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Chaostruppe unterwegs!

Also heute berichte ich von 2 unserer gemachten Touren. Und warum Chaostruppe? Na gut, ganz so schlimm war es ja nicht, aber der Reihe nach.
Irgendwann im Frühjahr dieses Jahres, fragt mich Reini ob ich nicht Lust hätte eine Skitour auf die Wildspitze zu machen. Natürlich habe ich Lust, hab immer Lust auf irgendwas machen. Und weil es zu dritt lustiger ist als zu zweit, war der Ferdl gleich mit von der Partie. Das Wetter war schon 3 Wochen wunderschön und da wir nicht unbedingt auf Menschenmassen versessen sind, haben wir uns natürlich unter Woche am Dienstag freigenommen. Reini holt mich gleich in der Früh ab und schon geht es weiter zu Ferdl.

Danach geht’s ins Pitztal, wie üblich wird Blödsinn geredet und wir freuen uns schon auf die Tour. Die Freude wird nur durch ein kleines Detail getrübt, dem Wetter. Das Wetter zeigt sich heute nämlich nicht, wie seit knapp 4 Wochen, von seiner rosigen Seite, sondern es zeigt sich mehr von seiner grauen Seite. Uns egal, wir sind gut drauf (irgendwie komme ich mir vor wie im Lego Movie Film?!?!) und so kaufen wir beim Pitztalexpress die Schitourenkarte und schon geht es bergauf. Ganz oben angekommen, fahren wir der Piste entlang um dann Richtung Tour abzuzweigen. Jetzt noch eine Steilstufe hinunter zum Gletscher und schon können wir auffellen. Und gleich darauf geht es angeseilt weiter, die Sicht ist eher Mau, aber wir halten uns immer schon von den Spalten fern und so wird es schon gehen. In weitem Bogen führt unsere Spur immer weiter nach oben und schon bald können wir den Gipfel sehen. Vom Gipfel motiviert zieht es uns fast automatisch nach oben, nur die Sicht bereitet uns immer mehr Kopfschmerzen. Aber vorerst haben wir das Schidepot erreicht und den Gipfelgrat schaffen wir jetzt auch noch, trotz mittlerweile starkem Föhnsturm aber … irgendwie ist jetzt alles braun???

Am Gipfel werden wie üblich Fotos gemacht, bei dem Wetter natürlich im Retrodesign. Gleich darauf geht es wieder abwärts, wirklich gemütlich ist es ja nicht bei Föhn. Dafür haben wir den ganzen Berg für uns alleine… irgendwie unheimlich. Die Abfahrt hat es noch einmal in sich, denn mittlerweile kann man absolut keine Unebenheiten erkennen, nicht einmal die Aufstiegsspur sieht man, was auf einem Gletscher nicht unbedingt hilfreich ist. Wir mühen uns also nach unten( irgendwie haben wir uns das anders vorgestellt), und nach einer weiteren Querung schreie ich Stop. Mir kommt vor, wir sind zu weit links, also Handy raus und ApeMap aufrufen. Gut, dass ich die Tour heute aufgezeichnet habe, wir müssen viel weiter nach rechts, sonst kommen wir genau in den Gletscherbruch. Kurz darauf erreichen wir unseren Auffellpunkt.

Von hier bis zum Auto vergeht noch einmal knapp eine Stunde und wir erreichen wirklich müde unseren Ausgangspunkt. Als wir gemütlich noch ein Bierchen zwitschern, resümieren wir unsere Tour und kommen zu dem Schluss: ein Punkt unserer Tourenplanung wurde umgesetzt, keine Menschenmassen.

Die zweite Tour ist eine Figltour Mitte Mai. Mit von der Partie die üblichen Verdächtigen: Reini, Ferdl und meiner einer. In der Nacht davor hat es noch geschüttet wie aus Kübeln, aber am Morgen lichten sich die Wolken, die Luft ist klar, wenn auch nicht kalt.

Auf geht es in die Lizum und von da zu Fuß bergauf. Heute ist es wirklich cool, eine super Fernsicht und wir freuen uns schon riesig aufs figln. Nach ca. 1 Stunde erreichen wir das Halsl und von dort geht es rechts hinauf immer weiter Richtung Gipfel.
Mittlerweile ist es wirklich warm geworden und wir erfreuen uns an der Sonne und den Felszacken, die sich rechts und links von uns in den Himmel recken. Kurz vor dem Gipfel müssen wir noch so manches Hindernis überwinden, sei es ein kleines Schneefeld oder eine kleine Kletterpassage, aber nichts kann uns aufhalten und so erreichen wir nach knapp 3 Stunden den Gipfel.

Endlich jausnen… ja mia sein halt verfressen:-). Nach den üblichen Aktivitäten, bereden wir unsere weitere Vorgangsweise. Noch ein Gipfel oder Abfahrt durch die erste Rinne, oder doch besser die zweite? Fragen über Fragen und alle bleiben unbeantwortet, wir entscheiden einfach, wenn es soweit ist. Und es ist bald soweit, beim nächsten Kletteraufschwung liegt Schnee, also hinunter ins Tal mit uns bösen Buben.

Schischuhe angezogen, Figl angeschnallt und schon … wird die erste Lawine losgetreten. Nach dem ersten Schreck entschließen wir uns die Sache etwas langsamer angehen zu lassen und so gleiten wir durch knietiefen Firn in Richtung Tal. Immer Abschnittsweise und uns gegenseitig beobachtend, damit nicht von oben eine weiße Überraschung zu Tale rauscht. Aber alles geht gut und wir erreichen wieder einmal ohne Blessuren unser Auto. Und so können wir wieder einmal über unsere gut geplante Tour lachen und, wenn ich ehrlich bin, in meinem Hinterkopf ist schon die nächste Tour geplant.

Ein Kommentar

  1. Posted Mai 31, 2022 at 15:39 | #

    Cooler Bericht Tom! Da wäre ich gern dabei gewesen. Schaut nach viel Spaß aus 😉 hihi!

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