Archiv für das Jahr: 2006

Was für ein Jahr

Das Jahr 2006 geht heute zu Ende. Wir blicken auf eine äußerst ereignisreiche Saison zurück. Wo haben wir begonnen, wo stehen wir heute? Hier ein kurzer Rückblick mit bisher unveröffentlichten Fotos.

Schauen wir zurück auf das Frühjahr 2006: Haufenweise Schnee, was wir zur Zeit nicht behaupten können, ermöglicht uns Schitouren ohne Ende, doch auch Winterbiken. Die ersten Pistenbefahrungen für Matthias und mich. Tom zeigt uns was möglich ist. Ab April dann wieder richtige Biketouren. Wir alle noch mit unseren „alten“ Hardtails. Rückblickend betrachtet ist es erstaunlich, was wir damit alles gefahren sind, bzw. was wir damit fahren konnten.

Die Tage werden länger, die Touren auch. Wir (Tom und ich) beschließen, uns Fully’s zu kaufen. Die Fahrt nach Gingen an der Fills zu Cheetah zum Probefahren, Tom bestellt sein Bike sofort. Ich meines kurz dannach. Maschtl folgt als Dritter, woraufhin Matze ganz nervös wird und schließlich auch seine Bestellung folgt. Im Hochsommer ist es dann soweit. Zuerst kommt mein MFR03 (Tom wird mir das nie verzeihen), dann kommt Tom’s. Einige Wochen später dann das von Maschtl und kurz darauf Matze’s. Es sind uns keine Grenzen mehr gesetzt. Nur mehr unser fahrerisches Können setzt das Limit und das wird von Tour zu Tour höher gesteckt. Es folgen für Matze, Maschtl und mich die ersten Bikepark Erfahrungen in Leogang, Saalbach und Ober(h)ammergau.

Die Höhepunkte:
Da gibt es viele. Einer davon sicherlich die Tour im Zillertal von Matze und mir. Eine Tour mit Tom in Osttirol. Zweimal gehts dann im Herbst noch an den Gardasee (bzw. hier). Beidesmal sind auch dort Hammertouren dabei! Eine Tour am Brenner, es gibt davon nicht mal einen Bericht, war die längste mit 2300Hm (mit 19kg Bikes!) und auch sicher eine der schönsten.

Die Saison geht schließlich erst am 30.12.2006 zu Ende. Denn dank Schneemangels fahren Matze und ich an diesem Tag die letzte Tour des heurigen Jahres. Der Singletrail ins Tal ist zwar schon ziemlich schneeig und teilweise eisig, doch es ist erstaunlich, wie gut der Steig trotzdem befahrbar ist.

Das Jahr 2006 war für uns der Hammer! Danke Tom für die vielen Tips und Tricks, die Du uns zeigen konntest. Hoffentlich schaffen wir 2007 gleichviel, oder noch mehr als heuer. Die Planungen, die wir bereits jetzt haben, würden eigentlich für 3 Jahre reichen. Es sind interessante Sachen dabei, bis hin zu 3000er Erstbefahrungen. Mal schaun, was daraus wird.

Einen guten Rutsch Euch allen wünscht

Christian

Berge in Flammen

Wir schreiben den 28. November 2006. In Osttirol wütet auf 2000 Metern Seehöhe ein Flächenbrand, in Nordtirol treiben schon seit 2 Wochen der Föhn und mehrere Warmfronten ihr Unwesen und verursachen Temperaturen, die Nightride Touren so angenehm wie im Frühsommer werden lassen. Klingt wie Science fiction, ist es beinahe auch.

Einerseits sehnen wir uns nun schon nach Schnee, andererseits will diese Wetterphase natürlich ausgekostet werden. Möglicherweise müssen wir uns an solche Wetterkapriolen schön langsam gewöhnen. Global warming at its best! Auf alle Fälle freut es uns, dass wir (Tom und ich) an diesem Dienstag endlich mal wieder Zeit für eine Tagestour finden, nachdem wir in den letzten Wochen ausschließlich nachts unterwegs waren (eine Zusammenfassung davon wird es übrigens auch noch irgendwann geben).
Einziger Wermutstropfen, sozusagen das fehlende i-Tüpfelchen, dass sich ausgerechnet heute der Himmel grau in grau präsentiert, nachdem es in den Tagen zuvor Kaiserwetter gab. Die Qualität einiger Fotos lässt also nicht gerade die Kinnlade des Betrachters fallen – leider. Trotzdem war’s ein Tag, wie wir ihn uns in unseren Bikerträumen wünschen – aber auch brutal anstrengend! Abends als ich mich nach einer Riesenportion Spaghetti eben auf die Couch geschleppt habe, zwingt mich das läutende Telefon nochmals aufzustehen. Mit letzter Kraft quäle ich mich zum Hörer. Ein ebenso müder Tom fragt mich, ob ich auch so fertig sei wie er. Na wenigstens also nicht nur ich! Immerhin waren es von Tür zu Tür dann doch 1600 HM, davon musste das Bike 600 HM geschultert und – dank Gazzaloddi Jr. Reifen und neuer digitaler SLR samt Zubehör im Rucksack – einige Kilos mehr als gewöhnlich hinaufgeschleppt werden. Mein Bike wiegt zur Zeit etwas über zwanzig und der Rucksack zwölf Kilo. Also nicht gerade zwei Fliegengewichte. Und noch dazu war der Trail ins Tal (insgesamt etwas über 1200 HM) bis auf zwei kurze, echt flowige Passagen ziemlich schwer: Einige seilgesicherte Stellen, viele Spitzkehren, hohe Stufen zum Teil auch schon recht ausgesetztes Gelände und alles in allem so steil, dass man kaum noch Change hat, stehen zu bleiben.

Ich sehe mich, gleich zu Beginn der Abfahrt, aufgrund von Müdigkeit und sich daraus ergebender Unsicherheit gezwungen, einige Höhenmeter talwärts zu schieben und nütze diese Zeit zum fotografieren. Es gibt halt dann und wann auch Tage, wo man nicht so gut drauf ist. Tom hingegen lässt die Sau raus! An diesem Tag läuft es ihm offenbar perfekt! Bis auf zwei oder drei wirklich unfahrbare (Kletter-)Stellen fährt er alles, kommt aber auch an seine Grenzen und wählt mehrmals den Notweg in die Latschen. Doch schon bald finde auch ich meinen Rhythmus. Es gelingt mir, mich auf den Trail zu konzentrieren und so vernichten wir Höhenmeter für Höhenmeter bis ins Tal.
Die Lernkurve zeigt bei solchen Abfahrten natürlich sofort nach oben und es hat uns auch, trotz der Schwierigkeiten, unglaublich Spaß gemacht. Nur so wird man besser, sind wir uns einig. Am Ende dieses – um die Jahreszeit – schon sehr kurzen Tages, werden wir noch mit dem Sonnenuntergang des Jahres belohnt. Es scheint, als ob die Berge brennen würden! Hierbei werden dann doch noch ein paar ganz gute Fotos geknipst. Unglaublich, dass an einem 28. November von der Haustüre aus, in Innsbruck bzw. Innsbruck Umgebung, noch so eine Tour gefahren werden konnte!

Pinus mugo – vulgo Latsche

Ein allen bekanntes Sprichwort lautet: „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“.
Am vergangenen Sonntag entstand jenes: „Man soll den Tag nicht vor dem Abend verfluchen“! Denn bei einer beinahe gescheiterten Tour, gab’s dann doch noch ein „Happy End“. Und was für eines.

„Des kemma vergessn. Da schaff mas nia auffi“. Maschtl scheint mir trotz allem ruhig zu sein. Bei Matze sieht es da schon etwas anders aus. Ich warte eigentlich nur mehr darauf, dass er sein Cheetah packt und über den steilen Abhang in die Latschen schmeisst. Gerade in dieser ausweglosen Situation kann ich nur eines machen. Ich nehme meine Nikon Coolpix und knipse die beiden vor mir, wie sie da im Dickicht stehen. Ich kann mich nicht erinnern, schon jemals so viele Bergkiefern gesehen zu haben. Andere Länder haben Bambus, wir haben Bergkiefern. Über uns steht eine Felswand. Nicht sehr hoch, jedoch hoch genug, als dass wir sie unmöglich mit dem Bike überwinden können. Es ist klar: Wir müssen umkehren!

Einige Tage zuvor: Nun ist schon fast Ende Oktober und noch immer perfektes Wetter für hochalpine Biketouren. Diesen Sonntag soll es ein knapp 2500m hoher Gipfel sein, der mir schon oft beim studieren der Karten ins Auge fiel. Die Abfahrt sieht vom Höhenprofil her vielversprechend aus. Einziges „Problem“: Das Bike muss 1300Hm hinauf getragen werden. Da spielen mir die anderen nicht mit, denke ich mir und sehe in dem Moment, dass es eine Alternativroute gibt. Eine Forststraße auf 1500m rauf und dann ein unmarkierter Steig, der als Schiroute eingetragen ist. Perfekt! 500Hm fahren und 1000Hm tragen. Das dürfte auch für Maschtl und Matze akzeptabel sein….

Wir drehen also wieder um. 500 gefahrene und etwa 300 getragene Höhenmeter umsonst. Den unmarkierten Steig haben wir nie gefunden. Vermutlich wandern die Schitourengeher im Winter einfach über die Legföhrenfelder hinweg. Sobald es uns möglich erscheint, steigen wir auf die Bikes und cruisen durch den Wald wieder zum Ausgangspunkt zurück. Die Plagerei durch die Krummholzkieferwälder war extrem und noch dazu ist’s nun bereits 14:00 Uhr. Trotzdem beschließen wir, zum Ausgangspunkt des markierten Steiges (den wir bergab fahren wollten) zu treten und diesen noch ein Stück Richtung Gipfel zu gehen. Natürlich mit geschulterten Bikes.

Es ist 16:15 Uhr. Nun haben wir es doch noch 500Hm rauf geschafft. Am Normalweg sozusagen. Hätten wir diesen gleich zu Beginn gewählt, wäre der Gipfel ohne Probleme zu erreichen gewesen. Wir beschließen, die selbe Tour im kommenden Jahr zu wiederholen. Dann aber zu viert mit Tom!

500Hm tiefer und einige Minuten später: 3 BiHiker schreien sich – nach einer Hochgeschwindigkeits-Singletrail-Abfahrt – gegenseitig an. Woooaa! Unglaublich! Wahnsinn. War des ein Hammer. Jieeaaa! Auf den letzten Metern hat’s mir dann noch die Bremsbeläge von der hinteren Gustl rausgeschleudert. Offenbar löste sich die Befestigungsschraube und schon ging der Griff auf den Bremshebel ist Leere. Zum Glück ist nicht’s passiert und die Ersatzbeläge, die wir immer mit dabei haben, sind schnell montiert.

Wieder zurück bei Maschtls Bus, ein Bierchen in den Händen, sind die Qualen des Tages vergessen. Zurück bleibt nur die gute Stimmung und viele Bilder dieses traumhaften Herbsttages…

Schitour?

Am Mittwoch den 19.10. wagten sich Tom und Maschtl in bereits verschneite Regionen im Westen Tirols vor. Die Bilder lassen schon beinahe auf eine erste Schitour schließen. Doch das täuscht! Die beiden erlebten eine Abfahrt vom feinsten, von einem 2900 Meter hohen Gipfel.

Man (und auch Frau) will gar nicht glauben, wieviele Möglichkeiten wir in Tirol zum Biken haben. Vorausgesetzt man (oder auch Frau) trägt das heißgeliebte Stück (HALLO, wir reden hier vom Bike!!!).
Schon im letzten Winter wurde der Grundstein für diese Tour gelegt. Wir – die BiHiker – waren mit Freunden auf Schitour in dieser Region unterwegs und schon damals kam uns das Gelände perfekt zum Biken vor. Also nahm ich mir einen Tag frei, in der Hoffnung, dass noch jemand Zeit hat. Maschtl hat und so ging es, mit dem mittlerweile schon öfters erwähnten grünen Ford Transit Bus (gFTB), in Richtung Westen.
In Innsbruck blies der Föhn die schmutzige Luft aus der Stadt, daher befürchteten wir schon Schlimmes für den Gipfel. Erstmal war es allerdings windstill am Parkplatz. Bei nur leicht bedecktem Himmel, radelten wir eine Forststraße entlang, die zu unserem Erstaunen bis zur Hälfte asphaltiert war. Am Ende der Straße schulterten wir die Bikes und trugen sie, dem jetzt schon blauen Himmel entgegen. Die Sonne strahlte mit den angezuckerten Gipfeln um die Wette und wir konnten unser Glück gar nicht fassen. Mit so einem Wetter hatten wir wahrlich nicht gerechnet.

Insgesamt 1200Hm später, erreichten wir unser Ziel und wie erwartet, meldete sich hier der Föhn lautstark zu Wort. Eigentlich wollten wir die restliche Crew (also die zweite Hälfte von der „Original Hofer Cola in the original Cocacola bottle group“ und die zweite Hälfte von der „Original Hofer Cola in the original San Benedetto Mineralwasser bottle group“ – Achtung Insiderwitz Zwinkernd) vom Gipfel anrufen, doch wegen Föhnsturms wurde dies abgesagt. So machten wir die üblichen Gipfelfotos und verlegten die Jause auf weiter unten. Die Abfahrt war ein Hochgenuss. Bereits am Gipfelaufbau ging es schon ordentlich zur Sache. Wir mussten schon einige Tricks auspacken, um diese anspruchvollen Höhenmeter zu knacken. Trotzdem erreichten wir ohne Brezn das Schidepot und somit leichteres Gelände. Wir genossen die Abfahrt und ließen uns vom Trail (und vom Flow) ins Tal tragen. Der Trail wechselte immer wieder von interessant, über anspruchsvoll, bis hin zu wirklich schwer. Mit so einem Wetter, dieser Landschaft und dem Wissen, dass eigentlich schon Mitte Oktober ist, wurde dieser Tag ein voller Erfolg. Noch schnell ein Bierchen beim gFTB und schon ging es nach Hause. Wieder einmal war es eine Tour nach unserem Geschmack und wir werden diese sicher noch einmal zu viert wiederholen.

Schneefall am Brenner

Vom 5. bis zum 8. Oktober traten wir, aufgrund des Kälteeinbruchs in Nordtirol, die Flucht nach Süden an. Vier Tage lang genossen wir am Gardasee Herbstwetter vom allerfeinsten. Mit einiger Verspätung ist jetzt auch der Bericht fertig. Beim lesen bitte nicht vergessen, dass wir uns – und das was wir so treiben – furchtbar ernst nehmen!

Unter Androhung körperlicher sowie seelischer Gewalt werde ich, trotz Erkältung (oder gerade deswegen – weil mit Husten ist schlecht biken) zum Bericht schreiben gezwungen. Vor zwei Wochen sah das noch ganz anders aus……

Vier Tage Arco waren wieder angesagt und die vier üblichen Verdächtigen mit von der Partie. Martin hatte wegen zwei Wochen intensiv exkursierens (saufen), zwei Tage Verspätung. Sein Bus wollte aber unbedingt schon vor ihm nach Arco. Mit der neuen Kasabian Scheibe und Dosenweizenbier(!) für unterwegs, gings durch einen Schneesturm am Brenner und heftigen Regen auf der restlichen Strecke. Tom’s Hoffnung uns die Nacht über im Bus vergasen zu dürfen, wurde nicht erfüllt, denn 5min vor Arco präsentierte sich uns der Gardasee mit wolkenlosem Himmel unter fast Vollmond. Die Zelte wurden aufgeschlagen, die Kühlbox bestückt und wenige Zeit später, würgte Christian am ersten Tequila.

Tag 1:

Wir wurden von Sonnenschein und wolkenlosem Himmel begrüßt. Das Frühstück wurde bei in der Sonne einigermaßen erträglichen Temperaturen nebst Camping-WC abgehalten.
Die Tour des Tages führte uns aufs Klo des Chefs, vorbei an Kiwi, Kaki, Weintrauben und Äpfeln ohne Ende.
Direkt am Klo, sozusagen auf der Klobrille, gabs ein Intermezzo mit nördlichen Nachbaren der seltsamen Gattung, bestückt mit noch seltsameren Helmen, das für Gesprächstoff auf den restlichen Höhenmetern sorgte. Dies sei nur am Rande erwähnt, denn im Grunde sind wir alle Europäer, Marmelade heisst Konfitüre und Erdbeeren sind doch Nüsse (Ich habs von Anfang an gewusst!). Der geneigte Leser mag diese Themen der Gruppe der „Tequila-Bier-am-Campingplatz“-Sumpfdotterblumen zuordnen, NEIN, bei uns wird’s auch beim bergaufstrampeln philosophisch-politisch!
Die Abfahrt begann mit einem kurzen, steilen, rutschigen Stück, wurde dann aber extrem rasant. Für den Author gab es kein Halten mehr! Die Spitzenposition musste eingenommen und in den sechsten Gang geschalten werden. Die nachfolgenden Fotografen schrien nur noch: „HALT! HALT! Foto…!“ und manchmal wurden ihnen ein, zwei gewährt.

Der untere Abschnitt war verblockter und schwieriger … der Author musste die Spitzeposition aufgeben und wurde zum Fotografen.

Verspielte Gassen mit einigen Sprüngen führten uns durch Weinberge, zurück nach Arco und schlussendlich zur Abschlussbesprechung bei Tequila und Bier auf den Campingplatz.

Tag 2:

Wieder aufs (Achtung Insider) Klo des Chefs. An selbigem vorbei in den Gastgarten eines Restaurants, führte uns die zweite Tour. Zur Stärkung gabs Cola, Bier und Nudeln. Kurz unterhalb des Gasthauses, zweigt der flowige Trail ab. Im Verlauf der Abfahrt galt es kurze Kletterpassagen und extrem rutschige Steilstücke zu meistern. Vor dem vermeintlichen Ende des Trails, wurden wir von 2 Wanderern über den weiteren Weg informiert:
„Es wisst schun dass da a Klettersteig kimmp?“
„Na! Auf da Karten is ja nix einzeichnet!“
„Woll!“
„NA!“
„Ja werst scho segen! Aber wenns es so oane von Innschbrugg seits, von da Nordketten, nachad kemmps da scho Oi!“
Weiter gings über Felsplatten und einige sehr interessante Passagen. Schließlich standen wir offenen Mundes da und starrten 200hm senkrecht in die Tiefe. TADA!… ein Klettersteig. „Nutzt nix!“ in der einen Hand das Rad in der anderen das Sicherungsseil, vernichteten wir die letzen Höhenmeter.
Zurück am Campingplatz wurden wir vollzählig… da Maschtl war da.

Tag 3:

Maschtls seit zwei Monaten aufgestauter Gusto aufs Biken, sollte fürs erste unbefriedigt bleiben. Es hatte über Nacht begonnen zu Regnen und das sollte bis zum Nachmittag so bleiben. Trotz Regen, wollten wir eine kurze Tour fahren. Kurz hinter Arco, wurde unsere Zahl wieder auf drei dezimiert. Christians Rippenschmerzen hatten sich verstärkt und er pausierte für Heute. Nach einigen hundert Höhenmetern befragten wir den magischen Verkehrsspiegel, wann der Regen zu Ende sein würde. Der Verkehrsspiegel antwortet mit dem lauter werdenden Geräusch von Regen, der auf Blätter prasselt und verstärkten Blähungen bei Tom (falls das überhaupt noch möglich war). Die Abfahrt war lustig, aber eher unbefriedigend. Der Nachmittag wurde zum shoppen genutzt. Martins Drang nach mehr Rad führte uns gen Abend noch zum Zustieg eines nahen Klettersteigs, der befahren werden wollte. Kombiniert mit einer kleinen Fotografie-Einschulung für mich, eine spassige Angelegenheit. Am Abend das übliche und diesmal ein bisserl mehr davon.

Tag 4:

Morgens wurden die Zelte abgebrochen. Der Campingplatz will bis elf Uhr geräumt sein.
Es ging auf den 601er. Einmal per pedes und einmal wurde geshuttelt – damit sichs rentiert. Die Fotos sagen eh alles.

Am Ende eines langen Tages

Der Schweiß tropft beinahe im Sekundentakt von der rechten Augenbraue auf die Gustl Bremsscheibe des MFR03. Nur noch wenige Höhenmeter trennen uns auf dieser vierten Tragepassage vom zweiten Gipfel des heutigen Tages. Ein kurzer Blick nach rechts auf die andere Talseite, wo wir vor sieben Stunden gestartet waren.
Unglaublich welche Entfernung in einem Tag zurückgelegt werden kann! Doch die Herbstsonne wirft bereits lange Schatten über die Bergrücken. Ein Tag ist Ende September einfach schon sehr kurz. Zum Glück geht’s aber bald nur mehr bergab. Etwa 1600 Höhenmeter Singletrail vom feinsten warten noch auf uns, obwohl wir bereits 1000 Höhenmeter Abfahrt hinter uns haben.
Das ist eine Tour, ganz nach unserem Geschmack. Durch „Lift’ln“ haben wir in der früh bereits einiges an Höhe gewonnen. Trotzdem sind es dann noch in Summe weitere 1500 HM mit Muskelkraft rauf und fast 2600 HM runter. Das Panorama hier in den Zillertaler Alpen ist heute schon fast kitschig. Die Almen beginnen sich bereits in herbstlichen Farben zu präsentieren, die Luft ist so klar, dass nur die Erdkrümmung dem Bergpanorama ein Ende setzt und es ist so angenehm warm, dass wir uns selbst am 2760 Meter Hohen Gipfel kurzärmelig aufhalten können.

Matthias lässt schon zum zehnten Mal einen Freudenschrei los. So hab ich ihn noch nie erlebt. In den letzten zwei Wochen, hatte er bei diversen Nachttouren Pech und mehrere recht heftige Brezn gebaut. Zum Glück, ohne sich dabei zu verletzen, aber am Selbstvertrauen hat es halt ein wenig gekratzt. „Genau so was hab ich gebraucht“, hat er zu mir gesagt, als wir vorhin vom ersten Gipfel abfuhren. Ein Trail, nicht minder an Schwierigkeit, doch immer noch verspielt, mit Sprüngen, schnell und in einer Landschaft, die einen vergessen lässt, dass wir uns inmitten von Tirol befinden.
Nur dann und wann, wenn sich das Tal vor uns öffnet und wir einzelne Lifttrassen in der Umgebung sehen, werden wir wieder in die Realität zurückgeholt. Dazwischen aber befinden wir uns auf einer Weltreise: In Kanada, Irland, Neuseeland, in der Mongolei und sogar am Mond waren wir heute schon. So vielfältig präsentiert sich dieses Tal in seiner herbstlichen Stimmung.
Da stört es auch kaum, dass wir am ersten Gipfel auf circa 20 Wanderer treffen, denen wir dann im Laufe des restlichen Tages zum Teil noch öfter begegnen. Nebenbei alles sehr freundliche Leute, großteils aus dem nördlichen Nachbarland, die sich sehr interessiert an unserem Sport zeigen. Wir haben einige wirklich nette Unterhaltungen mit den Wanderern.

Immer wieder denken wir an Tom, der heute ebenso wie Maschtl keine Zeit hatte mitzukommen. Tom war diese Tour bereits vor einem Jahr mit Picco und Benni von den Vertridern gefahren. Damals noch mit seinem Scott Hardtail, während die beiden anderen mit Fullys unterwegs waren. Armer Tom! Das muss echt hart gewesen sein. Mit unseren Cheetah Fullys machen die Trails allesamt unheimlich Spaß. Die 4 Tragepassagen von insgesamt ca. 600 Höhenmetern sind gut verteilt und werden bergab immer wieder gebührend entschädigt.

Es ist bereits stockfinster, als wir zum Auto zurückkehren. Hundemüde und überglücklich lassen wir dann noch ein Bierchen zischen, das dank Kühlbox noch gut gekühlt ist. Dieser Tag geht in die Geschichte ein! Zumindest in unsere…

Nightride Seegrube Teil 3

Chris, Matze und i treten wieder amol am Abend nach der Hack`n Richtung Grub’n, um die Endorphine verrückt spielen zu lassen. Das Wetter ist traumhaft. So genießen wir die Aussicht auf das schöne Land Tirol und freuen uns schon auf unsere Jaus`n.
Die Arbeiten bei der Bergstation sind für heute auch schon eingestellt. Wie üblich, fahren die Baufahrzeuge an uns vorbei, hinunter ins Tal. Gegen 19:30 erreichen wir die Seegrube und nach einer kleinen Stärkung geht`s auch schon weiter zum höchsten Punkt der Tour. Ab jetzt verspricht die Landkarte nur noch geilste Trails bergab.

Am Anfang läuft alles gut und wir genießen die Querung. Es werden noch ein paar Photos gemacht, während langsam aber sicher die Nacht hereinbricht. Dann die letzte Abzweigung. Doch jetzt passiert der entscheidende Fehler. Wir fahren geradeaus weiter. Aus dem schönen Trail wir ein Trampelpfad, die Hänge sind teilweise abgerutscht und auf jeden Fall ist das Befahren nicht mehr möglich. Erst gute 45 Minuten später, erreichen wir die gewünschte Alm. Jetzt wollen wir aber endlich den Flow spüren.

Chris und Matze waren schon vor einer Woche da, und hatten nur positive Erinnerungen. So starten wir frohen Mutes in die Abfahrt. Aber der Tag war lang, die Abende sind tückisch und der Weg rutschig. So dauert es nicht lange, bis sich einer von uns ca. 20 Meter in die Tiefe verrollt. Wir sind natürlich alle drei ziemlich geschockt und fassen den Entschluß, daß wir es heute nicht mehr übertreiben sollten. Zum Glück hat Matze bei dieser Brezn keine ärgeren Verletzungen erlitten und nach einem gröberen Wutanfall (SCHEISSE, WAS SOLL DEN DES, VERDAMMTE KACKE NOAMOL?!?!?!?!?!?), rollen wir weiter ins Tal. Als wir das erste Mal auf den Forstweg kommen, erinnere ich mich an ein paar leichtere Trails, die wir dann mit Genuß aufsaugen. Wieder in Hötting, lassen wir die Tour kurz Revue passieren und beschließen, diesen Tag einfach abzuhaken. Wir sind uns einig, daß die nächste Tour dafür wieder umso geiler wird.

Einskommafünf Gazzaloddi breit

In Rekordzeit wurde der Gazzaloddi aufgefelgt um anschließend northshoresabbernd und droplüstern am Sessellift zu schmachten. (15min für ~400hm 0_0 eigentlich das einzig annähernd negative an Überammergau)

Die sehr abwechslungsreichen ~900m Northshore, teilweise nur 1,5 Gazzaloddi breit 😉 , wurden zur Tagesbeschäftigung erklärt.

Zur Abwechslung gabs zwischendurch knackige Anlieger und einige Sprünge.

Dementsprechend gings Northshoredrop-slide-johl-wipp-stürz-wallride-hüpf-gröhlend den Berg runter…

Bikepark Oberhammergau – Prädikät ‚wertvoll‘!

4 Tage Arco

Arco ist natürlich als Kletterparadies bekannt. So machte an diesem ersten September Wochenende auch der Weltcup Station in der 13000 Seelen Gemeinde in Norditalien, nahe dem Gardasee. Doch auch für Mountainbiker dient der Ort als perfektes Basislager für unzählige Touren. Von der gemütlichen Spazierfahrt für Karl Otto und Mareike aus Berlin, bis hin zur Hardcore, schon fast Klettersteig Abfahrt für Extremsteiljunkies, ist alles möglich. Und all das kann, wie in unserem Fall, vom Zeltplatz aus gefahren werden. Für mich und Matze war es die Gardasee Premiere mit dem Bike. Tom und Maschtl waren schon öfters dort und von da her sind den beiden schon einige Trails bekannt. Den Klassiker, den Sentiero 601 zum Beispiel, befuhren die beiden bereits vor zig Jahren mit Hardtails, ausgerüstet mit Slickreifen und Gepäcksträger.
Also vertrauten wir Neulinge uns den beiden Altherren an und ließen die 4 Tage (für Matze nur 2 Tage) einfach mal auf uns zukommen. Maschtl war wegen eines Dämpferbruchs am neuen Cheetah (siehe Bikepark Berichte) leider mit seinem alten Hardtail unterwegs, was ihn nicht gerade froh stimmte.

Als Einstieg, sozusagen zum aufwärmen, gings am Tag 1 in Richtung Monte Stivo. Etwas mehr als 1400HM und wir sind am Ziel angelangt, das ein Stück unterhalb des Gipfels auf einer Alm liegt. Das Panorama mit Blick auf die Adamello und Presanella Gletscher ist gewaltig und wie sich in den darauf folgenden Tagen zeigen wird, ist dieser Tag auch jener mit der besten Sicht. Tom erklärt mir, dass es in dieser Region fast immer diesig ist. In den kommenden 3 Tagen sogar so stark, dass man die Berge am gegenüberliegenden Gardaseeufer kaum noch sieht.

Die ersten Sentieros (so werden die italienischen Wanderwege oder –steige bezeichnet) sind der 668er und der 667er. Typisch für die Region, sind steile, Hohlweg ähnliche Wege mit Spitzkehren, schon recht verblockt und ziemlich rutschig. Teilweise kommt es mir vor, als wären wir auf Bahndämmen unterwegs. Ähnlich grob, meist sogar gröber, ist der Schotter und somit auch die Geräuschkulisse. Doch da wir alpines Gelände und rutschige Abfahrten gewohnt sind, ist’s eigentlich eine recht spaßige und schnelle Strecke für uns. Konzentration verlangen diese Wege aber allemal. Übersieht man bloß einen größeren Stein, kann nicht schnell genug ausweichen, oder ist einfach zu langsam am Weg und sinkt somit zu tief in den Steinen ein, bedeutet das bald den sicheren Abflug mit entsprechend harter Landung. Als wir wieder Arco erreichen und uns von der Schutzkleidung erlösen, treffen wir auf zwei Biker, die ebenso über diese beiden Steige bergab gefahren waren. Scherzhaft fragt einer der beiden, ob wir denn eh auch alles gefahren sind. Als Tom das bejaht, was ja auch zutraf, wissen die beiden nicht so recht woran sie bei uns sind und ziehen, ohne noch viel mit uns zu reden, von dannen.

Am Tag 2 ist dann auch Matze mit von der Partie. Leider hat er nur am Wochenende Zeit und kam also am Freitagabend nach. Der oben erwähnte Klassiker der 601er ist angesagt. Wieder fahren wir von Arco aus, allerdings „nur“ etwas über 1600HM, also nicht ganz rauf bis zum Gipfel. Mehr ist an diesem Tag einfach nicht drinnen. Beim Bergaufradeln, entdeckt Tom die beiden Biker vom Vortag wieder und wir sehen, wie einer der beiden sein Canyon Nerve ESX7 gerade über eine verblockte Passage runter trägt. Die Abfahrt über den 601er ist noch etwas schneller als am Vortag, allerdings auch schwieriger, da der Weg teilweise noch mehr verblockt und stellenweise steiler ist. Immer wieder kleine Sprünge, Anlieger und Wurzelpassagen machen diesen Trail echt witzig. Mit unseren Cheetah Bikes ist das ganze allerdings bei weitem nicht mehr so anspruchsvoll, wie das Tom und Maschtl von ihren Hardtail Zeiten in Erinnerung hatten. Und Maschtl hat inzwischen schon so viel an Technik gelernt, dass auch er mit seinem alten Hardtail ein recht ordentliches Tempo fährt und nicht viel später hinter uns ankommt. Die vielen spitzen Steine, hohen Stufen, Sprünge und Holpereinen, verlangen dann aber doch ihren Tribut. Insgesamt gibt’s bei uns 3 Platte Reifen, Matzes 9-fach Kassette wird locker und ich verliere das Kettenglied und nur mit Glück nicht auch noch die Kette. Alles kein Problem: Die platten Schläuche werden vor Ort gewechselt, das fehlende Kettenglied, Dank eines sehr netten Bikers den wir zufällig treffen, ersetzt und Matzes Kassette wird abends in einem Bike Laden in Arco wieder festgeschraubt.

Doch eigentlich hatten wir uns vom Gardasee so richtig anspruchsvolle, wilde Touren erwartet. Das ist es ja auch schließlich, was uns am meisten taugt. Also suchen wir samstagabends eine schwierige Tour für den Sonntag. Ziel ist ein Joch oberhalb des kleinen Ortes Campi, auf der Westseite des Gardasees. Den 418er Steig wollen wir befahren, wissen aber nicht so recht, ob das möglich sein wird, da das Gelände auf der Landkarte ziemlich felsig aussieht. Als Ersatz wären aber noch andere Wege in der Nähe und so versuchen wir es einfach. Schon beim radeln nach Campi schauen wir eingeschüchtert die Felswand hoch und fragen uns, wo da wohl ein Steig runterführt. Matze zieht vergleiche mit der Martinswand, was zum Teil nicht mal so abwegig erscheint. Knappe 1500 Höhenmeter später liegen wir gemütlich in einer Almwiese und blicken auf das Panorama Richtung Ledro See.

Nach einer Stärkung geht’s los. Zuerst führt der Weg noch ein ganzes Stück auf- und abwärts Richtung Süden, bis wir den Einstieg zum 418er erreichen. Bis hierher hatten wir großen Spaß mit sehr vielen und sehr engen Spitzkehren, die jeder zum „Hinterrad lupfen“ üben nützt, was mir noch gar nicht gelingen mag. Doch nun wird es ernst. Das Gelände bricht extrem steil vor uns ab. Die ersten Kehren sind gespickt mit sehr hohen Wurzeln, Stufen und Spitzkehren mit Steilstufen. Einige Stellen erachten wir als unfahrbar und fragen uns, ob wir umkehren und einen anderen Steig nehmen sollen oder nicht. Dieser Weg ist definitiv nur für geübte begehbar und verlang absolute Schwindelfreiheit. Nur wir wollen ja nicht gehen, sondern mit dem Rad fahren. Gleichzeitig hat diese Ausgesetztheit aber für uns den Vorteil, dass wir nicht, wie an den beiden vorherigen Tagen, auf viele andere Biker und Wanderer treffen. Um genau zu sein, wir treffen am 418er nur einen ortskundigen Wanderer.
Schließlich entschließen wir uns „weiterzufahren“. „Mal schau’n, wie er sich entwickelt“. Sehr schnell stellen wir fest, dass die wirklich unfahrbaren Stellen weniger werden und eigentlich fast nur mehr für uns unfahrbare Stellen auftauchen. Ich bemerke, wie plötzlich jeder von uns vier in sich kehrt. Die ansonsten übliche „Sprücheklopferei“ hört schlagartig auf. Jeder für sich, ist nun ganz auf sich allein gestellt. Obwohl wir aufeinander sehr große Acht geben, muss nun jeder für sich allein entscheiden, wie weit er gehen mag und was er für fahrbar hält. Die ersten 200HM sind für mich eine quälende Herausforderung. Ich finde einfach nicht meine Linie, blicke zu oft über den felsigen Abgrund zum Talboden und beobachte Tom, der am meisten von uns fährt. Schließlich gelingt es mir abzuschalten! Ich sehe plötzlich nur noch den schmalen Pfad vor mir und höre kaum noch wahrnehmbar die Stimmen der anderen. Nun gelingt mir wesentlich mehr und ich scheitere nur noch an Stellen, die ich technisch einfach noch nicht beherrsche, oder wo die Vernunft sagt, dass mir diese Stelle zu riskant erscheint. Genauso ergeht es den anderen. Zwei Stunden später und etwas über 1500HM tiefer erreichen wir Riva. Die letzten 400HM genossen wir wieder einen schnellen, spaßigen Weg mit unendlich vielen Stufen und flotten Kurven durch die wir teilweise mit quergestelltem Hinterrad driften.

Hundemüde, gleichzeitig aber voll Adrenalin und absolut zufrieden fahren wir zurück nach Arco. Das war genau der Tag, auf den wir gehofft hatten.

Matze muss noch am selben Abend zurück nach Innsbruck. Für uns drei geht’s am letzten Tag mit dem Auto nach Malcesine, wo wir mit der Monte Baldo Bahn raufgondeln und über diverse Steigerl fast 1700HM in Tal surfen. Lifteln hat nach drei anstrengenden Radeltagen auch so seinen Reiz. Dabei treffen wir noch einen der Downhilllocals, der uns eine seiner Lieblingsstrecken zeigt. Irgendwo verabschieden wir uns dann aber wieder von ihm und fahren weiter gen Norden, während er einen Weg in Richtung Süden einschlägt. Zufällig entdecken wir noch einen Steig, der von einem weiteren Local etwas ausgebaut wurde und treffen dabei auch auf einen, etwas über 1 Meter hohen, selbstgebauten Drop, den Maschtl und ich nach unserer Bikepark Premiere auch prompt probieren müssen.

Zum Schluss erwischen wir noch einen traumhaften Sonnenuntergang über Malcesine, bevor wir nach einem kurzen Stadtbummel die Heimreise antreten. Dabei träumen wir, bei guter Musik in Maschtl’s Auto, bereits vom nächsten Urlaub in Arco, der für Anfang Oktober geplant ist.

Bikepark #2

Nach einem Tag arbeits- bzw. wetterbedingter Pause zwischen unserer Bikeparkpremiere in Leogang ging ’s für Martin und mich nochmal für 2 Tage auf die Piste. Also am Donnerstag Tagwache um 0600 und mit dem Ford-Transit gen Osten. Müden Blickes zogen wir an Leogang vorbei, um 20min später Saalbach/Hinterglemm zu entern.
Nachdem ich zwei Tage vorher die Landung des Konadrops in Leogang als Hobelbank für mein Knie, Schulter und Rücken missbraucht hatte, ging ich diesmal auf „Nr. Sicher“ und besorgte mir im „Bike ´n Soul Shop“-Shop in Saalbach, von einem noch nicht ganz aus dem Lala-Land zurückgekehrten Berliner, einen Bodyarmor. Hier gabs auch die Tageskarte im Austausch gegen eine Kraxn unter den Haftungsausschluss.

Da die Gondelbahn momentan neu gebaut wird, gings mit dem ersten Shuttle, gemeinsam mit zwei Deutschen bergauf. Die „Blue-Line“ (die leichte Strecke in Saalbach) war für zwei Tage gesperrt also blieb uns „nur“ der Downhill.

Während mich der Downhill in Leogang eher an den Worldcup erinnert, ist die Strecke in Saalbach erdig-sandig mit einigen Steinen und Wurzelstellen sind selten. Das ganze ist gespickt mit Northshores, u.a. mit einer Wendeltreppe, teilweise recht schmal und ausgesetzt, am Ende mit Drops und dem obligatorischen Chickenway. Wallrides nicht zu vergessen.

Mittagessen gabs an der Endstation des Shuttles unter leicht betrunkenen Osteuropäern und einem „Quetschn“-spielendem Wirt.

Am Nachmittag viel noch eines der Shuttles mit einem Kupplungsschaden aus, und zeitweise war die Anfahrt von LKWs blockiert. Für ein Ersatzshuttle wurde zwar prompt gsorgt – Saalbach ist allerdings wirklich erst wieder mit einem Lift zu empfehlen.

Wir fuhren bis zur letzten Fahrt um nach den letzten Fahrern noch einige Fotos zu schießen.
Ein bestimmtes Stück reizte uns schon den ganzen Tag und wollte nur befahren werden. Es beginnt mit einer kleinen Welle, quasi einem liegenden „S“ gefolgt von einer ca. 30cm hohen Treppe, gerade hoch genug, dass man mit den Bashguard aufsetzt und sie eigentlich leicht springen sollte.
Die folgenden BIlder entstanden kurz darauf. Nach dem liegenden „S“, setze ich den Fuss ab und trat zwischen zwei Bretter ins Leere 🙂

Martin hatte es eher auf die Drops abgesehen – wie die Bilder beweisen – Respekt Herr Kollege!

Mit einiger Verspätung (ca. 18:10) kreuzten wir dann wieder beim „Bike ´n Soul Shop“ auf, um den Bodyarmor, mit einigem berlinerischen Gemecker von wegen Ladenschluss etc, zu retunieren.

Noch schnell zum Spar – Abendessen und Jause für den nächsten Tag. (An dieser Stelle möchten wir uns bei der Dame von der Feinkostthecke für vier Wurstsemmeln um 18:36 bedanken.)

Zurück in Leogang – camping am Parkplatz.

Es sollte der Tag des Maschtl sein. Es galt eine der letzten Hürden zu überwinden – den Konadrop.

Am Ende noch ein Bier im Sonnuntergang.