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Auf alten Pfaden!

Heute ist es wieder einmal soweit, eine neue, alte Tour steht an. Wir treffen uns mitten in der Stadt, um von dort aus mit den Autos ein bisschen die Auffahrt zu verkürzen, was Bernd und mir schon sehr entgegen kommt. 2-Kind Tom, das Viech, hätte mit der langen Auffahrt keine Probleme, aber zum Glück nimmt er auf alte Herren wie mich etwas Rücksicht.

Heute führt uns der Aufstieg an insgesamt 5 Almhütten bzw. Berghütten vorbei. Der berühmte Almrausch ist also allgegenwärtig, doch wir haben  nicht vor einzukehren, um genau Diesen aus dem Weg zu gehen.Und so treten wir gleich anfangs relativ steil aufwärts und freuen uns schon auf die erste Rast, bei einer ehemals schönen, mittlerweile leider abgebrannten Alm. Die Bedingungen für unsere Tour ist heute echt perfekt, schönes Wetter, nicht zu heiß und lange hell und 2 Stunden früher Arbeitsschluss. Ich genieße das Treten, Ratschen und Fotografieren und mit dem 2-Kind-Tom und Bernd ist der Anstieg trotz 1300Hm sehr kurzweilig.

Am Gipfel angekommen, erinnere ich mich an meine erste Tour mit Chris auf diesem Gipfel, damals noch mit Hardtails und Chris hatte damals noch keine Erfahrung beim Trailen. Bei der ersten Spitzkehre warf es ihn gleich in die Landschaft, zum Glück ohne Folgen, außer denen, dass er süchtig wurde nach solchen Abfahrten. Bei uns gibt es, zumindest beim Gipfelaufbau, keine Stürze und wieder einmal bewundere ich die Sicherheit von Tom bei diesem Steig. Eindeutig mehr Training. Spaß macht es uns aber allen drei. Und Bernd und Tom tragen auch bereitwillig die Bikes wieder zurück, damit meine Bilder etwas besser werden, Danke!

Spitzkehren, Stufen, flowige Abschnitte und dazwischen immer wieder super Ausblicke ins Inntal, was will das Bikerherz mehr. So langsam kommen wir in den Wald. Jetzt wird der Steig wirklich schnell und so dauert es nicht lange, bis ich mein neues YT in den Wald schmeiße.

Definitiv Selbstüberschätzung. Nichts ist kaputt, keine Verletzungen und schon geht es weiter, diesmal etwas gemächlicher, in Richtung Tal. Da schau her, so geht es auch, nur Tom ist außer Sichtweite. Als wir am Abend wieder in Innsbruck sind, ist wieder dieses dämliche Grinsen in unseren Gesichtern und nur wir wissen wieso… . Hoffentlich machen wir das bald wieder!

Glamping, das [ˈɡlɛmpɪŋ]

5:30 Uhr morgens. Verdammt ist das früh. Aber es soll sich lohnen. Ein Vereinsausflug steht an. Lange her und höchst an der Zeit. Tom und Chris fahren vor. Mein Bike noch auf den Heckträger und los geht`s gen Süden. Ohne Stau, dafür zeitenweise mit Schnee und weil es viel zu quatschen gibt – kurzweilig – chauffiert uns 3Kind-Tom zielsicher Richtung Arco. Unterwegs wird die ruhige Reise durch ein Hupkonzert unterbrochen – ein Treffen im fließenden Verkehr mit dem Rest der Truppe, den wir erst abends wieder sehen werden. Vorerst gehen wir getrennte Wege. Biking und Hiking eben. Konkret eine Gruppe geht Biken, eine klettern. Am Campingplatz angekommen staunt meiner einer nicht schlecht, während 2Kind-Tom schon grinst. Ein Zelt für drei in diesem Ausmaß – damit habe ich nicht gerechnet. Als Camping-Anfänger dachte ich an „kuschelige“ Zustände in einem kleinen Iglu und ich lerne was Glamping heißt. Ein Zelt mit Innenzelt, Türen – im weitesten Sinne… wow.


Das Ding ist schnell aufgebaut und wir widmen uns dem, wofür wir hier sind. Den Bikes. 2Kind-Tom, Chris, 3Kind-Tom und ich radeln los. Ich muss gestehen: Es ist schön hier in Arco. Meter um Meter geht es nach oben. Für manche schneller, für zwei andere etwas, nennen wir es mal entspannter. Die erste Pause – und hier ein gut gemeinter Tipp für alle – Jause einpacken ist ein Muss 😉.

Nach etlichen weiteren Höhenmetern erreichen wir das Plateau – Ziel des Tages. Nach all den Regentagen und der Kälte in der Heimat tut es richtig gut, sich von der Sonne gewärmt auf die trockene Wiese legen zu können und die Seele baumeln zu lassen. Der Trail im Anschluss birgt unter dem vielen Laub einige Überraschungen, ist aber technisch nicht sehr fordernd. Aber es macht wieder unglaublich viel Spaß sich, das Bike und die Natur mal wieder so intensiv zu spüren.

Zurück am Campingplatz treffen wir dann auch Matze, Stone und Elisa und Felix. Auch sie können sich die Seitenhiebe betreffend unsrer Schlafstätte nicht verkneifen. Doch … der Tag klingt gemütlich aus. Darf er auch – so waren es doch über 1.400hm am Bike bzw. 11 Seillängen. Ich muss gestehen, ich bin mit dem Klettern nicht so vertraut aber diese Anzahl an Seillängen und dem Schwierigkeitsgrad 6/6+ – Respekt! Ein paar isotonische Getränke bzw. Flaschen Rebensaft später geht’s zu Bett. Die an und für sich ruhige Nacht wird in den Morgenstunden durch ein Gewitter gestört. Und es ist kalt geworden – sehr kalt. Der Blick vom Zelt auf die gegenüberliegenden Anhöhen zeigt warum. Dort wo wir gestern noch in der Sonne die Seele baumeln ließen, liegt heute Schnee. Der Ausblick und der einsetzende Regen trüben die Euphorie dann doch. Abreise ist der allgemeine Gedanke. Doch so schnell lassen wir uns nicht vertreiben. Kurzer Hand hängen wir das Innenzelt aus und so wird aus dem vortags belächeltem Luxuszelt ein Speisesaal für acht. Der Duft von frischem Kaffee und Brot erfüllt den Raum. Der Vortag wird resümiert und wir vergessen zwischenzeitlich das schlechte Wetter.

Ein wenig später trennen sich unsere Wege. Matze und Felix, Stone und Elisa starten mit den Bussen am Nachmittag Richtung Heimat, nachdem sie doch noch eine trockene Klettertour ausfindig machen konnten. Auch 2Kind-Tom hat sein Auto schnell abfahrbereit. Uns hält der Abbau des Zeltes noch ein wenig auf – und das ist gut so. Kaum mehr zu glauben, aber dann doch – die Sonne kommt raus.

Kurzer Hand sind 3Kind-Tom, Chris und ich doch nochmal am Bike. Was Kurzes, was Feines soll es sein. So war es dann auch – ein lässiger Trail, sogar mit Tragepassage (abwärts – weil kein Weg da, wo wir meinten es wäre einer).

Nach ein paar Pizzaschnitten im Tal reisen auch wir ab und erfreuen uns daran, dass wir als Verein mal wieder unterwegs waren.

„Bauchfleck“

Die Karenzzeit ist ja eigentlich zum Kinder hüten da, aber es spricht ja nix gegen eine feine Radltour direkt vorm Familienurlaub? Ausserdem hat Martin gefragt, wer denn unter der Woche Zeit zum Radln hat…

Also alles zamsuchen und ab zur Tankstelle, Elisa und Martin holen mich ab. Die ersten Höhenmeter schieben wir gemeinsam unsere Radln auf Asphalt rauf, dann heissts Tragen. Elisa lässt ihr Radl zurück und wechselt zu den Wanderstecken. Weils nicht wirklich steil bergauf geht, zieht sich der Aufstieg ziemlich. Egal, das Wetter ist genial und wir haben Zeit. Die beiden Bergsteigerinnen, die uns am Weg zum Gipfel überholen, hätten früher kein Verständnis für unsere Aktion gehabt, aber heut sehen sie das anders. Während unserer sehr angenehmen Unterhaltung beobachten wir eine Karawane, die sich langsam zum Gipfel bewegt. Mit den Beschimpfungen des lokalen Wanderführers haben wir ja gerechnet, witzigerweise haben uns seine Gäste zugeflüstert: „Das ist nur seine persönliche Meinung, wir finden das cool…“

Der blockige Gipfelaufbau entpuppte sich als absolut geniale und fahrbare Passage, während wir dann an den anschließenden Schotter Serpentinen wegen ihrer Steilheit verzweifeln. So kann man sich beim Aufstieg täuschen. Zum Glück wirds dann gleich wieder blockig und die Trialerei geht weiter. Elisa hat bisher viel Geduld mit uns und unseren Kameras gehabt, ab dem Sattel geht sie aber voraus zum Auto. Kurz danach trage ich mein Radl über eine unfahrbare Felsstelle, Stone wartet oberhalb und will den unteren Teil filmen. Also aufsteigen und los. Dummerweise bewegt sich mein Radl aber genau gar nicht, weil es mit dem Hinterreifen an einem Stein hängt. Völlig perplex gelingts mir nicht wie sonst, über den Lenker zu springen und auf den Füssen zu landen. Ich bin zwar nicht sehr weit geflogen, die Landung in den Felsen war aber recht hart. Da mich mein Kreislauf in solchen Situationen immer im Stich lässt, bin ich gleich mal liegen geblieben und hab nach Martin gerufen. Mir war schnell klar, dass das Loch im Knie nicht dort hin gehört, aber alles andere okay war. Martin hat mir dann das Knie verbunden und ich hab versucht, meinen Kreislauf wieder in Schwung zu bekommen. Nach einer halben Stunde klappen die ersten Gehversuche abgestützt auf meinem Radl (dem ist übrigens nix passiert, ist ja auch direkt auf mir gelandet). Mit der offenen Rißquetschwunde
direkt auf dem Knie hab ich versucht, den restlichen, laaangen Weg das Knie nicht abzubiegen. War mühsam und hat ewig gedauert, aber wenigstens (dank Proxen) schmerzfrei. Schieben „müssen“ während der andere fahren „darf“ ist auf so einem Steig echt gemein.

Ich glaub, das war das erste Mal, dass ich mich über eine Asphaltstrasse gefreut hab. Zum Auto runterrollen statt humpeln war definitiv besser. Also ab in die Klinik zum Nähen. Weil ich verspreche, das Knie ganz brav nicht abzubiegen, darf ich ohne Gips heim. Statt Campingurlaub am Bodensee auf der Couch rumliegen und darüber grübeln, was man zukünftig anders machen muss, damit sich sowas nicht so schnell wiederholt.

Drei Wochen später, am letzten Tag meiner Karenzzeit, kann ich zwar noch nicht bergab gehen – aber wieder fahren. Und es sollte die Tour des Jahres werden, aber das ist eine andere Geschichte…

Endlich Schneefrei!

Angefangen hat diese Geschichte bereits am Vorabend mit der Diskussion: „Sollma wirklich am Sonntag bei dem Wetter auf genau den Berg rauf? Da werden Millionen Wanderer sein…“ Die Frage war berechtigt, immerhin gings um einen der noch wenigen, völlig schneefreien Gipfel. Zum Glück haben wir uns am Abend telefonisch nicht mehr geeinigt, in der Früh waren alle so heiß auf den Trail, dass das Thema schnell erledigt war. Also rein in die beiden Busse und auf die Autobahn.


Hm, zwei Busse und Elisa ist zu Fuß dabei – da war schnell ein Plan da, wie man den Radlern (Stone, Matze, Martin, 3KindTom und meinereiner) einige Höhenmeter bergauf ersparen könnt. Der Plan war so gut durchdacht, dass Elisa komplett umsonst gleich zu Beginn neben der Bundesstrasse herlaufen durfte, so quasi als Dankeschön fürs Shutteln, sorry! Das war aber auch schon das einzige Mal an dem Tag, wo wir auf sie warten mussten…

Den Latschen war vollkommen egal, dass es erst Anfang April war: Es war warm. Die Temperaturen hätten wir uns zwei Wochen früher auf La Palma gewünscht, aber das ist eine andere Geschichte (Bei der Schneelage und dem Wetter bleibt leider fast keine Zeit zum Berichteschreiben). Am Gipfel hat uns 3-Kind-Tom mit einem guten Kilo Wintnerschen Nuss-Spezialmischung versorgt, was die Dohlen auch gleich überringelt haben. Die haben nicht lange gefragt sondern sich einfach gleich bedient.

In der Abfahrt hat Elisa viel Geduld bewiesen, dort gibts einfach zu viel zum Rumspielen und Probieren. Da ist auch der Martin wieder aufgewacht, bergauf haben ihn die „Cozze con panna“ vom Vortag noch ordentlich auf den Magen gedrückt. In der Schlüsselstelle hat uns der 3-Kind-Tom dann wieder mal gezeigt, was alles möglich ist, wenn man sich „oanfach obifahren“ traut. Beim ersten Versuch ist er noch ein wenig komisch am Radl gesessen (hab mal gelesen, dass man in Fachkreisen dazu „tripoding“ sagt), beim zweiten hats dann schon fast kontrolliert ausgeschaut. Lust auf Nachmachen hat trotzdem keiner gekriegt – und überhaupt war die Alm schon in Sichtweite.

Der Hüttenwirt hat uns mit Essen und isotonischen Getränken versorgt und wieder mal genau gewusst, wer von uns letztes Jahr auch schon da war. Meinen Plan, nachher noch eine Runde in der Wiese zu schlafen hab ich aufgeben müssen, es war einfach zu warm.

Und die Wanderer? Es waren wirklich viele unterwegs, aber alle gut gelaunt…

Biking-Hiking goes La Palma: Anflug und erster Tag

Anflug

06:00 Tagwache … hochmotiviert.
06:30 Tom einsammeln. Gepäck: Radlkarton, Tasche und Rucksack.
06:40 Martin einsammeln. Gepäck: Radlkarton, riesen Koffer und Rucksack. Bus füllt sich.
06:50 Stone einsammeln. Gepäck: Riesen Karton gesichert mit extra Ratsche und zweihundertmeter Powertape, muss zu dritt(!) getragen werden. Bus voll.
07:00 Chris wegen Platzmangel zurückgelassen.
10:00 Ankuft MUC. Irgendwie hat sich Chris an der Anhängerkupplung festhalten können. Beschwert sich über dadurch entstandenen Haarriss in der linken Bizepssehne.
10:15 Bus auf umfunktioniertem Kartoffelacker hinter dem Flugfeld abgestellt. Internetafiner Kartoffelackervermieter shuttelt mich retour zum Flughafen.
10:30 Erstes Bier während wir Felix begrüssen und Tom unsere Räder aufgibt.
16:00 Ankunft Santa Cruz de La Palma
16:15 Warten auf die Kartons
16:30 Martins riesen Koffer ist auf dem Weg nach Mexiko -sonst alles da.
17:00 Leihautos entgegengenommen und voll gepackt.
17:30 Wir erfahren, dass es bis auf 500m geschneit hat. Offenbar haben wir Schneechaos um einen Tag verpasst.
18:00 Verpflegung für die nächsten Tage, eine Zahnbürste und zwei Unterhosen für Martin eingekauft.
21:00-24:00 Kollektives Räderschrauben während das Essen bruzelt. Tourenplanung. Schlafen…

Erster Tag

Zwei Shuttlerunden stehen auf dem Programm. Zum Aufwärmen gehts einen feinen Trail zum Meer runter. Teilweise über Lavagefels, teils schottrig schlängeln wir uns bergab.

Bei der zweiten Runde gehts höher rauf. Der Wind frischt auf und beim Warten auf die Shuttler wirds recht frisch.
Runter gehts vorbei an riesigen Kakten, Palmen und dem einen oder anderen Auswanderer. Der erste Tag vergeht wie im Flug.
Das Chefkoch Duo Stone+Chris zaubert am Abend Essen vom Feinsten auf den Tisch und wir verbringen den Rest des Tages bei Wein und Bier mit den Nasen in den Karten.