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A perfektes Tagerl!

Also, ich gebe zu, ich habe keine Ahnung warum diese Tour so lange in meinem Archiv gelegen ist ohne auf die Homepage zu gelangen. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass ich zuerst keine Lust hatte zu schreiben und dann darauf vergessen habe. Aber diese Tour ist eigentlich keine Tour zum Vergessen!!! Deshalb: Nachtrag aus dem Jahr 2016.
Alles begann damit, dass Ferdl, Reini und ich wieder mal Zeit hatten zusammen etwas zu unternehmen. Und das kommt, bei Gott, leider viel zu selten vor. Wenn wir aber dann unterwegs sind, ist es die größte Gaudi die man sich vorstellen kann. Denn ganzen Tag wird nur gelacht und geblödelt und das schon, wie in diesem Fall, ab 06:00 Uhr früh bis wir wieder zu Hause sind.
Diese Tour war ja wieder einmal eine richtige Biking-Hiking.at Tour. Soll heißen, zuerst das Bike raufschleppen auf 2370 Meter Seehöhe und dann ohne Bike weiter auf knapp 3300 Meter. Jedenfalls macht man so eine Tour mit Zeitreserven und viel Jause (Eh wie immer:-)!). Als wir also starten ist es noch ziemlich dunkel, nur der Himmel zeigt die übliche Verfärbungen, die man halt so früh morgens sieht.


Und so schieben/tragen wir unsere Bikes langsam der aufgehend Sonne entgegen. Kurz nach erreichen besagter Sonne gibt es das erste Verschnaufpauserl, das wir dringend notwendig haben. Vor allem wegen der Fotos die gemacht werden müssen.
Aber zulange wollen wir nicht hier herumliegen, lieber auf der Hütte einen Frühstückskaffee genießen. Kurz bevor wir zu Hütte kommen, deponieren wir unsere Bikes oberhalb des Steiges. Als wir bei unserer Kaffeelabestelle angekommen, trauen wir unseren Augen kaum – da stehen 7 E-Bikes im „Hof“. Das ist sicher ein Nachteil der E- Bikes, früher hat man äußerst selten andere Biker im hochalpinen Gelände angetroffen. Was soll’s, wenn diese Biker, so wie wir, auf Fauna, Flora und Wanderer Rücksicht nehmen, will ich ihnen den Spaß genauso gönnen wie uns.

Jedenfalls genießen wir den vorher angesprochen Kaffee auf der Terrasse um kurz darauf weiter Richtung Gipfel zu marschieren. jetzt kommen mit Stahlseil versicherte Stellen und Felspartien, aber natürlich ist das kein Grund für uns weniger zu ratschen und wie immer hört man mich meine „Befehle“ bellen: „Halt no amol z’ruck, daher schaugn – guat passt scho, kennts weiter gian!“
Mit viel Gelächter erreichen wir den Gipfel und können es eigentlich immer noch nicht glauben, Traumwetter, Fernsicht wie nur was, relativ wenig Wanderer und den Gipfel, zumindest für einige Zeit, nur für uns alleine.

Nach der Jause geht es wieder an den Abstieg, aber nicht ohne ständig ein „Ma ist des geil!“ auszurufen und natürlich die wahnsinnig schöne Landschaft rund um uns herum zu bestaunen. Irgendwie kennt man ja alles, aber trotzdem ist es für uns immer wieder unglaublich, in was für einer schönen Welt wir leben dürfen.

Herunter geht jetzt schneller als rauf und so gelangen wir bald zu unseren Rädern und bei mir stellt sich schon wieder dieses Kribbeln ein, diese Vorfreude auf einem Trail nach unten zu fahren. Und ich glaube es geht nicht nur mir so!

Ca. 1 Stunde später erreichen wir dann doch ziemlich müde Ferdinands Toyota, räumen alles ein und machen die letzten Späße an diesem Tag. Dieser Tag, der mir wieder einmal unvergesslich sein wird und den ich mit meinen Freunden verbringen durfte.

Montag

Ein ungewohnter Tag für eine Tour. Wenn ich zurück denke – auch über Jahre – dann war das tatsächlich die Erste dieser Art.
Im Nachhinein betrachtet war es ein sehr glücklicher Zufall, dass wir zu viert an diesem Tag Zeit hatten. Das Tiroler Wetter macht es einem ja derzeit echt sehr schwer Touren zu planen.
17 Uhr. Ich sitze leicht verträumt auf der Mauer der Innbrücke, die Sonne scheint mir ins Gesicht und mit Ain`t Nobody über die Kopfhörer in den Ohren dauert es eine halbe Ewigkeit bis ich merke, dass Fibs schon im anrollen ist. Minuten später ist auch Tom da. Auf geht`s. Reini wartet ein paar Meter weiter oben. Auf „Schleichwegen“ durch Hötting – danke Tom für das Aufzeigen neuer Wege. Aber 23 Prozent Steigung zum einradeln? Reini hat recht – man muss den Weg kennen um ihn zu hassen.


Auf dem Forstweg angekommen mit etwas Wind wird es langsam temperatur- und steigungsmäßig langsam erträglicher. Nach kurzer Wasserdurchfahrt und Pause geht es in gewohnter Manier zu Fuß bergwärts. Die Schotterrinnen und die ausgesetzten Stellen lassen mich schon etwas grübeln wie viel davon ich heute fahren werde? Eine kurze Pause bei der wir kurz übers Klettern philosophieren und den Jungs und Mädels an der Wand beim Vorstieg zusehen und dann das letzte Stück hoch.
Talwärts – ein kurzes Flachstück über etliche Wurzeln muss reichen um wieder etwas Gefühl fürs Bike zu bekommen. Eins ist uns gemeinsam – es fehlt heuer noch einiges an Training, aber „a Gaudi ist es jetzt schon wieder“.

Die erste Schlüsselstelle. Tom zeigt auf 2/3 der selbigen wie es gefahren werden kann. Wir anderen begnügen uns an dieser Stelle mit dem ersten Abschnitt. Es folgen die eingangs erwähnten Schotterrinnen an teils ausgesetzten Stellen, Spitzkehren und Treppen. Und da ist es wieder. Das Feeling was unseren Sport ausmacht. Die Strapazen des Aufstiegs sind vergessen und weiter geht es talwärts mit breitem Grinsen im Gesicht.
Kurze Pause – es braucht nun doch die Stirnlampen. Sind wir ja doch erst nach der Arbeit los. Ein paar Meter auf dem Forstweg und dann – wieder ein mir unbekannter Weg. Zum Teil Hohlweg mit lang gezogenen Kurven. Rein technisch gesehen könnte man es wohl Anleger nennen. Zum Teil verwurzelt, mit Treppen, Jumps und ein, zwei Uphill-Passagen aber super flowig – ein schöner Abschluss für die Tour.
Und an dieser Stelle auch mal ein Danke an unsere Frauen und Familien, die uns die (Frei)Zeit und das Vertrauen schenken, dass wir auch wieder heil heim kommen.

Von steilen Steigen und so..

Wie jedes Jahr versuchen wir auch heuer wieder unsere allwöchendlichen Abendrunden zu machen. Heuer sind sich aus familiären und arbeitlichen Gründen noch nicht so viele Touren ausgegangen. Und heute, eigentlich wollten wir zu Dritt im Unterland eine Biketour machen, sieht es wieder nach einer Absage aus. Mistwetter! Da schlägt Reinhard vor, ob wir nicht stattdessen einen Klettersteig machen sollen.


Das ist eine Superidee, finde ich, obwohl ich nicht weiß, wie begeistert Bernd ist. Er hat mir einmal von seiner Höhenangst erzählt. Ich ermutige ihn schnell am Telefon und schon fahren wir drei Mann hoch, nach Stafflach. Beim Einstieg wird zuerst noch geblödelt und schon ist Reini nach oben verschwunden. Bernd steht noch etwas unschlüssig beim Einstieg. Also dränge ich von hinten ein bischen nach und rede ihm gut zu. Aber schon nach kurzer Zeit fühlt sich Bernd pudelwohl in der steilen Felswand und von seiner „Angst“ ist nichts mehr zu sehen. Viele Fotos werden gemacht und der Klettersteig führt uns immer weiter nach oben.

Zwei Seilbrücken werden überwunden und nach insgesammt 2 Stunden Aufstieg erreichen wir unser „Gipfel“kreuz. Zu unserer Überraschung hat die Freiwillige Bergrettung St.Jodok eine Kiste mit Getränken für durstige Klettersteigstürmer aufgestellt und jeder wird gerne die freiwilligen Spenden einwerfen um seinen Durst zu stillen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Nach der Pause führt uns ein Steig wieder zurück zum Auto und wir drei sind sehr zufrieden mit der Entschädigung unserer Biketour. Kaum steigen wir in das Auto, öffnet der Himmel seine Schleusen und es schüttet in Strömen. Ein breites Grinsen breitet sich auf unseren Gesichter aus. Glück gehabt! Auf dem Nachhauseweg erzählen wir Bernd noch von unserem ersten Klettersteig, den Reinhard und ich erst vor 2 Monaten hinter uns gebracht haben. Auch das war eine relativ kurzfristige Geschichte, die uns erst am Nachmittag eingefallen ist und dann spontan zur Martinswand geführt hat. Damals war das Wetter aber wesentlich besser und wir schwitzten ordentlich, aber natürlich waren dort keine Getränke beim Ausstieg. Trotzdem war die Tour war genauso genial wie heute.

Wahlsonntag!

Mit einer Wahlkarte hätte ich schon um sieben am Treffpunkt sein müssen, so gesehen war es Glück keine zu haben. Ausschlafen bis acht, gemütlich Kaffee trinken und Müsli essen hmmm anschließend schnell ins Wahllokal und dann mit dem Auto den Vorsprung der Anderen aufholen. Allerdings waren die schon ein Stück weiter als gedacht, das bedeutet in persönlicher Bestzeit auf die Alm puhh, endlich große Begrüßung und kurze Verschnaufpause.


Von Almgelände geht’s noch ein kurzes Stück zum Treten, und bald werden die Räder in gewohnter Manier geschultert. Das Wetter ist entgegen der Vorhersage ganz passabel, und die Sonnenbrille ist schon im Einsatz, der Schweiß strömt und die Vorfreude wächst. Bald haben wir eine Steile grasbewachsene Rinne unter uns gebracht, und genießen den frei werdenden Blick auf die Berge der Umgebung. Jetzt geht’s über eine bewaldete Gratschulter im leichten Gelände weiter.

Die Vegetation verändert sich die Fichten weichen Lärchen dann Latschen und schließlich gibt’s nur noch Gras. Okay ein paar Blumen und Moose, aber so genau wills eh keiner wissen, oder? Mein Bike lass ich vor dem eigentlichen Gipfelaufbau liegen, und noch ein, zwei tun es mir gleich. Der Rest schleppt die Drahtesel über Schotter durch steile Rinnen und ausgesetzte Stellen bis zum Gipfelkreuz. Respekt.

Von dort sieht man weit ins Tal. Die Häuser sind fuzziklein, sogar die Almhütte ist kaum zu sehen, man hört eher die Blasmusik…Ein Adlerpärchen umkreist den Berg,leider immer so weit entfernt, dass sie nicht auf Foto zu bannen sind, dennoch beeindrucken mich die großen Vögel, die ohne Flügelschlag durch den Himmel segeln. Es wird kühl und wir machen uns an die Abfahrt. Zuerst sehr steil und im tiefen Schotter sind ein paar sehr schwere Stellen zu meistern.

Dann am Grat entlang meist über steilen Wiesen bis zu einer sehr ausgesetzten Stelle die nur was für den Stone, Reini und Tom ist. Wir schauen nur zu und wundern uns. Die Abfahrt ist abwechslungsreich und wir genießen das gemeinsame Erlebnis. An einer Stelle die ich als leicht eingestuft habe flieg ich zuerst in die Latschen und beim zweiten Anlauf über diese drüber. An dieser Stelle herzlichen Dank an dich Bernd für deine schnelle und beherzte Reaktion, ohne hätte ich wohl übel ausgesehen.

Ab ca 1600 Meter Höhe tauche ich in den Almweg ein und der Rest fährt einen alt bekannten Steig, der sich heute von seiner feuchten und schlammigen Seite zeigt. Eigentlich müsste man Saite schreiben weil die Jungs virtuos über die Stufen rocken. Es gibt keine weiteren Zwischenfälle und alle kommen zufrieden und ausgepumpt zum Ausgangspunkt zurück. Am Schluss noch mal ein Danke an Alle für die Hilfe und für’s Nachfragen.

3004 um 12

3004 um 12 – Ein Wechselbad der Gefühle

Das Knight Rider Thema ertönt links von mir am Schreibtisch. Tom am Display und am anderen Ende der Leitung. Nach langer Sommerpause steht wieder eine Tour an – nächste Woche. Nähere Infos folgen.
Die nächste Woche und die näheren Infos sind da. Andre wünscht sich einen Dreitausender. Gut 3004 m ist der Gipfel hoch und los geht’s Punkt 12. Langsam dämmert mir, worauf ich mich da einlasse. Noch nie so hoch, noch nie so weit. Aber zugesagt ist zugesagt und irgendwann muss ich ja das Tragen lernen.
Mittwoch, 12 Uhr: Reini ist mittlerweile auch am vereinbarten Treffpunkt angekommen, die Bikes sind verladen. Weiter geht’s zu Andre. Tom bringt uns wie üblich souverän und kurzweilig zum Ausgangspunkt der Tour.

200 lockere Höhenmeter am Sattel müssen reichen um die Wadel munter zu bekommen. Wem das zu wenig war, der griff mal kurz in die Elektroeinzäunung. Kaum die Bikes geschultert schreiten wir über eine Bergwiese weit schöner wie die Zalando-Wiese im Halltal (jaja, der Frauenschuh..) in Richtung Gipfel. Zügig kommen wir die ersten Höhenmeter voran und ich lerne Biking and Hiking dank neuem schwereren Bike immer intensiver kennen. Ein Ziehen in den Schultern setzt ein, aber es fühlt sich richtig an.


Die erste Pause auf einem Postkartenmotiv gleichenden Plateau mit Blick zum Gipfel. Und schon tauchen die ersten Fragen auf – wie weit sind wir schon, wie weit ist es noch und wo müssen wir da überhaupt entlang gehen? Gemeinsam finden wir die Antworten und ziehen weiter, durchschreiten die ersten verblockten Steinfelder und machen rasch Meter – der Zeitplan steht – spätestens halb 6 sollten wir den Gipfel erreicht haben um die Abfahrt noch bei Tageslicht genießen zu können.

Die letzte Pause geschätzte 100 m unter Gipfel. Vor uns der nackte Fels, den es zu durchschreiten gilt. Fünf Minuten Pause dann geht’s zum Endspurt. Von spurten weit entfernt frage nicht nur ich mich, was tun wir da? Ist es das wert? Wessen Idee war das mit dem Dreitausender? Wie kommen wir da wieder runter? Im Wechselbad der Gefühle aber mit sicherem Tritt durchschreiten wir den Grat und erklimmen die letzten Meter hoch zum Gipfelkreuz. Hier oben wird auch ein ordinäres Cola zum wahren Hochgenuss.

Dank eingehaltenem Zeitplan bleibt uns genügend Zeit für das obligatorische Gipfelfoto und einen entspannten Start der Abfahrt über den wunderschönen Gipfelaufbau, die Flanke entlang hinunter zum Grat, den wir wieder tragender Weise durchschreiten.

Der Rest ist Routine *räusper*… der Rest ist das was diese Touren neben den unglaublichen Landschaftseindrücken, dem Gefühlschaos, dem Kennenlernen der eigenen Grenzen, den Erfolgsgefühlen und den kleineren oder größeren Blessuren so einzigartig machen – die geteilte Leidenschaft mit Gleichgesinnten.
In diesem Sinne – lassen wir die Bilder sprechen …

Unterwegs mit Reini…

Unterwegs mit Reini…

Nachdem Reinhard im Frühjahr fast keine Zeit hatte um Biken zu gehen, muss noch schnell vor der Urlaubszeit eine Tour her, mit etwas alpinem Charakter. Keine große Tagestour, sondern mehr etwas mit Aufstiegshilfe.Und so starten wir wieder einmal um 14:00 mit Hilfe einer Gondelbahn in Richtung Berge. Das Wetter ist sehr wechselhaft, aber bei „unserem“ Berg ist noch kein Regen zu sehen. Motiviert strampeln wir mit unseren Bikes den Forstweg entlang um, nach ca. 30 Minuten treten, diese zu schultern.


Kein Mensch ist unterwegs und wir genießen die Ruhe. Ok, die Forstarbeiter mit den Kettensägen und der Seilwinde mit Benzinmotorantrieb zum Abtransport der Bäume sind nicht zu überhören. Aber sie lassen uns sicher passieren und so hören wir nach kurzer Zeit nur noch unseren regelmäßigen Atem. Ein paar „Fotoshootings“ und eine Pause zur Halbzeit sind die einzigen Stops die wir einlegen, wir wollen so schnell wie möglich hinauf, um nicht doch noch in den Regen zu kommen.

Am Joch angekommen, den in Wolken gehüllten Gipfel lassen wir heute aus, sehen wir auch auf der anderen Talseite ebenso Wolken und Regen. Zum Glück weit genug entfernt, um uns nicht gefährlich werden zu können, aber trödeln ist nicht angesagt. Also richten wir uns für die Abfahrt. Eine für uns neue Abfahrt und wir sind schon gespannt was uns erwartet. Die Wolkenstimmungen und das Farbenspiel heute Abend sind wirklich einmalig. Wir müssen uns aber auf den Weg konzentrieren.

Ja, der Steig macht Spaß, immer oberen Teil gar nicht so schwierig und an manchen Abschnitten sogar flowig, doch je weiter wir nach unten kommen, desto öfter kommen knackige Stellen. Der Hammer kommt aber im Wald. Extrem steiles Gelände, steiler Steig, hohe Stufen und enge Spitzkehren. Bikerherz was willst du mehr.

Als uns der Trail nach rund 2 Stunden im Tal wieder ausspuckt, steht uns beiden ein fettes Grinsen im Gesicht. Wir ziehen uns um und strampeln zu unserem Auto. Bei einem Bierchen (Danke Reini!) lassen wir diesen absolut geilen Tag ausklingen, noch immer im Trockenem.

Dreitagestour!

Von Schönwetterperioden, Hüttenreservierungen und Klettersteigen!

Es ist wieder einmal soweit. Eine Dreitagestour steht an und der Wetterbericht sagt Superwetter voraus. Die Betten sind auch schon reserviert, telefonisch und online, und die Tour wurde auch schon aus den Landkarten herausgesucht. Mit von der Partie sind diesmal Reinhard, Ferdinand und ich. Die anderen Jungs haben leider keine Zeit, da sie eine Woche später in Richtung Frankreich unterwegs sind. Chris meint noch, dass er uns beneide bei dem Superwetter. Und so sitzen wir in Ferdinands „neuem“ Toyota und freuen uns auf die folgenden Tage.
Nach ca. 100Km Autofahrt parkt Ferdl das Auto und wir laden alle gut gelaunt die Bikes und die Rucksäcke aus. Ja, da ist schon das erste Problem. War mein Rucksack zuhause auch schon so schwer? Ich spüre meine Ar…. jetzt schon. Aber es wird nicht gejammert, also nichts wie rauf auf die Bikes und los geht’s. Laut meiner Erinnerung, ich war schon einmal vor 15 Jahren in der Gegend, ist es gar nicht so weit und auch nicht besonders steil. Ja, ja die Erinnerung. Jedenfalls treten wir an so manchem Wanderer vorbei in Richtung Hütte. Bei den Pausen überholten sie uns dann manchmal wieder. Die Landschaft in der wir uns so abrackern, erinnert Ferdl und mich sehr an Norwegen, glatte Felswände, hohe Wasserfälle und weiter oben Gletscher. Eindeutig unsere liebste Landschaftsform, Hochalpin eben. Über 2 Stunden nach unserer Abfahrt erreichen wir unsere heutige Herberge.

Hinein mit uns und schon genießen wir einen Kaffee mit Kuchen. Irgendwie habe ich das Gefühl meine Mitstreiter glauben das war es für heute. Bevor es aber weiter geht, wollen wir unser Zimmer beziehen um etwas Gepäck hier zu lassen. Und schon hören wir: „Auf Wintner haben wir aber nichts reserviert.“ „ Ich habe ganz sicher vor 2 Tagen angerufen!“ Kein Problem es ist noch genügend Platz. Kurz darauf schultern wir unsere Bikes wieder und es geht weiter Richtung Bergsee. Wir haben uns für heute kein fixes Ziel gesteckt, aber ich will so weit wie möglich hinauf. Laut Hüttenpersonal gibt es um 18:00 Abendessen da müssen wir wieder bei der Hütte sein. Der Steig führt uns über unzählige Steinplatten weiter nach oben. Möchte wissen, wer sich diese Arbeit angetan hat.

Für uns bedeutet es eine Menge Spaß und Flow. Ja Martin, Flow, des ist des mit a bisserle Gas :-)! Halt was ist das? Regentropfen! Wo ist das SUPERWETTER? Ok, ok, wir sind heute schon weiter gekommen, als ich gehofft habe, also umziehen und ab geht’s. Ferdl kann es schon gar nicht mehr erwarten. Hier oben sind die Wege genau nach seinem Geschmack und so rollt er schon mal los. Ich knipse noch schnell Fotos von ihm und Reinhard und dann folgen wir ihm. Keine 10 Minuten später rufe ich die beiden wieder zurück. Fotoshooting, aber Ferdl und Reinhard folgen brav meinen Anweisungen. Ja, es geht uns gut und wir fühlen uns wohl. Langsam trialen wir nach unten und immer wieder gibt es Stellen zum Probieren, fotografieren oder um Ferdl ein paar Tricks zu zeigen. Dem läuft es heute wirklich super. Viele von ihm gefahrene Stellen hätte er letztes Jahr nie versucht, geschweige denn überhaupt gefahren. Zum Glück hält das Wetter doch noch solange, bis wir unser Quartier erreichen.

Dort wird gerade das Abendessen serviert und wir freuen uns auf unser Menü. So lässt es sich leben, mit Bier und Essen auf der Terrasse sitzend, Blick Richtung Gletscher und nächster Tagesetappe. Kurze Zeit nach dem Essen treibt uns der Regen in die Hütte und somit in unser Zimmer- (chen – siehe Foto!). Nach einer ruhigen Nacht zeigt sich der zweite Tag von seiner schönsten Seite. Wolkenloser Himmel und Sonnenschein vom Feinsten. Gleich nach dem Frühstück geht es von der Hütte Richtung Süden weiter. Zunächst kann abwärts gefahren werden und dann wird zu Fuß über eine Gletschermoräne und auf die andere Seite des Tals gewechselt. Heute knacken wir die 3000 Meter Marke und wir freuen uns wirklich auf die Berg- und Biketour. Laut Landkarte ist beim Gipfelgrat ein versicherter Steig. Laut meiner Erinnerung ist es aber nicht so schwierig, denn wir sind damals im Frühjahr und bei Schnee über den Gipfel. Das habe ich auch Reinhard und Ferdl erzählt. Ja, ja die Erinnerung. Jedenfalls tragen wir unsere Bikes im Sonnenschein nach oben und strahlen mit dem Gletscher und dem Wetter um die Wette.

Alle 300Hm machen wir Pause um nicht am Zahnfleisch auf den Gipfel zu kommen, dass wäre hier oben auch nicht wirklich förderlich. Ein kleines Problem machen uns die Wanderer, die von oben oder auch von unten kommen. Alle sind äußerst freundlich und bestaunen unser Tun, aber mehr als einmal hören: „Ja, wollt ihr wirklich da oben drüber? Mit den Bikes? Da ist ja ein KLETTERSTEIG, da kommt ihr ja gar nicht rauf!“ Leichte Verunsicherung macht sich breit. Na gut, wenn es nicht geht, fahren wir halt auf dieser Seite wieder runter. Also kein Problem und kurze Zeit später ist auch schon die erste versicherte Stelle vor uns. Alles geht glatt und die Bilder schauen auch hammermäßig aus.
Die Landschaft wird immer besser und unser Gipfel kommt langsam näher. Und somit auch der „Klettersteig“. Ich bin als erster beim Einstieg und kann von unten erkennen, dass es sich doch um einen versicherten Steig handelt, allerdings mit wenig Platz und einer Traube Leute mittendrin. 10 Minuten warte ich und es bewegt sich nichts. Also gehe ich los und erreiche die Traube immer noch am gleichen Fleck. 2 Franzosen im fortgeschrittenen Alter haben kleine Probleme beim Abstieg, doch zum Glück geht alles gut und kurz danach erreichen wir drei den Gipfel.

Die Belohnung für unsere Mühen ist eindeutig die Aussicht auf die umliegenden 3000-er. Wir sind wirklich überwältigt, aber langsam müssen wir wieder nach unten. Also auf, auf Jungs, zu unseren Bikes, die etwas unter dem Gipfel liegen. Am Anfang geht nicht wirklich viel, zu unwegsam ist das Gelände. Aber uns ist das egal, nur nicht zu viel herausfordern. Ab dem Zeitpunkt wo wir das erste mal am Bike sitzen können, geht die Post ab. Ja so soll es sein, schwierige Passagen wechseln mit schnellen, Fotostellen on Mass und natürlich werden auch genügend Fotos gemacht.

Dann kommen wir zur Hütte und irgendwie haben wir ein Déjà-vu. „Auf Wintner haben wir aber keine Reservierung!“ „Ich habe aber online reserviert, auf ihrer Homepage!“ Doch es sind Plätze frei, ich gehe, meine Freunde kaufen noch Duschmünzen. „Und nehmt für euren Kollegen auch eine mit“, meint die Hüttenwirtin. Muß ich wirklich? Und ich kann euch sagen, es ist herrlich. Das Weizen danach schmeckt viel besser ohne komischen Geruch in der Nase. Nach dem Abendessen resümieren wir den heutigen Tag und sind einfach nur zufrieden.