Archiv für das Jahr: 2011

BikeHiker Festl 2011

Unser 5. BikeHiker Festl ist Geschichte. Unter dem Motto „Evolution“ wurde an die vergangenen 4 Filme und Festln erinnert und ein kleines Jubiläum gefeiert. Trotz schönem Herbstwetter das vermutlich einige nochmal zum Wegfahren genützt haben, Sponsions- und Sponsorenfeiern, Alpenvereinstreffen und krankheitsbedingten Absagen, kamen zwar etwas weniger Leute als im letzten Jahr, doch immer noch geschätzte 150 begeisterte Biker und Nichtbiker, Verwandte und Bekannte in den Hades um mit uns den Saisonausklang 2011 zu feiern.
Erstmals in full HD wurde dann um ca. 22:00 Uhr unser heuriger Film samt Fototrailer gezeigt. Ich hatte den Eindruck, dass trotz langer Spieldauer (ich glaube es ist der längste Film bis jetzt) niemandem langeweilig war 🙂 Natürlich ist das subjektiv, doch es kam mir so vor, als ob während des Films noch nie so viel gelacht wurde und so gute Stimmung war. Auch das Feedback nach dem Film war gewaltig! Echt Hammer wieviel Lob wir von Euch für unseren Film bekommen haben. Wir sagen nochmals danke dafür! Solche Rückmeldungen motivieren immer wieder aufs Neue.

Auch danke sagen möchten wir wieder all unseren Unterstützern, die uns jedes Jahr helfen unsere Unkosten abzudecken. Den drei Sponsoren (Radstudio, Bikestore und Bikepoint), meinem Bruder Andreas sowie den vielen Spenden der Besucher ist es zu verdanken, dass wir sämtliche Steuern und Abgaben, Leihgebühren, Schnapserln und Tischgebäck usw. nicht aus eigener Tasche bezahlen müssen.
Bevor ich begonnen habe diesen Bericht zu schreiben, sah ich mir nochmals die Fotos der vergangenen Festln an. Erstaunlich wie viele Leute bei allen 5 dabei waren. Es freut uns total, dass sich unser Event zu einem kleinen Treffpunkt in der Bikeszene etabliert hat. Inzwischen nützen das BikeHiker Festl so viele als Gelegenheit, am Wochenende dann mit uns oder anderen Bikern Touren zu unternehmen, dass es uns diesmal nicht mehr möglich war, mit allen fahren zu gehen. Ziemlich schade, doch vielleicht schaffen wir dafür mal eine gemeinsame Runde in den nächsten Wochen oder spätestens in der Saison 2012.
Schöne Grüße zuletzt noch an alle die von sehr weit angereist waren. Aus Bonn, Luxemburg, Wien, Landsberg, Südtirol usw. waren diesmal wieder Leute da.

Für nächstes Jahr haben wir erneut viel vor. Ideen sind bereits genug da. Wenn wir auch nur einen Teil davon umsetzen können, wirds sicher wieder ein witziges Ergebnis geben. Also bis Mitte November 2012. Bis dorthin wünschen wir allen eine unfallfreie Zeit und viele schöne Stunden am Berg!

Vom Winde verweht!

Ja, Tomi (Dreikindtom) ist dabei und da brauchen wir doch eine gute Tour, also eine Tour mit einigen kniffligen Stellen sozusagen. Das Wetter ist wieder einmal nicht so gut angesagt….regen am Nachmittag. Da wir aber auch Felix dabei hatten ist das kein Problem. Der Herr Metrologe bestellt schnell mal einen Föhn (für nicht Metrologen à ist ein Wetterphänomen und nicht ein Bad-Utensil) und das Wetter hält.

Wir sind also zu dritt unterwegs und steigen ohne größere Probleme Richtung Gipfel auf. Durch Tomis Unterhaltung vergeht die Zeit wie im Flug und so stehen wir plötzlich am Grad vor dem Gipfelaufbau. Was nun? Meine Pläne, endlich einmal mit dem Bike auf den Gipfel zu steigen, werden aber leider wieder einmal vereitelt. Waren es vor zwei Jahren noch die ~ 1000 Leute war es heut der Föhn. Er bescherte uns regenfreies Wetter aber auch Windgeschwindigkeiten, die dich mitsamt den Biken vom Gipfel wehen. Also bleiben wir wieder vor dem Gipfelaufbau hocken – zu meinem Bedauern – und genossen eine gute Jause.

Die Abfahrt war wieder extrem geil, genau nach unserem Geschmack. Es ging auch eine geile, lange Stelle zu fahren, die uns letztes Mal noch nicht fahrbar erschien. Das mit dem Flow war wieder so eine Sache…den gab es erst ziemlich zum Schluss des Weges. Beim Auto angekommen gab es natürlich ein gutes, kühles Bier und Tomis Aussage „Mir wäre zwischen den schweren Stellen ein wenig Flow lieber“…also ein bisschen mehr Flow, zu viele schwere Stellen?….das brachte ihm natürlich einen guten Spitznamen ein (den dürfen wir hier leider nicht preisgeben) und er wird das auch noch öfter hören……

Festl No. 5

Ein kleines Jubiläum steht bevor! Bereits zum 5. Mal gibt’s heuer zum Saisonausklang unser Bike Festl. Erneut im Hafen „Hades“ zeigen wir euch Fotos und den neuen Film der aktuellen Saison – Trotz Schlechtwetterphasen und vieler Verletzungspausen ist wieder einiges an Material zusammengekommen!
Und natürlich haben wir auch wieder einen kurzen Trailer zur Einstimmung vorbereitet.

Wir alle freuen uns schon wieder sehr auf euer Kommen und darauf, viele von euch endlich wieder mal persönlich zu treffen. Diesmal gibt es übrigens schon um 20:00 Getränke an der Bar. Niemand muss also bis zum Filmbeginn um 21:30 Uhr “auf dem Trockenen” sitzen

Download HD-Version des Trailers (Rechts-Klick -> Speichern unter)

Download Plakat in voller Auflösung

Von Schützengräben und so…

Es gibt Touren die muss man einfach auf die Homepage bringen. Und das ist eine davon.
Dieses Mal geht es mit einer recht großen Gruppe in Richtung Süden. Wer dabei ist? Also um es Gentleman mäßig zu machen: Aleks, Elisa, Stone, Chris, Matze, Ferdl, Reini und ich. Und so fahren wir zeitig in der Früh mitten hinein in die Dolomiten.


Beim Aussteigen merken wir die schon herbstlichen Temperaturen, aber das kann unsere gute Laune nicht trüben. Alle begrüßen sich, die Bikes werden zusammengeschraubt, es wird geblödelt und kurz darauf schieben wir unsere Bikes hinüber zu „unserem“ Steig. Mit flottem Schritt steigen wir empor, beflügelt von dem Kaiserwetter und nach ca. 1,5 Stunden machen wir, knapp über der Baumgrenze, die erste Pause. Wenn man bedenkt, dass dieser Steig im ersten Weltkrieg ein Nachschubweg für die Stellungen oben am Gipfel waren, Sommer wie Winter, einfach grausig. Wir sehen auch schon die ersten befestigten Anlagen und machen uns wieder auf den Weg, um uns das näher anzusehen.

Am Gipfel erwartet uns schon ein grandioses Panorama und eine Fernsicht, dass es eine Freude ist. Natürlich sind auf einem so bekannten Berg auch genügend Wanderer am Weg, und so suchen wir uns ein Plätzchen, um die Sonne und die Aussicht zu genießen. Nach der Pause werden ein paar Stollen erkundet (Mist ich habe schon wieder meine Stirnlampe vergessen), aber schließlich zieht es uns doch bergab auf den Steig. Und er ist so wie ich es mir damals im Sommer gewünscht habe (den Weg habe ich mit meiner Familie im Sommer „gescoutet“).

Alle Stellen sind fahrbar und sind der absolute Wahnsinn. Stufen, Spitzkehren, Brücken und das alles mit Tiefblick und super Ausblick. Wir trialen, tricksen, fotografieren, spotten und blödeln herum, bis der Weg uns unten in der Ebene ausspuckt.

Die Mädels, die zu Fuß unterwegs sind, warten schon ungeduldig bei den Autos auf uns. Jetzt brauchen wir nur noch einen Schlafplatz. Der ist auch schnell gefunden und schon werden die Zelte aufgestellt, das Essen gemacht und das erste Bier getrunken. Allerdings jetzt wo die Sonne weg ist, kann man gar nicht genug anziehen. Deshalb bleiben wir auch nicht allzu lange munter und kriechen in unsere Schlafsäcke. Danke an dieser Stelle an Matze für den echt gemütlichen Platz in seinem Bus.

Am nächsten Morgen ist der Himmel immer noch blau und wir packen schnell unsere Sachen zusammen und fahren zu unserem nächsten Hotspot. Auch hier war ich mit meiner Familie und dachte mir damals schon:“ Pfoah mecht i mei Radl da ham!“. Aber getreten wird auch hier nicht allzu viel. Was mir allerdings bei diesem See wirklich überrascht, sind die Fotografen die natürlich bei diesem Traumwetter schon früh auf den Beinen, äh Stativen sind. Wir rollen vorbei an Hotel, Steg, Fotografen und See, um kurze Zeit später unsere Bikes in Richtung Berg zu tragen. Überrascht war ich aber auch von der Länge der Tour. Mit den Kindern war ich damals wirklich viel länger am Weg. Also müssen wir die Tour verlängern.

Wir fragen einen Einheimischen der uns schon ganz freundlich angequatscht hat. „Ja da geats echt guat da aui!“ Also weiter immer weiter rauf. Als wir unseren freundlichen Wanderer etwas später wiedertreffen. „Ah mit de Radln wollt`s es da aufi? Ja ah net schlecht. Da brauch ma jetzt ober amol a Stärkung“ und schon verteilt er unter uns Schokolade. So gefällt mir das. Als wir nach 3,5 Stunden am Gipfel stehen, ist es einfach ein Wahnsinn.

Für mich Glück und Zufriedenheit pur. Wir liegen in der Sonne machen Fotos und nach der Gipfeljause, geht es endlich bergab. Und ich habe das Gefühl von „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ein absoluter Wahnsinn. Ich will mich nicht wiederholen, denn auch dieser Weg bietet alles was das Bikerherz begehrt. Viele, viele Trialstellen und Fotos später erreichen wir unsere Autos und können es gar nicht glauben was uns diese 2 Tage in Südtirol gebracht haben.

Andrè’s Albträume werden wahr!

Angefangen hat für Andrè alles ganz harmlos. Zuerst war nur Interesse an einem Bike da. Na gut, 2 Jahre hat es schon gebraucht, bis dann der Karton im Haus war. Allerdings war es schon Herbst und so ging es los mit den üblichen Almtouren im Innsbrucker Raum.


Seit damals hat sich nicht viel geändert. Sogar der übliche Spruch von Andrè auf dem weg nach oben:“ Fahr ma e nur bis zur Arzler Alm?“, ist der gleiche geblieben. Aber Reinhard und ich wissen mittlerweile das Andrè ganz nett was aushält und jetzt auch noch eine wirklich gute Lampe am Helm hat. Deswegen hört Andrè jetzt immer öfter von mir:“ Des geht nit, da heart da Weg nit auf. Der geht an der Alm vorbei weiter aufi!“. Mittlerweile hat sich Andre daran gewöhnt und das Jammern von ihm ist leiser und weniger geworden. Nur ab und zu kommt bei längeren Touren ein kurzes:“ Is es no weit?“ worauf er hört:“ Na, nur no 2 Kehren!“. Also eine Angabe die bedeuten kann – noch 50Hm oder 500Hm, nicht wirklich hilfreich für Andre, der viele Touren heuer zum ersten Mal gefahren ist. Das Gute daran ist, dass Andrè eigentlich gerne mit uns mitfährt, auch wenn es ab und zu eine Qual ist.

Aber so richtig anstrengend ist es für Andrè seit Mitte des Jahres geworden. Die erste Tragetour mit 3 Stunden Gehzeit. Als wir wieder zum Auto zurückgekommen sind, waren wir richtig stolz eine solche Abendtour gemacht zu haben. Jetzt wußten wir, es gibt noch viele Touren für uns. Nicht die üblichen Almrunden, sondern Touren mit Gipfelsieg. Natürlich sind auch Almrunden eine feine Sache, aber wenn die Tage länger werden will ich weiter hinauf. Wenn ich ehrlich bin, gibt es für mich nicht wirklich viel Besseres als eine Biketour mit Gipfel. Gelingt mir das unter Woche nach der Arbeit… 🙂 kein Kommentar. Reinhard war sowieso von jeder Tour begeistert und so stand uns eigentlich nichts mehr im Wege noch weitere „Gipfeltouren“ zu machen.

Und so machten wir im Juli eine, im August eine (Urlaub kam uns dazwischen, immerhin haben alle Familie), und im September drei solche Touren. Nach der letzten Tour fiel mir etwas ein und ich sagte zu Andrè:“ Andrè, jetzt hasch a echtes Problem. Mia brauchen jetzt hinauf koane Forstweg mehr, und des hoaßt für uns, Wege ohne Ende!“ Eins muß ich aber noch sagen, bereut hat Andrè noch keine einzige Tour und das merkt man auch an der Steigerung seines Fahrkönnens seit dem letzten Herbst.

Echte Biking-Hiking Tour!

Heute und morgen sind wir wieder einmal zu dritt unterwegs. Elisa, Martin und ich sitzen in Martins Bus und freuen uns schon auf die nächsten 2 Tage. Nach ca. 1 Stunde Fahrt steigen wir bei strahlendem Sonnenschein aus und bereiten uns auf den Aufstieg vor. Noch ein letztes Foto im Tal und schon treten wir los. Schön gemütlich denn heute geht es nämlich nur zur Hütte, auf der wir schlafen wollen. Kurz nach unserer Abfahrt überholt uns ein Auto und bleibt vor uns stehen.


Mein erster Gedanke war: Jetzt gibt es an Zsammenschiss, stattdessen bietet uns der Fahrer an, unser Gepäck mitzunehmen. Natürlich nehmen wir das Angebot gerne an und treten danach erleichtert (Im wahrsten Sinn des Wortes) weiter. Auf der Hütte angekommen, weist uns der Hüttenwirt einen Platz im Winterraum zu. Danach gibt es Essen und auf der Terrasse ein gemütliches Bierchen. Am nächsten Morgen wird sofort nach dem Frühstück gestartet und es geht, nach einem kurzen Flachstück, gleich steil nach oben.

Martin kennt den untersten Teil der Tour schon, aber trotzdem sind wir alle drei von der Bergkulisse, die zu uns herunter lacht, beeindruckt. Langsam kommen wir aus dem kühlen Schatten heraus und genießen die ersten Sonnenstrahlen. Ein Päuschen wird eingelegt, ein Riegel verspeist und schon geht es weiter, immerhin wollen wir heute auf knapp 3500 Meter hinauf. Auf einer alten Gletschermoräne gelangen wir mitten in die Welt der Gletscher, die wir faszinierend bewundern.

An diesem Punkt trennen wir uns von unseren geliebten Bikes und gehen das letzte Stück über Blockwerk zum Gipfel. Klingt eigentlich ganz kurz, aber ich kann euch nur empfehlen den anderen Aufstieg zu nehmen. Verdammt ist des sche..lang und voll in der Sonne. Noch dazu kommen Bergsteiger, die beim Abwärtsgehen ganze Steinlawinen mit kopfgroßen Steinen auslösen. Ich kann euch sagen, wir sind froh, den Gipfel ohne irgendwelche Blessuren erreicht zu haben. Nach der Gipfelrast trennen sich unsere Wege, Elisa steigt auf der Westseite ab, Maschtl und ich gehen über unseren Aufstieg zurück zu unseren Bikes.

Zuerst glauben wir nicht wirklich, dass man hier heroben fahren kann und so probieren wir abschnittweise nur herum und fotografieren ein bisschen. Aber dann kommt der Punkt wo alles fahrbar ist und dann taugt´s uns so richtig. Allerdings merkt man die Höhe und so kommen wir ordentlich ins schnaufen. Langsam arbeiten wir uns abwärts bis zu dem Punkt, an dem wir Elisa und auch Aleksandra und Chris treffen. Die Beiden waren bis gestern in der Toskana und sind uns heute noch schnell nachgefahren.

Also hinunter zur Hütte, um unsere trockenen Kehlen zu befeuchten. Aber so schnell geht das dann doch nicht, denn so langsam muss ich der anstrengenden Bergtour Tribut zollen. Das merkt man spätestens nach meinem Überschlag, der zum Glück ohne Folgen bleibt. Trotz allem erreichen wir am Abend unbeschadet Martins Bus und sind froh, einen so geilen Tag erlebt zu haben.

„Bauchfleck“

Die Karenzzeit ist ja eigentlich zum Kinder hüten da, aber es spricht ja nix gegen eine feine Radltour direkt vorm Familienurlaub? Ausserdem hat Martin gefragt, wer denn unter der Woche Zeit zum Radln hat…

Also alles zamsuchen und ab zur Tankstelle, Elisa und Martin holen mich ab. Die ersten Höhenmeter schieben wir gemeinsam unsere Radln auf Asphalt rauf, dann heissts Tragen. Elisa lässt ihr Radl zurück und wechselt zu den Wanderstecken. Weils nicht wirklich steil bergauf geht, zieht sich der Aufstieg ziemlich. Egal, das Wetter ist genial und wir haben Zeit. Die beiden Bergsteigerinnen, die uns am Weg zum Gipfel überholen, hätten früher kein Verständnis für unsere Aktion gehabt, aber heut sehen sie das anders. Während unserer sehr angenehmen Unterhaltung beobachten wir eine Karawane, die sich langsam zum Gipfel bewegt. Mit den Beschimpfungen des lokalen Wanderführers haben wir ja gerechnet, witzigerweise haben uns seine Gäste zugeflüstert: „Das ist nur seine persönliche Meinung, wir finden das cool…“

Der blockige Gipfelaufbau entpuppte sich als absolut geniale und fahrbare Passage, während wir dann an den anschließenden Schotter Serpentinen wegen ihrer Steilheit verzweifeln. So kann man sich beim Aufstieg täuschen. Zum Glück wirds dann gleich wieder blockig und die Trialerei geht weiter. Elisa hat bisher viel Geduld mit uns und unseren Kameras gehabt, ab dem Sattel geht sie aber voraus zum Auto. Kurz danach trage ich mein Radl über eine unfahrbare Felsstelle, Stone wartet oberhalb und will den unteren Teil filmen. Also aufsteigen und los. Dummerweise bewegt sich mein Radl aber genau gar nicht, weil es mit dem Hinterreifen an einem Stein hängt. Völlig perplex gelingts mir nicht wie sonst, über den Lenker zu springen und auf den Füssen zu landen. Ich bin zwar nicht sehr weit geflogen, die Landung in den Felsen war aber recht hart. Da mich mein Kreislauf in solchen Situationen immer im Stich lässt, bin ich gleich mal liegen geblieben und hab nach Martin gerufen. Mir war schnell klar, dass das Loch im Knie nicht dort hin gehört, aber alles andere okay war. Martin hat mir dann das Knie verbunden und ich hab versucht, meinen Kreislauf wieder in Schwung zu bekommen. Nach einer halben Stunde klappen die ersten Gehversuche abgestützt auf meinem Radl (dem ist übrigens nix passiert, ist ja auch direkt auf mir gelandet). Mit der offenen Rißquetschwunde
direkt auf dem Knie hab ich versucht, den restlichen, laaangen Weg das Knie nicht abzubiegen. War mühsam und hat ewig gedauert, aber wenigstens (dank Proxen) schmerzfrei. Schieben „müssen“ während der andere fahren „darf“ ist auf so einem Steig echt gemein.

Ich glaub, das war das erste Mal, dass ich mich über eine Asphaltstrasse gefreut hab. Zum Auto runterrollen statt humpeln war definitiv besser. Also ab in die Klinik zum Nähen. Weil ich verspreche, das Knie ganz brav nicht abzubiegen, darf ich ohne Gips heim. Statt Campingurlaub am Bodensee auf der Couch rumliegen und darüber grübeln, was man zukünftig anders machen muss, damit sich sowas nicht so schnell wiederholt.

Drei Wochen später, am letzten Tag meiner Karenzzeit, kann ich zwar noch nicht bergab gehen – aber wieder fahren. Und es sollte die Tour des Jahres werden, aber das ist eine andere Geschichte…

Teil 2 – Eine Woche Biken

Am 3. Tag wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen, da wir von den ersten zwei Touren etwas Müdigkeit in den Knochen spürten (ich mehr in den Muskeln). Wir beschlossen also „Lifteln“ zu gehen. Als wir am Vortag bei einer Liftstation den Plan der lokalen Schi- und Bikearea sahen, war unser Interesse für Flaine geweckt. Laut diesem Plan muss es dort eine Fülle von Bikestrecken in allen Schwierigkeitsgraden geben. Die Anreise erfolge bereits am Ende von Tag 2, die verwinkelte Bergstraße in dieses Schigebiet war recht abenteuerlich in der Dunkelheit. Doch der Blick auf das nächtliche Cluses beeindruckte uns.
Als wir endlich einen Schlafplatz für Bus und Insassen gefunden hatten, waren wir sicher, am richtigen Ziel gelandet zu sein.
Komische Geräusche weckten uns dann um ca. 8 Uhr 30. Der Blick aus dem Bus zeigte uns, dass das Weckgeräusch der Brenner eines Heißluftballons war, der mitten am Parkplatz der Liftstation gestartet war.
Als auch nach 9 Uhr die Gondelbahn immer noch nicht in Betrieb war und wir auch keinen Plan von den Bikestrecken fanden, waren wir uns nicht mehr so sicher, am richtigen Ziel zu sein.
Also wieder in den Bus und noch weiter den Berg rauf in den letzten Schiort der Bergstraße.
Wieder Golfplatz, wieder riesige Hotels samt Tagungszentrum, wieder keine Rede von „dem Landschaftsbild angepasster Schiort“.
Die Bahn nahm Biker mit und obwohl es keinen Plan von den Bikestrecken gab (verdächtig, verdächtig) erklärte uns die nette Dame am Schalter, wo wir runterfahren können. Wird schon passen dachten wir.
Als wir an der Bergstation ausstiegen, war erst mal großes Staunen angesagt. Das „Grand Massif“ war wieder ein grand pièce näher gerückt und der Mont Blanc in greifbarer Nähe. Geile Kulisse! Fotos, staunen und suchen nach der Bikestrecke. Die von der Dame beschriebene Abfahrt stellte sich als breite Forststraße raus, von anderen Strecken keine Spur. Also suchten wir nach Wandersteigen und fanden ein Plattenparadies. Letztlich gabs dann 3 Stunden Plattengetriale und einen echt lässigen Steig, allerdings insgesamt nur 800Hm. Eine Herde an Steinböcken beobachtete unser Treiben und die vielen Touristen, die mit Liftunterstützung in eine ihnen sonst verschlossene Welt transportiert wurden. Wo sonst sieht man Damen mit Knöchellangem Rock und Sandalen in 2500 Metern Höhe auf Kalkplatten herumbalancieren? Um 14 Uhr sind wir zurück beim Bus und beschließen gleich weiter nach Chamonix zu fahren.

Nachdem uns schon Avoriaz und Flaine „beeindruckte“, das ist alles nichts gegen Chamonix. Der Ort liegt zwar nicht auf 1800 Metern Höhe, doch umso touristischer ist er nochmal im Vergleich zu den bisher gesehenen. Gleich bei der Ankunft ist uns klar, alles was wir von Chamonix sehen wollen ist die Liftstation die uns gegenüber vom Mont Blanc hochbringt und dann wieder nix wie weg. Die Landschaft ist sehr geil, doch was hier im Ort und auf den Bergen betrieben wird nur noch abartig. Wir erkundigten uns also über Preise, Liftzeiten usw. und beratschlagten was wir tun.
Mir kam dann die Idee, gleich noch heute mit der letzten Bahn raufzufahren und das tolle Abendlicht für Foto und Film zu nützen. Wir lagen dann gemütlich bis nach 19 Uhr in einer Wiese auf 2000 Metern Höhe und genossen den direkten Blick auch Mont Blanc, Aiguille Du Midi, Aiguille du Dru, usw. Nach Fotos und ein paar Filmsequenzen folgte die Abfahrt und die war überraschenderweise echt lässig inklusive einer Bikestrecke im unteren Teil mit sacksteilen Abkürzungen die uns richtig Spaß machten.

Tag 4: Es begann noch in der Nacht zu regnen und zwar ausgiebig. In der Früh, als wir die wolkenverhangenen Berge sahen, waren wir heilfroh dass wir noch am Vortag mit der Bahn rauf sind. Jetzt sahen wir nichts mehr vom Mont Blanc und den anderen Gipfeln. Uns hielt also nichts mehr fest in Chamonix und wir beschlossen nach Les Gets zu fahren um das erste Mal eine richtige Bike Park Session zu machen in Portes Du Soleil. Auf dem Weg dorthin wurde noch geshoppt und zwar bei Quechua, der Shop lag direkt am Weg 🙂

In Les Gets haben wir dann ein Nachmittagsticket gelöst und uns noch 3 Fahrten gegönnt. Naja war ziemlich schlammig im Wald und die Wurzeln spannend zu fahren. Die Anliegerstrecken waren ganz witzig, doch schon voller Bremsrillen und entsprechend rüttelig. Spaß hat es uns trotzdem gemacht. Zumindest hatten wir so doch noch einen Bikefreien Tag vermieden 😉

Tag 5: Genug ausgeruht! Jetzt war wieder eine richtige Tour angesagt. Stone fand in einer Karte von Felix Hinweise zu einer Tour die Felix offenbar gefahren war, uns aber nix davon erzählt hat 😉 Da stand was von G4-G5 und S4-S5. Was soll man dazu noch sagen. Da mussten wir natürlich hin. Anreise war wieder am Vortag, also direkt nach der Bike Park Session in Les Gets. Als wir dann am frühen Vormittag am besagten Steig die Räder rauftrugen, war uns klar was Felix mit seinen Markierungen gemeint hat. Und bei den heutigen Bedingungen nach dem Regentag war die Strecke sicher nicht gerade leichter zu fahren. Nach 600Hm kamen wir zu einer Abzweigung. Links ging es weiter wo Felix damals war, doch geradeaus entdeckten wir einen vielversprechenden Steig, der durch einen Felsdurchsetzen Hang in ein Tal mündete. Sah sehr verlockend aus und natürlich wurde von uns beiden diese Variante gewählt. Nun folgte eine philosophische Stunde über „S“ und „G“ Skalen und deren Sinnhaftigkeit. Vor allem mit der „G“ Skala war Stone nicht zufrieden, denn seiner Meinung geht es ja mehr um die Ausgesetztheit als um die allgemeine Gefahr bei Sturz. Sich verletzen und auch tötlich verunglücken kann man ja auch auf einer Forststraße, so müsste die „G“ Skala also immer im Zusammenhang mit der Geschwindigkeit, der fahrweise und dem Können des jeweiligen Bikers stehen. Absurd also. Wir haben dann spaßhalber die „A“ Skala (Ausgesetztheit) erfunden und noch andere die ich jetzt gar nicht mehr weiß. War jedenfalls sehr lustig 🙂
Ja so kann man sich auch die Zeit vertreiben während man Rad und Rücksack über seilversicherte Kletterpassagen hochträgt 😉
Ziel war dann ein Refuge auf 2200m (?). Landschaftlich schon wieder hammermäßig. Ein abgeschiedenes Tal abseits von Lifttrassen, Bikepark- und Flying Fox Action. Wir trafen wieder sehr viele nette Leute (schöne Grüße an dieser Stelle nach Belgien) und genossen ein Dosenbier auf das ich Stone bei der Hütte einlud.
Die Abfahrt war dann wieder Hammer! Zuerst recht flott bei der Hütte los, kamen dann einige lässige Felspassagen, bis wir wieder zu den seilversicherten Stellen kamen. Dort probierten wir ein paar Sachen, mussten aber auch einiges auslassen. Definitiv unfahrbar und jenseits von S7 und G9 *lol*
Die bereits von Felix befahrenen unteren 600Hm waren inzwischen zum Teil aufgetrocknet. Dadurch dass wir bereits „eingefahren“ waren und schwere Stellen vom oberen Teil hinter uns hatten, kam uns die untere Passage gar nicht mehr S4 und G5 vor. Auch die nassen Wurzeln machten nach dem Les Gets Nachmittag richtig Spaß. In einem Schwung fuhren wir bis zum Auto durch. War sehr lässig!! Kommentar einiger Franzosen im Vorbeifahren „sportif!“ 🙂

Letzter Tag: Da uns noch die lange Heimfahrt bevorstand, entschlossen wir uns für einen weiteren Bikepark Tag. Das Gebiet zwischen Châtel und Morgins stand am Programm. Am Vorabend Anreise zur Talstation in Pré la Joux. Wir lieben die Franzosen und ihre Leidenschaft für Camping! Wo sonst findet man tip-top hergerichtete Parklätze samt Toilettenanlagen usw. für Wohnmobile? Kostenlos selbstverständlich. Wo sonst stört es keinen Menschen wenn 20 jährige „Kids“ ein Lagerfeuer am Liftparkplatz zünden und dort ihre Zelte und Zeltpavillons aufschlagen, lautstark Musik hören und ihre Downhiller testen?
In der früh schauten wir uns also die Strecken von Châtel (Pré la Joux) an. Hammer sag ich nur! Was die dort geleistet haben ist gewaltig! Leider waren einige Northshore Strecken wegen Umbauarbeiten geschlossen und die die offen waren, entweder zu einfach oder viel zu schwer (wir hatten keine Luste auf Northshore Lines mit abschließendem 7 Meter Gap über einen Bach). Allein der Slopestyle Parcours bekannt vom Châtel Mountain Style im oberen Teil ist angsteinfößend! Wir sind einige Strecken abgefahren, vor allem die schwarzen Pisten waren nach unserem Geschmack, auch wenn wir die meisten Stunts ausgelassen haben. Beeindruckend war auch zu sehen wie 12 jährige Kids mit ihren Vätern über die Roadgaps und Bäche sprangen, als wäre es gar nichts. Wenn man immer nur Bikepark fährt wird man offenbar ebenso schnell stunts gewohnt wie wir Felsstellen an ausgesetzten Felswänden.
Von Pré la Joux gings zu Mittags weiter nach Morgins. Wir freuten uns schon auf die von Felix beschriebenen Northshores, doch leider gabs kaum welche. Offenbar wurden die meisten davon abgebaut. Es gibt dort 3 Strecken, wir sind alles drei abgefahren. Auch sehr spaßig und bei weitem nicht so brutal wie in Pré la Joux. Zu guter Letzt sind wir noch direkt in Châtel mit der Gondelbahn rauf. Da haben wir uns dann noch ordentlich verkoffert. Von der ursprünglichen Strecke ist nicht mehr viel übrig und offenbar wird die auch nicht weiter gepflegt. Na ja bei der Konkurrenz eingebettet zwischen Pré la Joux und Morgins sicher nicht einfach…

Nachdem wir französischen Käse gekauft haben gings dann schließlich heim. 80% der Heimfahrt in strömendem Regen. Felix ein fettes Danke für den genialen Wetterbericht. Einen halben Tag Regen in einer Woche konnten wir leicht verkraften und ich glaube wir hatten tatsächlich einen der trockensten Flecken von Mitteleuropa gefunden in dieser Woche…

Portes Du Soleil ob mit oder ohne Bikepark ist definitiv wieder mal eine Reise wert! Geil wars!

Teil 1 – Eine Woche Biken

Die Verletzungspause ist vorbei! Ich hatte das Bild von den Kühen vor Augen die ich mal sah, als sie den ersten Tag nach dem Winter auf die Weide durften. Wie sie da herumhüpften vor Freude und Ausgelassenheit. Am ersten Biketag nach 4 Monaten Abstinenz hatte ich ein ähnliches Gefühl in mir.
Stone und ich entschieden uns, nach einer Rücksprache mit unserem ganz persönlichen „Karl Gabl“ also Felix, eine Woche ins Grenzgebiet Schweiz-Frankreich zu fahren (manchmal auch als Portes Du Soleil bezeichnet). Überall sonst in Europa von der hohen Tatra bis in die Gegend um Briançon war Regen angesagt. Da waren wir natürlich sehr gespannt, ob unser Wetterprophet recht behalten sollte, denn vor drei Jahren hatten wir dort kein Glück und 1 Woche Dauerregen (Stone übrigens auch damals bereits mit dem Citroen Bus wie die Fotos beweisen. Und ja Felix ich weiß, wir sind zu früh heimgefahren damals 😉 ).

Geplant war dort klassische BikeHiker Touren zu finden und vielleicht 1 oder 2 mal in einem Bikepark zu rocken. Außerdem wollten wir mal nach Chamonix gegenüber vom Mont Blanc Biken. Das war also der Plan.

Am Tag 1 (nach der Anreise am Samstag den 30. Juli) befolgten wir einen Tourtipp von Felix (der kann nämlich nicht nur das Wetter vorhersagen). Aber irgendwie klappte das nicht so ganz, denn obwohl er uns vor der „Variante Klettersteig“ zum Gipfel warnte, landeten wir genau dort. Wir konnten einfach den Normalweg nicht finden 🙂
Doch anders als Felix und Tine die damals umdrehten, war bei uns durchhalten und Teamarbeit angesagt, damit wir überhaupt die Räder über die senkrechten Felsstufen und den ausgesetzten Gipfelgrad brachten. Als Stone als erstes von uns beiden den Gipfel samt Bike unterm Arm erreichte, war das Gelächter der rund 10 anwesenden Bergsteiger groß. Kein böses Wort, keine abwertenden Blicke, nur Anerkennung (klingt witzig wenn man in französischem Akzent „well done“ hört).

Typisch für das Gebiet dort ist, dass die Kalkberge auf einer Seite beinahe senkrechte Wände bieten, auf der anderen aber Grasflächen. So war es auch dort. Am Gipfel angekommen, lagen wir 5 Meter neben dem Gipfelkreuz gemütlich in der Wiese zum Jausnen. Lieber wär uns allerdings gewesen, wir hätten uns zusammengekauert am Gipfelkreuz anlenen müssen, denn das hieße gleichzeitig, dass uns eine knackige Abfahrt bevor stehen würde. In diesem Fall sah die Abfahrt so aus, dass wir gemütlich über Grasflächen und ein paar relativ Flache Felsplatten nach unten surften. Selbst ab dem Joch wo Felix und Tine schon vor uns waren, zeigte sich der Weg zwar steil, aber trotzdem von der sanften Seite und führte uns so S2 mit ein paar ganz wenigen S3 Stellen ruck zuck ins Tal. War ganz nett, ideal zum wieder Eingewöhnen für mich und meine linke Schulter, auch landschaftlich ein Traum, doch ohne rassigen Kletteraufstieg wären wir wohl nicht wirklich zufrieden gewesen. So hat’s aber gut gepasst für den ersten Tag.

Was sich uns auch noch eingeprägt hat, war die Kühnheit mit der die Franzosen einen typischen Wintersportort aus dem Boden stampfen. Da führen gleich 4 Seilbahnen quer durch den Ort, da werden Hotels mit 10 Stockwerken direkt an die Kante einer mehrere hundert Meter hohen Felswand gestellt, da gibt es einen Golfplatz auf 1800 Metern Höhe und im Sommer stehen gleich 10 Kräne herum um neue Riesenhotels zu bauen. Ischgl, St. Anton, Sölden, alles Pipifatz dagegen.