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Und, braucht man Harscheisen?

Aber zurück zum Anfang. Ich gebe zu, den Grundstein meines Verlangens für diese Schitour wurde schon vor 32 Jahren gelegt. Damals sind 3 meiner besten Freunde auf diesen stolzen Dreitausender gegangen und ich hatte entweder keine Zeit oder die Tour war mir zu anspruchsvoll, so genau weiß ich das nicht mehr. Jetzt waren die Bedingungen mit Lawinenwarnstufe 1 und Frühjahr wieder perfekt und so wurden schnell mit 2K Tom Pläne geschmiedet.
Punkt 05:00 Uhr waren wir am Parkplatz abmarschbereit, ich gebe zu, eine etwas unchristliche Zeit, aber für 2000Hm kalkulieren wir lieber etwas mehr Pausen ein. Die Temperatur mit ca. -4°Celsius ohne Wind optimal und wir starten, vielleicht etwas zu schnell, den Talboden hinein. Nach der Bachquerung geht es rechts steil bergauf, zuerst durch einen Grauerlen Gürtel und danach über freie Hänge weiter nach oben.

Trotz Harscheisen und relativ neuer Felle rutschen wir in der Aufstiegsspur immer wieder zurück. Also raus aus der Spur und selber auf dem harten Schnee die Schi so setzen, dass wir nach oben kommen. Mittlerweile wird es heller und wir können die Stirnlampen in unsere Rucksäcke packen. Jetzt sehen wir auch schon sehr gut auf die umliegenden Berge und bewundern den, sich langsam rot färbenden, Himmel. Kurz darauf erreichen uns die ersten Sonnenstrahlen, was wiederum mich veranlasst, mit Tom einen ersten Rastplatz auszumachen.

Da stehen wir nun, eine Tasse Tee in der einen und einer Banane in der anderen Hand. Tom meint noch aufmunternd:“ Jetzt haben wir eh schon die Hälfte!“ und in dem Moment denke ich mir, ob ich das jetzt unbedingt wissen wollte? Aber was soll`s, wir wollen da heute auf alle Fälle rauf und so steigen wir weiter bergan und kommen nach weiteren 1,5h auf die 3000-er Grenze. Ab jetzt müssen wir die Schier tragen. Tom hat seine Steigeisen aufgezogen und schon stapfen wir weiter. Allerdings brauchen wir nun mehr Verschnaufpausen, da die Gipfelrinne bzw. der Gipfelhang mit 35°-50°doch recht steil ist. Zudem hat der Südwind stark zugenommen und bläst uns kalt ins Gesicht, aber wir schaffen es und stehen um 10:30Uhr am Gipfel. Wir ziehen uns schnell was Winddichtes drüber, dann werden ein paar Fotos gemacht und schon zieht es uns wieder hinunter zu dem Schidepot.

Gejausnet wird weiter unten das ist schnell klar. Beim Abstieg kommen uns schon die ersten „Verfolger“ entgegen. Uns ist es egal, wir schnallen uns die Schier an und schon geht es hinunter. Der Schnee ist hier leider noch etwas mau, aber zumindest ist es nicht gefroren. Als wir nach ca. 15 Minuten bei unseren Rastplatz sitzen, zählen wir noch weitere Tourengeher, alle auf den Weg nach oben und wir denken uns nur, zum Glück müssen wir da nicht mehr hinauf. Nach der Jause wollen wir jetzt endlich Firn fahren und tatsächlich der nächste recht lange Hang ist wirklich aufgefirnt. Wir genießen die Abfahrt, obwohl zumindest meine Füße mittlerweile echt schwer geworden sind. Ab dem letzten Drittel wandelt sich der Schnee von Firn in TIEFEN Firn und meinereiner schwingt jetzt nur noch in weiten Bögen in Richtung Tal. Bei Tom wiederum schaut die Fahrweise noch immer gut aus, Kraftsau, Kondiviech :-).

Als wir wieder am Talboden ankommen freuen wir uns wirklich auf das wohlverdiente Bierchen, bzw. auf den Radler. Beim Auto angekommen, stehen schon die nächsten hinter unserem Auto. Und schon geht die Fragerei los: „Wie war der Schnee? Und habt ihr Harscheisen gebraucht?“. „Schnee war gemischt und ohne Harscheisen geht es gar nicht!“ „Was, Harscheisen von ganz herunten?“ „ Ja…, wo wollt ihr eigentlich noch hin?“. Darauf erhielt ich die Antwort: „Bremer Hütte!“. Was wir wiederum für sehr mutig halten, Nachmittag um 13:00 Uhr.
Wir haben jetzt nur noch Durst und gönnen uns kurz darauf einen Radler und lassen die Tour noch einmal Revue passieren. Eines ist jedenfalls sicher, wir sind beide echt zufrieden mit uns und ich bin froh, dass ich diesen Gipfel endlich abhaken kann.

Die etwas andere Biking-Hiking Tour!

Es ist kurz nach sieben in der Früh und wir stehen immer noch beim Parkplatz in St. Sigmund. Wir, das sind Stone, Elisa, Chris, Ferdl und meine Wenigkeit. Der Himmel ist wolkenlos und wir verhoffen uns viel von der heutigen Schitour, es ist nämlich eine Jahrzentschitour. Soll heißen ich war mit meinen 52 Lenzen erst 3-mal da oben. Der Hang ist ziemlich nach Süden ausgerichtet und entweder ist es lawinengefährlich oder aper. Doch heute ist es wieder mal soweit und wir hoffen auf eine geile Firntour. Wir ziehen also steten Schrittes den Talboden taleinwärts und lassen die Gleirscher Alm links liegen. Die Bergspitzen werden schon von den ersten Sonnenspitzen angestrahlt und wir freuen uns jetzt schon auf eine schön warme Gipfelrast.

Kurz darauf geht es dann rechts steil bergauf. Ab jetzt sind Harscheisen gefragt, ohne geht es nur mit einem wesentlich höheren Kraftaufwand, sprich einer Quälerei. Alle sind gut auf und wie immer wird viel gequatscht und natürlich fotografiert. Es ist heute aber auch ausgesprochen malerisch, mit dem wolkenlosen Himmel und bald erreichen wir die Sonne. Zeit für eine erste Rast um Flüssigkeit und etwas Festes zu uns zu nehmen. So mag ich es, Sonne im Überfluss, keine Leute weit und breit und wahrscheinlich feinster Firn. Also schnell weiter, nicht dass aus dem Firn knietiefer Sumpf wird. Und so erreichen wir um 11:00 den Gipfel. Martin und ich strahlen mit der Sonne um die Wette. Ich glaube, wir gewinnen und so warten wir noch gemütlich auf den Rest der Truppe und beobachten inzwischen die Massen die im nächsten Tal auf den Zwieselbacher rennen.

Gleich darauf sind alle am Gipfel und es wird gejausnet und dabei beraten, welche Abfahrt wir nehmen sollen. Als alle satt, geschneuzt und gekammpelt sind, geht es an die Abfahrt. Ich melde mich als Fotograf schon mal an und fahre ein Stück nach unten. Ja, ja, das ist das harte Los der Fotografen.
Und was soll ich sagen, die Abfahrt ist ein Traum. Genau richtig ist der Firn und ich glaube man sieht es auch an den Fotos, bzw. am Grinsen in unseren Gesichtern.

Weiter unten ist es dann schon recht weich, vor allem für Leute wie mich mit einem Kampfgewicht von ca. 100Kg incl. Fotoausrüstung. Und so überlegen wir, wo es besser bzw. sicherer ist und entscheiden uns für eine Rinne, in der schon eine ältere Lawine liegt. Und das ist auch die richtige Entscheidung, denn auf dem Lawinenschnee ist es noch perfekt, während man daneben schon bis zu den Knien einsinkt. Als wir am Talboden ankommen, sehen wir ca. 100m weiter eine frische Grundschneelawine, die vorher noch nicht da war. Wir lassen sie dort liegen und fahren weiter Tal auswärts, jetzt immer im Schatten. leider macht Ferdl noch Bekanntschaft mit dem harschigen Schnee und kommt mit kleinen Schnittverletzungen im Gesicht und starken Schmerzen in der Schulter zur Alm. Gebrochen scheint aber zum Glück nichts zu sein.

Jetzt haben wir uns aber ein Bierchen verdient und so lassen wir den traumhaften Tag, wiederum in der Sonne, mit Bierchen und Essen in der Nähe der Alm ausklingen und schwärmen schon wieder von unseren nächsten Unternehmungen.

Kleiner Nachtrag: Ferdinand wurde einige Monate nach dem Sturz an der Schulter operiert und zum Glück ist alles glimpflich verlaufen und sein Arm ist wieder zu 100% einsatzbereit. Auf zur nächsten Schandtat.