Archiv der Kategorie: Biketouren

Und, braucht man Harscheisen?

Aber zurück zum Anfang. Ich gebe zu, den Grundstein meines Verlangens für diese Schitour wurde schon vor 32 Jahren gelegt. Damals sind 3 meiner besten Freunde auf diesen stolzen Dreitausender gegangen und ich hatte entweder keine Zeit oder die Tour war mir zu anspruchsvoll, so genau weiß ich das nicht mehr. Jetzt waren die Bedingungen mit Lawinenwarnstufe 1 und Frühjahr wieder perfekt und so wurden schnell mit 2K Tom Pläne geschmiedet.
Punkt 05:00 Uhr waren wir am Parkplatz abmarschbereit, ich gebe zu, eine etwas unchristliche Zeit, aber für 2000Hm kalkulieren wir lieber etwas mehr Pausen ein. Die Temperatur mit ca. -4°Celsius ohne Wind optimal und wir starten, vielleicht etwas zu schnell, den Talboden hinein. Nach der Bachquerung geht es rechts steil bergauf, zuerst durch einen Grauerlen Gürtel und danach über freie Hänge weiter nach oben.

Trotz Harscheisen und relativ neuer Felle rutschen wir in der Aufstiegsspur immer wieder zurück. Also raus aus der Spur und selber auf dem harten Schnee die Schi so setzen, dass wir nach oben kommen. Mittlerweile wird es heller und wir können die Stirnlampen in unsere Rucksäcke packen. Jetzt sehen wir auch schon sehr gut auf die umliegenden Berge und bewundern den, sich langsam rot färbenden, Himmel. Kurz darauf erreichen uns die ersten Sonnenstrahlen, was wiederum mich veranlasst, mit Tom einen ersten Rastplatz auszumachen.

Da stehen wir nun, eine Tasse Tee in der einen und einer Banane in der anderen Hand. Tom meint noch aufmunternd:“ Jetzt haben wir eh schon die Hälfte!“ und in dem Moment denke ich mir, ob ich das jetzt unbedingt wissen wollte? Aber was soll`s, wir wollen da heute auf alle Fälle rauf und so steigen wir weiter bergan und kommen nach weiteren 1,5h auf die 3000-er Grenze. Ab jetzt müssen wir die Schier tragen. Tom hat seine Steigeisen aufgezogen und schon stapfen wir weiter. Allerdings brauchen wir nun mehr Verschnaufpausen, da die Gipfelrinne bzw. der Gipfelhang mit 35°-50°doch recht steil ist. Zudem hat der Südwind stark zugenommen und bläst uns kalt ins Gesicht, aber wir schaffen es und stehen um 10:30Uhr am Gipfel. Wir ziehen uns schnell was Winddichtes drüber, dann werden ein paar Fotos gemacht und schon zieht es uns wieder hinunter zu dem Schidepot.

Gejausnet wird weiter unten das ist schnell klar. Beim Abstieg kommen uns schon die ersten „Verfolger“ entgegen. Uns ist es egal, wir schnallen uns die Schier an und schon geht es hinunter. Der Schnee ist hier leider noch etwas mau, aber zumindest ist es nicht gefroren. Als wir nach ca. 15 Minuten bei unseren Rastplatz sitzen, zählen wir noch weitere Tourengeher, alle auf den Weg nach oben und wir denken uns nur, zum Glück müssen wir da nicht mehr hinauf. Nach der Jause wollen wir jetzt endlich Firn fahren und tatsächlich der nächste recht lange Hang ist wirklich aufgefirnt. Wir genießen die Abfahrt, obwohl zumindest meine Füße mittlerweile echt schwer geworden sind. Ab dem letzten Drittel wandelt sich der Schnee von Firn in TIEFEN Firn und meinereiner schwingt jetzt nur noch in weiten Bögen in Richtung Tal. Bei Tom wiederum schaut die Fahrweise noch immer gut aus, Kraftsau, Kondiviech :-).

Als wir wieder am Talboden ankommen freuen wir uns wirklich auf das wohlverdiente Bierchen, bzw. auf den Radler. Beim Auto angekommen, stehen schon die nächsten hinter unserem Auto. Und schon geht die Fragerei los: „Wie war der Schnee? Und habt ihr Harscheisen gebraucht?“. „Schnee war gemischt und ohne Harscheisen geht es gar nicht!“ „Was, Harscheisen von ganz herunten?“ „ Ja…, wo wollt ihr eigentlich noch hin?“. Darauf erhielt ich die Antwort: „Bremer Hütte!“. Was wir wiederum für sehr mutig halten, Nachmittag um 13:00 Uhr.
Wir haben jetzt nur noch Durst und gönnen uns kurz darauf einen Radler und lassen die Tour noch einmal Revue passieren. Eines ist jedenfalls sicher, wir sind beide echt zufrieden mit uns und ich bin froh, dass ich diesen Gipfel endlich abhaken kann.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Dass ich an meinem freien Freitag irgendetwas unternehmen muss, war klar. Das Ferdinand auch Zeit hat, war ein sehr guter Zufall und so wurde schnell geplant. „Eine Kombitour wäre fein“, meint Ferdl, „z.B. mit dem Bike auf das Strassberghaus und dann den Adlerklettersteig“. So soll es sein, aber wie üblich spielt Zeus nicht mit, Gewitter und Regen ist angesagt, na da wird es wohl doch nur eine kurze Tour in Innsbruck.
Am besagten Tag parkt Ferdl mit dem Auto in der Rossau und rollt mit dem Bike zu mir. Kaum stehe ich vor der Türe und schaue zum Himmel, da wird schon wieder um entschieden. „Sag mal Ferdl, a bisserl weiter kann es aber schon sein, oder?“ und so treten wir dann also doch Richtung Süden, da gibt es ein kleines Familienschigebiet mit Bikepark.

Eigentlich ist das Wetter ideal, nicht zu heiß und nicht zu kalt, und so strampeln wir an der Talstation vorbei um danach eine kurze Pause einzulegen, immerhin strampeln wir schon mehr als eine Stunde aufwärts und wir haben keinen Stress. Als wir die besagte Alm erreichen, in meinem Kopf hat sich die Tour schon wie automatisch verlängert, weihe ich Ferdinand in meine Pläne ein. Er meint nur: „Aber da oben bekomme ich dann was zu futtern“. A typischer BikeHiker halt. Und so wird weitergefahren, geschoben, getragen und wieder gefahren, bis wir unseren Fresspunkt erreichen. Nebelschwaden ziehen umher und der ganze Anblick hier heroben wirkt echt mystisch, genau das richtige für uns.

Nachdem wir uns gestärkt haben, geht es noch ein kleines Stück bergauf, was uns aber nicht im geringsten stört und so erreichen wir unseren höchsten Punkt, ausnahmsweise ohne Gipfelkreuz. Ab jetzt geht es nur noch abwärts oder eben. Und so cruisen wir in ein anderes Tal hinunter um so einen der Innsbrucker Hausberge zu umrunden und schlagen so Zeus ein Schnäppchen. Wir brauchen nur eine Pause, um die gigantische Hollywoodschaukel auszutesten, die auf einem wirklich grandiosen Aussichtspunkt gebaut wurde.

Danach zieht es uns abwärts und 2 Stunden später erreichen wir noch bei Sonnenschein die Eisdiele in der Nähe von mir und genießen ein leckeres Eis. Das nenne ich mal einen gelungenen Schlechtwettertag.

Von Tourentipps, Elefanten und Ameisen

Eingangs sei erwähnt, dass wir auf Grund der stark differierenden konditionellen Konstitution den Abstand vergleichbar der einer Elefantenherde mit mehreren Muttertieren und Kälbern mehr als gesetzeskonform eingehalten haben. Das trifft zumindest auf mich zu. Beine schwer wie Blei an diesem kitschig schönen Wintertag. Aber auch sonst sind wir zum Zeitpunkt dieser Tour entsprechend zu der Zeit geltender Verordnungen unterwegs.


Ich bin etwas zu früh am vereinbarten Treffpunkt und genieße die Sonnenstrahlen die mich direkt anlachen. Weniger zu lachen haben wohl alle Automobilisten, die teils die dritte Runde drehen auf der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz. Eigenartig – hier ist normalerweise weit weniger los. Es wird sich im Laufe des Aufstieges herausstellen warum dem so war.

Getreu dem Motto „Reden muss immer noch möglich sein“ strampeln wir gemütlich stets bergauf. 2Kind-Tom mit neuem Bike und voller Motivation lässt sich auch dort, wo wir im Gatsch doch schon schieben nicht aufhalten und beißt durch. Den folgenden Forstweg fahren wir, wie eingangs erwähnt, vorbildlich in Kleinstgruppen weiter. Eine Kehre, eine Bank, eine Pause. Das Wetter ist unbeschreiblich gut – nie und nimmer würde man beim Anblick dieser Bilder denken, dass wir doch eigentlich schon fast Winter haben.

Auf geht´s – Bikes geschultert und den Steig entlang. Eigenartig – uns ist der Weg bekannt – und zwar als einer, auf dem sonst kaum ein anderer Naturliebhaber anzutreffen ist. Aber heute wieseln heute so viele Menschen wie Ameisen herum. Nach einem angeregten Gespräch mit einem Wanderer wird klar warum wir heute doch oft ins Gespräch kommen. Unser Ziel war unlängst als Tourentipp publiziert worden. Gut eine dreiviertel Stunde später haben wir unser Ziel erreicht. Auch auf dem Plateau strahlt uns die Sonne an. Wir jausnen, diskutieren über das unvermeidlich allgegenwärtige Thema, besinnen uns aber rasch wieder auf das was das Leben für uns schöner macht und lassen uns (bitte verzeiht mir, dass ich das Wort in den Mund nehme) Covid für eine Zeit lang vergessen. Eine flowige Abfahrt mit verwinkelten Kurven, kleinen Jumps und schwungvoll fahrbaren Spitzkehren liegt vor uns bzw. unter unseren Reifen. Ein Genuss für alle Sinne. Ich würde hier gerne 2Kind-Tom zitieren, aber aus „Jugendschutzgründen“ ist mir diese leider nicht möglich. (Danke Tom für den Kommentar, der mir immer noch ein Grinsen beschert, wenn ich daran denke) 😊

In diesem Sinne – genießt mit uns die Fotos und lasst uns Negatives zumindest für einen Moment vergessen.

Letzte Kalk Tour des Jahres

Eigentlich war ja für dieses Wochenende eine Fahrt in den Süden an den Gardasee geplant, doch die Wetteraussichten waren etwas unsicher und Ende Oktober Regen am Gardasee kann auch sehr kalt werden. Also bleiben wir zuhause, da bei uns wenigstens Sonntag Traumwetter angesagt ist. Christian ist mit der Familie doch an den Lake Garda gefahren, um noch einen Kurzurlaub einzulegen. Bei uns ist eine Tour im Karwendel geplant.
Treffpunkt 08:15 bei mir, an dieser Stelle ein Dankeschön an Ferdinand, der mich wieder einmal von zu Hause abholt und ich mir dadurch einige Kilometer treten erspare. Doch halt, morgen beginnt die Winterzeit, schnell Ferdl anrufen und der Treffpunkt wird auf 07:15 vorverlegt.
Pünktlich steht mein „Taxi“ vor der Tür und so geht es schnell mit dem Auto über die Autobahn zu unserem Parkplatz.


Jetzt wird umgestiegen auf unsere Bikes und schon geht es los durch einen schönen Mischwald, aber gemütlich, immerhin sind es gut 1700Hm die wir heute machen wollen. Wobei Ferdl immer nur von der „Hütte“ redet und die liegt ja bekanntlich irgendwo zwischen Auto und Gipfel. Jedenfalls sind wir wie immer gut gelaunt unterwegs und genießen die Anstrengung mit dem Bike unter den Füßen. Nach knapp 4Km schultern wir unsere Drahtesel und schon geht es über einen Steig weiter nach oben.

An einer schönen Wiese mit Kruzifix und Alm wird eine Pause gemacht. Jetzt ein Brötchen der Marke XXXL und einen Müsliriegel bzw. eine Banane zwischen die Rippen, um ja keine Durchsacker zu riskieren. Haben wir heute wieder ein Glück, kaum Wind, Sonne und fast keine Leute unterwegs. Doch jetzt müssen wir weiter und so erreichen wir über den weiterführenden Steig die besagte Hütte, welche natürlich schon geschlossen hat. Ab jetzt geht es zwischen den Latschen weiter und so treibt es uns weiter hinauf, um kurz vor der Latschengrenze (gibt es sowas überhaupt?!?) noch eine 2. Rast einzulegen.

Der Steig gefällt uns bis hierher wirklich gut, nur wenige Stellen scheinen ganz schwer fahrbar zu sein. Und so machen wir uns guter Dinge nach der verdienten Pause auf den Weg Richtung Gipfel. Kurz unterhalb vom Gipfelkreuz haben wir das erste Mal Schneekontakt, der sich aber jetzt bis zum Gipfel durchzieht.

Am Gipfel angekommen, genießen wir trotz steifer Prise das Panorama und gratulieren uns, wie üblich, zum Gipfelsieg. Außer uns sind jetzt doch noch 4 Wanderer heroben, alle ohne Bikes, komisch!
Um hier oben länger zu plauschen oder gar in der Sonne zu sitzen ist es uns eindeutig zu kalt und so packen wir unsere 7 Zwetschken zusammen und machen uns wieder auf den Weg nach unten. Gar nicht so einfach, wenn man dauernd im Schnee einbricht. Aber dieser Zustand hält nicht lange an und der Weg wird bald fast schneefrei.

Und Wind gibt es da auch schon keinen mehr, herrlich. Jetzt trialen Ferdl und ich den ZickZack Weg hinunter, um kurz darauf in die Latschen einzutauchen. Ja, jetzt wird es tricky, feuchte Erde mit Fels durchsetzt und das in einem relativ steilen Gelände. Und bis auf ganz wenig Stellen ist alles fahrbar. Immer wieder brauchen wir kurze Pausen, da wir solch ein ruppiges Gelände nicht mehr so gewohnt sind oder um einfach mal ein Foto zu machen.

Alles funktioniert ohne großartige Unfälle und so erreichen wir nach insgesamt fast neun Stunden wieder Ferdl`s Toyota. Müde und zufrieden packen wir alles ins Auto und haben fast ein bisschen Angst vor dem morgigen Muskelkater. Aber der war es auf jeden Fall Wert.

Erogene Pulszonen

„He Bernd, nur kurz. Hast am Donnerstag Zeit für eine Tour? Ferdl ist mit dabei. Vielleicht ab Mittag Zeitausgleich? Sag Bescheid. Wir hören uns.“ Tom hat es kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Es wäre Zeit für eine Tour.
Donnerstag, Regen, Gewitter, Donner aber laut Prognose soll es ja besser werden. Nach einem Telefonat ist klar, wir sehen wieder eine Tour den Gully runter laufen. Aber Ferdl ist zuversichtlich, er sieht im wahrsten Sinne des Wortes Licht am Ende der Wolken. Gut – wir versuchen es. Trocken starten und dann nass werden wäre uns egal.
Tom holt mich ab – zugleich ein Beladungs-Test meines Heckträgers mit ausgewachsenen Bikes. Naja – hier sollten die Hersteller doch mal über weitere Schienenabstände nachdenken. Aber die Bikes sind fixiert und wir machen uns auf den Weg um Ferdl noch aufzunehmen. Von da an sind es noch rund 20 Minuten zum Ausgangspunkt der heutigen Tour. Die Fahrt ist kurzweilig mit typischen Männergesprächen über neue und alte Autos. Ungläubig beobachten wir nebenbei den immer weiter aufklarenden Himmel, der uns eine ausichtstreiche Tour bescheren wird.

Auf rund 1.700m geht es heute los. Noch immer den Augen kaum trauend, nach dem Gewitter heute Vormittag, starten wir mit geschulterten Bikes über trockene Wiesen und Steinstufen bergwärts. Diese versprechen jetzt schon ein spaßiges Ende der heutigen Tour.
Schnell wird uns aber klar, es ist lange her, dass wir getragen haben. Aber wie immer in einem Tempo bei dem wir nebenbei noch über alles Mögliche quatschen und philosophieren können, machen wir Meter um Meter gut. Vorbei an kristallklaren Bergseen, über Steintreppen, sanfte Hügel und wieder fordernde Anstiege kommen wir unserem heutigen Ziel rasch näher. Die Pause auf dem Plateau kurz unter dem Gipfelkreuz offenbart einen Talblick …. Seht selbst!

Und da ihr euch sicher schon die ganze Zeit fragt – wie kommt er denn auf den Titel. Ganz einfach – Pulsuhren sind ein Thema über das wir uns unterhalten, nachdem wir wie schon beschrieben das Tragen nicht mehr gewohnt sind und die Anstrengung eindeutig ablesbar ist. Tom aber treibt es auf die Spitze, er ist den größten Teil der Zeit, ich zitiere: „im erogenen Pulsbereich“ – vermutlich ein sauerstoffbemangelter, neurologischer Kurzschluss, oder einfach ein freudscher Versprecher – aber der hat gesessen und darf nun die Titelzeile dieses Berichts sein.
Vor uns dann das Gipfelkreuz – endlich wieder mal ein Gipfel mit Bike. 800hm Aufstieg sind augenblicklich vergessen. Ein Moment in dem – ich denke, ich spreche nicht nur für mich –man alles um sich herum vergisst und genießt.

Kaum haben wir unseren Hunger gestillt, den Durst gelöscht hören Ferdl und ich schon die gewohnten Befehle: Stellt euch mal da hin, nein dort, nochmal, eins noch, oder doch noch eins …Soll heißen – es gibt wieder mal Fotos und eben diesen Bericht dazu. Nach der Gipfelabfahrt der erste Stopp. Einmal neue Bremsbeläge bitte. Dann, nach erster Spitzkehre, geht`s flowig talwärts. Ein Genuss für alle Sinne und ein lässiges Einfahren für die anspruchsvolleren Passagen.
Die Kante entlang und dann über den Felshinunter. Der Kopf sagt nein, das Herz sagt jaaaaa.
Im Anschluss schütteln uns die Treppen durch und mit Schwung geht es weiter auf den nächsten flowigen Abschnitt, den ich so lässig unter den Rädern vorbeiziehen lasse, dass ich eine Kante übersehe und somit den zweiten Zwischenstopp verursache. Durchschlag mit Felgenschaden.
Drei Mann und ein Tublessmantel… ein Kampf, aber der Gummi verliert zum Glück nach einigem Gezicke.
Die Sonne verschwindet langsam hinter dem Bergkamm als wir wieder am Parkplatz ankommen. Wir resümieren die Tour und sind uns einig – geil war`s.

Auf alten Pfaden!

Heute ist es wieder einmal soweit, eine neue, alte Tour steht an. Wir treffen uns mitten in der Stadt, um von dort aus mit den Autos ein bisschen die Auffahrt zu verkürzen, was Bernd und mir schon sehr entgegen kommt. 2-Kind Tom, das Viech, hätte mit der langen Auffahrt keine Probleme, aber zum Glück nimmt er auf alte Herren wie mich etwas Rücksicht.

Heute führt uns der Aufstieg an insgesamt 5 Almhütten bzw. Berghütten vorbei. Der berühmte Almrausch ist also allgegenwärtig, doch wir haben  nicht vor einzukehren, um genau Diesen aus dem Weg zu gehen.Und so treten wir gleich anfangs relativ steil aufwärts und freuen uns schon auf die erste Rast, bei einer ehemals schönen, mittlerweile leider abgebrannten Alm. Die Bedingungen für unsere Tour ist heute echt perfekt, schönes Wetter, nicht zu heiß und lange hell und 2 Stunden früher Arbeitsschluss. Ich genieße das Treten, Ratschen und Fotografieren und mit dem 2-Kind-Tom und Bernd ist der Anstieg trotz 1300Hm sehr kurzweilig.

Am Gipfel angekommen, erinnere ich mich an meine erste Tour mit Chris auf diesem Gipfel, damals noch mit Hardtails und Chris hatte damals noch keine Erfahrung beim Trailen. Bei der ersten Spitzkehre warf es ihn gleich in die Landschaft, zum Glück ohne Folgen, außer denen, dass er süchtig wurde nach solchen Abfahrten. Bei uns gibt es, zumindest beim Gipfelaufbau, keine Stürze und wieder einmal bewundere ich die Sicherheit von Tom bei diesem Steig. Eindeutig mehr Training. Spaß macht es uns aber allen drei. Und Bernd und Tom tragen auch bereitwillig die Bikes wieder zurück, damit meine Bilder etwas besser werden, Danke!

Spitzkehren, Stufen, flowige Abschnitte und dazwischen immer wieder super Ausblicke ins Inntal, was will das Bikerherz mehr. So langsam kommen wir in den Wald. Jetzt wird der Steig wirklich schnell und so dauert es nicht lange, bis ich mein neues YT in den Wald schmeiße.

Definitiv Selbstüberschätzung. Nichts ist kaputt, keine Verletzungen und schon geht es weiter, diesmal etwas gemächlicher, in Richtung Tal. Da schau her, so geht es auch, nur Tom ist außer Sichtweite. Als wir am Abend wieder in Innsbruck sind, ist wieder dieses dämliche Grinsen in unseren Gesichtern und nur wir wissen wieso… . Hoffentlich machen wir das bald wieder!

Grenzgänger

Grenzgänger!

Es ist wieder einmal so weit. Eine Biketour im Grenzgebiet zu Südtirol steht am Programm. Pünktlich um 13:00 Uhr werde ich von Fibs und Bernd abgeholt und schon geht es ab auf die Autobahn. Nach kurzen 25 Minuten Autofahrt steigen wir aus und wir merken sofort, hier heroben ist es merklich kühler, was unsere Stimmung noch mehr anhebt. Schnell werden die Bikes zusammen gebaut und bald darauf treten wir gemütlich eine Forststraße bergauf.


Auf Dieser werden wir von freundlichen und neugierigen Kühen beobachtet, doch leider ist die Straße bald zu Ende und wir müssen unsere Bikes schultern. Allerdings mit meinem neuen und „leichten“ YT kein Problem. Es wird geblödelt, geratscht und auf ca. der Hälfte der Strecke wird eine Pause eingelegt. Baumgrenze könnte man auch sagen. Der Gipfel ist schon sichtbar und ich merke an, dass es nicht mehr weit ist. Bernd darauf:“ I woaß eh, no 2 Kehren!“

Jedenfalls genießen wir die Sonne, die Landschaft, die Ruhe ( Ok, ok, so ruhig ist es mit mir nit!), aber von alleine kommt der Gipfel nicht zu uns, deshalb machen wir uns wieder auf den Weg und fachsimpeln immer wieder ob auch alles fahrbar ist, was auf dieser Tour eigentlich gar nie angezweifelt wird.

Als wir nach ca. 2,5 Stunden den Gipfel erreichen, werden zuerst ein paar Bilder gemacht, dann, wie üblich, die Berge ringsum betitelt, gegessen und natürlich geplaudert. Doch ich habe heute noch etwas vor und so ziehen wir unsere Schützer über, um uns langsam aber sicher auf den Weg nach unten zu machen.

Und was soll ich sagen, perfekt, nicht ganz einfach, mit Spitzkehren, Stufen, flowigen, schnellen Passagen und ganz unten auch noch typische Waldsteige. Nachdem das Wetter perfekt ist und wir endlich wieder Berichte online stellen wollen, werden natürlich viel Fotos gemacht, was unseren Schweiß wieder fließen lässt.

Aber es lohnt sich und so kommen wir alle zufrieden und glücklich beim Auto an und wir sind uns sicher, dass muss wiederholt werden, und zwar schnell.

Glamping, das [ˈɡlɛmpɪŋ]

5:30 Uhr morgens. Verdammt ist das früh. Aber es soll sich lohnen. Ein Vereinsausflug steht an. Lange her und höchst an der Zeit. Tom und Chris fahren vor. Mein Bike noch auf den Heckträger und los geht`s gen Süden. Ohne Stau, dafür zeitenweise mit Schnee und weil es viel zu quatschen gibt – kurzweilig – chauffiert uns 3Kind-Tom zielsicher Richtung Arco. Unterwegs wird die ruhige Reise durch ein Hupkonzert unterbrochen – ein Treffen im fließenden Verkehr mit dem Rest der Truppe, den wir erst abends wieder sehen werden. Vorerst gehen wir getrennte Wege. Biking und Hiking eben. Konkret eine Gruppe geht Biken, eine klettern. Am Campingplatz angekommen staunt meiner einer nicht schlecht, während 2Kind-Tom schon grinst. Ein Zelt für drei in diesem Ausmaß – damit habe ich nicht gerechnet. Als Camping-Anfänger dachte ich an „kuschelige“ Zustände in einem kleinen Iglu und ich lerne was Glamping heißt. Ein Zelt mit Innenzelt, Türen – im weitesten Sinne… wow.


Das Ding ist schnell aufgebaut und wir widmen uns dem, wofür wir hier sind. Den Bikes. 2Kind-Tom, Chris, 3Kind-Tom und ich radeln los. Ich muss gestehen: Es ist schön hier in Arco. Meter um Meter geht es nach oben. Für manche schneller, für zwei andere etwas, nennen wir es mal entspannter. Die erste Pause – und hier ein gut gemeinter Tipp für alle – Jause einpacken ist ein Muss 😉.

Nach etlichen weiteren Höhenmetern erreichen wir das Plateau – Ziel des Tages. Nach all den Regentagen und der Kälte in der Heimat tut es richtig gut, sich von der Sonne gewärmt auf die trockene Wiese legen zu können und die Seele baumeln zu lassen. Der Trail im Anschluss birgt unter dem vielen Laub einige Überraschungen, ist aber technisch nicht sehr fordernd. Aber es macht wieder unglaublich viel Spaß sich, das Bike und die Natur mal wieder so intensiv zu spüren.

Zurück am Campingplatz treffen wir dann auch Matze, Stone und Elisa und Felix. Auch sie können sich die Seitenhiebe betreffend unsrer Schlafstätte nicht verkneifen. Doch … der Tag klingt gemütlich aus. Darf er auch – so waren es doch über 1.400hm am Bike bzw. 11 Seillängen. Ich muss gestehen, ich bin mit dem Klettern nicht so vertraut aber diese Anzahl an Seillängen und dem Schwierigkeitsgrad 6/6+ – Respekt! Ein paar isotonische Getränke bzw. Flaschen Rebensaft später geht’s zu Bett. Die an und für sich ruhige Nacht wird in den Morgenstunden durch ein Gewitter gestört. Und es ist kalt geworden – sehr kalt. Der Blick vom Zelt auf die gegenüberliegenden Anhöhen zeigt warum. Dort wo wir gestern noch in der Sonne die Seele baumeln ließen, liegt heute Schnee. Der Ausblick und der einsetzende Regen trüben die Euphorie dann doch. Abreise ist der allgemeine Gedanke. Doch so schnell lassen wir uns nicht vertreiben. Kurzer Hand hängen wir das Innenzelt aus und so wird aus dem vortags belächeltem Luxuszelt ein Speisesaal für acht. Der Duft von frischem Kaffee und Brot erfüllt den Raum. Der Vortag wird resümiert und wir vergessen zwischenzeitlich das schlechte Wetter.

Ein wenig später trennen sich unsere Wege. Matze und Felix, Stone und Elisa starten mit den Bussen am Nachmittag Richtung Heimat, nachdem sie doch noch eine trockene Klettertour ausfindig machen konnten. Auch 2Kind-Tom hat sein Auto schnell abfahrbereit. Uns hält der Abbau des Zeltes noch ein wenig auf – und das ist gut so. Kaum mehr zu glauben, aber dann doch – die Sonne kommt raus.

Kurzer Hand sind 3Kind-Tom, Chris und ich doch nochmal am Bike. Was Kurzes, was Feines soll es sein. So war es dann auch – ein lässiger Trail, sogar mit Tragepassage (abwärts – weil kein Weg da, wo wir meinten es wäre einer).

Nach ein paar Pizzaschnitten im Tal reisen auch wir ab und erfreuen uns daran, dass wir als Verein mal wieder unterwegs waren.

Kein schweres S aber so schee…

Kein schweres S aber so schee…

Zugegeben hat es zwei Anläufe gebraucht um diesen Gipfel zu machen. Aber was will man machen wenn Regen und Gewitter die Umkehr erzwingen.
Zurück in die Gegenwart. Tom und ich starten wieder vom Parkplatz und sind froh, dass der Wetterbericht wohl richtig war – es dürfte heute noch ein paar Stunden trocken bleiben. Gequatscht wird viel – haben wir uns diesen Sommer auch selten gesehen und noch seltener eine Tour gemacht. Die Momente in denen uns auf Grund von Steigung und Hitze die Luft zum Reden fehlt hören wir die Fauna unserer schönen Heimat. Leider bleibt das fröhlich pfeifende Murmeltier aber unentdeckt.


Der fahrbare Weg nach oben endet nur 2 Kehren nach der letzten Alm und wir schultern unsere Bikes – ein zugegeben mittlerweile sehr ungewohntes Gefühl. Über die noch saftige Wiese gepaart mit den ersten herbstlichen Verfärbungen der Flora und den kitschig schön herausleuchtenden Erika machen wir schnell Meter nach oben. Dann, zur Erleichterung – psychisch und physisch eine flowige Querung des Hanges die auch schon für die Abfahrt sehr viel Spaß verspricht.

Die letzten Höhenmeter bis zum Gipfelkreuz sind für uns beide quälend anstrengend. Das Kreuz lacht, von einigen Sonnenstrahlen imposant in Szene gesetzt, zu uns herunter – durchbeißen also. Am Gipfel angekommen sind dank Hormonen und unglaublich schönem Ausblick sowie der Freude über die gemeinsame Tour, alle Anstrengungen sofort vergessen.
Wir nutzen die Wetterlage und können endlich auch wieder Bilder machen, die uns selbst sicher auch wieder für neue Touren motivieren werden und euch vielleicht vermitteln wie schee wir es doch hier in Tirol haben.

Mit Schwierigkeitsgraden jenseits der S2 kann dieser Berg nicht aufwarten, aber Stufen, Platten und Spitzkehren gefolgt von losem Geröll lassen mir – zumindest in Gedanken – so manches „Huiuiuiui“ über die Lippen kommen, wenn der geplante Stopp mit dem Bike sich dezent verschiebt. Ein wenig tricky wie man das wohl heutzutage nennt.
Die Querung zaubert uns ein Grinsen ins Gesicht, die Stufen über die Wiese hinunter beuteln uns durch – relaxed wird dann am Weg zur Alm hinunter mit den langegezogenen Kurven und Jumps.
Die letzten Meter talwärts (für die, die es etwas genauer wissen wollen – gesamt über 1.200m) folgen wir den Schildern und Wegen die die Abkürzung zum Parkplatz ausweisen und freuen uns über den einsetzenden Regen als wir am Auto angekommen sind.

A perfektes Tagerl!

Also, ich gebe zu, ich habe keine Ahnung warum diese Tour so lange in meinem Archiv gelegen ist ohne auf die Homepage zu gelangen. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass ich zuerst keine Lust hatte zu schreiben und dann darauf vergessen habe. Aber diese Tour ist eigentlich keine Tour zum Vergessen!!! Deshalb: Nachtrag aus dem Jahr 2016.
Alles begann damit, dass Ferdl, Reini und ich wieder mal Zeit hatten zusammen etwas zu unternehmen. Und das kommt, bei Gott, leider viel zu selten vor. Wenn wir aber dann unterwegs sind, ist es die größte Gaudi die man sich vorstellen kann. Denn ganzen Tag wird nur gelacht und geblödelt und das schon, wie in diesem Fall, ab 06:00 Uhr früh bis wir wieder zu Hause sind.
Diese Tour war ja wieder einmal eine richtige Biking-Hiking.at Tour. Soll heißen, zuerst das Bike raufschleppen auf 2370 Meter Seehöhe und dann ohne Bike weiter auf knapp 3300 Meter. Jedenfalls macht man so eine Tour mit Zeitreserven und viel Jause (Eh wie immer:-)!). Als wir also starten ist es noch ziemlich dunkel, nur der Himmel zeigt die übliche Verfärbungen, die man halt so früh morgens sieht.