Archiv für das Jahr: 2019

Auf alten Pfaden!

Heute ist es wieder einmal soweit, eine neue, alte Tour steht an. Wir treffen uns mitten in der Stadt, um von dort aus mit den Autos ein bisschen die Auffahrt zu verkürzen, was Bernd und mir schon sehr entgegen kommt. 2-Kind Tom, das Viech, hätte mit der langen Auffahrt keine Probleme, aber zum Glück nimmt er auf alte Herren wie mich etwas Rücksicht.

Heute führt uns der Aufstieg an insgesamt 5 Almhütten bzw. Berghütten vorbei. Der berühmte Almrausch ist also allgegenwärtig, doch wir haben  nicht vor einzukehren, um genau Diesen aus dem Weg zu gehen.Und so treten wir gleich anfangs relativ steil aufwärts und freuen uns schon auf die erste Rast, bei einer ehemals schönen, mittlerweile leider abgebrannten Alm. Die Bedingungen für unsere Tour ist heute echt perfekt, schönes Wetter, nicht zu heiß und lange hell und 2 Stunden früher Arbeitsschluss. Ich genieße das Treten, Ratschen und Fotografieren und mit dem 2-Kind-Tom und Bernd ist der Anstieg trotz 1300Hm sehr kurzweilig.

Am Gipfel angekommen, erinnere ich mich an meine erste Tour mit Chris auf diesem Gipfel, damals noch mit Hardtails und Chris hatte damals noch keine Erfahrung beim Trailen. Bei der ersten Spitzkehre warf es ihn gleich in die Landschaft, zum Glück ohne Folgen, außer denen, dass er süchtig wurde nach solchen Abfahrten. Bei uns gibt es, zumindest beim Gipfelaufbau, keine Stürze und wieder einmal bewundere ich die Sicherheit von Tom bei diesem Steig. Eindeutig mehr Training. Spaß macht es uns aber allen drei. Und Bernd und Tom tragen auch bereitwillig die Bikes wieder zurück, damit meine Bilder etwas besser werden, Danke!

Spitzkehren, Stufen, flowige Abschnitte und dazwischen immer wieder super Ausblicke ins Inntal, was will das Bikerherz mehr. So langsam kommen wir in den Wald. Jetzt wird der Steig wirklich schnell und so dauert es nicht lange, bis ich mein neues YT in den Wald schmeiße.

Definitiv Selbstüberschätzung. Nichts ist kaputt, keine Verletzungen und schon geht es weiter, diesmal etwas gemächlicher, in Richtung Tal. Da schau her, so geht es auch, nur Tom ist außer Sichtweite. Als wir am Abend wieder in Innsbruck sind, ist wieder dieses dämliche Grinsen in unseren Gesichtern und nur wir wissen wieso… . Hoffentlich machen wir das bald wieder!

Grenzgänger

Grenzgänger!

Es ist wieder einmal so weit. Eine Biketour im Grenzgebiet zu Südtirol steht am Programm. Pünktlich um 13:00 Uhr werde ich von Fibs und Bernd abgeholt und schon geht es ab auf die Autobahn. Nach kurzen 25 Minuten Autofahrt steigen wir aus und wir merken sofort, hier heroben ist es merklich kühler, was unsere Stimmung noch mehr anhebt. Schnell werden die Bikes zusammen gebaut und bald darauf treten wir gemütlich eine Forststraße bergauf.


Auf Dieser werden wir von freundlichen und neugierigen Kühen beobachtet, doch leider ist die Straße bald zu Ende und wir müssen unsere Bikes schultern. Allerdings mit meinem neuen und „leichten“ YT kein Problem. Es wird geblödelt, geratscht und auf ca. der Hälfte der Strecke wird eine Pause eingelegt. Baumgrenze könnte man auch sagen. Der Gipfel ist schon sichtbar und ich merke an, dass es nicht mehr weit ist. Bernd darauf:“ I woaß eh, no 2 Kehren!“

Jedenfalls genießen wir die Sonne, die Landschaft, die Ruhe ( Ok, ok, so ruhig ist es mit mir nit!), aber von alleine kommt der Gipfel nicht zu uns, deshalb machen wir uns wieder auf den Weg und fachsimpeln immer wieder ob auch alles fahrbar ist, was auf dieser Tour eigentlich gar nie angezweifelt wird.

Als wir nach ca. 2,5 Stunden den Gipfel erreichen, werden zuerst ein paar Bilder gemacht, dann, wie üblich, die Berge ringsum betitelt, gegessen und natürlich geplaudert. Doch ich habe heute noch etwas vor und so ziehen wir unsere Schützer über, um uns langsam aber sicher auf den Weg nach unten zu machen.

Und was soll ich sagen, perfekt, nicht ganz einfach, mit Spitzkehren, Stufen, flowigen, schnellen Passagen und ganz unten auch noch typische Waldsteige. Nachdem das Wetter perfekt ist und wir endlich wieder Berichte online stellen wollen, werden natürlich viel Fotos gemacht, was unseren Schweiß wieder fließen lässt.

Aber es lohnt sich und so kommen wir alle zufrieden und glücklich beim Auto an und wir sind uns sicher, dass muss wiederholt werden, und zwar schnell.

Glamping, das [ˈɡlɛmpɪŋ]

5:30 Uhr morgens. Verdammt ist das früh. Aber es soll sich lohnen. Ein Vereinsausflug steht an. Lange her und höchst an der Zeit. Tom und Chris fahren vor. Mein Bike noch auf den Heckträger und los geht`s gen Süden. Ohne Stau, dafür zeitenweise mit Schnee und weil es viel zu quatschen gibt – kurzweilig – chauffiert uns 3Kind-Tom zielsicher Richtung Arco. Unterwegs wird die ruhige Reise durch ein Hupkonzert unterbrochen – ein Treffen im fließenden Verkehr mit dem Rest der Truppe, den wir erst abends wieder sehen werden. Vorerst gehen wir getrennte Wege. Biking und Hiking eben. Konkret eine Gruppe geht Biken, eine klettern. Am Campingplatz angekommen staunt meiner einer nicht schlecht, während 2Kind-Tom schon grinst. Ein Zelt für drei in diesem Ausmaß – damit habe ich nicht gerechnet. Als Camping-Anfänger dachte ich an „kuschelige“ Zustände in einem kleinen Iglu und ich lerne was Glamping heißt. Ein Zelt mit Innenzelt, Türen – im weitesten Sinne… wow.


Das Ding ist schnell aufgebaut und wir widmen uns dem, wofür wir hier sind. Den Bikes. 2Kind-Tom, Chris, 3Kind-Tom und ich radeln los. Ich muss gestehen: Es ist schön hier in Arco. Meter um Meter geht es nach oben. Für manche schneller, für zwei andere etwas, nennen wir es mal entspannter. Die erste Pause – und hier ein gut gemeinter Tipp für alle – Jause einpacken ist ein Muss 😉.

Nach etlichen weiteren Höhenmetern erreichen wir das Plateau – Ziel des Tages. Nach all den Regentagen und der Kälte in der Heimat tut es richtig gut, sich von der Sonne gewärmt auf die trockene Wiese legen zu können und die Seele baumeln zu lassen. Der Trail im Anschluss birgt unter dem vielen Laub einige Überraschungen, ist aber technisch nicht sehr fordernd. Aber es macht wieder unglaublich viel Spaß sich, das Bike und die Natur mal wieder so intensiv zu spüren.

Zurück am Campingplatz treffen wir dann auch Matze, Stone und Elisa und Felix. Auch sie können sich die Seitenhiebe betreffend unsrer Schlafstätte nicht verkneifen. Doch … der Tag klingt gemütlich aus. Darf er auch – so waren es doch über 1.400hm am Bike bzw. 11 Seillängen. Ich muss gestehen, ich bin mit dem Klettern nicht so vertraut aber diese Anzahl an Seillängen und dem Schwierigkeitsgrad 6/6+ – Respekt! Ein paar isotonische Getränke bzw. Flaschen Rebensaft später geht’s zu Bett. Die an und für sich ruhige Nacht wird in den Morgenstunden durch ein Gewitter gestört. Und es ist kalt geworden – sehr kalt. Der Blick vom Zelt auf die gegenüberliegenden Anhöhen zeigt warum. Dort wo wir gestern noch in der Sonne die Seele baumeln ließen, liegt heute Schnee. Der Ausblick und der einsetzende Regen trüben die Euphorie dann doch. Abreise ist der allgemeine Gedanke. Doch so schnell lassen wir uns nicht vertreiben. Kurzer Hand hängen wir das Innenzelt aus und so wird aus dem vortags belächeltem Luxuszelt ein Speisesaal für acht. Der Duft von frischem Kaffee und Brot erfüllt den Raum. Der Vortag wird resümiert und wir vergessen zwischenzeitlich das schlechte Wetter.

Ein wenig später trennen sich unsere Wege. Matze und Felix, Stone und Elisa starten mit den Bussen am Nachmittag Richtung Heimat, nachdem sie doch noch eine trockene Klettertour ausfindig machen konnten. Auch 2Kind-Tom hat sein Auto schnell abfahrbereit. Uns hält der Abbau des Zeltes noch ein wenig auf – und das ist gut so. Kaum mehr zu glauben, aber dann doch – die Sonne kommt raus.

Kurzer Hand sind 3Kind-Tom, Chris und ich doch nochmal am Bike. Was Kurzes, was Feines soll es sein. So war es dann auch – ein lässiger Trail, sogar mit Tragepassage (abwärts – weil kein Weg da, wo wir meinten es wäre einer).

Nach ein paar Pizzaschnitten im Tal reisen auch wir ab und erfreuen uns daran, dass wir als Verein mal wieder unterwegs waren.