganz allein? Aber egal. Es ging ja ab über den Brenner, denn das Wetter war mal wieder nicht so überragend bei uns. Drüben, drunten, drinnen wie auch immer man dazu sagt, es hat sich vielleicht dann doch gelohnt. Und Namen für diese Tour sind uns genug eingefallen:

„Irrfahrt“ wäre zum Beispiel gut gewesen, denn anstatt das Bike 400 Hm gerade einen Steig „aufitrogn“, radelten wir ein langes Tal hinein und einen Rücken wieder zurück. Sicher landschaftlich ein Traum und treten konnten wir auch alles (teilweise scho steil), aber zeitlich wärs anders schneller gewesen. Und immer diese Fotopausen, für was? Ok das könnt ihr selber sehen und eigentlich bin ich dann doch wieder mal über eine Pause froh. Und dann muss ich mich noch mit diesem einen deutschen Wetterfrosch unterhalten, der immer nur gut drauf ist, viel lacht und man mit ihm auch noch Spaß hat.

„Piefketour“ wäre uns als Titel eingefallen, aber nicht wegen dem Felix, der ist mehr als Ok, nein wegen den „richtigen Mountainbikern“ mit neongelben Stutzen bis über die Knie.

„Stinkbombe“ wäre auch nicht schlecht. Einerseits weil die Kühe überall hin scheißen und andererseits wegen der vielen Wanderer, die sich nicht beherrschen können (na no na ned – Sonntag-Hütte-Italien-Schönwetter). Aber an dieser Stelle muss ich mal sagen, daß ich da unseren vegetarischen Freund meine und jetzt nicht Böse sein all ihr Vegetarier da draußen, aber stinken kann der, den ganzen Tag bergauf-bergab (viel mehr als der Tom) und das kommt sicher von dem vielen Grünzeug.

„Helden“, das wäre mal so ein Titel. Nachdem wir unsere Räder wieder mal so ~700 Hm (weiß schon nicht mehr wie viel es waren) zum Gipfel getragen haben und ein echt freundlicher Bergsteiger (Gruß hier nach Bayern! Wir rätseln heute noch, ob du ein Schauspieler bist) so lange am Gipfel gewartet hat, bis wir unsere Abfahrt starteten, nur um uns da runterfahren zu sehen und uns dann eben als „Helden“ bezeichnete. Die Abfahrt, da brauch ich nicht viel zu sagen. Nur so viel: Ein Hammer, alles was man (wir) uns so wünschen. Von steil, technisch, flowig bis vollspeed.

Und warum nun „Broken Steel“? Vielleicht weil mir nach 200 Hm das recht Ausfallende gebrochen ist und wir fast eine Stunde das Hinterrad (danke Tom) provisorisch irgendwie richten mussten? Oder vielleicht weil der Matze eine schöne Rolle vorwärts macht. Natürlich ungewollt, hoher Abgang übern Lenker, in ein etwas blödes Gelände, sehr blockig, und an so einem Block irgendwie mit der Hand ein bisschen streifte und jetzt einen Gips trägt (Matze du bist unser Erster, gratuliere).

Also: wer solche Kollegen wie uns als Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Das wäre auch ein cooler Titel gewesen…