Archiv für das Jahr: 2009

Unglaublich…warm

Wir schreiben den 21. November 2009 und am Gletscher wird es heute rundgehen. Es werden 10000 Schifahrer und Snowboarder erwartet. Traum Wetter, warm…da müssen wir hin.

Da ich am Vorabend wahrscheinlich was Schlechtes gegessen habe, starten wir (Tom, Ferdl Reini und meine Wenigkeit) eine viertel Stunde später als geplant Richtung Gletscher. Kurzer Stopp bei einem M-Preis für eine Reparatur-Cola und dann weiter Richtung Gletscher. Stau aber schon am Vormittag ab der letzten Ortschaft im Tal. Was machen wir da nur?
Dann bleiben wir eben irgendwo stehen und lassen die Schi Schi sein und packen doch die Räder aus, haben wir ja immer dabei im Bus!!!

Noch etwas frisch (das Wetter – nicht wir) starten wir so gegen 09Uhr15 Richtung Sonne. Nach längerer Bikepause geht es heute etwas schwerer das Treten, aber mit viel Gequatsche und der endlich erreichten Sonnenstrahlen, geht es langsam immer besser voran. Wohin? Egal! Tom hat gesagt, eine kleine Runde. Darum hatten wir auch nicht viel Stress in der Früh. Aber glaubt dem Tomi nichts (Ha! Ich wusste es ja schon, darum auch zwei Cola im Rucksack). Es kommt immer anders…
Kurz vor der letzten Hütte, der befürchtete Schnee. Aber da stapfen wir auch noch rauf und siehe da, ein Gipfel! „Verdammt der ist ja fast Schneefrei!“ Obwohl Ferdl, der Zweifler, gleich anmerkte, dass der Weg leicht westlich ausgerichtet ist und daher sicher voll Schnee ist und wir den kleinen Steig südlich nehmen sollen, blablabla. Ein Krankenpfleger! Was soll der schon wissen. Und plötzlich stehen wir 500Hm weiter oben auf dem Gipfel, über dem südlichen Steig ist’s fast Schneefrei.

Die Ruhe am Gipfel ist immer das schönste. Die gibt es halt nur so lang bis Tom da ist. Aber der Ausblick und vor allem die Wärme der Sonne bleiben. Ja wir stehen auf über 2600m Ende November mit dem Bike! Angenehm warm ist’s auch. Mir ist nach den ersten 50 Hm abwärts sogar schon so warm, dass ich das gleiche Trikot anziehe wie im Sommer. Zwei Stellen gehen heut aber nicht, da liegt zwischen den Felsen zu viel Schnee, aber egal. Traum Stimmung auf dieser Höhe um diese Zeit und ich keine Kamera mit! Die ist leider bei der Reparatur. Tom macht schnell ein paar Fotos mit einer kleinen Kamera, denn seine große ist auch bei der Wartung.
Es ist einfach ein Traum über den kleinen Steig bis zur Hütte. Hier eine kurze Schneefahrt (Reini mit zwei Köpfler, Danke!) und dann geht es ab über einen flowigen Steig (ok ein zwei Stellen sind schon zum bremsen) ins Tal. Und genau wie wir zur Strasse kommen, wird es dunkel…Punkt 17 Uhr.
Ein Unglaublicher Tag mit dem Bike auf über 2600m. Nur 15 Km weiter, dummeln sich 10000 Leute auf der Piste – ich liebe mein Bike.

BikeHiker Festl 2009

Eine überaus ausgiebige und schöne Saison findet im Hades ihr Ende…
Noch mythologischer hätten wir unsere heurigen Touren kaum präsentieren können. Obwohl wenn ich mir das Intro vom neuen Film so ansehe…? Jedes Jahr in den ersten Tagen nach unserem Festl schwelge ich in vielen Erinnerungen an das Bike-Jahr, die vielen lässigen (Hoch-)Touren, ans Festl und so weiter. Nun dauerts schon wieder ein ganzes Jahr bis zum nächsten Festl…

Doch andererseits wie schnell verging die Zeit seit dem letzten? Schön war’s wieder und ich hatte den Eindruck noch mehr Leute als letztes Jahr waren gekommen. Der Hades (für bis zu 300 Personen zugelassen) war vor und kurz nach der Filmvorführung voll, obwohl einige unserer „Stammgäste“ aufgrund der Schweinegrippe (das Unwort des Jahres) heuer ausfielen. Gute Besserung Euch allen! Die Stimmung – zumindest hatte ich den Eindruck – war sehr gemütlich. So wie wir uns das geträumt hatten. Viel Platz zum Sitzen, feine Musik, nette Leute, was will man mehr. Und vor lauter guter Unterhaltungen, haben Tom und ich beinahe vergessen ein paar Fotos zu machen. So wurden nach den Aufbauarbeiten (wo die ersten Bilder entstanden) die nächsten Fotos erst kurz vor Mitternacht gemacht, also einige Zeit nach dem Film, wo natürlich zahlreiche Leute schon wieder gegangen waren. Aber egal. Dafür schaffte ich es endlich mit viel mehr Leuten zu quatschen, als bei den vergangenen beiden Festln. Und doch schaffte ich es bei weitem nicht, mich mit allen zu unterhalten. Der Abend ging wieder mal viel zu schnell vorbei. Erstmals hatten wir einen Beamer in voller HD Auflösung, was vor allem bei der Präsentation der Fotos (von Tom, Felix und mir) einen großen Qualitätssprung bedeutete. Aber auch der Film von Stone und Matze erleuchtete so in noch tolleren Farben, wenn auch leider etwas gestaucht, da wir den falschen Player benutzten und aufgrund eines technischen Gebrechens keine Generalprobe mehr schafften wo wir den Fehler sofort erkannt hätten. Nächstes Jahr wird uns das nicht mehr passieren 🙂

Die Resonanz bisher ist sehr positiv! Es scheint den meisten – oder vielleicht sogar allen – gut gefallen zu haben. Ich fand auch sehr lässig, dass dieses Festl das „internationalste“ bisher war. Neben einer großen Gruppe von „Trailtourern“ aus München und Umgebung waren diesmal auch Leute aus Baden-Württemberg da, aus Salzburg, Vorarlberg, Wien, Italien, und so weiter.
Und heute bekam ich sogar Post (email) aus Slowenien, in der sich eine Gruppe von Leuten für ihre Abwesenheit „entschuldigte“. Sie waren wegen der weiten Anreise und dem vielen Schnee auf den Bergen nicht gekommen und können es nun schon kaum erwarten den Film von unserer Homepage runterladen zu dürfen. Da kommt in uns schon ein wenig Stolz auf, dass sich unser Festl zunehmends zu einem überregionalen Bikebergsteiger Treffen entwickelt, aber auch sonst viele Sympathisanten des Bergsports anlockt.

Wie eine einzige große Bike-Gemeinde fühlten wir uns dann auch zum Schluß des Festls, als uns alle noch anwesenden gemeinsam beim Abbau und Aufräumen geholfen haben. Ruck-Zuck war alles verräumt und eingeladen. Dafür möchten wir uns ebenso herzlich bedanken, wie für die freiwilligen Spenden und nicht zuletzt beim Radstudio, Sprint und Bike-Point für die finanzielle Unterstützung.

Einziger Wehrmutstropfen war erneut (wie im letzten Jahr) die Stadt Innsbruck. Diesmal alles korrekt angemeldet und auch teuer bezahlt, standen kurz nach Mitternacht erneut zwei Beamte auf der Matte. Leider hatten wir im 15 Seiten umfassenden Bescheid der Stadt Innsbruck übersehen, dass der zuständige Beamte aus Willkür unseren Antrag der von 21:00-03:00 Uhr gestellt wurde, auf 17-24 Uhr geändert hat. So war dann leider frühzeitig Schluss. Fürs nächste Jahr haben wir daraus wieder gelernt und werden versuchen auch das noch besser zu organisieren. Allen einen schönen, unfallfreien Schi(-touren) Winter und eine frühe Sommersaison 2010 wünschen Euch die Bike-Hiker.

Treffpunkt: Parkplatz in Arco

Nach gut 2,5 Stunden Autofahrt stehen wir endlich wieder einmal in Arco und warten nur noch auf Matze und Chris. Die Sonne lacht uns entgegen und wir (Maschtl, Ferdl und ich) freuen uns schon auf drei Tage Gardasee pur. Und da kommen die anderen schon. Schnell begrüßen und ab nach Limone um die Bikes umzuladen. Bei dem traumhaften Wetter habe ich eigentlich gar keine Lust auf diese Shuttlerei, aber wann habe ich eigentlich jemals Lust aufs shutteln? Da macht Martin uns (Ferdl und mir) einen Vorschlag, den wir auch sofort annehmen. „Mir lassen enk bei der Mittn aussa, dann kennt`s a bisserl aufi treten“. Also treten wir zu zweit die schöne Straße zum Passo Nota empor und geniessen einfach alles. Maschtl, Matze und Chris sitzen im gCJB (zur Erklärung: im grünen Citroen Jumper Bus) und erwarten uns schon. „Seid`s ihr schon da?“ fragt der Martin und gleich darauf geht es zu fünft weiter, um zur ersten Abfahrt zu kommen. Aber das dauert bei so einem Herbstwetter oft länger als man denkt. Es wird für das Intro gefilmt, für diesen Bericht fotografiert, es wird gelacht und geblödelt, dass es nur so a Gaudi ist. Und dann sind wir soweit: erste Abfahrt Richtung Limone. Wir kennen den ersten Teil schon, aber Ferdl war ja noch nie mit uns am Gardasee und so ist für ihn jede Abfahrt Neuland. Aber er macht sich schon wirklich gut! Der Steig ist herrlich zu Fahren. Am Anfang leicht tricksig, dann voll flowig nur zwischendurch muss man einmal sogar leicht aufwärts treten. Bei einer schwierigen Stelle braucht Ferdl etwas Überredung und schon knackt er seine erste heftige Stelle. Mit einem breiten Grinsen fährt Ferdl den restlichen Tag weiter. Den übrigen Bikern ergeht es gleich, als wir nach 4 Stunden Abfahrt unser Auto erreichen.

Martin und Matze sind gleich wieder unterwegs, um Martin`s Bus zu holen, während Chris, Ferdl und ich uns einen Cappuccino gönnen. Müde aber zufrieden lassen wir den Tag Revue passieren und sehen zu, wie unsere Bikes von so manchem Italiener begutachtet werden. Irgendwie sind wir doch alle stolz auf unsere Bikes und auch auf das was wir so machen.
Am Abend beziehen wir unser Appartement und Maschtl überrascht uns mit den besten Kasspatzln, die wir jemals am Gardasee gegessen haben. Dazu eine große Schüssel Salat und Bier und Wein und massig gute Laune. Dann treffen wir noch Tobi, Werner, James und … (Leider weiß ich den Namen nicht – bitte einfügen) und plauschen mit ihnen unter blauem Himmel, bis uns zu kalt wird. An dieser Stelle danke an Werner, der uns diese Unterkunft empfohlen und reserviert hat. Tobi hat leider LEICHTE Magenprobleme und kann 3 Tage nicht biken. Aber Tobi, tröste dich – war eh nur ein Sche… 🙂

Der nächste Morgen bringt wieder Sonnenschein pur und 1- Kind Tom nach Riva. Wir entscheiden uns für einen Steig, der von uns im Frühjahr zum ersten Mal befahren wurde. Drei oder vier Stellen sind noch offen und deswegen treten Chris, Ferdl und ich die Ponalestraße nach Pregasina hinauf. Wie im Frühjahr sind wir wieder beeindruckt von der grandiosen Fernsicht und der Aussicht auf dieser ehemals stark befahrenen Autostraße. Im Frühjahr wurden Chris und ich beim Aufwärtstreten und Fotografieren drei mal von zwei Fußgängerinnen überholt und etliche Biker waren auf der Strecke, aber heute sind keine Leute mehr unterwegs. Gähnende Leere, sehr zu unserer Freude.
Am ausgemachten Treffpunkt warten Matze, Maschtl und 1-Kind Tom schon ungeduldig auf uns. Nach einer kurzen Rast und einer Stärkung, schmeißen wir uns in die Abfahrt. Dieser Steig kann was: Ausgesetztheit, Spitzkehren, dicke Eier Stellen und Tiefblicke, die Ihresgleichen suchen, das alles kompakt auf 800Hm. Genau das richtige für uns. Und es läuft! Jede Stelle wird von uns geknackt. Allerdings mit teilweise bis zu 20 Versuchen, aber was soll`s. Schlechte Laune gibt es bei uns sowieso keine (außer man ist nicht dabei oder man hat Magenprobleme – Sorry Tobi!!!) und was uns heute alles gelingt, hebt unsere Laune nur weiter in die Höhe. Und so trailen wir immer weiter dem See entgegen, immer wieder hört man ein „ja geil“ oder „Juchuu“ oder „sauber gefahren“. Unzählige Fotos werden gemacht und das Material für unseren Film wird auch immer mehr. Als uns der Steig am Abend auf die Straße ausspuckt, grinsen wir wieder bis über beide Ohren. Schotter, Felsen, Spitzkehren, Stufen, große Stufen und das garniert mit so einem Herbst am Gardasee, mehr braucht es nicht, um uns zufrieden zu stellen.
Zurück in der Unterkunft, die wirklich nobel ist, wird auch schon gekocht und geschnitten und Dosen geöffnet und, und, und…bis spät in die Nacht.

Der dritte Tag beginnt mit einem Blitzstart von Matze und Tom, um ein paar vergessenen Sachen vom Vortag zu bergen. Danach wird auf den Monte Altissimo geshuttelt. Diesmal bin ich froh darum. 2000Hm sind auch mir zu viel. Also rein in den Bus und rauf auf den Berg. Jetzt müssen wir eh noch 500Hm treten, schieben und tragen. Chris und ich knipsen uns die Seele aus dem Leib und so erreichen wir langsam einen absolut traumhaften Rastplatz. Während wir jausnen, sehen wir einen uns bekannten Lockenkopf sein Bike heraufschieben. Roli Noichl und noch einige andere Gamsler wollen heute den 601er fahren und so treffen wir uns zufällig auf über 2000 Meter Seehöhe. Ausmachen könnte man so etwas nicht. Nach einem kurzen Plausch schiebt die Gamstruppe ihre Bikes weiter. Langsam müssen wir auch hinauf und so tragen wir unsere Bikes auf den Gipfel, wo wir die „paarhufigen Wiederkäuer ;-)“ wiedertreffen. Es wird nochmals geblödelt, doch dann trennen sich unsere Wege. Wir cruisen über unseren Steig hinunter bis zu einer Steilstufe.
Naja, keiner kannte den Steig und die Karte ist nicht immer zuverlässig. „The absolut Pathfinder“ war am Vorabend auch nicht zur Hand und so tragen wir unsere Bikes wieder für ca. 400Hm in Richtung Tal ähhh See. Zum Tragen ist es wirklich nicht einfach. Der Steig führt teilweise durch eine Felswand und man hat circa einen Meter Breite, um mit dem Bike das Grasband zu queren. Landschaftlich ist das sicher einer der schönsten Steige, die man am Gardasee findet. Ausserdem hat auch hier der Herbst seine volle Kraft entfaltet. Alles ist gelb und rot. Dann finden wir doch noch eine flowigen Weg, der uns bis direkt zum See führt. Und wenn Matze vor mir fährt, kann sogar ich einmal auf das Gas drücken und wirklich speedig den Weg runterjetten. Unten angekommen, verabschiedet sich 1-Kind Tom von uns. Er kann noch einen Tag länger bleiben. Viel Spaß! Während Ferdl, Matze und Maschtl die Bikes einladen, mache ich die letzten Fotos vom Abendhimmel und höre im Hintergrund Instruktionen wie „mach a Pano“ oder „a HDR war geil“. Leider habe ich kein Stativ bei der Hand und so werden es „nur“ Fotos und ein Panorama.
Abschließend genießen wir noch eine Pizza in Torbole wo es wieder einmal einstimmig heißt: Geil war`s!

Am frühen Morgen

…beginnt mein Radiowecker zu düdln. Noch schlaftrunken frag ich mich wers da wagt mich zu wecken, da kommt schon die Antwort. „Hier ist der österreichische Rundfunk“ Ich denk mir boah, wie spät ist es denn? Und schon wieder die Antwort „Es ist fünf Uhr“ Da fällt mir ein, dass wir heute biken gehen, hoffentlich haben wir gutes Wetter, und wie nicht anders zu erwarten sagt mein Radio „Die Wettervorhersage: Südlich des Alpenhauptkammes gibt’s nur eine Wolke…

Treffpunkt ist wieder mal eine Tankstelle auf der A13, zum Glück ist der 2. Teil der Mannschaft noch nicht da, so bleibt Zeit sich mit Kaffee und Cola zu versorgen. Aber bald sind wir vollzählig und können starten. Nach Autobahnabfahrten die wir nur gerade-noch erwischt haben, und Kirchgängern die uns den Weg weisen, finden wir doch unseren heutigen Ausgangspunkt.

Die Diskussion ob wir die ersten 300 Hm treten oder gleich schon tragen erweist sich als sinnlos, weil wir den Fahrweg eh nicht finden. Das bedeutet für uns 1500 Hm Radl tragen und schieben. Naja, wers mag. Die erste Jausenstation lassen wir, zu Matzes Leidwesen, links liegen, in der Hoffnung in der Hütte am Gipfel die bessere Auswahl zu haben. Den Aufstieg verkürzt uns Stone mit Details über die geologischen Besonderheiten der Gegend. Das schwarze Zeug unter unseren Füßen ist Vulkangesstein erfahren wir, das schon 200-300 Millionen Jahren hier rumliegt. Beeindruckend.

Endlich haben wir die Gipfelhütte vor Augen, aber Tom bemerkt gleich die geschlossenen Fensterläden und ein Verdacht erhärtet sich. Die Wirtsleut haben den Betrieb für heuer schon dicht gemacht. Wären wir doch nur auf Matzes Vorschlag mit der Jausenstation eingegangen…

Am Gipfel selbst treffen wir auf skeptische Wanderer, die sich und uns fragen was man hier heroben mit einem Bike tut. Nachdem man ein bisserl von schon gemachten Touren erzählt, bekommen wir gleich ein paar Tipps zu hören, welche Berge denn noch befahrbar wären.

Der Gipfelaufbau hats dann gleich in sich. Schwieriges, felsiges Gelände, und jede Menge Zuschauer. Tom, Stone, Chris, Matze und Tobi nehmen die erste Hürde aber ganz locker. Danach kommt eine schnellere Passage über grasiges Almgelände. Bald schon nähern wir uns einem Abbruch und der steile Teil beginnt. Die Spitzkehrenaufkommen wird immer dichter und unglaublich, aber der ersten Geländekante folgt eine Zweite. Der Berg scheint einfach wegzubrechen. Trotzdem klemmt sich ein Steig in den Hang. Für manche unserer Zeitgenossen ist dieser sogar befahrbar. Die Landschaft in die unser Weg eingebettet ist, kann man nur als grandios bezeichnen. Das Wetter hält, nur die vorhergesagte Wolke macht den Fotografen das Leben schwer. Bei dieser Tour ist wieder mal sehr gut zu sehen, dass jeder der Fahrer seinen ganz eigenen Downhillstil entwickelt hat. Da ist der Tobi, er federt auf seinem Bike um die engsten Kurven und erinnert an eine Bergziege, wie er so ganz ruhig im Gelände steht und alle Zeit der Welt zu haben scheint bevor er wieder sein Hinterrad hebt und lässig um die Kurve zirkelt. Dann der Stone, der mit viel Technik und noch mehr Mut sich in jeden Abhang stürzt. Kein Wunder, dass der hin und wieder ein Zigaretterl braucht, um sein Adrenalin auf Normwert zu bringen. Der Tom, tja was soll ich da sagen, bei dem fliegen immer am meisten Steine durch die Luft. Sein Stil ist am Besten mit dynamisch zu beschreiben. Der Chris fährt mit viel Technik und scheint jede Stelle vorher genau analysiert zu haben, so dass er genau weiß wo er fahren muss. Der Matze fährt wie er ist, mit viel Humor und unerwarteten Tricks. Und meine Wenigkeit hat den Fahrstil zum Tragestil weiterentwickelt, aber warte nur du sch… Berg nächstes Jahr beherrsch ich die Kehren!

Durch den langen Aufstieg haben wir viel Zeit verloren. Tobi, auf den Frau, Kind und eine lange Heimfahrt warten, bekommts langsam eilig. Darum teilen wir uns auf. Die schnelle Gruppe: Matze, Chris und Tobi. Die gemütliche Gruppe: Tom, Stone und ich. Auch bei der Abfahrt merkt man die 1500 Hm, der Trail scheint kein Ende zu nehmen. Endlich erreichen wir dann doch eine Almhütte, bei der wir noch schnell was essen. Die Sonne ist schon beim Untergehen, als wir uns erneut auf die Bikes setzen und die letzten 300 Hm Abfahrt durch einen Wald genießen.

Die goldene BikeHiker Nadel

Heftigste Entzugserscheinungen quälten mich Ende September. Fast drei Wochen war ich keine Tour mehr mit dem Bike gefahren. Ein 8-tägiger Italienurlaub vom 19.9. bis 26.9. trug nach den ganzen 3000er Hochtouren zwar zur Erholung sämtlicher Muskeln und Knochen bei, schaffte aber gleichzeitig eine große Unruhe in mir. Ständig war ich am kopfen, was die Jungs daheim wohl zur Zeit reißen und welche Gipfel da schon wieder geknackt werden. Zum Glück hatte ich mir „zur Erholung“ vom Italienurlaub noch den Montag und Dienstag frei genommen. Und nochmals zum Glück, war da schönstes Herbstwetter vorhergesagt! Nach einigen Diskussionen (wir hatten ja noch sehr viel vor dieses Jahr) durfte Felix entscheiden, wohin es die beiden Tage gehen soll. Mir war’s schließlich wurscht, Hauptsache ein Schuß Bikebergsteigen intravenös und zwar sofort, damit diese Qualen endlich ein Ende fanden! Felix entschied sich für das Gebiet der Bleichen Berge. Ein Gipfel, den wir nun auch schon seit 2 Jahren im Visier hatten und der in einem Tag wohl nur mit sehr viel Ergeiz und Kondition zu machen ist. Bedeutete für Stone und mich: die 5. Hüttenübernachtung innerhalb von 2 Monaten. Und genau das brachte uns dann auch scherzhaft auf die Idee mit der BikeHiker Nadel. „Die goldene soll der bekommen, der mindestens 5 Hüttenübernachtungen und 4 Gipfel über 3000 Meter mit dem Bike pro Saison geschafft hat“, wurde vorgeschlagen. Das würde auf Stone und mich zutreffen, doch dann waren wir uns alle einig, dass die goldene BikeHiker Nadel heuer an Stone allein gehen soll. Wer auch immer grad Zeit oder Lust hatte musste herhalten, um mit Stone eine weitere Tour zu fahren und noch eine und noch eine und noch eine…

Um den Kommerz ein wenig anzuheizen (und weil in Tirol ja schließlich alles vermarktet wird) hatten wir dann auch gleich weitere Ideen: für 200,- Euro bekommt jeder automatisch die goldene Nadel plus BikeHiker Kalender, für 300,- Euro gibt’s ein Gipfelfoto vom Berg nach Wahl mit Bike dazu (ob der-/diejenige oben war oder nicht – das bringen wir schon irgendwie hin) und für 500,- Euro darf fürs Gipfelfoto auch ein 3000er ausgewählt werden. Ja ja, an uns sind echte marketing Strategen verloren gegangen… 😎

Doch zurück zur Tour: An Tag 1 gings wieder mal von der Haustüre aus los. Weit aufi, weit hinten oi, noch weiter aussi und dann noch viel weiter wieder eini. Hab ich jetzt schon zuviel verraten? Immer diese Verschleierung! Auf alle Fälle war ich bei der Hüttenankunft um 19:30 Uhr absolut streichfähig. Ich war schon ersthaft am überlegen, welches Fleischgericht ich hinunterwürgen werde müssen, wenn ich nichts vegetarisches mehr bekomme (so weit kam es aber zum Glück nicht, Nudeln mit Tomatensugo gibt’s dann doch überall)! Doch offensichtlich war ich nicht der einzige mit großem Hunger. Die Kellnerin hat’s gar nicht mehr geglaubt als wir bestellten! Stone gleich 2 Hauptspeisen, alle haben große Portionen verlangt und als wir erfuhren, dass auch Sachertorte mit Schlag auf der Speisekarte stand, flippten wir komplett aus. Die musste natürlich als Nachspeise samt Kaffee noch her. Die Kellnerin hatte jedenfalls große Freude mit uns und meinte: “schön wenn man so einfach Menschen glücklich machen kann“. Irgendwann waren wir dann aber doch satt und um 22:20 im Lager. Da Felix nicht Latinern wollte, gab’s diemal auch keine Pummerln, denn zu dritt haben Stone Matze und ich geschnellt und nicht gewattet.

Die Nacht dann schon wieder ein Horror (so wie hier und hier und hier). Schon wieder ein Schnarcher! Stone war der Ansicht, dass ich es war der schnarchte und hat mich jedesmal wenn ich eingeschlafen war wieder wachgerüttelt. Am nächsten Morgen stellte sich dann raus, dass ich mich ziemlich verkühlt hatte, die Nase zu war, der Hals schmerzte und kurz überlegte ich sogar, ob ich die Forststraße hinausrollen und den direkten Weg nach Hause nehmen sollte. Doch das Wetter, die Schönheit der Natur und im Bewusstsein, dass ich diesen Berg nun endlich vor mir hatte, entschied ich mich für den langen Weg. 1000HM später kam die Belohnung in Form einer Bergkulisse die ihresgleichen sucht (siehe Fotos und letztes Kapitel unseres neuen Films). Bei der Abfahrt, die mit 100Hm seilversichertem, unfahrbaren Steig begann, war dann der Hals und die Nase vergessen und erst nach den vielen Traum Fahrpassagen, den langen Schotterreisen, viel Gelächter, Film- und Fotopausen und einem langen Weg retour zum Bahnhof kamen die Leiden zurück. Im Zug retour nach Innsbruck, als Adrenalinspiegel und Puls wieder auf Normalwerte sanken, fühlte ich mich dann richtig krank und abends kam dann Fieber dazu. Die restliche Woche lag ich krank im Bett, doch mit dem zufriedenen Gefühl an diesen unglaublich schönen 2 Tagen dabei gewesen zu sein.

Maschtl, jetzt wo schon Dezember ist, müssen wir Dir (zumindest symbolisch) echt mal die goldene BikeHiker Nadel verleihen. Gratuliere!! 🙂

3 Nordketten Downhill

Wir sitzen am Freitagnachmittag gemütlich beim Bus am Parkplatz in Leogang, da hör ich Felix neben mir telefonieren: „Hy Doris, Du meld mal den Stone an, der muß auch mal mitfahren!“
Da war ich dann auch schon am Samstagmorgen bei der Startnummernausgabe bei der Wolke 7.
Dieses Jahr war an beiden Tagen ein Traum Wetter, die Strecke bestens präpariert und ein cooler Roadgap wurde zusätzlich mit eingebaut (für die Zuschauer sicher das Spektakulärste und für uns super zum Springen). Also ein großes Lob an Trailsolutions. Den Erfolg sah man sicher allein schon an den vielen Zuschauern entlang der Strecke.
Es war eine tolle Atmosphäre und ich bin nächstes Jahr sicher wieder dabei…

Flyer 2009

Hier noch weitere Fotos von Moritz Bender. Die meisten Foto zeigen, dass die Radstudio Kurve und die Passage dannach selbst bei trockenen Verhältnissen noch sehr anspruchsvoll ist und viele Brezn dort passieren. Danke an Moritz für die Fotos!

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit!

(Untertitel: Investigafi… Investigatati… , aehh, Aufdeckungsjournalismus)

So, jetzt muss es endlich auch mal gesagt werden: fahrt niemals jemals auf keinen Fall Touren nach, die euch von gewissen Leuten hier in diesem Kreise empfohlen werden!!! Wir, das heisst die Tomsche Fraktion (sprich 3-Kind, 1-Kind Tom und meine Wenigkeit), sind einem Tipp gefolgt. Und ich kann euch nur sagen „A SO A SCHAAAS“!!

Angekommen am Parkplatz, erstmal aussteigen, wenigstens haben wir keine Parkgebuehren gezahlt, da es noch frueh genug war… Wir halten uns wohl nicht ans klassische Touristenschema. Und dann war erstmal Asphalttretten angesagt! JAWOHL, richtig gehoert: ASPHALT!!!! Was hat den bitte Asphalttretten in einem guten Tourentipp zu suchen?!?! Genau: NIX!!!! Aber gut, ging ja noch.

ABER DANN: eine Wiesenueberquerung die komplett mit mit Kuhabfallprodukt ueberzogen war… und das soll lustig sein?! Lasst es euch mit den Worten von Paul Piefke gesagt sein: Isses aber ueberhaupt nich, ne! Aber wir wollten ja nicht gleich mosern, also gings frohen Mutes weiter… Und ihr koennt ja bestimmt schon denken was jetzt kommt, genau: tragen, tragen und nochmals tragen, was an sich per se ja nicht so schlimm waere. ABER DIESE LATSCHEN!!! Haetten wir das gewusst…

Und die waren ja noch nicht mal das Schlimmste: der Weg war einfach nur fackensteil und rutschig! ABSOLUT www.nicht-lustig.de!! Und warum sagt uns das keiner?! SIND DIE LATSCHEN WOHL URPLOETZLICH UEBER NACHT AUS DEM BODEN GEPLOPPT, ODER WAS?!?! JAJA GENAU! UND BESTIMMT WAR DER WEG LETZTES JAHR NOCH FLACH, ODER???

Aber vermutlich hat der ganze Alkohol-und-was-weiss-ich-sonst-noch-alles-Konsum zu partiellem Gedaechnisverlust gefuehrt (was uebrigens so einiges an diesem Tourentipp erklaeren wuerde)…. Aber wir wollten ja nicht so sein, und da wir schliesslich hart im Nehmen sind, sind sir weiter. Und dann der Gipfel, die OBERFRECHHEIT! Was will ich denn bitte die ganzen Berge drumherum sehen?! Die stehen doch verdammt nochmal nur im Weg rum und nehmen einem die Ausssicht weg. Und ueberhaupt, was soll denn an der Aussicht so gut sein?! Sonne, blauer Himmel, der grintige See, ein paar umweltverschmutzende Schiffe mit ihren komischen Segeln drauf und sonst nix!! Fader geht’s ja wohl wirklich nicht.

Und diese Masse an Menschen da oben. Ja haben die denn nix zu tun?!?! Man koennte meinen dass 4 Personen noch andere Beschaeftigungen finden koennten, als genau an dem Tag an dem wir da oben sind ebenfalls da rumzuheupfen. Bodenlose Ignoranz und purer Egoismus dieser Typen! Gehoert verboten, sowas! Und was zum Geier bitte soll denn diese Abfahrt?!?! Schwierig, flowig, spassig??!? Seid ihr ne andere Tour gefahren oder was?

Ich lass mir ja noch einreden, dass die Stellen oben ganz spassig sein koennten. Wenn sie nicht so bescheuert felsig und schottrig waeren!!!! Langsam waren auch wir zwar echt mit der Geduld am Ende, aber wir sind ja gutmuetige Menschen und haben deshalb noch abgewartet. Es haette ja noch Besser werden koennen. Betonung liegt auf „haette koennen“. Wurde es naemlich nicht!!!

Irgendwann mal hat sich dann der Charakter der Tour etwas geaendert: aber was soll an einem handtuchbreiten, flowigen, achterbahnaehnlichen Trail gut sein?! Wo sind denn da die Anlieger und Spruenge, HA?! Und das Schlimmste kam noch: die OBEROBERFrechheit: steiler, wurzliger, kniffliger Waldweg! GEHT’S NOCH?!?!?!

Wo soll den da der Spass sein, wenn man konstant in den Bremsen haengt, eine knifflige Stelle nach der anderen faehrt und das ganze einfach nicht aufhoert????? UND UND UND UND dann kam die schlimmteste OBER-OBER-OBER-OBER-FRECHHEIT aller FRECHEITEN: es wurde noch steiler und noch spitzkehriger! Und zum Schluss sogar noch ein flowiger Abschnitt zum AUSROLLEN!! WAS SOLL DASS DENN?!?!?! ABER JETZT MUSS ICH AUFHOEREN, SONST BEKOMM ICH ALLEIN VOM DRAN ERINNERN EINEN HERZINFARKT!

Puh, zusammenfassend sei gesagt, das einzig gute an dem ganzen Tag war wirklich nur die gesparte Parkplatzgebuehr und das anschliessende Eis mit fetter Volksmusik auf dem Festl in Maurach…

Der Aufdecker (*)

Nachtrag 1: Und glaubt keinem einzigen Gesichtsausdruck auf den Bildern!! Die wurden vom Biking-Hiking’schen Propagandaapparat reinretuschiert!!

Nachtrag 2: und sollte diese Nulpe von einem Systemadmin diesen Bericht wieder ins Nirwana schiessen, dann reiss ich ihm persoenlich den Kopf ab!!!

(*) Name wurde geaendert, ist der Redaktion aber bekannt.

Das Kreuz mit dem Kreuz

„Ist schon (!?) halb sechs, aufstehn!“ spricht eine Männerstimme höflich aber bestimmt in den dunklen Raum. *RRUMMMS* bin ich wach. Wo bin ich? Gefangenenlager? Entführung? Nö, dafür lieg ich zu bequem und ich glaub da herrscht ein anderer Umgangston.
Langsam dämmerts mir: ach ja, ich hab ja beim Chris übernachtet. Werner und ich sind am Vorabend aus München bzw. Landsberg angereist, um die Anreise zum heutigen Tourziel zu verkürzen.
Schon wieder solls heute über 3000m gehen. Beste Wetteraussichten lassen mich trotz der unchristlichen Uhrzeit dann doch relativ schwungvoll ausm Bett gleiten.
Kaum angezogen und abmarschbereit, hört man draussen auch schon Maschtls Biking-Hiking-Diesel-Bus klackern. Wow, wie pünktlich der Maschtl sein kann wenn eine Knallertour wie die Heutige ansteht 😉
Schnell ist alles eingeladen und los geht’s. Ich schlafe noch bischen auf der Rückbank, Frühstück gibt’s später unterwegs frisch vom Bäcker.

Ganz schön frisch isses am Startort der Tour, auf 1800m. Ein paar fast ebene km haben wir zum einrollen, ehe Rad und Reiter die Rollen vertauschen. Etwas über 1300hm Tragen steht auf dem Programm, eigentlich eine lösbare Aufgabe … eigentlich.
Bis zur Hütte geht’s flott voran, immer mehr Kleidungsstücke wandern in den Rucksack und die Sonne treibt bald das letzte Frösteln aus den Gliedern.
An der Hütte dann eine gemütliche Pause, vielleicht etwas zu gemütlich und lang. Danach gehts bei mir nämlich irgendwie nur noch mit halber Kraft bergan … bleischwere Beine.
Weil alleine vor sich hinjammern langweilig und auf Dauer auch nervig ist, bin ich froh dass der Chris und ich uns wenigstens gegenseitig bemitleiden können. Beim Chris sinds nicht die Beine die lahmen, es ist das Kreuz bzw. die Schultern die schmerzen.
Kein Wunder eigentlich, bei DEM Gewicht dass er regelmäßig den Berg raufwuchtet! Bike 20kg, Rucksack mit aufwändiger Fotoausrüstung ca. 13kg, macht summa summarum 33kg!?

Dicken Respekt mal an der Stelle an alle Fotographen (und natürlich Filmer) unter den Bikebergsteigern. Ohne Euch gäbs kein großes Kino in Form von tollen Bildern bzw. Videos. Das Fotografieren scheint eine sehr fesselnde Faszination zu sein. Die meisten Fotografen mit denen ich schon unterwegs war, sehen die Stellenwertverteilung Biken/Fotografieren im Bereich 50:50! Das erklärt dann wohl auch warum man freiwillig ca. 5kg Mehrgewicht im Rucksack in Kauf nimmt…

Zurück zum Aufstieg: Ca.100hm unterm Gipfelkreuz holen wir Maschtl und Werner ein und dann schon wieder das „Kreuz mit dem Kreuz“: Mit Bike machts eigentlich wenig Sinn, aber Gipfelkreuze haben irgendwie doch eine magische Anziehungskraft. Maschtl und ich wuchten die Bikes also doch noch bis (fast) ganz hoch. Chris und Werner lassen die Bikes unterhalb der langen seilversicherten Stelle liegen.
Am Gipfelkreuz sind dann alle (Kreuz-)Schmerzen vergessen und wir genießen die sensationelle Kulisse. Unser Tourziel vom letzten Bericht können wir heute mal von der anderen Seite bewundern.
Erwartungsgemäß sind in den ersten Abfahrtsmetern nur einige wenige Passagen fahrbar, aber schon ein paar gemeisterte schwierige Stellen entlohnen dann irgendwie doch für die Extra-Schlepperei.
Ab Ende der Seilversicherung beginnt der Spaß dann richtig. Ein z.T. extrem verblocktes Gelände fordert uns und unserem Material alles ab. Die beste Passage des Tages ist ein Meer von riesigen Steinblöcken, durch das wir eine fahrbare (trialbare?) Linie entlang der Wegemarkierungen finden! Maschtl fährt sich hier einmal „fest“ und vollführt einen eleganten Bocksprung übern Lenker.
Wir haben für diese ersten ca. 200hm geschätzte 1,5h Stunden gebraucht! Filmen und Fotografieren kostet halt Zeit, aber es lohnt sich.

Im weiteren Verlauf wird der Weg etwas „flüssiger“, bleibt aber sehr spaßig. Nach Maschtls Stunteinlage im Blockfeld, lege ich nach: Ein superschöner weißer Quarzblock lädt Chris zum Bildermachen ein. Er sagt noch „mach irgendwas lustiges…“. Ich rolle auf den Stein und ziehe zum Wheelie hoch. Blöd wenn man just in diesem Moment keinen Druckpunkt an der Hinterradbremse findet… Arschlandung! 😉 Naja, wenigstens kann man mir nicht vorwerfen nichts „lustiges“ fabriziert zu haben und das senkrechte 90° Wheelie sieht auch spektakulär aus.

Den weiteren Weg bis zur Hütte fahren wir sehr flüssig (d.h. keine Bilder und Filme mehr), obwohl hier immer noch durchgehendes S3 Niveau angesagt ist. Eine Brotzeitpause an der Hütte fällt aus, zu lange Wartezeit aufs Essen. Jetzt gibt der Weg noch mal richtig Gas und schüttelt uns unsere Arme zu Brei. Immer wieder überlegen wir die Bikes zu schieben, um keinen Crash durch Übermüdung zu riskieren. Letztlich siegt aber doch bei allen die Lust die schwierigen Stellen zu knacken.
Endlich, die Forstpiste ist erreicht, wir habens geschafft. Ziemlich platt aber überglücklich fallen wir uns in die Arme ob dieser (mal wieder) sensationellen Tour.
Wenig später schon sitzen wir samt Maschtls Schwester Sonja und deren Freunden in einem griabigen Wirtshaus und verdrücken kohlenhydratreiche Kost. Prost!

Für eine Handvoll Schotter

Eines Abends saßen Häuptling Großer Stein, der Medizinmann, der Bruder mit den vielen Kindern, Häuptling Große Locke und der, der aus dem Norden kam, rund um das Lagerfeuer. In ihrer Hand eine alte Schatzkarte, welche sie in den unendlichen Weiten der Prärie zufällig gefunden hatten. Müde und gezeichnet vom langen Sommer war die Aussicht auf den legendären Schatz „liarTyloH“ eine große Versuchung, zumal man damit eine ganze Menge Feuerwasser kaufen könnte. Schnell stellte sich heraus, dass einer lieber seine Wunden von den letzten Abenteuern pflegen wollte, der eine noch unbedingt zur Eröffnung des neuen Saloons hinter dem kleinen Teich wollte und der andere die Löcher in seinem Wigwam flicken wollte. Da entdeckte Häuptling Großer Stein am Horizont Rauchzeichen von dem, der sein Pferd rot angemalt hatte. Er hatte von dem günstigen Tag für die Schatzsuche erfahren und wollte mitkommen.

So kam es, dass am folgenden Morgen Häuptling Großer Stein und der, der sein Pferd rot angemalt hatte, sich auf den Weg in das Gebiet der Bleichen Berge machten. Von Überlieferungen wussten sie, dass es dort nur so wimmelte von bewaffneten Bleichgesichtern, die in ihrem Revier keine berittenen Rothäute duldeten. Daher brachen sie lange vor Sonnenaufgang auf um das dicht besiedelte Tal des Großen Flusses im Schutze der Dunkelheit unerkannt zu durchqueren. Das erste Ziel auf der Karte, eine Hütte am Waldrand, war bald gefunden. Der kühle, feuchte Wald bot zwar Schutz vor den vielen Bleichgesichtern im Tal, aber die Pferde kamen im steilen Gelände nur mehr mühsam voran. Der Weg hinauf war noch weit, die Pferde mussten noch dringend für den Rückweg geschont werden, daher blieb Häuptling Großer Stein und dem, der sein Pferd rot angemalt hatte, nichts anderes über, als ihre Pferde zu tragen.

Als sie den Wald durchschritten hatten, brannte die Sonne unbarmherzig auf ihre Haut. Sie kämpften sich durch steile Geröllfelder und felsige Absätze, bis sie einen kleinen Vorgipfel erreichten. Ein Blick auf die Karte zeigte ihnen, dass sie am richtigen Weg waren – die grüne Wiese mit dem Schneefeld und den vielen Gemsen war gefunden. Müde ließen sie sich nieder und verzehrten einen großen Teil ihres Proviants. Dann blickten sich Häuptling Großer Stein und der, der sein Pferd rot angemalt hatte, um und suchten das Kreuz, mit dem der Schatz auf der Karte markiert war. Als ihre Augen über die steile, felsdurchsetzte Wand schweiften, erspähten sie am höchsten Punkt der Bergkette ein Holzkreuz, um das sich bereits zahlreiche Bleichgesichter geschart hatten. Der Weg dorthin schien so schwierig und ausgesetzt, dass sie ihre Pferde am Fuß der Wand an einen Felsen anbanden. Sie ließen dort alle Kleidungs- und Ausrüstungsstücke zurück, welche sie als berittene Rothäute entlarvt hätten. So kurz vor dem Ziel, ein wenig beunruhigt wegen der zahlreichen Bleichgesichter, setzten sie ruhig ihren Weg fort. Sie ließen sich ein wenig neben dem Kreuz nieder und beobachteten die Bleichgesichter, welche bereits rund um das Kreuz gegraben hatten. Sollten sie zu spät gekommen sein? Die fröhliche Stimmung zwischen den Männern und die vielen, prall gefüllten Taschen stimmten Häuptling Großer Stein und den, der sein Pferd rot angemalt hatte, traurig. Um ihre Tarnung nicht auffliegen zu lassen brachen sie auf, sie wollten ihre Pferde vor den Bleichgesichtern erreichen. Ohne den erhofften Schatz kletterten sie nach unten und erschraken, als sie ein Bleichgesicht bei ihren Pferden sahen. Zum Glück war es ein harmloser Siedler auf der Durchreise, der hier noch nie ein Pferd gesehen hatte.

Obwohl die Pferde an unwegsames Gelände gewohnt waren, mussten die beiden Rothäute sehr vorsichtig sein, ein falscher Tritt und sie wären in die Tiefe gestürzt. Kaum hatten sie den Pfad der vielen Spitzkehren im Wald erreicht kamen sie schneller voran, der Talboden war bald erreicht. Sie klopften den Staub von ihrer Kleidung und leerten die Steine aus ihren Mocassins. Eine Handvoll Schotter war alles, was ihnen von dieser Schatzsuche geblieben war.