Archiv für das Jahr: 2010

BikeHiker Festl 2010

Premiere Leute! Die Stadt Innsbruck hat uns zum ersten Mal keinen Strick gedreht und das Festl diesmal nicht vorzeitig abgebrochen! Yehhh! Wer hätte das gedacht. Bis um 03:45 Uhr hielten diesmal die stand- und trinkfestesten Gäste durch 🙂

Und im Großen und Ganzen ging auch sonst alles reibungslos über die Bühne. Nur mein Laptop wollte irgendwann nicht mehr Musik abspielen und hat sich ziemlich ins Eck gestellt. Dank Felix‘ MacBook und großer Liedersammlung konnten wir den Hades aber weiter beschallen und so die Stimmung aufrecht halten 🙂

Sehr lässig fand ich, dass auch diesmal wieder so gut wie alle der treuen „Stammgäste“ gekommen waren und nur wenige sich bereits vorm Festl fürs Fernbleiben entschuldigten. Beeindruckend war für mich außerdem, dass diesmal einige extra fürs Festl ziemlich weit angereist sind: Aus Zürich, Karlsruhe, dem Stuttgarter Raum, Landsberg, der Fränkischen Schweiz, München und so weiter kamen Biker und Bikerinnen nach Innsbruck. Somit war zum Filmstart der Hades wieder gut gefüllt und geschätzt 200 Leute sorgten für Stimmung bei der Filmpremiere. Hat glaub ich allen (uns jedenfalls sehr großen) Spaß gemacht! Für uns ist das immer was ganz besonderes. Der Film auf der großen Leinwand, all unsere Familien, Freunde und Bekannte treffen und mit ihnen plaudern…
Wider Erwarten (Wetter war ja ursprünglich recht schlecht gemeldet für dieses weekend) konnte ich mit ein paar dann noch Samstags und Sonntags Biken gehen! Ich schätze wir hatten da die letzten halbwegs trockenen Trail-Höhenmeter dieses Jahr Jungs. Hat mir volle getaugt mit Euch! 🙂

Übrigens – weil sich einige um uns ziemliche Sorgen gemacht haben, ob wir finanziell eh nicht aus eigener Tasche dreinzahlen müssen: Dank Eurer Spendenfreudigkeit und den drei Bike-Läden die uns finanziell unterstützt haben (Radstudio, Bikebow und Bikestore) waren alle unsere Umkosten (Steuern, Abgaben an die Stadt, AKM, Miete beim Hafen, Leinwand, Audio- und HDMI-Kabel samt Repeater Schnig-Schnag, Tischknabbereien, Begrüßungsschnapserl, usw. usw.) gedeckt. Pfuh da kommt schon was zusammen, aber nebenbei bemerkt wär‘ uns das Festl schon auch einiges Wert gewesen. Doch natürlich ist es so umso schöner und erleichtert uns natürlich die Wiederholung des Events im nächsten Jahr 😉
Auf alle Fälle ein großes Dankeschön an alle die uns finanziell geholfen haben!!

Apropos nächstes Jahr: Nach dem jährlichen Biking-Hiking Festl im November wird mir immer wieder bewusst, wie schnell die Zeit vergeht und doch oder gerade deshalb liegt dann immer etwas Wehmut in der Luft: dass die Saison vorbei ist, es wieder sooo lange dauern wird bis zum nächsten Festl und so weiter.

Was mich daher umso mehr freut ist die Tatsache, dass alle BikeHiker gleich nach dem ganzen Festl-Vorbereitungs-Stress der letzten Wochen mit viel Motivation über neue Ideen fürs nächste Jahr gesprochen haben. Keiner von uns hat nun so richtig Lust auf Winter, sondern sehnt sich schon wieder nach den nächsten Biketouren, Foto- und Filmaufnahmen und darauf Euch und uns allen in noch größerer Foto- und Filmqualität das Ergebnis präsentieren zu können.

Und nun noch viel Spaß mit ein paar Eindrücken des Abends…

Große Ochsenwand

Es ist Mitte November vier Uhr früh. Zumindest fühlt sichs so an. Tom meint ja rückblickend wir hätten uns um acht getroffen, aber das kann wohl nicht sein. Jedenfalls starten wir im stockdunklen bei eisigen Temperaturen ins Stubaital. Über einen steilen Forstweg, gelangen wir zur Schlicker Alm, und von dort weiter zum Einstieg des Klettersteigs. Hier treffen wir auf zwei Jungs aus Wasserburg am Inn, die offensichtlich noch früher aufgestanden sind!! Einer der Beiden war schon im Sommer hier, und erzählt von zig Bergsteigern die damals hier rauf wollten. Heute sind nur wir vier unterwegs, es ist also eine richtig private Bergbesteigung, und das genießen wir auch. Wir ziehen die Gurte an, und hängen die Klettersteigsets ein. Bei dieser Übung hab ich vermutlich meine Schlüssel aus der Tasche gestreift, also wenn dort jemand einen rostigen Opelschlüssel findet, ich hab das passende, rostfreie Auto dazu. Es gibt auch Finderlohn! Während Tom noch Fotos schießt, sind die beiden Wasserbürger grinsgrins bereits am Seil entlang verschwunden. Mittlerweile wärmt uns die Sonne, und auch wir klinken unsere Karabiner sicherheitsbewußt ins Seil ein. Auf der Südseite ist der Steig schneefrei, und problemlos zu begehen. Wir kommen flott weiter, und merken kaum wie die Höhenmeter an uns vorbeiziehen. Der Rundumblick ist beeindruckend, die Sonne lacht am Himmel, und wir unterhalten uns prächtig. Wir sind mit uns und der Welt zufrieden.

Um ungefähr halb zwei erreichen wir den Gipfel. Das Wiedersehen mit den Wasserbürgern wird mit einem bayrischen Schnaps gefeiert. Danke an dieser Stelle! Der Weg geht, im Sommer problemlos, am Grat entlang weiter. Heute ist die schräge Platte, die südseitig recht steil abbricht, von 50 Zentimeter Schnee bedeckt. Ausrutschen verboten. Im Schnee ist der Steig gar nicht so leicht zu finden, ein Glück, dass sich einer der Wasserbürger (mein neues Lieblingswort) an den Pfad erinnert.

So sind wir dann auch bald im nordseitigen Abstieg. Hier ist alles tief verschneit, und das Stahlseil muss aus dem Schnee geborgen werden, um sich einhängen zu können. Dieser Abschnitt ist fast abenteuerlich, und macht so richtig Spaß. Am Ende des Steigs gelangen wir in die winterliche Rossgrube, durch die wir laufend, rutschend und springend, bald die Schlicker Alm erreichen. Hier treffen wir wieder die beiden nein ich sags nicht nochmal aus Bayern. Über den steilen Forstweg gelangen wir wieder ins Tal, wo uns das Auto ohne Schlüssel auch nix nützt. Also versuchen wirs mit der STB. Die versäumen wir grad um ein paar Minuten, nächste Abfahrt in einer Stunde. Ulli erklärt sich bereit uns mit dem Auto abzuholen, DANKE!! Als Abschluss der Tour gibts diesmal keine Knödelsuppe, sondern eine kleine Odyssee, aber dafür ist mein Auto zum Schluß dann wieder in der Garage, und immer nur Kasknödel is eh fad.

Festl No. 4

Es ist wieder soweit. Es hat bis nach Innsbruck runter geschneit, obwohl man doch eigentlich noch soooo viel vor hatte! Um noch etwas im Bikefeeling zu schwelgen, findet auch diesen Herbst zum Saisonausklang unser Bikefestl statt. Heuer bereits zum 4ten Mal, und natürlich wie gewohnt mit ausreichend Foto- und Filmberieselung. Und zur Einstimmung gibt’s ebenfalls wie gewohnt einen kurzen Trailer:

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Wir freuen uns auf Euer Kommen, bis jetzt hat’s noch (fast) keinem geschadet! (Für etwaige Selbstüberschätzungen der Trinkfestigkeit übernimmt Biking-Hiking keinerlei Verantwortung.)

Download HD-Version des Trailers (Rechts-Klick -> Speichern unter)

Download Plakat volle Aufloesung

Septembernachtrag

Brr ist mir kalt, es ist 6.30 Uhr und ich warte auf Martin und Felix. Ich will aber nicht jammern, denn die meisten Leute müssen heute arbeiten und wir dürfen biken gehen. Ah, da kommen sie ja, schnell mein Cheetah rein ins warme Auto und los geht’s. Bei einer Tankstelle im Unterinntal treffen wir Chris und Matze. Zu fünft fahren wir weiter bis zum Ausgangspunkt. Also, die Bikes ausladen und nach fünf Minuten treten, werden diese auch schon geschultert.

Es geht über Wiesen durch ein kleines Tal hinauf zu einer Alm, wo uns schon die Sonne erwartet. In den wärmenden Sonnenstrahlen machen wir unsere erste Rast, Zeit zum Müsliriegel essen, Fotografieren und zum Blödeln. Aber schon geht es weiter durch erste Latschenfelder und schließlich lassen wir alles, was wächst hinter uns und schnaufen auf Schotter und Fels dem Gipfel entgegen.

Dort angekommen sitzen die ersten Wanderer beim Gipfelkreuz. Sofort werden wir gefragt, wie und warum wir mit den Bikes hier heraufgekommen sind. Nach den üblichen Gesprächen und Erklärungen (Schließlich passiert uns das ja öfters 😉 ) setzen wir uns zum Kreuz und essen was. Zwischendurch werden Aufnahmen für unser Intro gefilmt und die Landschaft erkundet – es könnte sich ja noch irgendwo ein geiler Steig verstecken – aber dann ist es Zeit für die Abfahrt :-). Und wie immer ist es ein Traum. Das Wetter könnte nicht viel besser sein, die Kulisse ist grandios – Kalk eben, die Stimmung ist ein Wahnsinn. Und so arbeiten wir uns vom Gipfel abwärts bis zur Alm. Es wird gefilmt, fotografiert, gefachsimpelt – wie kann man das am besten fahren oder doch besser so, „da muss der Blitz hin“, „bitte noch einmal zurück, des war nix“ und so weiter.

Bei der Alm weiß Matze von Chris, dass es jetzt noch einmal 150 Hm bis zum nächsten Gipfel hinaufgeht. Man kann ihn schon sehen – den Gipfel – und mich wundert es ein bisschen, weil es mir weiter vorkommt, aber wenn Chris das sagt?!? Etwas später frage ich Christian, ob es wirklich nur 150 Hm sind. Er antwortet mit einem breiten Grinsen im Gesicht: „Es sind 300 Hm, aber wegen dem Matze habe ich halt nur 150 gesagt“. Ah ja, schon verstanden, also kommt wieder einmal der „Tommsche Faktor“ ins Spiel, aber ohne mein Zutun. Auch gut, jedenfalls wird Matze am 2. Gipfel aufgeklärt, worauf er nur meint: „Hab i ma scho dacht!“ Auch hier wird kurz eine Pause gemacht und danach geht es über einen affengeilen Steig auf der anderen Seite wieder hinunter ins Tal. Uns erwarten enge Spitzkehren mit wirklich viel Tiefblick, Stufen mit Seilsicherung, weiter unten schnelle Passagen, einfach alles, was das Bikerherz begehrt.


Als wir wieder bei den Autos sind, ist uns klar, was für ein Glück wir haben, hier in Tirol leben zu können. Natürlich ist nicht alles rosig, aber für Biker gibt es nichts Schöneres und sei es auch nur die Hausmannskost, die wir jetzt im Gasthaus genießen werden.

Nordkette Downhill 2010

:::spark 7 Nordkette Downhill 2010 presented by 3 – Österreichische Meisterschaften in Innsbruck / Tirol:::

Der mittlerweile legendäre Nordkette Downhill geht vom 17. bis 19. September bereits in seine vierte Runde. Dieses Jahr wird zum ersten Mal der österreichische Meister in Innsbruck / Tirol gekürt. Die Strecke führt entlang des Nordkette Singletrails und ihr könnt wieder Vollgas geben. Für das leibliche Wohl sorgt aus dieses Jahr die „Biker-Homebase“ Bar Wolke 7, in der am Freitag und Samstag bei coolem Sound von DJ Masstricks gefeiert wird. Neben den Geldpreisen für die Pro-Rider gibt es in der Funclass lässige Sachpreise zu gewinnen. Für ein perfektes technisches Rennservice sorgt „Die Börse“, die mit einer Servicestation direkt vor Ort ist. Aber nicht nur ihr Teilnehmer könnt Euch über Preise freuen: Im Rahmen eines Gewinnspieles seitens der Sponsoren spark 7 und 3 wartet ein hochwertiges Scott Downhill-Bike auf den glücklichen Gewinner.

Anmeldung läuft unter www.nordkette-downhill.at

Das Trail Solutions Team freut sich auf ein lässiges Rennwochenende!

…ride on

zum Flyer

People carrying bikes!

In Nord- und Südtirol wurde Regen vorhergesagt und der Trip mit Tobi nach Slowenien fiel mangels Auto leider auch ins Wasser, also war wieder mal „Flucht in den Süden“ angesagt. Drei Tage gings daher für Stone, Felix und mich mit dem grünen Biking-Hiking Bus nach Italien.
Es gab 3 Touren mit insgesamt etwas über 4000Hm (2500 davon Bike tragen). Zweimal in Kalk, einmal in klassischem Hochtourengelände.
Die Tourenplanung übernahm Felix, als Berater stand ihm Stone zur Seite. Ich lehnte mich gemütlich in meinem schon beinahe legendären Gigasport Campingsessel zurück und ließ Urlaubsfeeling aufkommen. Nur das „ja passt ich bin dabei“ war von mir verlangt. Ich genieße das immer sehr, wenn ich eine Tour mitfahren darf, die ich nicht selbst aus den Karten raussuchen hab müssen. 🙂
Am Anreiseabend wurde gleich mal die weitere Arbeitsaufteilung festgelegt: Einer kocht, zwei bauen Stones neue Gabel ins Radl. Schnell ist’s gegangen, die Fox-Mania hat um sich geschlagen und nach Felix, Matze und mir nun auch Stone ereilt. Ich konnte ihn von der Performance der neuen 2011er Talas mit 180 Federweg überzeugen, „Kashima“ sag ich nur! (naja eigentlich wars ja doch nur der Kampfpreis, um den Maschtl die Gabel bekommen hat) und so wurde die löchrige, mit Pflaster und Gewebeband wundversorgte Lyrik gegen die leichtere und längere Fox getauscht. Das alles unter freiem, italienischen Sternenhimmel mit Seeblick. Keine halbe Stunde später gab’s Spaghetti und leuchtende Kinderaugen von Stone in Richtung aufgepimptes Trek Radl.

Der erste Tag war eine Tour mit 1600Hm, 600 davon tragen. Easy Cheese also 😉 und ruck-zuck in 4 Stunden (inkl. Hütten- und anderer Pausen) waren wir oben. Die vielen (Hoch-)Touren der letzten Wochen hatten sich bezahlt gemacht. Kurz vorm Gipfel noch ne coole Meldung einer Gruppe Amis. Als uns der Erste von ihnen vom leicht ausgesetzten und hochalpinen Joch herunter erblickte, rief er mit klar hörbarem irrglauben „People carrying bikes!“ zu seinen Leuten. Als wir dann kurze Zeit später mit ihnen plauderten, erzählten sie uns von einer Gruppe Kajak Fahrer, die ein Jahr zuvor in Colorado ihr „ninety pounds“ schweres Kajak auf knapp 4000 Meter hinaufschleppten, nur um später den nahen Fluss hinuterkajaken zu können. Jaja „crazy people“ gibts überall auf der Welt 😉
Nach nettem Plausch und einer (gut zugegeben nicht so ganz) gemütlichen (weil kühl und windig) Gipfelrast mit Jause ging’s dann los. Kalkplatten sag‘ ich nur! Der obere Teil Hammer verspielt mit schönen Foto- und Filmstellen. Der laaaange Mittelteil dann ein verblockter Weg, zum trialen und noch verspielter. Der kurze Schlussteil ließ dann unsere Bremsen heißlaufen, denn sehr steil und trotzdem flowig gings zurück an den See wo wir übernachtet haben. Felix und Stone: Sehr geile Tour! Gut ausgesucht 😉

Eines vorweg zum zweiten Tag: Es gibt kaum Fotos und Filmaufnahmen, da es pünktlich zu Beginn der Abfahrt zu regnen begann und wir aus Sorge vor einem drohenden Gewitter ziemlich Gas gaben. Wer nun denkt der Tag war ein Schaß irrt allerdings, denn erstens ist’s immer lustig und zweitens war der Weg erst bei Regen so richtig spannend 🙂
Stone und Felix haben mich gleich zu Beginn des Tages versucht auszutricksen. Ganz zufällig standen zwei Wege zur Auswahl. Da ich ja beschlossen hatte die Tourplanung den beiden zu überlassen, sagte ich dass es mir egal sei – was sonst! Die beiden beschlossen dann unfairerweise basisdemokratisch vorzugehen und ganz zufällig war Stone für den einen und Felix für den anderen Weg – jaja schon klar! Also musste doch ich eine Entscheidung treffen, vorbei mit Urlaub! Ich hab mich dann ganz basisdemokratisch für Felix‘ Variante entschieden, da sein Magen verrückt spielte (wohl überanstrengt am Tag zuvor was?! *gg*) und Felix öfter mal im Wald verschwand. Dieser Weg war kürzer als der andere, doch wie Stone dann in einem kleinen, einsamen Gipfelabenteuer rausfand, wär‘ der andere auch nicht „besser“ (sprich: schwerer) gewesen. Das geplante Tourenziel wurde also durchkreuzt. Einerseits durch einen astreinen (wenn auch kurzen) Klettersteig, andererseits durch ein etwas steinschlaggefährtetes und unrentables Zielstück zu einem Joch wo es hinten runter auch wieder nur einen Klettersteig gab, wie Stone dann eben allein rausfand. So ist das halt im Kalk: meist nur Grashänge oder Klettersteige, selten was (für uns lässiges) dazwischen. Ich wär‘ ja für den Klettersteig gewesen. Radln zerlegen und rauf. Ohne zerlegen wär’s nicht gegangen, wir haben uns das selbstverständlich schon angeschaut. Das erste Stück ging noch, doch dann kam eine Leiter mit anschließendem engen Kamin ca. 10-15 Meter hoch. Da hätte niemand von uns mit Rad durchgepasst 🙂
Felix und ich beschlossen dann Stone beim expeditieren zuzuschauen und verkauften derweil Edelweiß um 2,- Euro pro Stück an die Klettersteigpassanten 😉

Am dritten Tag gabs einen Revierwechsel. Stone und Felix übernahmen wieder die Initiative, der Magen von Felix hatte sich beruhigt und ich begab mich erneut in Urlaub. Naja nicht ganz, denn es brauchte wieder meine Zustimmung den Revierwechsel vorzunehmen (eh schon wissen: Basisdemokratie und so). Es wurde zu aller erst eine hohe 3000er Tour fürs nächste Jahr ausgekundschaftet. Schaut gut aus! Könnte spannend werden! Die Nacht im neuen Revier war dann die erste, wo ich in den Schlafsack kroch, denn es war auf knapp 1600 Meter schon ziemlich zapfig. Entsprechend mit langer Hose und Shirt gings dann in der früh los.
Der Weg heute: zuerst Downhillcharakter (Stone ging sofort auf Fährtenlese und fand prompt Reifenspuren), nach einer Abzweigung dann Tschungelcharakter (vom Weg kaum mehr was zu sehen), ein gutes Stück später dann Einsamkeit pur (da war glaub ich schon lang keiner mehr), zum Schluss Hochtourencharakter (mit hohem Hochtourenanteil, weshalb ich mein Bike 400Hm unterm Ziel liegen ließ und mich fürs Fotografieren entschied). Die „Gipfel-„Rast am Joch war dann windgeschützt zwischen den Felsen und in der Sonne schon einigermaßen gemütlich.
Die ersten 400Hm „Abfahrt“ von Stone und Felix wurde mehr zur „Abtrage“ degratiert, zu steil, zu rutschig, auch zu verblockt das ganze, von Steig keine Spur mehr. Trotzdem gabs viel zu lachen und die eine oder andere Trialpassage zwischen den Felsblöcken. Als wir dann wieder zu dritt mit Bike versorgt waren, Spaß pur, ein paar schöne Platten, einige wirklich Steile Stellen die Stone und Felix äußerst respektabel meisterten und viel flow und Spaß dann auch unten im „Tschungel“ und am „Downhill“.

Die Rückfahrt dann schier endlos durch (mir gut bekannten) Motorradstrecken aus vergangenen Tagen mit Warnhinweisen von mir an Stone, wo er die Kurven besser nicht schneiden sollte. Die angezuckerten Berge am Alpenhauptkamm bei der Heimfahrt bestätigten uns dann die Richtigkeit der Entscheidung der „Flucht nach Süden“. Lässig war’s wieder!!

High noon oder 3×12

Es ist wieder mal Samstag, aber nicht wie sonst fünf Uhr morgens, sondern zwölf Uhr Mittag. Genau die richtige Zeit sich für eine Tour zu treffen. Tom und ich fahren gemeinsam, Chris und Felix fahren bei Stone mit. Wir sind ein wenig früher am Ausgangspunkt und kurbeln schon los, nur um wenig später von einem Linienbus auf der Schotterstraße überholt zu werden, aus dessem Fenster sich Felix beugt und hophophop ruft. Die 500 Höhenmeter mehr sind für Tom und mich ein fast surreales Erlebnis. In der Mittagshitze werden die Fichten, vor unseren geistigen Augen, zu Kakteen, die unschuldigen Waldameisen zu Skorpionen, und unsere Bikeschuhe zu Schlangenlederstiefel. Das gefühlte Tempo ist ziemlich hoch, und am ersten Etappenziel gibt’s frisches Wasser. Die Kakteen, Skorpione und leider auch die Stiefel verschwinden. Wir sehen die Vorhut, ihre Bikes ein paarhundert Meter höher, über leicht bewaldete Almhänge tragen. Wir zögern nicht lange, und folgen ihnen. Anfangs geht’s über Wiesen mäßig steil dahin. Es ist immer noch sch…heiß, und kein Lüftchen bläst. Unterwegs treffen wir heute einige untypische Jäger. Erst ein Pärchen mit riesigen Schmetterlingsnetzen, aber ohne Jagdschein, und später einen Angler der uns stolz seinen Fang aus dem Bergsee zeigt. Er versichert glaubhaft die kaum zehn Zentimeter langen Fische nicht zu essen, sondern im eigenen Teich einzusetzen. Die Umgebung verändert sich, bald umgeben uns statt Wiesen, Geröllfelder.

Über große Platten geht’s der Himmelsleiter entgegen. Eine Stiege aus Steinblöcken. Wir können uns nicht vorstellen, wie die gebaut wurde. Dafür spüren wir was es heißt, die gut fünfundzwanzig Kilo auf unserem Rücken, bei jedem Schritt hochzuhieven. Hat das was mit Kondition zu tun, oder nur mehr mit Leidensfähigkeit? Egal, irgendwann sehen wir die Hütte und kurz darauf sitzen wir auf der 3200m hoch gelegenen Terrasse bei einem Bier, und blinzeln in den Sonnenuntergang. Später übersiedeln wir in die Gaststube, und Stone versucht kurz nach 22:00 noch ein Bier zu bekommen, was so klingt: „Moa kannt i no a kloans Bier hobn?“ Darauf der Wirt „Ja ehh klar“ und Stone schon etwas selbstsicherer „Boa, konn i donn a a großes hobn?“ Das ging so weiter, bis um 2:00 hab ich mir sagen lassen, ich war schon um 24:00 im Lager.

Am Morgen danach sind einige von uns nicht ganz so fit. Bei wolkenlosem Himmel, geht’s auf einem unbekannten Weg bergab. Zuerst über zerklüftete Felsen, und ruppige Steine. Hier entstehen schon ziemlich viele Fotos, das sind die mit dem Gletscher im Hintergrund. Die nächste Passage ist sehr steil und bietet ein paar knifflige Stellen. Über Felsbänder und um enge Kurven geht’s abwärts, wobei das mit dem es-geht-abwärts ist relativ. Nach drei Stunden haben wir schon fast 250!! Höhenmeter geschafft. Es wird zum dritten Mal 12:00 auf dieser Tour, und pünktlich zum höchsten Sonnenstand, geht mir das Trinkwasser aus. Zum Glück seh ich gar nicht weit unter uns einen klaren Bergsee. Nur Felix fährt am nächsten Abschnitt, der aus wirklich groben, wild übereinander liegenden Gneis-Brocken besteht. Doch bei der Platte die im Anschluss auftaucht sind alle wieder begeistert. Nach vielen Serpentinen, und noch mehr Schweißtropfen sind wir endlich am See. Das Rennen um den ersten Kopfsprung ins kühle Nass gewinnt Tom, und nur Sekunden später sind fast alle im Wasser. Nur, wie schon vorher bemerkt, sind einige heute leicht angeschlagen, und ziehen ein ruhiges Platzerl am Felsen vor.

Danach geht’s weiter über steile Hänge, bis wir in den Wald eintauchen, der uns auf einer Lichtung inklusive Almhütte wieder ausspuckt. Da werden die Flüssigkeitsreserven aufgefüllt. Jetzt wird der Weg richtig feucht und schlammig. Durch den Wald geht’s dann ein bisserl tiefer runter als der Ausgangspunkt war, was für Felix und mich bedeutet, dass wir nochmal 100 Meter bergwärts müssen, um die Autos zu holen. Am Schluss sind sich alle einig, das war wieder mal eine sensationelle Tour.

Von Reifenschlitzern und französischen Flüchen

Mh, ob ich diese Gedanken wohl zu Blatt/Bildschirm bringen darf? Oder haben gewisse Leute ein Copyright drauf?!?! Schliesslich wurde doch bestimmt schon mal ein Bericht übers Radeln geschrieben?! Mh, da muss ich wohl erstmal eine Pfeife rauchen und drüber nachdenken… ich weiss es nicht, also wurscht, leg ich halt los.

4 Jungens, sprich Chief Chris, Mad Matze, Serious Stone und Feeble Felix, beschlossen, dass es mal wieder an der Zeit wäre neue Gefilde auf ihre Biketauglichkeit zu untersuchen. Ausserdem brauchte Serious Stone nach längerer Abstinenz mal wieder eine ordentliche Dosis Adrenalin und Lässigkeit :-). Gut, somit das 2-rädrige Zeugs reins ins 4-rädrige Zeugs, noch ein paar Klamotten, Schlafsäcke und Essen drüber streuen, und los gings. Eigentlich war der Dienstag nur als Fahrtag angesetzt, da die Französischen Alpen halt doch ein kleines Stück weg sind. Allerdings war das Wetter bereits auf dem Hinweg so überzeugend (im Gegensatz zum Regen bei der Abfahrt in Innsbruck), dass beschlossen wurde noch eine Runde zu relaxen und auf die späte Ankunft zu sch**en. Somit hat sich jeder ein halbes Bier gegönnt, was zieeeeemlich gut war (JA, sogar ich!!! :-), und das wo ich Bier doch eigentlich nicht mag…). Nach einem kleinen Verhauer bei Turin (der übrigens von beiden Autos unabhängig voneinenander gemacht wurde), kamen die Knappen dann spät abends an. Und nu war die Frage, wohin zum pennen? Naja, nachdem der „Dorfplatz“ eh schon voll mit Wohnmobilen war, war das wohl die einfachste Variante. Stone bekam dann noch den Auftrag eine Tour in der Nähe rauszusuchen, was dieser natürlich tat… und er fand schon auch was… iss ja nicht so schwer…

Zeitsprung – nächster Morgen: Nach genauem Hinschauen stellt sich raus, dass die Tour die Herr Stone rausgesucht hat, dann doch nicht sooooo gaaaaanz in der Nähe ist. Aber egal, dann gibt’s halt Frühstück auf dem Hinweg. Die Tour an sich war eigentlich als Auto-shuttle Tour mit nur kurzer Trage-Schiebe-partie angelegt. Aber wenn dann da halt noch so ein blöder Berg daneben rumsteht, der von unten auch noch ziemlich gut ausschaut, von vorbeigehenden Wanderern als unfahrbar bezeichnet wird, dann sind wir halt doch so blöd und werden von dem Ding wie Motten vom Licht angezogen und tragen das Ding halt auch noch hoch. Und uiuiuiui, hat sich das gelohnt. Aussicht vom feinsten, Berg vom feinsten, Weg vom feinsten. Einzig Matze hat das Rad nicht ganz auf den Gipfel mitgenommen, da er heute mal beschlossen hatte wirklich einen auf Freeride zu machen… sprich ride free von Helm und sonstigem Protektorengedöns, das ganze Zeugs wird auch ziemlich überbewertet… So ein Ozihut hat stylemässig als Radkopfbedeckung auch was ;-). Ein freundlicher älterer Herr meinte nach einem kurzen Gespräch nur: „Seems like a strange kind of fun to me“…. Alles Ansichtssache 🙂

Nach dem herrlich fordernden oberen Teil mit 150000 Film und Fotopausen gings den Rest des superflowigen Trails ins Tal. Kurz noch als Nebenbemerkung: irgendwann im oberen Teil zeigt Stone auf einen halbierten Stollen seines Reifens und meint: „Uh schau mal, ein Materialfehler beim DH32“, wir haben uns aber weiter nix gedacht…
Eigentlich waren die letzten Kilometer dann als „Auf-Asphalt-runterroll-Strecke“ gedacht… Naja, mit entsprechend Gegenwind und DH32-Bereifung wird auch eine Bergabstrasse zur Anstrengung. Aber gut dass wir alle Variogabeln haben, dann können wir sauber in den Berg reintreten und mit ein bisschen Windschattengelutsche und Kreisel waren wir dann doch irgendwann am Auto.

Der nächste Tag war der wettertechnisch am unsicherste Tag. Somit wurde erneut eine Autoshuttletour angesetzt, diesmal mit einem leichteren Weg. Selten hab ich so einen lustigen Shuttleweg erlebt: mehrmals war’s nicht mehr sooo weit von „nur-mit-Allrad“ entfernt. Und eh klar: naaaatürlich muss man noch ein Stück weiter hochtragen… wo kämen wir denn sonst hin… also wirklich… Nur dass uns diesmal das Wetter wirklich einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Nachdem schon den ganzen Morgen rund um uns herum die Schauer rumgeflizt sind, war dann klar, dass uns demnächst einer erwischen wird. Also rauf auf’s Rad und runter. Und ich kann hier nur Richie zitieren: „Schütten, Schütten, Schütten“. Und zwar vom Allerfeinsten. Ein handtuchbreiter Wald und Wurzelsteig mit feinsten Kehren und Kurven. Und es war sooo was von Wurscht dass es uns zwischendrin mal voll eingewassert hat. Der 2te Tag Dauergrinsen war perfekt. Am Nachmittag dann noch ein bisl shoppen (Plastikschüssel für die Dusche) und chillen, was will man mehr ?!? :-).

Abends war dann Radelplfege auf dem Programm. Ich hab mir nochmals Stone seinen Reifen angeschaut. Irgendwann denk ich mir „komisch, das schaut aus wie wenn da einer mit dem Messer dran rumgeschlitzt hätte, aber dass kann ja nicht sein…“. Gut, hab ich mir noch die Reifen der anderen Räder angeschaut. Und Tatsache: genau (!!!) das gleiche Schnittmuster auch auf Matze seinem Hinterrad. Es hat tatsächlich irgendwer, vermutlich am 1sten Tag auf dem Gipfel, an Matzes und Stones Reifen rumgeschnitten!!!! Ich dachte ja schon dass Beleidigungen und Beschimpfungen keine Steigerung mehr hätten, aber ich wurde eines besseren belehrt. Ich bin glaub noch den ganzen Abend kopfschüttelnd rumgelaufen. Ich bin ja der Meinung, nur die ziemlich starke Karkasse hat schlimmeres verhindert…

Jajajajajaja, ich gebs ja zu, der Planungsfehler für den 3ten Tag geht auf meine Kappe! Plan war, früh raus (Matze würde sagen „sch***sfrüh“), kurz frühstücken und rauf aufs Rad (bzw. unters Rad…). Hat auch soweit ganz gut funktioniert. Nur dass ich eben die Nationalparkgrenze in der Karte übersehen hab… Ist ja auch echt wirklich kaum zu sehen!!! Ich schwörs!!! Woher soll ich den wissen was diese blöde fette grüne Linie da soll?!?! Checkt doch kein Mensch!!! Naja, langer Rede kurzer Sinn: am Anfang des Trails ein Naturparkschild mit kleinem „Radeln verboten“ Hinweis. Und wenn’s schon überall erlaubt ist, sollte man halt dann doch die paar verbotenen Ecken vermeiden. Und in der Hauptsaison schon sowieso. Aber gut dass es einen Alternativtrail gleich im nächsten Tal gibt, bei dem die Nationalparkgrenze 500m daneben verläuft. Also zurück zum Auto, rein ins nächste Tal, und los geht’s. Am Anfang dann wie so oft die Enttäuschung: „Verdammt der Weg schaut leicht aus, warum trag ich hier überhaupt hoch, schei**e ist das anstrengend, ich mag nimmer, der vor mir hat schon wieder einen brennt (ich nenne hier keine Namen!!), fuck ist das kalt, und der blöde Schotter geht mir auch auf den Sack!!“ Dann: SONNE. Und: „Hei leck mi am Arsch ist des geil hier, ui, schau dir mal die Hammerstelle da an, uha, da kommt gleich die nächste, man fetzt die Aussicht, wurscht dass der vor mir immer noch einen nach dem anderen brennt, uha, simmer schon oben ?!? Maa ist des Wetter der Hammer, Juhuuuuuuu!!“.

Und tatsachlich, die Abfahrt schon wieder vom Feinsten. Hier hat Chris mir dann übrigens seinen „Schulfranzösisch-lustig-nichtsagenden-Fluch“ beigebracht: „Sac a main, a droite a gauche“. Mit der enstprechenden Ausprache hört sich das ziemlich nach Fluchen an und sagt genau nix aus 🙂 (Handtasche, links, rechts). Von da an wars geschehen, alles wurde „gehandtascht“….
Nach ca. 50hm schon wieder alle ausnahmslos den Dauergrinser im Gesicht, dass es langsam fast schon langweilig wurde. Zuerst über Schotter, dann über Trialstellen und Felspassagen, kurzen Flowabschnitten usw gings dahin. Zwischendrin meinte Chris dann ihm warens noch nicht genügend Höhenmeter, also hat er mal frisch-fröhlich den Blitz liegen lassen und es erst 200hm weiter unten „gemerkt“. Aber 20min und einen kurzen Bergsprint später war die Sache auch schon wieder gegessen…. Und die 20 min habens gebracht, da wir unten dann noch das perfekte Abendlicht erwischt haben. Gut, die letzten 80hm in nem Grobschotterfeld waren für die Fisch, aber das war nach dem Rest der Tour sowas von blunzen. Zurück am Auto nur noch kurz duschen, was essen und dann einfach nur die absolute Zufriedenheit geniessen (gegrinst haben immer noch alle…)…

Nach diesem Tag waren wir ja eigentlich der Meinung dass es von jetzt an nur noch bergab gehen konnte… Aber wir wurden eines besseren belehrt. Stoneinger hatte mal einen Film gesehen, der in der Nähe gedreht wurde. Er meinte nur dass es halt gut ausgschaut hat. Gut, probieren wir’s halt mal aus. Also rein ins Auto, die paar Minuten hinfahren, austeigen, und erstmal staunen: Uiuiuiuiuiuiui, gehts da weit hoch. Mh, nächste Frage: nehmen die da Radln mit?! Das hörte sich nach einem Job für den Obmann an, also ging sich Chris mal informieren. Und kam zurück mit einem Pamphlet auf französisch mit einer Karte drauf. Darauf dann mehrere Wege anmarkiert, 2 ganz klar nicht fürs Radln erlaubt, ein paar definitiv erlaubt, und bei 2en stand halt „VTT – deconseillez“. Folgender Dialog enstand:

S: Mh, VTT ist klar das Mountainbike (velo tout terrain)….
O: Und was heisst deconzeillez?!
S: Keine Ahnung! Aber wurscht, wo sowas dransteht kann man ja wohl auch fahren.

Gut, also nix wie rein in den 1sten Abschnitt der zieeeemlich alten Bahn. Dann gleich umsteigen zum 2ten Abschnitt. Mh, warum will uns der freundliche Lifter mit Knacksgeräuschen nur klarmachen dass wir zwar nach oben fahren können, aber unsere Räder kaputt werden und auseinanderbrechen werden?! Wurscht, da steht VTT also muss es gehen. Oben dann aussteigen.. UND: der blöde Grinser war schon da ohne dass wir auch nur einen Meter gefahren wären. Eine Aussicht bei bestem Wetter (sonnig und windstill) auf Gletscher, hohe Berge und sonstigen Klimbim! Nachdem die obligatorischen Panos gedreht und geschossen waren gings los. Und ich sag nur: 300hm in 5 Stunden… Wir sind rumgehüpft wie die kleinen Kinder an Weihnachten. Der Weg war die reinste Granitplatten und getrial-Orgie. Ich glaub wir haben ziemlich viel Höhenmeter doppelt und dreifach erledigt, da es links und rechts des Weges ca. 500000 verschiedene Varianten gab, und man(n) kann da ja keine auslassen, oder?! Eh klar, dass irgendwann jedem schon wieder das Gesicht vor lauter rumgrinsen und lachen weh getan hat… Und der Kommentar des Tages kam von einer holländischen Familie: Matze macht sich gerade bereit eine ziemlich steile Platte zu fahren.

F: are you going down there?
M: erm … yes
*kurze pause* mundwinkel wandern nach unten, und mit einer todernsten Stimme
F: SUCCESS!

Nach unten hin wurde es dann leichter, es folgte zum Abschluss ein super flowiger Vollgasweg. Matze meinte dann zwar noch zweimal dass er Bodenproben nehmen sollte, aber ist nix passiert, gut so. Abends dann wieder das gleiche Program: duschen, grinsen, essen, grinsen, chillen, grinsen, bett gehen, grinsend einschlafen…

Am nächsten Tag ist Matze dann schon am Morgen heimgedüst während sich die restlichen Drei nochmals den gestrigen Weg reinzogen. Schliesslich gabs in der Mitte noch ne Variante und ausserdem unten auch noch mal ein Weg mit „VTT – deconseillez“, der am Vortag nicht in Betracht gezogen wurde. Und eigentlich hätte es auch geheissen dass nicht mehr gefilmt wird… eigentlich…. Oben gings dann auch tatsächlich etwas schneller dahin. Und es war um nix weniger lustig als am Vortag. Die obere Variante entpuppte sich auch nochmals als Knaller. Auch die untere Variante war nicht von schlechten Eltern. Und irgendwie kamen dann beim Befahren so langsam Gedanken auf ob wir das „deconseillez“ auch wirklich richtig interpretiert hatten… Der Weg war der Oberhammer, aber wir haben uns schon gewundert dass sowas als offizieller Weg beschrieben wird?!? Egal, ist fahrbar und ziemlich genial. Und so ist ohne eine Verletzung der Radlteil des Urlaubs zu Ende gegangen. Beim Zurücktreten meinte Chris dann das sei die Krönung des Urlaubs gewesen. Meine Frage war dann, wie lässt sich ein Plateau krönen?!?!

Naja, und den Planungsfehler der Rückfahrt schiebe ich jetzt mal ganz frisch fröhlich frei auf die anderen Zwei!! Um Maut zu sparen wurde beschlossen statt, wie beim Hinweg über Italien, über die Schweiz zu fahren. Schliesslich spart man sich da ja Maut! Naja, Ergebnis der Entscheidung war dann dass wir um 3:30 statt um 23:00 Uhr daheim waren und die Maut doppelt so teuer war… Schliesslich liegt vor der Schweiz noch französische Autobahn :-). Gut, für die Motorpanne mit dem Schlauch (ich hasse Autobahnen ohne bzw mit nur schmalen Seitenstreifen) und den Unfall mit Blechschaden auf Niemandsland zwischen Frankreich und der Schweiz kann wirklich niemand was….

So, das war dann der Bericht zu unserem sensationellen Ausflug 🙂 . Ach noch was: sollte irgendwer eine aktuelle Ausgabe des „Vollständigen-wo-darf-ich-fahren-und-fotografieren-Guide – Ausgabe Tirol“ da haben, dann bitte ich mir diesen an die email ich-hätte-gerne-was-zu-melden@bikehike.uber.space zu schicken. Vielen Dank. Und sollte irgendwer wissen wollen was „deconseillez“ heisst, dem sei leo.org nahegelegt….

Matzus‘ Kreuzweg

Eines Tages war es also soweit. Novize Matzus Merkus hatte endgültig die Fahrradgötter erzürnt!

Welcher Gott es genau war, lässt sich in der Schrift nicht mehr genau herausfinden. Es könnte der Gott Mitschelhin gewesen sein, da Novize Matzus es doch tatsächlich gewagt hatte, Jünglinge des Konkurenzgottes Shualpe zur Bestückung seines 2-Radaltars herzuziehen. Es könnte aber auch Obergott Marhtsoggi gewesen sein, der seinem Gehilfen Ripount angewiesen hat, bis auf weiteres keine Arbeit mehr zu verrichten. Dass Marhtsoggi überhaupt erzürnt war, lässt sich wohl mit den fehlenden Opfergaben und Obulussen in den Hallen des Tempels des heiligen Ratschtuthio erklären. Eine weitere Vermutung wäre der Trailgott, da evtl. eine Abklärung zur Befahrung eines Pilgerweges nicht vorhanden war? War es am Ende doch der grosse und mächtige Tschieta der um seine Verdrängung durch den Konsumgott Dransischion bangt?!? Oder hatte etwa gar die Fruchtbarkeitsgöttin Pharpahra ihre Finger im Spiel?!??!? Man weiss es einfach nicht!

Jedenfalls, es half alles nichts, es musste der Rat der Weisen unter Leitung des Obershamanen Chistianus Dworschakus einberufen werden. Nach langer, eingehender Beratung wurde beschlossen, dass Novize Matzus zur Besänftigung der Radgötter Busse tun musste. Es wurde beschieden, dass ein zweitägiges Bussprogramm der Schwere des Vergehens genüge tun würde.

Somit sah der Samstag wie Novize Matzus mit der Unterstützung des Novizen Felixi Schülleri durch die Hitzehölle des heiligen Landes Tirols sein Radaltar zu tragen hatte. Unter der erbarmungslosen Sonne sollte der erste Teil der Sünden hinausgeschwitzt werden. Dies gelang auch sehr gut! Die 2te Prüfung bestand aus unerträglich schweren Einzelprüfungen, die nach oftmaligen Wiederholungen ebenfalls recht gut gelangen. Gegen Ende jedoch forderte das unerträgliche Auge der Götter seinen Tribut und die beiden Novizen sahen sich am Ende ihrer Kräfte. Da die Götter jedoch einsichtig waren, wurde den Beiden beschieden, dass sie sich im naheliegenden, kalten Gebirgsbach abkühlen dürften.

Um die absolute Korrektheit zu gewährleisten, wurde der 2te Tag des Bussprogramms vom Obershamanen Christianus persönlich überwacht. Wieder mit Unterstützung des Novizen Felixi reiste die Delegation in etwas höhere Gefilde Tirols. Da die gestrige Hitzetortour als ausreichend angesehen wurde, wurde der Delegation sogar erlaubt, die ersten Meter des Bussweges mit Hilfe des vierrädrigen Gefährts der Hölle zu bewältigen. Die ersten Prüfungen des Tages waren zwar weit, aber doch recht einfach zu erledigen und wurden guten Mutes erledigt. Allerdings zeigte sich bereits hier, dass es nicht einfach werden sollte. Novize Matzus bekam Probleme mit seinem unteren Kreuz…

Dann folgte die erste schwere Prüfung des Tages: der See der Erholung wollte und wollte nicht auftauchen! Ein Aufschwung nach dem anderen wurde gemeistert, aber hinter jedem tauchte ein neuer Aufschwung auf! Die Moral wurde zum ersten Mal auf die Probe gestellt.

Nach kurzer Pause zur Findung der inneren Mitte am See der Erholung folgte gleich die nächste schwere Prüfung: der Gott des Weges hatte ein Hindernislauf über riesige Granitblöcke vorbereitet, die es unter höchster Konzentration zu bewältigen galt. Es geschah auch dort, dass wir einige der wenigen weiteren Pilger trafen, die aber allesamt Anhänger des heiligen Wanderstocks waren.

Ohne Pause ging es zur nächsten Prüfung, die diesmal vom Gott der optischen Illusionen auferlegt wurde: der Wegesrücken, der am Anfang recht kurz und einfach aussah, entpuppte sich als lange und nicht enden wollende Büsserstrecke. Da sich die Moral des Novizen Matzus weiter verringerte, begann sich in der Ferne bereits der Zorn der Götter zu entladen! Es war deshalb Eile geboten.

Am höchsten Punkt erlaubten die Götter eine kurze Rast zur Vorbereitung auf die letzte und schwerste Prüfung: das relativ flüssige Hinunterreiten auf den Altären des Radsports. Es wurden zwar kaum schwere Einzelstellen auferlegt, jedoch war der Pilgerweg stets nur knapp an der Reitbarkeit. Und hier geschah es das Novize Matzus kurzzeitig seinen Glauben verlor und seinem Radaltar einen Tritt versetzte!! Da dies eine der 256 Todsünden ist -neben u.a. „Du sollst nicht blockierend bremsend den Weg deiner Träume zerstören“ oder “ Du sollst nicht hinausposaunen die Örtlichkeiten deiner Fahrt“ – begann sich unweigerlich der Zorn der Götter zu nähern! Nur der beständigen Heiterkeit des Restes der Delegation war es zu verdanken dass der letzte Teil der Prüfung zwar steil aber freundlich zu Ende ging. Und da auch Novize Matzus am Ende die Freude an seinem Radlglauben wieder fand, verzog sich der Zorn der Götter nach einer kurzen, letzten Warnung und es konnten die Früchte der harten Arbeit aus der Truhe der Erkenntnis (auch bekannt als Kühlbox, also eigentlich Teufelszeug) genossen werden.

Dies ist die Geschichte der Busse des Novizen Matzus, und nun möget Ihr Euch an den bildlichen Darstellung derselben erfreuen!

Die Aufzeichnungen für die Nachwelt wurden durchgeführt vom demütigen Novizen Felixi und illustriert vom ehrwürdigen Obershamanen Chrisianus.

Und sollte der werte Studierende dieser Schrift auch in Zukunft von göttlicher Hand auf neue Aufzeichnungen hingewiesen werden wollen, so sei dem Studierenden nochmals unser göttliches Botensystem (neudeutsch: Newsletter) ans Herz gelegt -Klickst du hier-