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von Druckstollen und rasanten Abfahrten

Bevor Felix zum 2. Mal Papa wird, wollten Stone, Matze, Felix und ich nochmal für ein paar Tage „rumgurken“. Die Biking-Hiking Sause 2014 führte uns zuerst nach Nauders zu den Green Days, dann weiter in die Schweiz, für 2 Tage nach Italien in die Lombardei, bevor es wieder zurück in die Schweiz ging. Den letzten Tag verbrachten wir in Vorarlberg.

Die Green Days waren spitze. Fun pur. Und vor lauter geschrettere haben wir kein einziges Foto gemacht. Die Tour in der Schweiz war dann gezeichnet von Stones Verkühlung (er nutzte den Tag für ein Bikeservice) und von Lawinenschäden die uns nach 800hm zum Umdrehen zwangen.

Weiter gings nach Italien. Wir erlebten 2 schöne Touren sowohl von der Umgebung, als auch vom Trail. Bergsee, ausgesetzte Querung, Abfahrt neben einem Druckstollen und viele Stufen im unteren Teil. So kann die erste Tour zusammengefasst werden. Die zweite Tour: gemütlicher Aufstieg, spaßige Querung, Abfahrt geprägt von Lawinenschäden, ausgesetzter Querung, ein paar g’scheiten Brezn wo zum Glück niemandem etwas passiert ist und Geröllfeldern. Ach ja und eine kraftraubende, langwierige Rettungsaktion einer jungen Ziege, die zwischen großen Granitblöcken eingeklemmt war gab es auch noch. Leben gerettet und Trail gerockt. Was wollen wir mehr.

Danach gings zurück in die Schweiz, da unser Wetterfrosch Felix Schlechtwetter vorhersagte. Eine Tour von ca. 850hm Aufstieg war dann nach 15 Minuten Abfahrt vorbei. Wir hätten uns was schwereres gewünscht, Spaß gemacht hats trotzdem und pünktlich zur Ankunft beim Auto, begann es zu regnen.

Am letzten Tag gings Richtung Arlberg, da es in der Schweiz dann ziemlich Regen gab. Nach einem frühmorgentlichen Start gings ca. 800hm rauf zu einem See. Auch hier wäre wieder eine Abfahrt neben einem Druckstollen möglich gewesen, doch wir entschieden uns für eine andere Variante. Leider erwischten wir dann auch hier einen leichten Hüttenzustieg. Erneut 15 Minuten Abfahrt und um 11:30 Uhr waren wir bereits wieder beim Auto. Aber so ist das halt wenn die Trails selber aus der Karte rausgesucht werden. Manchmal findet man so Hammer Geheimtipps, manchmal eben nicht. Spaß machts trotzdem immer. Wie Felix so schön sagte: Hauptsache draußen!

Vom Winde verweht!

Ja, Tomi (Dreikindtom) ist dabei und da brauchen wir doch eine gute Tour, also eine Tour mit einigen kniffligen Stellen sozusagen. Das Wetter ist wieder einmal nicht so gut angesagt….regen am Nachmittag. Da wir aber auch Felix dabei hatten ist das kein Problem. Der Herr Metrologe bestellt schnell mal einen Föhn (für nicht Metrologen à ist ein Wetterphänomen und nicht ein Bad-Utensil) und das Wetter hält.

Wir sind also zu dritt unterwegs und steigen ohne größere Probleme Richtung Gipfel auf. Durch Tomis Unterhaltung vergeht die Zeit wie im Flug und so stehen wir plötzlich am Grad vor dem Gipfelaufbau. Was nun? Meine Pläne, endlich einmal mit dem Bike auf den Gipfel zu steigen, werden aber leider wieder einmal vereitelt. Waren es vor zwei Jahren noch die ~ 1000 Leute war es heut der Föhn. Er bescherte uns regenfreies Wetter aber auch Windgeschwindigkeiten, die dich mitsamt den Biken vom Gipfel wehen. Also bleiben wir wieder vor dem Gipfelaufbau hocken – zu meinem Bedauern – und genossen eine gute Jause.

Die Abfahrt war wieder extrem geil, genau nach unserem Geschmack. Es ging auch eine geile, lange Stelle zu fahren, die uns letztes Mal noch nicht fahrbar erschien. Das mit dem Flow war wieder so eine Sache…den gab es erst ziemlich zum Schluss des Weges. Beim Auto angekommen gab es natürlich ein gutes, kühles Bier und Tomis Aussage „Mir wäre zwischen den schweren Stellen ein wenig Flow lieber“…also ein bisschen mehr Flow, zu viele schwere Stellen?….das brachte ihm natürlich einen guten Spitznamen ein (den dürfen wir hier leider nicht preisgeben) und er wird das auch noch öfter hören……

Uns gehen die Berge aus!

So, der Urlaub mit der Familie liegt jetzt auch hinter uns und so langsam wird es Zeit für ein richtige Biketour. Die letzte Tour ist schon knapp 6 Wochen her. Hoffentlich klappt noch alles beim Runtercruisen. Mal schauen, wer überhaupt Zeit hat.
Also, da wäre einmal der Maschtl, nein der ist in Slowenien. Na gut, vielleicht der Chris, Mist auch in Slowenien. Und der Matze? Auch in Slowenien. Ja gibt’s denn sowas, vielleicht der Felix und der 2-Kind Tom. Denkste, natürlich mit von der Partie in Slo. Wieder einmal typisch, da ist man kurz für drei Wochen im Urlaub, schon sind alle im Ausland. Aber zum Glück ist der Ferdl da. Ja,ja, auf den ist halt Verlass, zumindest solange er noch soviel lernen muss. Schnell ist eine kleine Tour ausgemacht und wir freuen uns beide mächtig auf den nächsten Tag.

In der Früh stehe ich schon auf der Straße, als der silberne Opel um die Ecke kommt. Rad rein und ab auf die Autostrada. Trotz der frühen Morgenstunde haben wir eine Mordshetz im Auto und viel zu schnell kommen wir zum Ausgangspunkt unseres 3000-ers. Ja was steht denn da? Der Biking-Hiking Bus. Jetzt kennen wir uns beide nicht mehr aus. Da ist sicher die Elisa ( die schönere Hälfte vom Maschtl) beim Wandern???? Ja schon, aber wo pennt dann der Maschtl in Slowenien? Des kann nit sein. Handy raus, kurz die Nummer gewählt und schon höre ich die Stimme vom Stone….Sch…. Mobilbox. Auflegen, neue Nummer gewählt und schon höre ich die Stimme von Felix:“ Servus Tom!“. I:“ Hi Felix, wo seid’s denn es?“ Und natürlich wissen wir, wo die beiden sind, ca 400 Hm über uns.
Jetzt aber schnell, damit wir wenigstens zusammen runterfahren können.Ferdl und ich entscheiden uns aber für einen anderen Aufstieg als unsere Leidensgenossen. Und so steigen wir langsam aufwärts, geniessen die schweren Bikes am Rücken, das Brennen der Sonne auf unserer Haut und das Salz in den Augen. Sport ist doch was schönes.Übrigens sind die Jungkühe da heroben anscheinend genauso überrascht Mountainbiker zu sehen, wie so mancher Wanderer. Aber alle sind uns wohlgesonnen, Kühe wie Wanderer.


Nach etwas mehr als 3,5 Stunden Aufstieg lachen uns Stone und Felix vom Gipfel entgegen. Kurz erzählen uns die beiden warum sie nicht mehr im Ausland sind:“ Schön war es schon… viele Wanderwege…super Berge…schlecht zum fahrn…des war’s…aber a Gaudi war es trotzdem und Matze hat jetzt endlich a zweites Radltrikotz…hahaha!“ Aber wir haben nicht lange Zeit, da Stone um 17:00 ein Konzert hat. Also kurz etwas essen und schon geht’s (fahrt’s) abwärts.

Gipfelabfahrt, das mag ich. Stone ist gleich beim Filmen und so „arbeiten“ wir uns langsam nach unten. Rund um uns herum andere Dreitausender mit Gletscher, in den Tälern erkennen wir AV-Hütten, die von uns oft besucht worden sind und das Ganze können wir nun genießen während unsere Lieblingsbeschäftigung, biken, filmen und fotografieren. Was will man eigentlich mehr? Und als Tüpfelchen auf dem i bietet der Steig alles, was wir zum Leben brauchen. Schwierige trailige Stücke, flowige und schnelle Abschnitte und sogar einige noch immer nicht befahrene Stellen( Die Wiesen in der Gegend sind manchmal echt verdammt steil, ein Sturz und man sieht sich 500 Meter weiter unten, oder auch nicht!).

Im großen und ganzen eine Mordshetz. Über 4 Stunden später rollen 4 BikeHiker äußerst zufrieden zu ihren Autos. Stone hat es jetzt aber wirklich eilig. Ob er die 50 Km Fahrt mit dem Auto nach Innsbruck, duschen und umziehen in 15 Minuten allerdings schafft, wird allerdings von uns dreien bezweifelt. Aber Maschtl spielt noch immer in dem selben Orchester, anscheinend kann er nicht nur gut biken.

Next One

So, jetzt geht’s weiter. Nachdem wir nach Dunedin noch einen weiteren regenerischen Tag hatten, sind wir in aller Ruhe zum Naseby Forest gefahren. Das ist ein Wirtschaftswald in dem Radlwege geduldet werden und so ist auf relativ engen Raum einiges an Biketrails entstanden. Alle recht lustig, mit einigen Spruengen und Klimbim und jede Menge Anlieger. Man muss halt einiges auch treten. Und ich kann nur sagen: ich bin heilfroh dass wir die Hardtails dabei haben… Alles andere waer glaub nicht so lustig. Ausserdem hat uns ein Voeglein gezwitschert dass wir noch was anderes ausser dem DH32 mitnehmen sollen… Der Tip war auch Gold wert 🙂 (Fetten Dank!) Und nach ca 7h auf den Trails waren wir dann auch recht streichfaehig, haette nicht gedacht dass man mit 30hm soviel Spass haben kann.

Nachster Tag, Mount Rock, Alexandra… Und, nach was hoert sich das an? Genau!!! Dachten wir auch!! Aber anstatt felsig und Hoehenmeter waren Singletrail-fetzen und Flow auf sandigen, extrem spassigen Wegen entlang eines Flusses angesagt. Zwar anstrengend ohne Ende (wenn man auch unbedingt in der groessten Mittaghitze losfahren muss… pfffft…) aber mit einiges an guter Aussicht auf den Fluss belohnt. Danach noch einen Pott Eis und gut iss :-).

Und um das Endorphingefuehl am laufen zu halten gings von Alexandra directamente nach Wanaka in den Sticky Forest. Ebenfalls ein Wirtschaftswald, ebenfalls ein Trailnetz auf engstem Raum und ebenfalls einiges an Spruengen und Anliegern. Nachdem man mal eine Weile rumgehuepft ist, geht sogar auch da was weiter! Am naechsten Tag haben wir uns dann einen Ruhetag in Wanaka gegoennt. Wanaka war im Vergleich zum Rest unser bisherigen Reise dann aber doch etwas „belebter“. Da auch noch Sonntag war, und auch die ganzen NZler unterwegs waren, bin ich mir ein bisl vorgekommen wie wenn man aus dem hintersten Karwendel nach Ischgl kommt… So ein dringendes „Lasst-mich-hier-schnell-raus“-Gefuehl hat uns beschlichen ;-).

Also nix wie raus aus Wanaka und am Lake Hawea ne Tragetour erledigen. Da war dann auch wie erwartet genau gar nix los, also null nix niente! Also nada nothing zilch. Am Schluss den Hang entlang bis zur Huette war dann zwar eeeetwas fuer die Fisch, aber die Abfahrt hat sich mal wieder gelohnt. Und danach in den See zu springen hat auch was fuer sich :-). Ok, und dann die Actionstadt schlechthin, Queenstown.

Wenn ich bei Wanaka dachte das viel los war, das war ein Laercherlschass gegen Queenstown. Es gibt da tatsaechlich die Actioncombos fuer die ganz gestressten, also Bungyjumping, 4Weeldrives, Canyoning, Jetboating, ecoactionsightseeing,und was weiss ich nicht noch alles, in einem Tag! Da gibts nen ca 50-seitigen Folder wo’d komplett am Rad drehen kannst wenn’d willst… Aber da wir ja unser eigenes Adrenalingeraet dabei haben, haben wir uns 2 Tage zuerst die 7-Mile-Delta Trail und dann den Wynard Terrain Park gegeben. Uiuiuiuiuiuiui, war das guuuuut! Einiges an Northshores und im Terrain Park auch einige echt anspruchsvolle… Irgendwie sind wir doch alle die gleichen Adrenalinfuzzies, egal was gemacht wird…

Und um uns auch mal die Megatouristenattraktion zu geben, haben wir uns die letzten 2 Tage nach Milford Sound gegeben. Ist Enztouristisch, die ganze Strasse (sprich 120km) ist eigentlich nur fuer Touris gebaut, da es am Ende der Strasse im Milford Sound die ganzen Touriboote und Rundfahrten gibt. Und wir haben uns ein relativ kleines Boot geschnappt, das am laengsten rumgefahren ist, und ausserdem das erste Boot am morgen war. Und war echt beeindruckend! Sind da 2h rumgeschippert, durch den ganzen Fjord und raus aufs Meer. War ziemlich lustig, da gut Wellengang war und Klein-Felix vorne am Bug gestanden ist… bis er dann bei der groessten Welle voll eingewaschelt war… Was aber echt der Hammer war, dass man da unter Waenden vorbeifaehrt, die vom Meerespiegel auf 1500m hochziehen!!! Und das auf kuerzester Distanz. Und keine paar Kilometer weg ist ein Berg mit 2470 m und Gletscher und Eisbruechen… Wenn’s da Wege hochgaebe, tststststs. Jetzt sitzen wir in Te Anau auf einem Campingplatz und erledigen die ganze Waesche… Ich glaub unser Auto bekommt so langsam ein eigenes „Gschmaeckle“…

to be continued…

Neuseeland die 2te

Für alle die es noch nicht mitbekommen haben, auch dieses Jahr gibt’s wieder ne Biking-Hikingexkursion nach Neuseeland. Diesmal halt nur in der kleinen Besetzung, aber ebenfalls mit Rad. Soll heissen, Hanna und ich haben uns am 29.12 in den Flieger gehauen und sind die 30 Stunden bis nach Christchurch geduest um uns dort das Feuerwerk in der Stadt reinzuziehen… Naja, Feuerwerk… angekuendigt wurde es als „Fantastic fireworks display“… Was daran „Fantastic“ gewesen sein soll ist mir zwar immer noch nicht klar, aber halbwegs lustig wars schon. Am Neujahrstag haben wir dann unseren Allradcamper bekommen und sind gleich mal bei Christchurch in die Port Hills um erstmal gepflegt eine Runde zu biken. Ist zwar alles nicht hoch, dafuer aber mit Meerblick und mit geschaufelten und hergerichteten Wegen. Der naechste Tag hat uns dann etwas weg von Christchurch am Mount Hutt gesehen. Ebenfalls nicht hoch, aber ca. 10 verschiedene Trails mit Spruengen und Northshores und etc. haben, wenn auch teilweise schon etwas zerfallen, doch einiges an Spass ergeben. Am naechsten morgen dann nochmal ein paar Trails ausprobieren, bevor wir in Rangitata Tal gefahren sind. Das Tal ist fast komplett unbewohnt und es geht auch nur eine Schotterstrasse inkl. Bachdurchquerung rein. Und unser 4WD hat sich schon gelohnt 🙂 Da hinten ist nix mit Hauptreisezeit und so *grins*. Am naechsten Tag dann die erste „echte“ Biking-Hikingtour. Jetzt weiss ich was Chris mit „unten quasi Dschungel“ gemeint hat. Warm, extrem feucht und die Raeder bleiben beim Tragen staendig irgendwo haengen. Aber es war halt zu steil um sie zu schieben… Aber: hat sich (wie eigentlich immer) gelohnt!! Die Abfahrt war extrem spassig und Wurzeln und eng stehende Baeume tun ihr uebriges um das ganze auch angenehm herrausfordernd zu machen. Am Abend sind wir dann noch zu den Moeraki Boulders gefahren. Und danke Jungs fuer den Tip mit am Abend hingehen 🙂 Haben wir prompt auch gemacht, nur dass wir noch die Radln mitgenommen haben. Rausgekommen ist dann eine ziemlich lange Fotosession :-). Tags drauf hats dann leider angefangen zu regnen, was uns nicht weiter gestoert hat, da der Tag eh als Ruhetag eingeplant war. So haben wir uns halt Dunedin gegeben…
to be continued…

Septembernachtrag

Brr ist mir kalt, es ist 6.30 Uhr und ich warte auf Martin und Felix. Ich will aber nicht jammern, denn die meisten Leute müssen heute arbeiten und wir dürfen biken gehen. Ah, da kommen sie ja, schnell mein Cheetah rein ins warme Auto und los geht’s. Bei einer Tankstelle im Unterinntal treffen wir Chris und Matze. Zu fünft fahren wir weiter bis zum Ausgangspunkt. Also, die Bikes ausladen und nach fünf Minuten treten, werden diese auch schon geschultert.

Es geht über Wiesen durch ein kleines Tal hinauf zu einer Alm, wo uns schon die Sonne erwartet. In den wärmenden Sonnenstrahlen machen wir unsere erste Rast, Zeit zum Müsliriegel essen, Fotografieren und zum Blödeln. Aber schon geht es weiter durch erste Latschenfelder und schließlich lassen wir alles, was wächst hinter uns und schnaufen auf Schotter und Fels dem Gipfel entgegen.

Dort angekommen sitzen die ersten Wanderer beim Gipfelkreuz. Sofort werden wir gefragt, wie und warum wir mit den Bikes hier heraufgekommen sind. Nach den üblichen Gesprächen und Erklärungen (Schließlich passiert uns das ja öfters 😉 ) setzen wir uns zum Kreuz und essen was. Zwischendurch werden Aufnahmen für unser Intro gefilmt und die Landschaft erkundet – es könnte sich ja noch irgendwo ein geiler Steig verstecken – aber dann ist es Zeit für die Abfahrt :-). Und wie immer ist es ein Traum. Das Wetter könnte nicht viel besser sein, die Kulisse ist grandios – Kalk eben, die Stimmung ist ein Wahnsinn. Und so arbeiten wir uns vom Gipfel abwärts bis zur Alm. Es wird gefilmt, fotografiert, gefachsimpelt – wie kann man das am besten fahren oder doch besser so, „da muss der Blitz hin“, „bitte noch einmal zurück, des war nix“ und so weiter.

Bei der Alm weiß Matze von Chris, dass es jetzt noch einmal 150 Hm bis zum nächsten Gipfel hinaufgeht. Man kann ihn schon sehen – den Gipfel – und mich wundert es ein bisschen, weil es mir weiter vorkommt, aber wenn Chris das sagt?!? Etwas später frage ich Christian, ob es wirklich nur 150 Hm sind. Er antwortet mit einem breiten Grinsen im Gesicht: „Es sind 300 Hm, aber wegen dem Matze habe ich halt nur 150 gesagt“. Ah ja, schon verstanden, also kommt wieder einmal der „Tommsche Faktor“ ins Spiel, aber ohne mein Zutun. Auch gut, jedenfalls wird Matze am 2. Gipfel aufgeklärt, worauf er nur meint: „Hab i ma scho dacht!“ Auch hier wird kurz eine Pause gemacht und danach geht es über einen affengeilen Steig auf der anderen Seite wieder hinunter ins Tal. Uns erwarten enge Spitzkehren mit wirklich viel Tiefblick, Stufen mit Seilsicherung, weiter unten schnelle Passagen, einfach alles, was das Bikerherz begehrt.


Als wir wieder bei den Autos sind, ist uns klar, was für ein Glück wir haben, hier in Tirol leben zu können. Natürlich ist nicht alles rosig, aber für Biker gibt es nichts Schöneres und sei es auch nur die Hausmannskost, die wir jetzt im Gasthaus genießen werden.

People carrying bikes!

In Nord- und Südtirol wurde Regen vorhergesagt und der Trip mit Tobi nach Slowenien fiel mangels Auto leider auch ins Wasser, also war wieder mal „Flucht in den Süden“ angesagt. Drei Tage gings daher für Stone, Felix und mich mit dem grünen Biking-Hiking Bus nach Italien.
Es gab 3 Touren mit insgesamt etwas über 4000Hm (2500 davon Bike tragen). Zweimal in Kalk, einmal in klassischem Hochtourengelände.
Die Tourenplanung übernahm Felix, als Berater stand ihm Stone zur Seite. Ich lehnte mich gemütlich in meinem schon beinahe legendären Gigasport Campingsessel zurück und ließ Urlaubsfeeling aufkommen. Nur das „ja passt ich bin dabei“ war von mir verlangt. Ich genieße das immer sehr, wenn ich eine Tour mitfahren darf, die ich nicht selbst aus den Karten raussuchen hab müssen. 🙂
Am Anreiseabend wurde gleich mal die weitere Arbeitsaufteilung festgelegt: Einer kocht, zwei bauen Stones neue Gabel ins Radl. Schnell ist’s gegangen, die Fox-Mania hat um sich geschlagen und nach Felix, Matze und mir nun auch Stone ereilt. Ich konnte ihn von der Performance der neuen 2011er Talas mit 180 Federweg überzeugen, „Kashima“ sag ich nur! (naja eigentlich wars ja doch nur der Kampfpreis, um den Maschtl die Gabel bekommen hat) und so wurde die löchrige, mit Pflaster und Gewebeband wundversorgte Lyrik gegen die leichtere und längere Fox getauscht. Das alles unter freiem, italienischen Sternenhimmel mit Seeblick. Keine halbe Stunde später gab’s Spaghetti und leuchtende Kinderaugen von Stone in Richtung aufgepimptes Trek Radl.

Der erste Tag war eine Tour mit 1600Hm, 600 davon tragen. Easy Cheese also 😉 und ruck-zuck in 4 Stunden (inkl. Hütten- und anderer Pausen) waren wir oben. Die vielen (Hoch-)Touren der letzten Wochen hatten sich bezahlt gemacht. Kurz vorm Gipfel noch ne coole Meldung einer Gruppe Amis. Als uns der Erste von ihnen vom leicht ausgesetzten und hochalpinen Joch herunter erblickte, rief er mit klar hörbarem irrglauben „People carrying bikes!“ zu seinen Leuten. Als wir dann kurze Zeit später mit ihnen plauderten, erzählten sie uns von einer Gruppe Kajak Fahrer, die ein Jahr zuvor in Colorado ihr „ninety pounds“ schweres Kajak auf knapp 4000 Meter hinaufschleppten, nur um später den nahen Fluss hinuterkajaken zu können. Jaja „crazy people“ gibts überall auf der Welt 😉
Nach nettem Plausch und einer (gut zugegeben nicht so ganz) gemütlichen (weil kühl und windig) Gipfelrast mit Jause ging’s dann los. Kalkplatten sag‘ ich nur! Der obere Teil Hammer verspielt mit schönen Foto- und Filmstellen. Der laaaange Mittelteil dann ein verblockter Weg, zum trialen und noch verspielter. Der kurze Schlussteil ließ dann unsere Bremsen heißlaufen, denn sehr steil und trotzdem flowig gings zurück an den See wo wir übernachtet haben. Felix und Stone: Sehr geile Tour! Gut ausgesucht 😉

Eines vorweg zum zweiten Tag: Es gibt kaum Fotos und Filmaufnahmen, da es pünktlich zu Beginn der Abfahrt zu regnen begann und wir aus Sorge vor einem drohenden Gewitter ziemlich Gas gaben. Wer nun denkt der Tag war ein Schaß irrt allerdings, denn erstens ist’s immer lustig und zweitens war der Weg erst bei Regen so richtig spannend 🙂
Stone und Felix haben mich gleich zu Beginn des Tages versucht auszutricksen. Ganz zufällig standen zwei Wege zur Auswahl. Da ich ja beschlossen hatte die Tourplanung den beiden zu überlassen, sagte ich dass es mir egal sei – was sonst! Die beiden beschlossen dann unfairerweise basisdemokratisch vorzugehen und ganz zufällig war Stone für den einen und Felix für den anderen Weg – jaja schon klar! Also musste doch ich eine Entscheidung treffen, vorbei mit Urlaub! Ich hab mich dann ganz basisdemokratisch für Felix‘ Variante entschieden, da sein Magen verrückt spielte (wohl überanstrengt am Tag zuvor was?! *gg*) und Felix öfter mal im Wald verschwand. Dieser Weg war kürzer als der andere, doch wie Stone dann in einem kleinen, einsamen Gipfelabenteuer rausfand, wär‘ der andere auch nicht „besser“ (sprich: schwerer) gewesen. Das geplante Tourenziel wurde also durchkreuzt. Einerseits durch einen astreinen (wenn auch kurzen) Klettersteig, andererseits durch ein etwas steinschlaggefährtetes und unrentables Zielstück zu einem Joch wo es hinten runter auch wieder nur einen Klettersteig gab, wie Stone dann eben allein rausfand. So ist das halt im Kalk: meist nur Grashänge oder Klettersteige, selten was (für uns lässiges) dazwischen. Ich wär‘ ja für den Klettersteig gewesen. Radln zerlegen und rauf. Ohne zerlegen wär’s nicht gegangen, wir haben uns das selbstverständlich schon angeschaut. Das erste Stück ging noch, doch dann kam eine Leiter mit anschließendem engen Kamin ca. 10-15 Meter hoch. Da hätte niemand von uns mit Rad durchgepasst 🙂
Felix und ich beschlossen dann Stone beim expeditieren zuzuschauen und verkauften derweil Edelweiß um 2,- Euro pro Stück an die Klettersteigpassanten 😉

Am dritten Tag gabs einen Revierwechsel. Stone und Felix übernahmen wieder die Initiative, der Magen von Felix hatte sich beruhigt und ich begab mich erneut in Urlaub. Naja nicht ganz, denn es brauchte wieder meine Zustimmung den Revierwechsel vorzunehmen (eh schon wissen: Basisdemokratie und so). Es wurde zu aller erst eine hohe 3000er Tour fürs nächste Jahr ausgekundschaftet. Schaut gut aus! Könnte spannend werden! Die Nacht im neuen Revier war dann die erste, wo ich in den Schlafsack kroch, denn es war auf knapp 1600 Meter schon ziemlich zapfig. Entsprechend mit langer Hose und Shirt gings dann in der früh los.
Der Weg heute: zuerst Downhillcharakter (Stone ging sofort auf Fährtenlese und fand prompt Reifenspuren), nach einer Abzweigung dann Tschungelcharakter (vom Weg kaum mehr was zu sehen), ein gutes Stück später dann Einsamkeit pur (da war glaub ich schon lang keiner mehr), zum Schluss Hochtourencharakter (mit hohem Hochtourenanteil, weshalb ich mein Bike 400Hm unterm Ziel liegen ließ und mich fürs Fotografieren entschied). Die „Gipfel-„Rast am Joch war dann windgeschützt zwischen den Felsen und in der Sonne schon einigermaßen gemütlich.
Die ersten 400Hm „Abfahrt“ von Stone und Felix wurde mehr zur „Abtrage“ degratiert, zu steil, zu rutschig, auch zu verblockt das ganze, von Steig keine Spur mehr. Trotzdem gabs viel zu lachen und die eine oder andere Trialpassage zwischen den Felsblöcken. Als wir dann wieder zu dritt mit Bike versorgt waren, Spaß pur, ein paar schöne Platten, einige wirklich Steile Stellen die Stone und Felix äußerst respektabel meisterten und viel flow und Spaß dann auch unten im „Tschungel“ und am „Downhill“.

Die Rückfahrt dann schier endlos durch (mir gut bekannten) Motorradstrecken aus vergangenen Tagen mit Warnhinweisen von mir an Stone, wo er die Kurven besser nicht schneiden sollte. Die angezuckerten Berge am Alpenhauptkamm bei der Heimfahrt bestätigten uns dann die Richtigkeit der Entscheidung der „Flucht nach Süden“. Lässig war’s wieder!!

High noon oder 3×12

Es ist wieder mal Samstag, aber nicht wie sonst fünf Uhr morgens, sondern zwölf Uhr Mittag. Genau die richtige Zeit sich für eine Tour zu treffen. Tom und ich fahren gemeinsam, Chris und Felix fahren bei Stone mit. Wir sind ein wenig früher am Ausgangspunkt und kurbeln schon los, nur um wenig später von einem Linienbus auf der Schotterstraße überholt zu werden, aus dessem Fenster sich Felix beugt und hophophop ruft. Die 500 Höhenmeter mehr sind für Tom und mich ein fast surreales Erlebnis. In der Mittagshitze werden die Fichten, vor unseren geistigen Augen, zu Kakteen, die unschuldigen Waldameisen zu Skorpionen, und unsere Bikeschuhe zu Schlangenlederstiefel. Das gefühlte Tempo ist ziemlich hoch, und am ersten Etappenziel gibt’s frisches Wasser. Die Kakteen, Skorpione und leider auch die Stiefel verschwinden. Wir sehen die Vorhut, ihre Bikes ein paarhundert Meter höher, über leicht bewaldete Almhänge tragen. Wir zögern nicht lange, und folgen ihnen. Anfangs geht’s über Wiesen mäßig steil dahin. Es ist immer noch sch…heiß, und kein Lüftchen bläst. Unterwegs treffen wir heute einige untypische Jäger. Erst ein Pärchen mit riesigen Schmetterlingsnetzen, aber ohne Jagdschein, und später einen Angler der uns stolz seinen Fang aus dem Bergsee zeigt. Er versichert glaubhaft die kaum zehn Zentimeter langen Fische nicht zu essen, sondern im eigenen Teich einzusetzen. Die Umgebung verändert sich, bald umgeben uns statt Wiesen, Geröllfelder.

Über große Platten geht’s der Himmelsleiter entgegen. Eine Stiege aus Steinblöcken. Wir können uns nicht vorstellen, wie die gebaut wurde. Dafür spüren wir was es heißt, die gut fünfundzwanzig Kilo auf unserem Rücken, bei jedem Schritt hochzuhieven. Hat das was mit Kondition zu tun, oder nur mehr mit Leidensfähigkeit? Egal, irgendwann sehen wir die Hütte und kurz darauf sitzen wir auf der 3200m hoch gelegenen Terrasse bei einem Bier, und blinzeln in den Sonnenuntergang. Später übersiedeln wir in die Gaststube, und Stone versucht kurz nach 22:00 noch ein Bier zu bekommen, was so klingt: „Moa kannt i no a kloans Bier hobn?“ Darauf der Wirt „Ja ehh klar“ und Stone schon etwas selbstsicherer „Boa, konn i donn a a großes hobn?“ Das ging so weiter, bis um 2:00 hab ich mir sagen lassen, ich war schon um 24:00 im Lager.

Am Morgen danach sind einige von uns nicht ganz so fit. Bei wolkenlosem Himmel, geht’s auf einem unbekannten Weg bergab. Zuerst über zerklüftete Felsen, und ruppige Steine. Hier entstehen schon ziemlich viele Fotos, das sind die mit dem Gletscher im Hintergrund. Die nächste Passage ist sehr steil und bietet ein paar knifflige Stellen. Über Felsbänder und um enge Kurven geht’s abwärts, wobei das mit dem es-geht-abwärts ist relativ. Nach drei Stunden haben wir schon fast 250!! Höhenmeter geschafft. Es wird zum dritten Mal 12:00 auf dieser Tour, und pünktlich zum höchsten Sonnenstand, geht mir das Trinkwasser aus. Zum Glück seh ich gar nicht weit unter uns einen klaren Bergsee. Nur Felix fährt am nächsten Abschnitt, der aus wirklich groben, wild übereinander liegenden Gneis-Brocken besteht. Doch bei der Platte die im Anschluss auftaucht sind alle wieder begeistert. Nach vielen Serpentinen, und noch mehr Schweißtropfen sind wir endlich am See. Das Rennen um den ersten Kopfsprung ins kühle Nass gewinnt Tom, und nur Sekunden später sind fast alle im Wasser. Nur, wie schon vorher bemerkt, sind einige heute leicht angeschlagen, und ziehen ein ruhiges Platzerl am Felsen vor.

Danach geht’s weiter über steile Hänge, bis wir in den Wald eintauchen, der uns auf einer Lichtung inklusive Almhütte wieder ausspuckt. Da werden die Flüssigkeitsreserven aufgefüllt. Jetzt wird der Weg richtig feucht und schlammig. Durch den Wald geht’s dann ein bisserl tiefer runter als der Ausgangspunkt war, was für Felix und mich bedeutet, dass wir nochmal 100 Meter bergwärts müssen, um die Autos zu holen. Am Schluss sind sich alle einig, das war wieder mal eine sensationelle Tour.

Von Reifenschlitzern und französischen Flüchen

Mh, ob ich diese Gedanken wohl zu Blatt/Bildschirm bringen darf? Oder haben gewisse Leute ein Copyright drauf?!?! Schliesslich wurde doch bestimmt schon mal ein Bericht übers Radeln geschrieben?! Mh, da muss ich wohl erstmal eine Pfeife rauchen und drüber nachdenken… ich weiss es nicht, also wurscht, leg ich halt los.

4 Jungens, sprich Chief Chris, Mad Matze, Serious Stone und Feeble Felix, beschlossen, dass es mal wieder an der Zeit wäre neue Gefilde auf ihre Biketauglichkeit zu untersuchen. Ausserdem brauchte Serious Stone nach längerer Abstinenz mal wieder eine ordentliche Dosis Adrenalin und Lässigkeit :-). Gut, somit das 2-rädrige Zeugs reins ins 4-rädrige Zeugs, noch ein paar Klamotten, Schlafsäcke und Essen drüber streuen, und los gings. Eigentlich war der Dienstag nur als Fahrtag angesetzt, da die Französischen Alpen halt doch ein kleines Stück weg sind. Allerdings war das Wetter bereits auf dem Hinweg so überzeugend (im Gegensatz zum Regen bei der Abfahrt in Innsbruck), dass beschlossen wurde noch eine Runde zu relaxen und auf die späte Ankunft zu sch**en. Somit hat sich jeder ein halbes Bier gegönnt, was zieeeeemlich gut war (JA, sogar ich!!! :-), und das wo ich Bier doch eigentlich nicht mag…). Nach einem kleinen Verhauer bei Turin (der übrigens von beiden Autos unabhängig voneinenander gemacht wurde), kamen die Knappen dann spät abends an. Und nu war die Frage, wohin zum pennen? Naja, nachdem der „Dorfplatz“ eh schon voll mit Wohnmobilen war, war das wohl die einfachste Variante. Stone bekam dann noch den Auftrag eine Tour in der Nähe rauszusuchen, was dieser natürlich tat… und er fand schon auch was… iss ja nicht so schwer…

Zeitsprung – nächster Morgen: Nach genauem Hinschauen stellt sich raus, dass die Tour die Herr Stone rausgesucht hat, dann doch nicht sooooo gaaaaanz in der Nähe ist. Aber egal, dann gibt’s halt Frühstück auf dem Hinweg. Die Tour an sich war eigentlich als Auto-shuttle Tour mit nur kurzer Trage-Schiebe-partie angelegt. Aber wenn dann da halt noch so ein blöder Berg daneben rumsteht, der von unten auch noch ziemlich gut ausschaut, von vorbeigehenden Wanderern als unfahrbar bezeichnet wird, dann sind wir halt doch so blöd und werden von dem Ding wie Motten vom Licht angezogen und tragen das Ding halt auch noch hoch. Und uiuiuiui, hat sich das gelohnt. Aussicht vom feinsten, Berg vom feinsten, Weg vom feinsten. Einzig Matze hat das Rad nicht ganz auf den Gipfel mitgenommen, da er heute mal beschlossen hatte wirklich einen auf Freeride zu machen… sprich ride free von Helm und sonstigem Protektorengedöns, das ganze Zeugs wird auch ziemlich überbewertet… So ein Ozihut hat stylemässig als Radkopfbedeckung auch was ;-). Ein freundlicher älterer Herr meinte nach einem kurzen Gespräch nur: „Seems like a strange kind of fun to me“…. Alles Ansichtssache 🙂

Nach dem herrlich fordernden oberen Teil mit 150000 Film und Fotopausen gings den Rest des superflowigen Trails ins Tal. Kurz noch als Nebenbemerkung: irgendwann im oberen Teil zeigt Stone auf einen halbierten Stollen seines Reifens und meint: „Uh schau mal, ein Materialfehler beim DH32“, wir haben uns aber weiter nix gedacht…
Eigentlich waren die letzten Kilometer dann als „Auf-Asphalt-runterroll-Strecke“ gedacht… Naja, mit entsprechend Gegenwind und DH32-Bereifung wird auch eine Bergabstrasse zur Anstrengung. Aber gut dass wir alle Variogabeln haben, dann können wir sauber in den Berg reintreten und mit ein bisschen Windschattengelutsche und Kreisel waren wir dann doch irgendwann am Auto.

Der nächste Tag war der wettertechnisch am unsicherste Tag. Somit wurde erneut eine Autoshuttletour angesetzt, diesmal mit einem leichteren Weg. Selten hab ich so einen lustigen Shuttleweg erlebt: mehrmals war’s nicht mehr sooo weit von „nur-mit-Allrad“ entfernt. Und eh klar: naaaatürlich muss man noch ein Stück weiter hochtragen… wo kämen wir denn sonst hin… also wirklich… Nur dass uns diesmal das Wetter wirklich einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Nachdem schon den ganzen Morgen rund um uns herum die Schauer rumgeflizt sind, war dann klar, dass uns demnächst einer erwischen wird. Also rauf auf’s Rad und runter. Und ich kann hier nur Richie zitieren: „Schütten, Schütten, Schütten“. Und zwar vom Allerfeinsten. Ein handtuchbreiter Wald und Wurzelsteig mit feinsten Kehren und Kurven. Und es war sooo was von Wurscht dass es uns zwischendrin mal voll eingewassert hat. Der 2te Tag Dauergrinsen war perfekt. Am Nachmittag dann noch ein bisl shoppen (Plastikschüssel für die Dusche) und chillen, was will man mehr ?!? :-).

Abends war dann Radelplfege auf dem Programm. Ich hab mir nochmals Stone seinen Reifen angeschaut. Irgendwann denk ich mir „komisch, das schaut aus wie wenn da einer mit dem Messer dran rumgeschlitzt hätte, aber dass kann ja nicht sein…“. Gut, hab ich mir noch die Reifen der anderen Räder angeschaut. Und Tatsache: genau (!!!) das gleiche Schnittmuster auch auf Matze seinem Hinterrad. Es hat tatsächlich irgendwer, vermutlich am 1sten Tag auf dem Gipfel, an Matzes und Stones Reifen rumgeschnitten!!!! Ich dachte ja schon dass Beleidigungen und Beschimpfungen keine Steigerung mehr hätten, aber ich wurde eines besseren belehrt. Ich bin glaub noch den ganzen Abend kopfschüttelnd rumgelaufen. Ich bin ja der Meinung, nur die ziemlich starke Karkasse hat schlimmeres verhindert…

Jajajajajaja, ich gebs ja zu, der Planungsfehler für den 3ten Tag geht auf meine Kappe! Plan war, früh raus (Matze würde sagen „sch***sfrüh“), kurz frühstücken und rauf aufs Rad (bzw. unters Rad…). Hat auch soweit ganz gut funktioniert. Nur dass ich eben die Nationalparkgrenze in der Karte übersehen hab… Ist ja auch echt wirklich kaum zu sehen!!! Ich schwörs!!! Woher soll ich den wissen was diese blöde fette grüne Linie da soll?!?! Checkt doch kein Mensch!!! Naja, langer Rede kurzer Sinn: am Anfang des Trails ein Naturparkschild mit kleinem „Radeln verboten“ Hinweis. Und wenn’s schon überall erlaubt ist, sollte man halt dann doch die paar verbotenen Ecken vermeiden. Und in der Hauptsaison schon sowieso. Aber gut dass es einen Alternativtrail gleich im nächsten Tal gibt, bei dem die Nationalparkgrenze 500m daneben verläuft. Also zurück zum Auto, rein ins nächste Tal, und los geht’s. Am Anfang dann wie so oft die Enttäuschung: „Verdammt der Weg schaut leicht aus, warum trag ich hier überhaupt hoch, schei**e ist das anstrengend, ich mag nimmer, der vor mir hat schon wieder einen brennt (ich nenne hier keine Namen!!), fuck ist das kalt, und der blöde Schotter geht mir auch auf den Sack!!“ Dann: SONNE. Und: „Hei leck mi am Arsch ist des geil hier, ui, schau dir mal die Hammerstelle da an, uha, da kommt gleich die nächste, man fetzt die Aussicht, wurscht dass der vor mir immer noch einen nach dem anderen brennt, uha, simmer schon oben ?!? Maa ist des Wetter der Hammer, Juhuuuuuuu!!“.

Und tatsachlich, die Abfahrt schon wieder vom Feinsten. Hier hat Chris mir dann übrigens seinen „Schulfranzösisch-lustig-nichtsagenden-Fluch“ beigebracht: „Sac a main, a droite a gauche“. Mit der enstprechenden Ausprache hört sich das ziemlich nach Fluchen an und sagt genau nix aus 🙂 (Handtasche, links, rechts). Von da an wars geschehen, alles wurde „gehandtascht“….
Nach ca. 50hm schon wieder alle ausnahmslos den Dauergrinser im Gesicht, dass es langsam fast schon langweilig wurde. Zuerst über Schotter, dann über Trialstellen und Felspassagen, kurzen Flowabschnitten usw gings dahin. Zwischendrin meinte Chris dann ihm warens noch nicht genügend Höhenmeter, also hat er mal frisch-fröhlich den Blitz liegen lassen und es erst 200hm weiter unten „gemerkt“. Aber 20min und einen kurzen Bergsprint später war die Sache auch schon wieder gegessen…. Und die 20 min habens gebracht, da wir unten dann noch das perfekte Abendlicht erwischt haben. Gut, die letzten 80hm in nem Grobschotterfeld waren für die Fisch, aber das war nach dem Rest der Tour sowas von blunzen. Zurück am Auto nur noch kurz duschen, was essen und dann einfach nur die absolute Zufriedenheit geniessen (gegrinst haben immer noch alle…)…

Nach diesem Tag waren wir ja eigentlich der Meinung dass es von jetzt an nur noch bergab gehen konnte… Aber wir wurden eines besseren belehrt. Stoneinger hatte mal einen Film gesehen, der in der Nähe gedreht wurde. Er meinte nur dass es halt gut ausgschaut hat. Gut, probieren wir’s halt mal aus. Also rein ins Auto, die paar Minuten hinfahren, austeigen, und erstmal staunen: Uiuiuiuiuiuiui, gehts da weit hoch. Mh, nächste Frage: nehmen die da Radln mit?! Das hörte sich nach einem Job für den Obmann an, also ging sich Chris mal informieren. Und kam zurück mit einem Pamphlet auf französisch mit einer Karte drauf. Darauf dann mehrere Wege anmarkiert, 2 ganz klar nicht fürs Radln erlaubt, ein paar definitiv erlaubt, und bei 2en stand halt „VTT – deconseillez“. Folgender Dialog enstand:

S: Mh, VTT ist klar das Mountainbike (velo tout terrain)….
O: Und was heisst deconzeillez?!
S: Keine Ahnung! Aber wurscht, wo sowas dransteht kann man ja wohl auch fahren.

Gut, also nix wie rein in den 1sten Abschnitt der zieeeemlich alten Bahn. Dann gleich umsteigen zum 2ten Abschnitt. Mh, warum will uns der freundliche Lifter mit Knacksgeräuschen nur klarmachen dass wir zwar nach oben fahren können, aber unsere Räder kaputt werden und auseinanderbrechen werden?! Wurscht, da steht VTT also muss es gehen. Oben dann aussteigen.. UND: der blöde Grinser war schon da ohne dass wir auch nur einen Meter gefahren wären. Eine Aussicht bei bestem Wetter (sonnig und windstill) auf Gletscher, hohe Berge und sonstigen Klimbim! Nachdem die obligatorischen Panos gedreht und geschossen waren gings los. Und ich sag nur: 300hm in 5 Stunden… Wir sind rumgehüpft wie die kleinen Kinder an Weihnachten. Der Weg war die reinste Granitplatten und getrial-Orgie. Ich glaub wir haben ziemlich viel Höhenmeter doppelt und dreifach erledigt, da es links und rechts des Weges ca. 500000 verschiedene Varianten gab, und man(n) kann da ja keine auslassen, oder?! Eh klar, dass irgendwann jedem schon wieder das Gesicht vor lauter rumgrinsen und lachen weh getan hat… Und der Kommentar des Tages kam von einer holländischen Familie: Matze macht sich gerade bereit eine ziemlich steile Platte zu fahren.

F: are you going down there?
M: erm … yes
*kurze pause* mundwinkel wandern nach unten, und mit einer todernsten Stimme
F: SUCCESS!

Nach unten hin wurde es dann leichter, es folgte zum Abschluss ein super flowiger Vollgasweg. Matze meinte dann zwar noch zweimal dass er Bodenproben nehmen sollte, aber ist nix passiert, gut so. Abends dann wieder das gleiche Program: duschen, grinsen, essen, grinsen, chillen, grinsen, bett gehen, grinsend einschlafen…

Am nächsten Tag ist Matze dann schon am Morgen heimgedüst während sich die restlichen Drei nochmals den gestrigen Weg reinzogen. Schliesslich gabs in der Mitte noch ne Variante und ausserdem unten auch noch mal ein Weg mit „VTT – deconseillez“, der am Vortag nicht in Betracht gezogen wurde. Und eigentlich hätte es auch geheissen dass nicht mehr gefilmt wird… eigentlich…. Oben gings dann auch tatsächlich etwas schneller dahin. Und es war um nix weniger lustig als am Vortag. Die obere Variante entpuppte sich auch nochmals als Knaller. Auch die untere Variante war nicht von schlechten Eltern. Und irgendwie kamen dann beim Befahren so langsam Gedanken auf ob wir das „deconseillez“ auch wirklich richtig interpretiert hatten… Der Weg war der Oberhammer, aber wir haben uns schon gewundert dass sowas als offizieller Weg beschrieben wird?!? Egal, ist fahrbar und ziemlich genial. Und so ist ohne eine Verletzung der Radlteil des Urlaubs zu Ende gegangen. Beim Zurücktreten meinte Chris dann das sei die Krönung des Urlaubs gewesen. Meine Frage war dann, wie lässt sich ein Plateau krönen?!?!

Naja, und den Planungsfehler der Rückfahrt schiebe ich jetzt mal ganz frisch fröhlich frei auf die anderen Zwei!! Um Maut zu sparen wurde beschlossen statt, wie beim Hinweg über Italien, über die Schweiz zu fahren. Schliesslich spart man sich da ja Maut! Naja, Ergebnis der Entscheidung war dann dass wir um 3:30 statt um 23:00 Uhr daheim waren und die Maut doppelt so teuer war… Schliesslich liegt vor der Schweiz noch französische Autobahn :-). Gut, für die Motorpanne mit dem Schlauch (ich hasse Autobahnen ohne bzw mit nur schmalen Seitenstreifen) und den Unfall mit Blechschaden auf Niemandsland zwischen Frankreich und der Schweiz kann wirklich niemand was….

So, das war dann der Bericht zu unserem sensationellen Ausflug 🙂 . Ach noch was: sollte irgendwer eine aktuelle Ausgabe des „Vollständigen-wo-darf-ich-fahren-und-fotografieren-Guide – Ausgabe Tirol“ da haben, dann bitte ich mir diesen an die email ich-hätte-gerne-was-zu-melden@bikehike.uber.space zu schicken. Vielen Dank. Und sollte irgendwer wissen wollen was „deconseillez“ heisst, dem sei leo.org nahegelegt….

Matzus‘ Kreuzweg

Eines Tages war es also soweit. Novize Matzus Merkus hatte endgültig die Fahrradgötter erzürnt!

Welcher Gott es genau war, lässt sich in der Schrift nicht mehr genau herausfinden. Es könnte der Gott Mitschelhin gewesen sein, da Novize Matzus es doch tatsächlich gewagt hatte, Jünglinge des Konkurenzgottes Shualpe zur Bestückung seines 2-Radaltars herzuziehen. Es könnte aber auch Obergott Marhtsoggi gewesen sein, der seinem Gehilfen Ripount angewiesen hat, bis auf weiteres keine Arbeit mehr zu verrichten. Dass Marhtsoggi überhaupt erzürnt war, lässt sich wohl mit den fehlenden Opfergaben und Obulussen in den Hallen des Tempels des heiligen Ratschtuthio erklären. Eine weitere Vermutung wäre der Trailgott, da evtl. eine Abklärung zur Befahrung eines Pilgerweges nicht vorhanden war? War es am Ende doch der grosse und mächtige Tschieta der um seine Verdrängung durch den Konsumgott Dransischion bangt?!? Oder hatte etwa gar die Fruchtbarkeitsgöttin Pharpahra ihre Finger im Spiel?!??!? Man weiss es einfach nicht!

Jedenfalls, es half alles nichts, es musste der Rat der Weisen unter Leitung des Obershamanen Chistianus Dworschakus einberufen werden. Nach langer, eingehender Beratung wurde beschlossen, dass Novize Matzus zur Besänftigung der Radgötter Busse tun musste. Es wurde beschieden, dass ein zweitägiges Bussprogramm der Schwere des Vergehens genüge tun würde.

Somit sah der Samstag wie Novize Matzus mit der Unterstützung des Novizen Felixi Schülleri durch die Hitzehölle des heiligen Landes Tirols sein Radaltar zu tragen hatte. Unter der erbarmungslosen Sonne sollte der erste Teil der Sünden hinausgeschwitzt werden. Dies gelang auch sehr gut! Die 2te Prüfung bestand aus unerträglich schweren Einzelprüfungen, die nach oftmaligen Wiederholungen ebenfalls recht gut gelangen. Gegen Ende jedoch forderte das unerträgliche Auge der Götter seinen Tribut und die beiden Novizen sahen sich am Ende ihrer Kräfte. Da die Götter jedoch einsichtig waren, wurde den Beiden beschieden, dass sie sich im naheliegenden, kalten Gebirgsbach abkühlen dürften.

Um die absolute Korrektheit zu gewährleisten, wurde der 2te Tag des Bussprogramms vom Obershamanen Christianus persönlich überwacht. Wieder mit Unterstützung des Novizen Felixi reiste die Delegation in etwas höhere Gefilde Tirols. Da die gestrige Hitzetortour als ausreichend angesehen wurde, wurde der Delegation sogar erlaubt, die ersten Meter des Bussweges mit Hilfe des vierrädrigen Gefährts der Hölle zu bewältigen. Die ersten Prüfungen des Tages waren zwar weit, aber doch recht einfach zu erledigen und wurden guten Mutes erledigt. Allerdings zeigte sich bereits hier, dass es nicht einfach werden sollte. Novize Matzus bekam Probleme mit seinem unteren Kreuz…

Dann folgte die erste schwere Prüfung des Tages: der See der Erholung wollte und wollte nicht auftauchen! Ein Aufschwung nach dem anderen wurde gemeistert, aber hinter jedem tauchte ein neuer Aufschwung auf! Die Moral wurde zum ersten Mal auf die Probe gestellt.

Nach kurzer Pause zur Findung der inneren Mitte am See der Erholung folgte gleich die nächste schwere Prüfung: der Gott des Weges hatte ein Hindernislauf über riesige Granitblöcke vorbereitet, die es unter höchster Konzentration zu bewältigen galt. Es geschah auch dort, dass wir einige der wenigen weiteren Pilger trafen, die aber allesamt Anhänger des heiligen Wanderstocks waren.

Ohne Pause ging es zur nächsten Prüfung, die diesmal vom Gott der optischen Illusionen auferlegt wurde: der Wegesrücken, der am Anfang recht kurz und einfach aussah, entpuppte sich als lange und nicht enden wollende Büsserstrecke. Da sich die Moral des Novizen Matzus weiter verringerte, begann sich in der Ferne bereits der Zorn der Götter zu entladen! Es war deshalb Eile geboten.

Am höchsten Punkt erlaubten die Götter eine kurze Rast zur Vorbereitung auf die letzte und schwerste Prüfung: das relativ flüssige Hinunterreiten auf den Altären des Radsports. Es wurden zwar kaum schwere Einzelstellen auferlegt, jedoch war der Pilgerweg stets nur knapp an der Reitbarkeit. Und hier geschah es das Novize Matzus kurzzeitig seinen Glauben verlor und seinem Radaltar einen Tritt versetzte!! Da dies eine der 256 Todsünden ist -neben u.a. „Du sollst nicht blockierend bremsend den Weg deiner Träume zerstören“ oder “ Du sollst nicht hinausposaunen die Örtlichkeiten deiner Fahrt“ – begann sich unweigerlich der Zorn der Götter zu nähern! Nur der beständigen Heiterkeit des Restes der Delegation war es zu verdanken dass der letzte Teil der Prüfung zwar steil aber freundlich zu Ende ging. Und da auch Novize Matzus am Ende die Freude an seinem Radlglauben wieder fand, verzog sich der Zorn der Götter nach einer kurzen, letzten Warnung und es konnten die Früchte der harten Arbeit aus der Truhe der Erkenntnis (auch bekannt als Kühlbox, also eigentlich Teufelszeug) genossen werden.

Dies ist die Geschichte der Busse des Novizen Matzus, und nun möget Ihr Euch an den bildlichen Darstellung derselben erfreuen!

Die Aufzeichnungen für die Nachwelt wurden durchgeführt vom demütigen Novizen Felixi und illustriert vom ehrwürdigen Obershamanen Chrisianus.

Und sollte der werte Studierende dieser Schrift auch in Zukunft von göttlicher Hand auf neue Aufzeichnungen hingewiesen werden wollen, so sei dem Studierenden nochmals unser göttliches Botensystem (neudeutsch: Newsletter) ans Herz gelegt -Klickst du hier-