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Teil 2 – Eine Woche Biken

Am 3. Tag wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen, da wir von den ersten zwei Touren etwas Müdigkeit in den Knochen spürten (ich mehr in den Muskeln). Wir beschlossen also „Lifteln“ zu gehen. Als wir am Vortag bei einer Liftstation den Plan der lokalen Schi- und Bikearea sahen, war unser Interesse für Flaine geweckt. Laut diesem Plan muss es dort eine Fülle von Bikestrecken in allen Schwierigkeitsgraden geben. Die Anreise erfolge bereits am Ende von Tag 2, die verwinkelte Bergstraße in dieses Schigebiet war recht abenteuerlich in der Dunkelheit. Doch der Blick auf das nächtliche Cluses beeindruckte uns.
Als wir endlich einen Schlafplatz für Bus und Insassen gefunden hatten, waren wir sicher, am richtigen Ziel gelandet zu sein.
Komische Geräusche weckten uns dann um ca. 8 Uhr 30. Der Blick aus dem Bus zeigte uns, dass das Weckgeräusch der Brenner eines Heißluftballons war, der mitten am Parkplatz der Liftstation gestartet war.
Als auch nach 9 Uhr die Gondelbahn immer noch nicht in Betrieb war und wir auch keinen Plan von den Bikestrecken fanden, waren wir uns nicht mehr so sicher, am richtigen Ziel zu sein.
Also wieder in den Bus und noch weiter den Berg rauf in den letzten Schiort der Bergstraße.
Wieder Golfplatz, wieder riesige Hotels samt Tagungszentrum, wieder keine Rede von „dem Landschaftsbild angepasster Schiort“.
Die Bahn nahm Biker mit und obwohl es keinen Plan von den Bikestrecken gab (verdächtig, verdächtig) erklärte uns die nette Dame am Schalter, wo wir runterfahren können. Wird schon passen dachten wir.
Als wir an der Bergstation ausstiegen, war erst mal großes Staunen angesagt. Das „Grand Massif“ war wieder ein grand pièce näher gerückt und der Mont Blanc in greifbarer Nähe. Geile Kulisse! Fotos, staunen und suchen nach der Bikestrecke. Die von der Dame beschriebene Abfahrt stellte sich als breite Forststraße raus, von anderen Strecken keine Spur. Also suchten wir nach Wandersteigen und fanden ein Plattenparadies. Letztlich gabs dann 3 Stunden Plattengetriale und einen echt lässigen Steig, allerdings insgesamt nur 800Hm. Eine Herde an Steinböcken beobachtete unser Treiben und die vielen Touristen, die mit Liftunterstützung in eine ihnen sonst verschlossene Welt transportiert wurden. Wo sonst sieht man Damen mit Knöchellangem Rock und Sandalen in 2500 Metern Höhe auf Kalkplatten herumbalancieren? Um 14 Uhr sind wir zurück beim Bus und beschließen gleich weiter nach Chamonix zu fahren.

Nachdem uns schon Avoriaz und Flaine „beeindruckte“, das ist alles nichts gegen Chamonix. Der Ort liegt zwar nicht auf 1800 Metern Höhe, doch umso touristischer ist er nochmal im Vergleich zu den bisher gesehenen. Gleich bei der Ankunft ist uns klar, alles was wir von Chamonix sehen wollen ist die Liftstation die uns gegenüber vom Mont Blanc hochbringt und dann wieder nix wie weg. Die Landschaft ist sehr geil, doch was hier im Ort und auf den Bergen betrieben wird nur noch abartig. Wir erkundigten uns also über Preise, Liftzeiten usw. und beratschlagten was wir tun.
Mir kam dann die Idee, gleich noch heute mit der letzten Bahn raufzufahren und das tolle Abendlicht für Foto und Film zu nützen. Wir lagen dann gemütlich bis nach 19 Uhr in einer Wiese auf 2000 Metern Höhe und genossen den direkten Blick auch Mont Blanc, Aiguille Du Midi, Aiguille du Dru, usw. Nach Fotos und ein paar Filmsequenzen folgte die Abfahrt und die war überraschenderweise echt lässig inklusive einer Bikestrecke im unteren Teil mit sacksteilen Abkürzungen die uns richtig Spaß machten.

Tag 4: Es begann noch in der Nacht zu regnen und zwar ausgiebig. In der Früh, als wir die wolkenverhangenen Berge sahen, waren wir heilfroh dass wir noch am Vortag mit der Bahn rauf sind. Jetzt sahen wir nichts mehr vom Mont Blanc und den anderen Gipfeln. Uns hielt also nichts mehr fest in Chamonix und wir beschlossen nach Les Gets zu fahren um das erste Mal eine richtige Bike Park Session zu machen in Portes Du Soleil. Auf dem Weg dorthin wurde noch geshoppt und zwar bei Quechua, der Shop lag direkt am Weg 🙂

In Les Gets haben wir dann ein Nachmittagsticket gelöst und uns noch 3 Fahrten gegönnt. Naja war ziemlich schlammig im Wald und die Wurzeln spannend zu fahren. Die Anliegerstrecken waren ganz witzig, doch schon voller Bremsrillen und entsprechend rüttelig. Spaß hat es uns trotzdem gemacht. Zumindest hatten wir so doch noch einen Bikefreien Tag vermieden 😉

Tag 5: Genug ausgeruht! Jetzt war wieder eine richtige Tour angesagt. Stone fand in einer Karte von Felix Hinweise zu einer Tour die Felix offenbar gefahren war, uns aber nix davon erzählt hat 😉 Da stand was von G4-G5 und S4-S5. Was soll man dazu noch sagen. Da mussten wir natürlich hin. Anreise war wieder am Vortag, also direkt nach der Bike Park Session in Les Gets. Als wir dann am frühen Vormittag am besagten Steig die Räder rauftrugen, war uns klar was Felix mit seinen Markierungen gemeint hat. Und bei den heutigen Bedingungen nach dem Regentag war die Strecke sicher nicht gerade leichter zu fahren. Nach 600Hm kamen wir zu einer Abzweigung. Links ging es weiter wo Felix damals war, doch geradeaus entdeckten wir einen vielversprechenden Steig, der durch einen Felsdurchsetzen Hang in ein Tal mündete. Sah sehr verlockend aus und natürlich wurde von uns beiden diese Variante gewählt. Nun folgte eine philosophische Stunde über „S“ und „G“ Skalen und deren Sinnhaftigkeit. Vor allem mit der „G“ Skala war Stone nicht zufrieden, denn seiner Meinung geht es ja mehr um die Ausgesetztheit als um die allgemeine Gefahr bei Sturz. Sich verletzen und auch tötlich verunglücken kann man ja auch auf einer Forststraße, so müsste die „G“ Skala also immer im Zusammenhang mit der Geschwindigkeit, der fahrweise und dem Können des jeweiligen Bikers stehen. Absurd also. Wir haben dann spaßhalber die „A“ Skala (Ausgesetztheit) erfunden und noch andere die ich jetzt gar nicht mehr weiß. War jedenfalls sehr lustig 🙂
Ja so kann man sich auch die Zeit vertreiben während man Rad und Rücksack über seilversicherte Kletterpassagen hochträgt 😉
Ziel war dann ein Refuge auf 2200m (?). Landschaftlich schon wieder hammermäßig. Ein abgeschiedenes Tal abseits von Lifttrassen, Bikepark- und Flying Fox Action. Wir trafen wieder sehr viele nette Leute (schöne Grüße an dieser Stelle nach Belgien) und genossen ein Dosenbier auf das ich Stone bei der Hütte einlud.
Die Abfahrt war dann wieder Hammer! Zuerst recht flott bei der Hütte los, kamen dann einige lässige Felspassagen, bis wir wieder zu den seilversicherten Stellen kamen. Dort probierten wir ein paar Sachen, mussten aber auch einiges auslassen. Definitiv unfahrbar und jenseits von S7 und G9 *lol*
Die bereits von Felix befahrenen unteren 600Hm waren inzwischen zum Teil aufgetrocknet. Dadurch dass wir bereits „eingefahren“ waren und schwere Stellen vom oberen Teil hinter uns hatten, kam uns die untere Passage gar nicht mehr S4 und G5 vor. Auch die nassen Wurzeln machten nach dem Les Gets Nachmittag richtig Spaß. In einem Schwung fuhren wir bis zum Auto durch. War sehr lässig!! Kommentar einiger Franzosen im Vorbeifahren „sportif!“ 🙂

Letzter Tag: Da uns noch die lange Heimfahrt bevorstand, entschlossen wir uns für einen weiteren Bikepark Tag. Das Gebiet zwischen Châtel und Morgins stand am Programm. Am Vorabend Anreise zur Talstation in Pré la Joux. Wir lieben die Franzosen und ihre Leidenschaft für Camping! Wo sonst findet man tip-top hergerichtete Parklätze samt Toilettenanlagen usw. für Wohnmobile? Kostenlos selbstverständlich. Wo sonst stört es keinen Menschen wenn 20 jährige „Kids“ ein Lagerfeuer am Liftparkplatz zünden und dort ihre Zelte und Zeltpavillons aufschlagen, lautstark Musik hören und ihre Downhiller testen?
In der früh schauten wir uns also die Strecken von Châtel (Pré la Joux) an. Hammer sag ich nur! Was die dort geleistet haben ist gewaltig! Leider waren einige Northshore Strecken wegen Umbauarbeiten geschlossen und die die offen waren, entweder zu einfach oder viel zu schwer (wir hatten keine Luste auf Northshore Lines mit abschließendem 7 Meter Gap über einen Bach). Allein der Slopestyle Parcours bekannt vom Châtel Mountain Style im oberen Teil ist angsteinfößend! Wir sind einige Strecken abgefahren, vor allem die schwarzen Pisten waren nach unserem Geschmack, auch wenn wir die meisten Stunts ausgelassen haben. Beeindruckend war auch zu sehen wie 12 jährige Kids mit ihren Vätern über die Roadgaps und Bäche sprangen, als wäre es gar nichts. Wenn man immer nur Bikepark fährt wird man offenbar ebenso schnell stunts gewohnt wie wir Felsstellen an ausgesetzten Felswänden.
Von Pré la Joux gings zu Mittags weiter nach Morgins. Wir freuten uns schon auf die von Felix beschriebenen Northshores, doch leider gabs kaum welche. Offenbar wurden die meisten davon abgebaut. Es gibt dort 3 Strecken, wir sind alles drei abgefahren. Auch sehr spaßig und bei weitem nicht so brutal wie in Pré la Joux. Zu guter Letzt sind wir noch direkt in Châtel mit der Gondelbahn rauf. Da haben wir uns dann noch ordentlich verkoffert. Von der ursprünglichen Strecke ist nicht mehr viel übrig und offenbar wird die auch nicht weiter gepflegt. Na ja bei der Konkurrenz eingebettet zwischen Pré la Joux und Morgins sicher nicht einfach…

Nachdem wir französischen Käse gekauft haben gings dann schließlich heim. 80% der Heimfahrt in strömendem Regen. Felix ein fettes Danke für den genialen Wetterbericht. Einen halben Tag Regen in einer Woche konnten wir leicht verkraften und ich glaube wir hatten tatsächlich einen der trockensten Flecken von Mitteleuropa gefunden in dieser Woche…

Portes Du Soleil ob mit oder ohne Bikepark ist definitiv wieder mal eine Reise wert! Geil wars!

Teil 1 – Eine Woche Biken

Die Verletzungspause ist vorbei! Ich hatte das Bild von den Kühen vor Augen die ich mal sah, als sie den ersten Tag nach dem Winter auf die Weide durften. Wie sie da herumhüpften vor Freude und Ausgelassenheit. Am ersten Biketag nach 4 Monaten Abstinenz hatte ich ein ähnliches Gefühl in mir.
Stone und ich entschieden uns, nach einer Rücksprache mit unserem ganz persönlichen „Karl Gabl“ also Felix, eine Woche ins Grenzgebiet Schweiz-Frankreich zu fahren (manchmal auch als Portes Du Soleil bezeichnet). Überall sonst in Europa von der hohen Tatra bis in die Gegend um Briançon war Regen angesagt. Da waren wir natürlich sehr gespannt, ob unser Wetterprophet recht behalten sollte, denn vor drei Jahren hatten wir dort kein Glück und 1 Woche Dauerregen (Stone übrigens auch damals bereits mit dem Citroen Bus wie die Fotos beweisen. Und ja Felix ich weiß, wir sind zu früh heimgefahren damals 😉 ).

Geplant war dort klassische BikeHiker Touren zu finden und vielleicht 1 oder 2 mal in einem Bikepark zu rocken. Außerdem wollten wir mal nach Chamonix gegenüber vom Mont Blanc Biken. Das war also der Plan.

Am Tag 1 (nach der Anreise am Samstag den 30. Juli) befolgten wir einen Tourtipp von Felix (der kann nämlich nicht nur das Wetter vorhersagen). Aber irgendwie klappte das nicht so ganz, denn obwohl er uns vor der „Variante Klettersteig“ zum Gipfel warnte, landeten wir genau dort. Wir konnten einfach den Normalweg nicht finden 🙂
Doch anders als Felix und Tine die damals umdrehten, war bei uns durchhalten und Teamarbeit angesagt, damit wir überhaupt die Räder über die senkrechten Felsstufen und den ausgesetzten Gipfelgrad brachten. Als Stone als erstes von uns beiden den Gipfel samt Bike unterm Arm erreichte, war das Gelächter der rund 10 anwesenden Bergsteiger groß. Kein böses Wort, keine abwertenden Blicke, nur Anerkennung (klingt witzig wenn man in französischem Akzent „well done“ hört).

Typisch für das Gebiet dort ist, dass die Kalkberge auf einer Seite beinahe senkrechte Wände bieten, auf der anderen aber Grasflächen. So war es auch dort. Am Gipfel angekommen, lagen wir 5 Meter neben dem Gipfelkreuz gemütlich in der Wiese zum Jausnen. Lieber wär uns allerdings gewesen, wir hätten uns zusammengekauert am Gipfelkreuz anlenen müssen, denn das hieße gleichzeitig, dass uns eine knackige Abfahrt bevor stehen würde. In diesem Fall sah die Abfahrt so aus, dass wir gemütlich über Grasflächen und ein paar relativ Flache Felsplatten nach unten surften. Selbst ab dem Joch wo Felix und Tine schon vor uns waren, zeigte sich der Weg zwar steil, aber trotzdem von der sanften Seite und führte uns so S2 mit ein paar ganz wenigen S3 Stellen ruck zuck ins Tal. War ganz nett, ideal zum wieder Eingewöhnen für mich und meine linke Schulter, auch landschaftlich ein Traum, doch ohne rassigen Kletteraufstieg wären wir wohl nicht wirklich zufrieden gewesen. So hat’s aber gut gepasst für den ersten Tag.

Was sich uns auch noch eingeprägt hat, war die Kühnheit mit der die Franzosen einen typischen Wintersportort aus dem Boden stampfen. Da führen gleich 4 Seilbahnen quer durch den Ort, da werden Hotels mit 10 Stockwerken direkt an die Kante einer mehrere hundert Meter hohen Felswand gestellt, da gibt es einen Golfplatz auf 1800 Metern Höhe und im Sommer stehen gleich 10 Kräne herum um neue Riesenhotels zu bauen. Ischgl, St. Anton, Sölden, alles Pipifatz dagegen.

Am Tag 2 wussten wir es nicht besser und hielten uns erneut an Felix‘ Tourempfehlungen. 1100Hm auf einen Refuge (also eine Berghütte). Eventuell erweiterbar, Felix war mit Tine aber nur bis dort. Landschaftlich wieder absolut Top, waren die 1100Hm trotz sehr steiler Forststraße im Nu geschafft. Zum ersten Mal sahen wir das Mont Blanc Massiv aus der Nähe, denn uns trennte nur noch ein Tal vom direkten Blick hinüber. Außerdem kam schon richtig Hochtourenfeeling auf, denn über uns tronte ein frisch beschneiter Dreitausender.

Wir entschieden uns die Hüttenrast für die Abfahrt einzuplanen und zogen gleich vorbei weiter nach oben. Wir betraten also Neuland, wo noch keiner von uns BikeHikern vorher war. Schlagartig änderte sich der Charakter des Steiges und es wurde tatsächlich hochalpin. Kalkpassagen, Plattenspielerei und Verblocktheit vom allerfeinsten, so wie wir es lieben. Ausgesetzte Querungen, Spitzkehren mit Felsstellen, alles was das BikeHiker Herz begehrt. Nach ca. 1600Hm ließen wir es gut sein, der Steig wäre aber noch lange nicht zu Ende gewesen. Mit Hüttenübernachtung könnte man hier ganz locker eine Tour mit mehr als 2000Hm Abfahrt machen.
Während der „Gipfelrast“ beobachteten wir einen Adler, der ohne einen einzigen Flügelschlag eine Stunde lang seine Kreise zog. Die Steilwände des Dreitausenders mit den sandsteinartigen Säulen und den extrem hohen Wasserfällen drückten bedrohlich herüber, obwohl wir weit davon entfernt saßen. Bald zogen wir uns an, denn leider schwamm (oder wie lautet die korrekte Beschreibung Felix?) wie am Vortag Nebel von allen Seiten herein und wir wollten so gerne noch die Abfahrt filmen und fotografieren.

Wie vom Aufstieg her nicht anders zu erwarten war, erfüllte der Steig alle unsere Wünsche. Es gingen viele Schlüsselstellen auf, an Verspieltheit war kaum eine Grenze gesetzt. Gut dass wir nur zu Zweit waren, denn so blieb uns genügend Zeit vieles zu probieren. Das Wetter zeigte sich gnädig. Der Nebel kam und ging, jedoch zog es nie entgültig zu. Irgendwann erreichten wir die Hütte, tranken noch schnell ein Cola und weiter gings auf Felix‘ empfohlenem Steig nach unten. Eine Spitzkehren-Orgie ohne Ende mit Querungen ohne Ende. Am Ende war jedoch ich, bzw. meine linke Schulter. Kraftlos, zum Glück aber ohne Schmerzen hab ich alle Rechtskehren auslassen müssen, irgendwann dann auch so manche Linkskehre. Wird halt noch eine Weile dauern, bis ich wieder in alter Form bin.

Wie uns Felix versprochen hat, mündete der Weg am unteren Ende in einem kleinen Bikepark (zur Erinnerung wir befinden uns in Frankreich, Portes Du Soleil, wo ganze Familien mit ihren Downhillern den Sonntag im Park verbringen). Wir cruisten die Downhillstrecke nach unten und landeten in einem Northshore Paradies. Wie sich am Ende der Woche zeigen wird, dem lässigsten Parcours den wir in der ganzen Gegend finden konnten. Leider war ich am Ende meiner Kräfte und traute mich daher nur noch die leichteren Sachen fahren. Stone tobte sich aber nochmal so richtig aus. Irgendwann um 20 Uhr 15 oder so verließen wir den Park. Wir fuhren aus dem Wald und standen auch schon beim Auto. Der Parcours war offenbar nur 2 Minuten vom Auto entfernt gewesen.

Am nächsten Tag war dann Liftshuttle angesagt, aber nicht Bikepark, sondern Plattengetriale und ein freier Blick auf den Mont Blanc. Doch das ist eine andere Geschichte und folgt in Teil 2…

Von Reifenschlitzern und französischen Flüchen

Mh, ob ich diese Gedanken wohl zu Blatt/Bildschirm bringen darf? Oder haben gewisse Leute ein Copyright drauf?!?! Schliesslich wurde doch bestimmt schon mal ein Bericht übers Radeln geschrieben?! Mh, da muss ich wohl erstmal eine Pfeife rauchen und drüber nachdenken… ich weiss es nicht, also wurscht, leg ich halt los.

4 Jungens, sprich Chief Chris, Mad Matze, Serious Stone und Feeble Felix, beschlossen, dass es mal wieder an der Zeit wäre neue Gefilde auf ihre Biketauglichkeit zu untersuchen. Ausserdem brauchte Serious Stone nach längerer Abstinenz mal wieder eine ordentliche Dosis Adrenalin und Lässigkeit :-). Gut, somit das 2-rädrige Zeugs reins ins 4-rädrige Zeugs, noch ein paar Klamotten, Schlafsäcke und Essen drüber streuen, und los gings. Eigentlich war der Dienstag nur als Fahrtag angesetzt, da die Französischen Alpen halt doch ein kleines Stück weg sind. Allerdings war das Wetter bereits auf dem Hinweg so überzeugend (im Gegensatz zum Regen bei der Abfahrt in Innsbruck), dass beschlossen wurde noch eine Runde zu relaxen und auf die späte Ankunft zu sch**en. Somit hat sich jeder ein halbes Bier gegönnt, was zieeeeemlich gut war (JA, sogar ich!!! :-), und das wo ich Bier doch eigentlich nicht mag…). Nach einem kleinen Verhauer bei Turin (der übrigens von beiden Autos unabhängig voneinenander gemacht wurde), kamen die Knappen dann spät abends an. Und nu war die Frage, wohin zum pennen? Naja, nachdem der „Dorfplatz“ eh schon voll mit Wohnmobilen war, war das wohl die einfachste Variante. Stone bekam dann noch den Auftrag eine Tour in der Nähe rauszusuchen, was dieser natürlich tat… und er fand schon auch was… iss ja nicht so schwer…

Zeitsprung – nächster Morgen: Nach genauem Hinschauen stellt sich raus, dass die Tour die Herr Stone rausgesucht hat, dann doch nicht sooooo gaaaaanz in der Nähe ist. Aber egal, dann gibt’s halt Frühstück auf dem Hinweg. Die Tour an sich war eigentlich als Auto-shuttle Tour mit nur kurzer Trage-Schiebe-partie angelegt. Aber wenn dann da halt noch so ein blöder Berg daneben rumsteht, der von unten auch noch ziemlich gut ausschaut, von vorbeigehenden Wanderern als unfahrbar bezeichnet wird, dann sind wir halt doch so blöd und werden von dem Ding wie Motten vom Licht angezogen und tragen das Ding halt auch noch hoch. Und uiuiuiui, hat sich das gelohnt. Aussicht vom feinsten, Berg vom feinsten, Weg vom feinsten. Einzig Matze hat das Rad nicht ganz auf den Gipfel mitgenommen, da er heute mal beschlossen hatte wirklich einen auf Freeride zu machen… sprich ride free von Helm und sonstigem Protektorengedöns, das ganze Zeugs wird auch ziemlich überbewertet… So ein Ozihut hat stylemässig als Radkopfbedeckung auch was ;-). Ein freundlicher älterer Herr meinte nach einem kurzen Gespräch nur: „Seems like a strange kind of fun to me“…. Alles Ansichtssache 🙂

Nach dem herrlich fordernden oberen Teil mit 150000 Film und Fotopausen gings den Rest des superflowigen Trails ins Tal. Kurz noch als Nebenbemerkung: irgendwann im oberen Teil zeigt Stone auf einen halbierten Stollen seines Reifens und meint: „Uh schau mal, ein Materialfehler beim DH32“, wir haben uns aber weiter nix gedacht…
Eigentlich waren die letzten Kilometer dann als „Auf-Asphalt-runterroll-Strecke“ gedacht… Naja, mit entsprechend Gegenwind und DH32-Bereifung wird auch eine Bergabstrasse zur Anstrengung. Aber gut dass wir alle Variogabeln haben, dann können wir sauber in den Berg reintreten und mit ein bisschen Windschattengelutsche und Kreisel waren wir dann doch irgendwann am Auto.

Der nächste Tag war der wettertechnisch am unsicherste Tag. Somit wurde erneut eine Autoshuttletour angesetzt, diesmal mit einem leichteren Weg. Selten hab ich so einen lustigen Shuttleweg erlebt: mehrmals war’s nicht mehr sooo weit von „nur-mit-Allrad“ entfernt. Und eh klar: naaaatürlich muss man noch ein Stück weiter hochtragen… wo kämen wir denn sonst hin… also wirklich… Nur dass uns diesmal das Wetter wirklich einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Nachdem schon den ganzen Morgen rund um uns herum die Schauer rumgeflizt sind, war dann klar, dass uns demnächst einer erwischen wird. Also rauf auf’s Rad und runter. Und ich kann hier nur Richie zitieren: „Schütten, Schütten, Schütten“. Und zwar vom Allerfeinsten. Ein handtuchbreiter Wald und Wurzelsteig mit feinsten Kehren und Kurven. Und es war sooo was von Wurscht dass es uns zwischendrin mal voll eingewassert hat. Der 2te Tag Dauergrinsen war perfekt. Am Nachmittag dann noch ein bisl shoppen (Plastikschüssel für die Dusche) und chillen, was will man mehr ?!? :-).

Abends war dann Radelplfege auf dem Programm. Ich hab mir nochmals Stone seinen Reifen angeschaut. Irgendwann denk ich mir „komisch, das schaut aus wie wenn da einer mit dem Messer dran rumgeschlitzt hätte, aber dass kann ja nicht sein…“. Gut, hab ich mir noch die Reifen der anderen Räder angeschaut. Und Tatsache: genau (!!!) das gleiche Schnittmuster auch auf Matze seinem Hinterrad. Es hat tatsächlich irgendwer, vermutlich am 1sten Tag auf dem Gipfel, an Matzes und Stones Reifen rumgeschnitten!!!! Ich dachte ja schon dass Beleidigungen und Beschimpfungen keine Steigerung mehr hätten, aber ich wurde eines besseren belehrt. Ich bin glaub noch den ganzen Abend kopfschüttelnd rumgelaufen. Ich bin ja der Meinung, nur die ziemlich starke Karkasse hat schlimmeres verhindert…

Jajajajajaja, ich gebs ja zu, der Planungsfehler für den 3ten Tag geht auf meine Kappe! Plan war, früh raus (Matze würde sagen „sch***sfrüh“), kurz frühstücken und rauf aufs Rad (bzw. unters Rad…). Hat auch soweit ganz gut funktioniert. Nur dass ich eben die Nationalparkgrenze in der Karte übersehen hab… Ist ja auch echt wirklich kaum zu sehen!!! Ich schwörs!!! Woher soll ich den wissen was diese blöde fette grüne Linie da soll?!?! Checkt doch kein Mensch!!! Naja, langer Rede kurzer Sinn: am Anfang des Trails ein Naturparkschild mit kleinem „Radeln verboten“ Hinweis. Und wenn’s schon überall erlaubt ist, sollte man halt dann doch die paar verbotenen Ecken vermeiden. Und in der Hauptsaison schon sowieso. Aber gut dass es einen Alternativtrail gleich im nächsten Tal gibt, bei dem die Nationalparkgrenze 500m daneben verläuft. Also zurück zum Auto, rein ins nächste Tal, und los geht’s. Am Anfang dann wie so oft die Enttäuschung: „Verdammt der Weg schaut leicht aus, warum trag ich hier überhaupt hoch, schei**e ist das anstrengend, ich mag nimmer, der vor mir hat schon wieder einen brennt (ich nenne hier keine Namen!!), fuck ist das kalt, und der blöde Schotter geht mir auch auf den Sack!!“ Dann: SONNE. Und: „Hei leck mi am Arsch ist des geil hier, ui, schau dir mal die Hammerstelle da an, uha, da kommt gleich die nächste, man fetzt die Aussicht, wurscht dass der vor mir immer noch einen nach dem anderen brennt, uha, simmer schon oben ?!? Maa ist des Wetter der Hammer, Juhuuuuuuu!!“.

Und tatsachlich, die Abfahrt schon wieder vom Feinsten. Hier hat Chris mir dann übrigens seinen „Schulfranzösisch-lustig-nichtsagenden-Fluch“ beigebracht: „Sac a main, a droite a gauche“. Mit der enstprechenden Ausprache hört sich das ziemlich nach Fluchen an und sagt genau nix aus 🙂 (Handtasche, links, rechts). Von da an wars geschehen, alles wurde „gehandtascht“….
Nach ca. 50hm schon wieder alle ausnahmslos den Dauergrinser im Gesicht, dass es langsam fast schon langweilig wurde. Zuerst über Schotter, dann über Trialstellen und Felspassagen, kurzen Flowabschnitten usw gings dahin. Zwischendrin meinte Chris dann ihm warens noch nicht genügend Höhenmeter, also hat er mal frisch-fröhlich den Blitz liegen lassen und es erst 200hm weiter unten „gemerkt“. Aber 20min und einen kurzen Bergsprint später war die Sache auch schon wieder gegessen…. Und die 20 min habens gebracht, da wir unten dann noch das perfekte Abendlicht erwischt haben. Gut, die letzten 80hm in nem Grobschotterfeld waren für die Fisch, aber das war nach dem Rest der Tour sowas von blunzen. Zurück am Auto nur noch kurz duschen, was essen und dann einfach nur die absolute Zufriedenheit geniessen (gegrinst haben immer noch alle…)…

Nach diesem Tag waren wir ja eigentlich der Meinung dass es von jetzt an nur noch bergab gehen konnte… Aber wir wurden eines besseren belehrt. Stoneinger hatte mal einen Film gesehen, der in der Nähe gedreht wurde. Er meinte nur dass es halt gut ausgschaut hat. Gut, probieren wir’s halt mal aus. Also rein ins Auto, die paar Minuten hinfahren, austeigen, und erstmal staunen: Uiuiuiuiuiuiui, gehts da weit hoch. Mh, nächste Frage: nehmen die da Radln mit?! Das hörte sich nach einem Job für den Obmann an, also ging sich Chris mal informieren. Und kam zurück mit einem Pamphlet auf französisch mit einer Karte drauf. Darauf dann mehrere Wege anmarkiert, 2 ganz klar nicht fürs Radln erlaubt, ein paar definitiv erlaubt, und bei 2en stand halt „VTT – deconseillez“. Folgender Dialog enstand:

S: Mh, VTT ist klar das Mountainbike (velo tout terrain)….
O: Und was heisst deconzeillez?!
S: Keine Ahnung! Aber wurscht, wo sowas dransteht kann man ja wohl auch fahren.

Gut, also nix wie rein in den 1sten Abschnitt der zieeeemlich alten Bahn. Dann gleich umsteigen zum 2ten Abschnitt. Mh, warum will uns der freundliche Lifter mit Knacksgeräuschen nur klarmachen dass wir zwar nach oben fahren können, aber unsere Räder kaputt werden und auseinanderbrechen werden?! Wurscht, da steht VTT also muss es gehen. Oben dann aussteigen.. UND: der blöde Grinser war schon da ohne dass wir auch nur einen Meter gefahren wären. Eine Aussicht bei bestem Wetter (sonnig und windstill) auf Gletscher, hohe Berge und sonstigen Klimbim! Nachdem die obligatorischen Panos gedreht und geschossen waren gings los. Und ich sag nur: 300hm in 5 Stunden… Wir sind rumgehüpft wie die kleinen Kinder an Weihnachten. Der Weg war die reinste Granitplatten und getrial-Orgie. Ich glaub wir haben ziemlich viel Höhenmeter doppelt und dreifach erledigt, da es links und rechts des Weges ca. 500000 verschiedene Varianten gab, und man(n) kann da ja keine auslassen, oder?! Eh klar, dass irgendwann jedem schon wieder das Gesicht vor lauter rumgrinsen und lachen weh getan hat… Und der Kommentar des Tages kam von einer holländischen Familie: Matze macht sich gerade bereit eine ziemlich steile Platte zu fahren.

F: are you going down there?
M: erm … yes
*kurze pause* mundwinkel wandern nach unten, und mit einer todernsten Stimme
F: SUCCESS!

Nach unten hin wurde es dann leichter, es folgte zum Abschluss ein super flowiger Vollgasweg. Matze meinte dann zwar noch zweimal dass er Bodenproben nehmen sollte, aber ist nix passiert, gut so. Abends dann wieder das gleiche Program: duschen, grinsen, essen, grinsen, chillen, grinsen, bett gehen, grinsend einschlafen…

Am nächsten Tag ist Matze dann schon am Morgen heimgedüst während sich die restlichen Drei nochmals den gestrigen Weg reinzogen. Schliesslich gabs in der Mitte noch ne Variante und ausserdem unten auch noch mal ein Weg mit „VTT – deconseillez“, der am Vortag nicht in Betracht gezogen wurde. Und eigentlich hätte es auch geheissen dass nicht mehr gefilmt wird… eigentlich…. Oben gings dann auch tatsächlich etwas schneller dahin. Und es war um nix weniger lustig als am Vortag. Die obere Variante entpuppte sich auch nochmals als Knaller. Auch die untere Variante war nicht von schlechten Eltern. Und irgendwie kamen dann beim Befahren so langsam Gedanken auf ob wir das „deconseillez“ auch wirklich richtig interpretiert hatten… Der Weg war der Oberhammer, aber wir haben uns schon gewundert dass sowas als offizieller Weg beschrieben wird?!? Egal, ist fahrbar und ziemlich genial. Und so ist ohne eine Verletzung der Radlteil des Urlaubs zu Ende gegangen. Beim Zurücktreten meinte Chris dann das sei die Krönung des Urlaubs gewesen. Meine Frage war dann, wie lässt sich ein Plateau krönen?!?!

Naja, und den Planungsfehler der Rückfahrt schiebe ich jetzt mal ganz frisch fröhlich frei auf die anderen Zwei!! Um Maut zu sparen wurde beschlossen statt, wie beim Hinweg über Italien, über die Schweiz zu fahren. Schliesslich spart man sich da ja Maut! Naja, Ergebnis der Entscheidung war dann dass wir um 3:30 statt um 23:00 Uhr daheim waren und die Maut doppelt so teuer war… Schliesslich liegt vor der Schweiz noch französische Autobahn :-). Gut, für die Motorpanne mit dem Schlauch (ich hasse Autobahnen ohne bzw mit nur schmalen Seitenstreifen) und den Unfall mit Blechschaden auf Niemandsland zwischen Frankreich und der Schweiz kann wirklich niemand was….

So, das war dann der Bericht zu unserem sensationellen Ausflug 🙂 . Ach noch was: sollte irgendwer eine aktuelle Ausgabe des „Vollständigen-wo-darf-ich-fahren-und-fotografieren-Guide – Ausgabe Tirol“ da haben, dann bitte ich mir diesen an die email ich-hätte-gerne-was-zu-melden@bikehike.uber.space zu schicken. Vielen Dank. Und sollte irgendwer wissen wollen was „deconseillez“ heisst, dem sei leo.org nahegelegt….

Ich weiss was du letzten Sommer getan hast

Summer of 2009 – I got my first real hardtail (mit Film)

Autor: Hanna Moser

Wie kein Hotel? Im Auto oder im Zelt schlafen!? Hallooo?  Es heißt Urlaub!!! Da soll sich man sich erholen und sich nicht zu Tode fürchten vor diversen allseits für ihre Gefährlichkeit bekannten europäischen Spinnen, Schlangen, Monsterkäfern usw.

Aber was macht man nicht alles für zwei Wochen Biken in der Schwiz, Frankreisch, Espagna und Andorrrrra. 😉 Bei dem „verwegenen“ Abenteuer mit dabei: Tine, Felix, Tom und meiner einer, Hanna.

„Deux tickets – s’il vous plaît..“ – „32 euro, mademoiselle.. “ – „ähhh.. deux, *fingerzeigzwei* tickets..“ – “ oui.. 32 euro, mademoiselle“ – das fängt ja schon mal gut. 16 Euronen pro Mann/Frau/Nase für 25 offene Lifte was will man mehr? Vielleicht ein bisschen mehr Zeit. An ein, zwei Tagen ist es einfach unmöglich alles in und rund um Portes du Soleil zu entdecken: Von der „einfachen“ Downhill-Strecke über die Freeride-Strecke mit „Mörder-Obstacles“ in der RockCity bis zum Big Mountain Ausflug mit abschließendem Funpark im Wald. Der Hammer!! Hängebrücken, Wippen, Cliff-Drops und  „gscheit“ hohe North Shores warten dort auf einen. Auf jeden Fall empfehlenswert!

Nach zwei Tagen in und rund um Portes du Soleil geht’s ab nach Andorra! Knapp 1000 km später trauen wir unseren Augen nicht. Wir sind auf 2.100 m Höhe und was erwartet uns nach dem Grenzübergang? Ein Shoppingparadies der Extraklasse. Ein Geschäft reiht sich an das nächste, überall Autos und Menschen mit Einkaufstüten. Aber es wird noch besser – auf 2.400 Metern gibt’s eine riesige Go-Kart-Bahn. Das kann ja nur noch besser werden. Und es wird besser. In Soldeau einem kleinen Skiort nicht unweit von Einkaufswahn und rasenden Gokarts entfernt, wartet der Bikepark Grand Valira auf uns. Die Sessellifte bringen uns zu richtig feinen, flowigen Trails mit garantiertem Spaßfaktor. Wallrides und Drops von groß bis klein sorgen für Abwechslung und Adrenalin. Doch wer denkt in Andorra kann man auf zwei Rädern nur im Bikepark Spaß haben – weit gefehlt! Denn wer sein Bike „Huckepack“ nimmt, dem stehen auch in Andorra traumhaft schöne Trails von gscheit hohen Berggipfeln herunter zur Auswahl.

Einen Ausflug in die wahre Shoppinghölle Andorras – die Hauptstadt „Andorra la Vella“  – später, geht’s weiter nach Spanien. Val d’Aran steht auf dem Menüplan. Hier gibt’s Pyränen at it’s best! Unberührte Landschaften, hammer geniale und auch schwere Trails und unzählbar viele, dunkelschwarze Bergseen prägen unsere Biketouren. Und wenn man sich in Österreich mit dem Bike auf dem Rücken schon fast als Außerirdischer fühlt – hier erst recht. Wenn man mal jemanden trifft 🙂 Besonderes Highlight: Steile aber griffige Felsabfahrten. Nose-Wheelies machen hier besonders Spaß – gell Tom 🙂

Schön langsam kommen wir zum Höhepunkt der Reise :-). Am besten wir lassen uns die Geschichte von Felix‘ neuem Liebling erzählen: Dem Chameleon, dem Santa Cruz Chameleon also known as Hardtail, aka Trailmachine, aka das kleine Blaue: Es war einmal ein kleiner Nationalpark der noch nie von Mountainbikes wie uns besucht worden war. Dieser Nationalpark war gaaaanz allein und er wünschte es sich soo sehr, dass ihn einmal diese netten Bikes und Biker besuchen kommen. Auch wenn die bösen Park-Ranger damit nicht einverstanden waren – was sich aber erst im Nachhinein herausstellte. Dem Trailgott sei Dank, konnte ich mein Herrchen Felix dazu überreden den kleinen Nationalpark einmal zu besuchen. Und wie das schön war. Rund 1000 Höhenmeter wurde ich mal wieder auf Händen getragen. Mit schönster Aussicht auf die Bergkulisse rundherum. Der Nationalpark freute sich riesig, dass wir ihn mal besuchten und zeigte sich wirklich von seiner besten Seite: Sonne und knackige Trails in S3/G4 mit grandiosen Tiefblicken. Und die netten Wanderer erst. Wie wir, waren auch sie auf der Seite des kleinen Nationalparks und so halfen sie uns netterweise vor den bösen Parkwächtern zu flüchten. Das war ein Spaß. Besonders freute uns der Rekord in „Wie bringe ich drei Räder und vier Biker inklusive Gepäck in 1 Minute in zwei Autos um davon zu düsen.“ 🙂

Das sind nur einige Auszüge aus unserem Bike-Abenteuer in den Pyränen, viel gäbe es noch zu erzählen. Einige Verluste hatten wir leider auch zu beklagen. Welche das waren, das schaut ihr euch am besten im Film „Summer of 2009“ filmed by Felix/Tom and edited by Felix an 🙂

Viel Spaß!

Quotenpiefkes Sommer Teil 1

So, was macht man wenn man sich ein neues Auto zugelegt hat, und dieses dann noch gaaaaaanz zufälligerweise ein Bus ist?! Genau, man packt alles ein was man so in 2.5 Wochen gebrauchen könnte (auch wenn die Bouldermatte total fürn Ar*** war, aber wurscht), wirft die Radln rein, kauft sich ein bisl was zu Essen, schaut noch kurz auf die Wettervorhersage, haut sich hinters Lenkrad und ab gehts! Und freut sich dann die nächsten 2 Wochen wie ein Honigkuchenschnitzelpferd dass es im Bus ja sooooooo coooooool ist! (Gell, Stone 😉 ) Grobes Ziel war die Schweiz und zuerst war mal Flims-Laax angesagt.
Da dort die Bahn Radln befördert wurde diese natürlich genutzt um die Abfahrtsmeter zu maximieren. Sprich eine einfach Rechnung (man ist ja schliesslich verkopfter Unifritze) lautet:
Seilbahn + Treten + Tragen + optional Schieben = JUHUUUU!
wobei JUHUU = maximale Abfahrtsausbeute….

Dies hat auch beim ersten Versuch hervorragend geklappt, grandiose Landschaft, feiner Trail und keine Leute. Es wär ja auch zuviel verlangt sich etwas von der Seilbahnstation zu entfernen… aber mir solls recht sein…. Beim zweiten Mal hat uns dann leider das Risiko der „Erkundungsfahrten“ eingeholt. Auf der Karte sah der Weg ja ziemlich gut aus. In der Realität allerdings hatte der Senner seine Kuhherde in der letzten Zeit ca. 3 mal den Weg hoch und runter getrieben und somit war der Weg dann ,mmh, „interessant“. Tief eingetretener Kuhweg, der, wenn man wirklich alles fahren wollte, technisch sehr trickreich war. Meistens gings darum die Pedale und Schaltwerk an rausstehendem Zeugs vorbeizuzwirbeln. Ziemliches Gestöpsle halt. Wenn dann noch frische Kuhkacke mit ins Spiel kommt ist der Trail nicht wirklich lohnenswert… Soll jetzt aber nicht heissen dass es keinen Spass gemacht hat!! Aber nochmals fahren würd ich ihn halt nicht…

Anschliessend gings dann auf die Lenzerheide. Und ich kann nur sagen: Respekt! Die haben geschnallt dass es auch ein Miteinander von Biker und Wanderer geben kann. Und Wege haben die vom feinsten, wobei einer natürlich (Achtung Insider) auch nicht fahrbar war ;-). Der Oberhammer ist eine Endlostour vom Rothorn über Arosa nach Chur, bei der es mit Postbus wieder zurück geht. Und ich glaube wir hatten einen verkannten Michael Schumacher als Busfahrer… zumindest hat der den Bus ziemlich, mhhh, energisch durch die Serpentinen gepresst… Aber egal, wir und Räder sind heil wieder oben angekommen, was will man mehr?! Als Fazit kann gesagt werden dass die Lenzerheide mich mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gesehen hat.

So, und jetzt werd ich ein paar Wunden aufreissen und noch ein bisl Salz reinstreuen. Nach dem ersten Teil war eigentlich vorgesehen dass wir uns mit 3 anderen Individuen der BikeHikerTruppe in Portes du Soleil treffen und dort Gas geben… EIGENTLICH… Ich musste allerdings zwischendrin noch einen kurzen Abstecher nach Hause machen. Die besagten Individuen sind dann schon auch nach PdS gefahren… Als ich dann aber 3 Tage später angerufen hab um den genauen Treffpunkt auszumachen musste ich feststellen dass die Jungs schon zwecks Wetter und so heimgefahren sind!! Wohlgemerkt ohne auch nur einmal auf dem Rad zu sitzen. Es scheinen halt doch ein paar aus Zucker gewesen zu sein 🙂 (mal schauen ob der Admin hier zensiert 😉 ). Oder gabs da evtl noch andere interessantere Sachen ?!?!? Wird wohl auf ewig ein Fall für die X-Files sein… Ich würd gewisse Leute nicht mehr darauf ansprechen :-).

Wir sind aber trotzdem hingefahren und haben uns den Zirkus mal gegeben! Der Hammer!! Für knapp 17 Euro hat man 25!!!!! Bahnen zur Verfügung, insgesamt 3 oder 4 Bikeparks, wobei Chalet so ungefähr einer der coolsten Bikeparks in Europa ist den ich kenne! Ausserdem lassen sich natürlich auch diverseste Touren mit Tragen/Schieben/Treten erarbeiten. Eine der imposantesten führt über 1700hm vom einem Gipfel mit Mont-Blanc-Blick über teils echt anspruchsvolle Wege hinunter ins Rhonetal. Wie würden die Nordamerikaner sagen : epic ride!!
Und zurück gings teilweise per Autostop, da auch die schweizerischen Postbusse mal Aussetzer haben. Mitgenommen hat mich dann ein indischstämmiger Schweizer im dicken Benz. So ca. muss sich ein indisches Taxi anfühlen… diese Musik !!!…

Die meisten offiziellen Wege in PdS sind allerdings recht Downhilllastig, wer sich also mit Speed vertraut machen will ist hier genau richtig. Und es gibt schon ein paar richtig krasse Drops und Gaps, wobei der Autor zwecks Vernunft aber von einer Befahrung abgesehen hat! (Zu gut deutsch : er hatte zuviel Schi*** 😉 ) Und es muss sich keiner wundern warum die Franzosen eine Downhillnation sind. Bei den Bikeparks… Und ach ja, nochmals zum Salz: wir sind JEDEN (!!) Tag in PdS radl gefahren und nur einmal nass geworden und das auch erst am Ende der Tour… Aber gut, sollte wohl nicht sein… (das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen 🙂 )

Leider war der Urlaub dann vorbei, aber ich hab eh mal langsam ne Ruhepause gebraucht. Der Bus hat sich schon echt bewährt, und eine der besten Ausstattungsinvestitionen war eindeutig die 9 Euro Solardusche. Muss man mal unbedingt ausprobiert haben. Jeden Tag ne heisse!! Dusche ohne einmal einen Campingplatz anstreben zu müssen hat schon was. Dass wir dann wegen einem eingegangenen Radlager mit 80km/h nach Innsbruck zurück getuckert sind, war dann nicht weiter schlimm und hat uns vor Augen geführt dass man auch mit einem Bus mit 6.8 l/100km fahren kann 😉 (Danke an dieser Stelle nochmals an Bernd!!).

Demächst folgt dann der nächste Sommerbericht hier in diesem Theater.