Archiv des Autors: Thomas Wintner

Und, braucht man Harscheisen?

Aber zurück zum Anfang. Ich gebe zu, den Grundstein meines Verlangens für diese Schitour wurde schon vor 32 Jahren gelegt. Damals sind 3 meiner besten Freunde auf diesen stolzen Dreitausender gegangen und ich hatte entweder keine Zeit oder die Tour war mir zu anspruchsvoll, so genau weiß ich das nicht mehr. Jetzt waren die Bedingungen mit Lawinenwarnstufe 1 und Frühjahr wieder perfekt und so wurden schnell mit 2K Tom Pläne geschmiedet.
Punkt 05:00 Uhr waren wir am Parkplatz abmarschbereit, ich gebe zu, eine etwas unchristliche Zeit, aber für 2000Hm kalkulieren wir lieber etwas mehr Pausen ein. Die Temperatur mit ca. -4°Celsius ohne Wind optimal und wir starten, vielleicht etwas zu schnell, den Talboden hinein. Nach der Bachquerung geht es rechts steil bergauf, zuerst durch einen Grauerlen Gürtel und danach über freie Hänge weiter nach oben.

Trotz Harscheisen und relativ neuer Felle rutschen wir in der Aufstiegsspur immer wieder zurück. Also raus aus der Spur und selber auf dem harten Schnee die Schi so setzen, dass wir nach oben kommen. Mittlerweile wird es heller und wir können die Stirnlampen in unsere Rucksäcke packen. Jetzt sehen wir auch schon sehr gut auf die umliegenden Berge und bewundern den, sich langsam rot färbenden, Himmel. Kurz darauf erreichen uns die ersten Sonnenstrahlen, was wiederum mich veranlasst, mit Tom einen ersten Rastplatz auszumachen.

Da stehen wir nun, eine Tasse Tee in der einen und einer Banane in der anderen Hand. Tom meint noch aufmunternd:“ Jetzt haben wir eh schon die Hälfte!“ und in dem Moment denke ich mir, ob ich das jetzt unbedingt wissen wollte? Aber was soll`s, wir wollen da heute auf alle Fälle rauf und so steigen wir weiter bergan und kommen nach weiteren 1,5h auf die 3000-er Grenze. Ab jetzt müssen wir die Schier tragen. Tom hat seine Steigeisen aufgezogen und schon stapfen wir weiter. Allerdings brauchen wir nun mehr Verschnaufpausen, da die Gipfelrinne bzw. der Gipfelhang mit 35°-50°doch recht steil ist. Zudem hat der Südwind stark zugenommen und bläst uns kalt ins Gesicht, aber wir schaffen es und stehen um 10:30Uhr am Gipfel. Wir ziehen uns schnell was Winddichtes drüber, dann werden ein paar Fotos gemacht und schon zieht es uns wieder hinunter zu dem Schidepot.

Gejausnet wird weiter unten das ist schnell klar. Beim Abstieg kommen uns schon die ersten „Verfolger“ entgegen. Uns ist es egal, wir schnallen uns die Schier an und schon geht es hinunter. Der Schnee ist hier leider noch etwas mau, aber zumindest ist es nicht gefroren. Als wir nach ca. 15 Minuten bei unseren Rastplatz sitzen, zählen wir noch weitere Tourengeher, alle auf den Weg nach oben und wir denken uns nur, zum Glück müssen wir da nicht mehr hinauf. Nach der Jause wollen wir jetzt endlich Firn fahren und tatsächlich der nächste recht lange Hang ist wirklich aufgefirnt. Wir genießen die Abfahrt, obwohl zumindest meine Füße mittlerweile echt schwer geworden sind. Ab dem letzten Drittel wandelt sich der Schnee von Firn in TIEFEN Firn und meinereiner schwingt jetzt nur noch in weiten Bögen in Richtung Tal. Bei Tom wiederum schaut die Fahrweise noch immer gut aus, Kraftsau, Kondiviech :-).

Als wir wieder am Talboden ankommen freuen wir uns wirklich auf das wohlverdiente Bierchen, bzw. auf den Radler. Beim Auto angekommen, stehen schon die nächsten hinter unserem Auto. Und schon geht die Fragerei los: „Wie war der Schnee? Und habt ihr Harscheisen gebraucht?“. „Schnee war gemischt und ohne Harscheisen geht es gar nicht!“ „Was, Harscheisen von ganz herunten?“ „ Ja…, wo wollt ihr eigentlich noch hin?“. Darauf erhielt ich die Antwort: „Bremer Hütte!“. Was wir wiederum für sehr mutig halten, Nachmittag um 13:00 Uhr.
Wir haben jetzt nur noch Durst und gönnen uns kurz darauf einen Radler und lassen die Tour noch einmal Revue passieren. Eines ist jedenfalls sicher, wir sind beide echt zufrieden mit uns und ich bin froh, dass ich diesen Gipfel endlich abhaken kann.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Dass ich an meinem freien Freitag irgendetwas unternehmen muss, war klar. Das Ferdinand auch Zeit hat, war ein sehr guter Zufall und so wurde schnell geplant. „Eine Kombitour wäre fein“, meint Ferdl, „z.B. mit dem Bike auf das Strassberghaus und dann den Adlerklettersteig“. So soll es sein, aber wie üblich spielt Zeus nicht mit, Gewitter und Regen ist angesagt, na da wird es wohl doch nur eine kurze Tour in Innsbruck.
Am besagten Tag parkt Ferdl mit dem Auto in der Rossau und rollt mit dem Bike zu mir. Kaum stehe ich vor der Türe und schaue zum Himmel, da wird schon wieder um entschieden. „Sag mal Ferdl, a bisserl weiter kann es aber schon sein, oder?“ und so treten wir dann also doch Richtung Süden, da gibt es ein kleines Familienschigebiet mit Bikepark.

Eigentlich ist das Wetter ideal, nicht zu heiß und nicht zu kalt, und so strampeln wir an der Talstation vorbei um danach eine kurze Pause einzulegen, immerhin strampeln wir schon mehr als eine Stunde aufwärts und wir haben keinen Stress. Als wir die besagte Alm erreichen, in meinem Kopf hat sich die Tour schon wie automatisch verlängert, weihe ich Ferdinand in meine Pläne ein. Er meint nur: „Aber da oben bekomme ich dann was zu futtern“. A typischer BikeHiker halt. Und so wird weitergefahren, geschoben, getragen und wieder gefahren, bis wir unseren Fresspunkt erreichen. Nebelschwaden ziehen umher und der ganze Anblick hier heroben wirkt echt mystisch, genau das richtige für uns.

Nachdem wir uns gestärkt haben, geht es noch ein kleines Stück bergauf, was uns aber nicht im geringsten stört und so erreichen wir unseren höchsten Punkt, ausnahmsweise ohne Gipfelkreuz. Ab jetzt geht es nur noch abwärts oder eben. Und so cruisen wir in ein anderes Tal hinunter um so einen der Innsbrucker Hausberge zu umrunden und schlagen so Zeus ein Schnäppchen. Wir brauchen nur eine Pause, um die gigantische Hollywoodschaukel auszutesten, die auf einem wirklich grandiosen Aussichtspunkt gebaut wurde.

Danach zieht es uns abwärts und 2 Stunden später erreichen wir noch bei Sonnenschein die Eisdiele in der Nähe von mir und genießen ein leckeres Eis. Das nenne ich mal einen gelungenen Schlechtwettertag.

Drei Ritter auf der Suche nach dem heiligen Gral

Es waren einmal vor langer, langer Zeit drei Freunde, Ritter Martin, Ritter Ferdinand und Ritter Thomas, die sich aufmachten um den heiligen Gral zu finden. Und wie das so üblich ist bei solchen Unternehmungen, trafen sie sich frühmorgens, um jede kostbare Minute des Tages auszunützen. Also nahmen sie ihre Speere in die Hände und nutzten sie als Aufstiegshilfen, um der Müdigkeit, die immer um diese Uhrzeit vorherrschte, keine Chance zu lassen.

Eisiger Wind schlug ihnen entgegen, aber auch dadurch ließen sie sich nicht abhalten und stiegen empor, um irgendwann doch die wärmenden Sonnenstrahlen im Gesicht spüren zu können. Bis es soweit war, hieß es den Gefahren des Winters zu trotzen. Schnee, Eis und sogar die Gefahr anderen Rittern zu begegnen, die vielleicht auch auf der Suche des begehrten Objektes waren, hielten die unerschrockenen Ritter nicht vom Aufstieg ab. Doch zum Glück erreichten die drei Freunde die Grenze zwischen dem kalten, unfreundlichen, dunklem Reich und dem hellen, freundlichen und auch gleich viel wärmeren Reich ohne größeren Kamphandlungen. Doch nun offenbarten sich neue Gefahren. Die Sonne brannte ohne Unterlass auf die Gesichter der drei Freunde und so griffen sie beherzt in ihre mitgebrachten Tragtaschen um eine Creme herauszuholen, die ihre schöne elegante weiße Haut vor Verbrennungen oder noch schlimmer vor brauner Farbe zu schützen.

Außerdem war es dringend an der Zeit, ihrem Körper Getränke und Nahrungsmittel zuzuführen. Danach ging es aber wieder weiter, denn Ritter Martin war schon vorausgeeilt um noch vor den anderen feindlichen Rittern den heiligen Gral zu finden. Ritter Ferdinand und meine Wenigkeit bildeten die Nachhut um uns von hinten abzusichern. Wir erreichten nach ca. 4h den Umkehrpunkt, an dem wir, zuerst etwas enttäuscht, feststellten, dass der heilige Gral nicht zugegen war. Dann aber merkten wir, dass wir auf dem Selbigen standen, nein besser noch, wir standen am Gipfel des heiligen Grals.

Und so feierten wir unseren Sieg mit einer süßen, bräunlichen mit Blubberblasen versetzten Flüssigkeit und freuten uns auf den Abstieg, noch nicht wissend, dass dieser Tag eine noch viel bessere Überraschung bereithalten würde als den Gral. Es war dieses weiße Pulver, das uns bei der Abfahrt Freudenschreie und Tränen entlockte.

Ja und so konnten wir dieses Abenteuer zum Glück ohne Kampfhandlungen mit einem starken Glücksgefühl und einer halben Mass Hopfengetränk bei unserer Kutsche ausklingen lassen. Mit diesen beiden Ritterfreunden möchte ich mich demnächst wieder auf die Suche machen, vielleicht auf die Suche nach der Bundeslade?

Wetterbericht: Im Laufe des Tages Wetterverschlechterung mit leichtem Schneefall

So oder ähnlich lautet die Wettervorhersage für unsere Tour an diesem Tag. Naja, Schönwettertourengeher waren wir noch nie, also holt mich Matze um 06:45 bei mir zuhause ab. Kurze Zeit später treffen wir auf Stone und schon geht es weiter zum Ausgangspunkt unserer Tour. Beim Aussteigen, leichte Minusgrade und Schneefall, aber egal, immerhin sind wir die ersten….


Wir machen uns auf den Weg durch einen tiefverschneiten Wald, sind gut gelaunt und unterhalten uns über das übliche Thema. Nein nicht das Thema, natürlich über Willhaben und Gore Tex Kleidung :-). Egal was, wir steigen höher und erreichen nach ca.1 Stunde die Arztalalm um dort den Bach zu queren. Jetzt sehen wir die ersten Verfolger, lassen uns dadurch aber nicht stressen und erhöhen unser Tempo. Immerhin sehen wir schon unseren Gipfel, kann also nicht mehr weit sein. Außer man muss, wie in unserem Fall, die letzten 400Hm spuren, dann kann’s sich schon noch etwas hinziehen. Unsere „Verfolger“ fellen kurz unter dem Gipfel ab, um nicht in die Nebelsuppe zu gelangen, auf die wir natürlich geradewegs zusteuern.

So sind wir also allein am Gipfel und es werden noch ein paar Fotos gemacht, um kurz darauf unsere Spuren durch den Pulver ins Tal zu ziehen. Doch halt, in welche Richtung müssen wir? Stone hat die Idee, immer den Spuren nach, wenn wir diese sehen würden. Also tasten wir uns langsam vorwärts, was bedeutet: 2 warten bis einer uns die Richtung und den Weg vorgibt. Und so hanteln wir uns die ersten 200Hm bergab, dann ein Hang mit der perfekten Neigung und es gibt kein Halten mehr.

Pulver fast über beide Ohrwascheln geht es bergab, um am Ende des Hangs außer Atem mit einem Grinsen zusammen zu warten. Jetzt sind wir endlich unter dem Nebel, die Sicht wird besser, eigentlich sogar gut. Und so ziehen wir unsere Spuren durch Tiefschneehänge hinunter, um kurz darauf einen lichten Zirbenwald das fürchten zu lehren.

Als wir nach insgesamt 4,5 Stunden Tour wieder bei unserem Fortbewegungsmittel ankommen ist klar, solche Verhältnisse hätten wir nie erwartet und wieder hat es sich bewiesen, schlechtes Wetter ist keine Ausrede für absolut traumhafte Bedingungen, nur der Spaßfaktor wird mit den richtigen Freunden massiv erhöht.

Die etwas andere Biking-Hiking Tour!

Es ist kurz nach sieben in der Früh und wir stehen immer noch beim Parkplatz in St. Sigmund. Wir, das sind Stone, Elisa, Chris, Ferdl und meine Wenigkeit. Der Himmel ist wolkenlos und wir verhoffen uns viel von der heutigen Schitour, es ist nämlich eine Jahrzentschitour. Soll heißen ich war mit meinen 52 Lenzen erst 3-mal da oben. Der Hang ist ziemlich nach Süden ausgerichtet und entweder ist es lawinengefährlich oder aper. Doch heute ist es wieder mal soweit und wir hoffen auf eine geile Firntour. Wir ziehen also steten Schrittes den Talboden taleinwärts und lassen die Gleirscher Alm links liegen. Die Bergspitzen werden schon von den ersten Sonnenspitzen angestrahlt und wir freuen uns jetzt schon auf eine schön warme Gipfelrast.

Kurz darauf geht es dann rechts steil bergauf. Ab jetzt sind Harscheisen gefragt, ohne geht es nur mit einem wesentlich höheren Kraftaufwand, sprich einer Quälerei. Alle sind gut auf und wie immer wird viel gequatscht und natürlich fotografiert. Es ist heute aber auch ausgesprochen malerisch, mit dem wolkenlosen Himmel und bald erreichen wir die Sonne. Zeit für eine erste Rast um Flüssigkeit und etwas Festes zu uns zu nehmen. So mag ich es, Sonne im Überfluss, keine Leute weit und breit und wahrscheinlich feinster Firn. Also schnell weiter, nicht dass aus dem Firn knietiefer Sumpf wird. Und so erreichen wir um 11:00 den Gipfel. Martin und ich strahlen mit der Sonne um die Wette. Ich glaube, wir gewinnen und so warten wir noch gemütlich auf den Rest der Truppe und beobachten inzwischen die Massen die im nächsten Tal auf den Zwieselbacher rennen.

Gleich darauf sind alle am Gipfel und es wird gejausnet und dabei beraten, welche Abfahrt wir nehmen sollen. Als alle satt, geschneuzt und gekammpelt sind, geht es an die Abfahrt. Ich melde mich als Fotograf schon mal an und fahre ein Stück nach unten. Ja, ja, das ist das harte Los der Fotografen.
Und was soll ich sagen, die Abfahrt ist ein Traum. Genau richtig ist der Firn und ich glaube man sieht es auch an den Fotos, bzw. am Grinsen in unseren Gesichtern.

Weiter unten ist es dann schon recht weich, vor allem für Leute wie mich mit einem Kampfgewicht von ca. 100Kg incl. Fotoausrüstung. Und so überlegen wir, wo es besser bzw. sicherer ist und entscheiden uns für eine Rinne, in der schon eine ältere Lawine liegt. Und das ist auch die richtige Entscheidung, denn auf dem Lawinenschnee ist es noch perfekt, während man daneben schon bis zu den Knien einsinkt. Als wir am Talboden ankommen, sehen wir ca. 100m weiter eine frische Grundschneelawine, die vorher noch nicht da war. Wir lassen sie dort liegen und fahren weiter Tal auswärts, jetzt immer im Schatten. leider macht Ferdl noch Bekanntschaft mit dem harschigen Schnee und kommt mit kleinen Schnittverletzungen im Gesicht und starken Schmerzen in der Schulter zur Alm. Gebrochen scheint aber zum Glück nichts zu sein.

Jetzt haben wir uns aber ein Bierchen verdient und so lassen wir den traumhaften Tag, wiederum in der Sonne, mit Bierchen und Essen in der Nähe der Alm ausklingen und schwärmen schon wieder von unseren nächsten Unternehmungen.

Kleiner Nachtrag: Ferdinand wurde einige Monate nach dem Sturz an der Schulter operiert und zum Glück ist alles glimpflich verlaufen und sein Arm ist wieder zu 100% einsatzbereit. Auf zur nächsten Schandtat.

Geheimtipp

Also das war ja heute wieder einmal eine typische Schitour. Aber heute will ich einmal keinen langen Bericht schreiben, daher die Kurzfassung: Wer? Stone, Elisa und ich!
Wo? Irgendwo in Tirol! Wen interessiert das auch schon, Hauptsache 40cm Pulver!
Wetter? Schneefall, Wind, Sonne!
Menschenmassen? Von wegen, alleine am Gipfel und unverspurte Hänge!

Und zum Schluss, echt geil war’s :-).

Letzte Kalk Tour des Jahres

Eigentlich war ja für dieses Wochenende eine Fahrt in den Süden an den Gardasee geplant, doch die Wetteraussichten waren etwas unsicher und Ende Oktober Regen am Gardasee kann auch sehr kalt werden. Also bleiben wir zuhause, da bei uns wenigstens Sonntag Traumwetter angesagt ist. Christian ist mit der Familie doch an den Lake Garda gefahren, um noch einen Kurzurlaub einzulegen. Bei uns ist eine Tour im Karwendel geplant.
Treffpunkt 08:15 bei mir, an dieser Stelle ein Dankeschön an Ferdinand, der mich wieder einmal von zu Hause abholt und ich mir dadurch einige Kilometer treten erspare. Doch halt, morgen beginnt die Winterzeit, schnell Ferdl anrufen und der Treffpunkt wird auf 07:15 vorverlegt.
Pünktlich steht mein „Taxi“ vor der Tür und so geht es schnell mit dem Auto über die Autobahn zu unserem Parkplatz.


Jetzt wird umgestiegen auf unsere Bikes und schon geht es los durch einen schönen Mischwald, aber gemütlich, immerhin sind es gut 1700Hm die wir heute machen wollen. Wobei Ferdl immer nur von der „Hütte“ redet und die liegt ja bekanntlich irgendwo zwischen Auto und Gipfel. Jedenfalls sind wir wie immer gut gelaunt unterwegs und genießen die Anstrengung mit dem Bike unter den Füßen. Nach knapp 4Km schultern wir unsere Drahtesel und schon geht es über einen Steig weiter nach oben.

An einer schönen Wiese mit Kruzifix und Alm wird eine Pause gemacht. Jetzt ein Brötchen der Marke XXXL und einen Müsliriegel bzw. eine Banane zwischen die Rippen, um ja keine Durchsacker zu riskieren. Haben wir heute wieder ein Glück, kaum Wind, Sonne und fast keine Leute unterwegs. Doch jetzt müssen wir weiter und so erreichen wir über den weiterführenden Steig die besagte Hütte, welche natürlich schon geschlossen hat. Ab jetzt geht es zwischen den Latschen weiter und so treibt es uns weiter hinauf, um kurz vor der Latschengrenze (gibt es sowas überhaupt?!?) noch eine 2. Rast einzulegen.

Der Steig gefällt uns bis hierher wirklich gut, nur wenige Stellen scheinen ganz schwer fahrbar zu sein. Und so machen wir uns guter Dinge nach der verdienten Pause auf den Weg Richtung Gipfel. Kurz unterhalb vom Gipfelkreuz haben wir das erste Mal Schneekontakt, der sich aber jetzt bis zum Gipfel durchzieht.

Am Gipfel angekommen, genießen wir trotz steifer Prise das Panorama und gratulieren uns, wie üblich, zum Gipfelsieg. Außer uns sind jetzt doch noch 4 Wanderer heroben, alle ohne Bikes, komisch!
Um hier oben länger zu plauschen oder gar in der Sonne zu sitzen ist es uns eindeutig zu kalt und so packen wir unsere 7 Zwetschken zusammen und machen uns wieder auf den Weg nach unten. Gar nicht so einfach, wenn man dauernd im Schnee einbricht. Aber dieser Zustand hält nicht lange an und der Weg wird bald fast schneefrei.

Und Wind gibt es da auch schon keinen mehr, herrlich. Jetzt trialen Ferdl und ich den ZickZack Weg hinunter, um kurz darauf in die Latschen einzutauchen. Ja, jetzt wird es tricky, feuchte Erde mit Fels durchsetzt und das in einem relativ steilen Gelände. Und bis auf ganz wenig Stellen ist alles fahrbar. Immer wieder brauchen wir kurze Pausen, da wir solch ein ruppiges Gelände nicht mehr so gewohnt sind oder um einfach mal ein Foto zu machen.

Alles funktioniert ohne großartige Unfälle und so erreichen wir nach insgesamt fast neun Stunden wieder Ferdl`s Toyota. Müde und zufrieden packen wir alles ins Auto und haben fast ein bisschen Angst vor dem morgigen Muskelkater. Aber der war es auf jeden Fall Wert.

Bouldercup

Jetzt sitze ich da und schau beim Österreichcup im Bouldern zu, Temperatur außen 6,9°. Brrr wenn ich mir denke, vor nicht einmal 2 Wochen war ich mit Chris noch in den Bergen auf 2700m Seehöhe. Ok, ok von Anfang an.
Chris ruft an und erzählt mir, dass er dieses Wochenende Strohwitwer ist. Aleks ist mit Tochter Milena in München bei einer Freundin. Sofort geht es ans planen. „Nein Chris, leider kann ich nicht 2 Tage unterwegs sein, aber am Sonntag geht sich was aus.“ Und so treffen wir uns um 07:30 in Kematen um dann zu zweit mit dem Auto auf die Kemater Alm zu fahren.


Den Höhenunterschied zwischen Kemater Alm und Adolf Pichler Hütte überwinden wir mit dem Bike. Ich schiebend, Chris mit E-Bike fahrend. Von dort geht es zu Fuß weiter, quatschend, die Bergwelt bewundernd und gut aufgelegt. Auf der Scharte angekommen werden coole Fotos von der Gegend gemacht, ja heute ist wirklich der perfekte Tag um Bilder zu machen. Nebel, Wolken und blauer Himmel lassen die ganze Gegend etwas mystisch aussehen.

So freuen wir uns schon auf den Klettersteig in alpiner Kulisse und machen uns auf den Weg um den ersten Gipfel zu erklimmen. Na gut, der erste Gipfel ist nicht der höchste heute, aber er liegt halt zwischen Scharte und Hauptgipfel. Beim Gipfelkreuz angekommen brauche ich mal ein Brot und einen Riegel.

Nach der Brotzeit geht es weiter um kurz darauf das Klettersteigset anzuziehen. Schön ist er, obwohl dieser Klettersteig eigentlich „nur“ der Abstieg des Südwandklettersteiges ist. Uns gefällt er sehr gut und so erreichen wir nach ca. 3,5h den Hauptgipfel. Es ist nichts los, nur 2 Leute außer uns kommen von der Südseite rauf, Respekt ich glaube das sind 1600Hm, das würde ich heute nicht machen können. Wir jedenfalls bleiben noch in der Sonne sitzen/liegen, bestimmen die Bergspitzen rund um uns und machen uns erst nach der verdienten Jause Richtung Hütte zu unseren Rädern.

Beim Abstieg träumen wir schon vom Bier auf der Hütte aber zuvor heißt es noch konzentrieren, damit uns nicht doch noch ein dummer Fehler durch Unachtsamkeit passiert. Nach insgesamt 6 Stunden liegen wir zufrieden bei der Hütte im Gras, ein Bier in der Hand und lassen den Klettersteig noch einmal Revue passieren.

Und so haben wir heute ein schöne Tour gemacht, Chris kann noch Aleks und Milena vom Bahnhof abholen und ich fahre heim um mit Ulli noch eine kleine Runde zu drehen. Perfekt!

Auf alten Pfaden!

Heute ist es wieder einmal soweit, eine neue, alte Tour steht an. Wir treffen uns mitten in der Stadt, um von dort aus mit den Autos ein bisschen die Auffahrt zu verkürzen, was Bernd und mir schon sehr entgegen kommt. 2-Kind Tom, das Viech, hätte mit der langen Auffahrt keine Probleme, aber zum Glück nimmt er auf alte Herren wie mich etwas Rücksicht.

Heute führt uns der Aufstieg an insgesamt 5 Almhütten bzw. Berghütten vorbei. Der berühmte Almrausch ist also allgegenwärtig, doch wir haben  nicht vor einzukehren, um genau Diesen aus dem Weg zu gehen.Und so treten wir gleich anfangs relativ steil aufwärts und freuen uns schon auf die erste Rast, bei einer ehemals schönen, mittlerweile leider abgebrannten Alm. Die Bedingungen für unsere Tour ist heute echt perfekt, schönes Wetter, nicht zu heiß und lange hell und 2 Stunden früher Arbeitsschluss. Ich genieße das Treten, Ratschen und Fotografieren und mit dem 2-Kind-Tom und Bernd ist der Anstieg trotz 1300Hm sehr kurzweilig.

Am Gipfel angekommen, erinnere ich mich an meine erste Tour mit Chris auf diesem Gipfel, damals noch mit Hardtails und Chris hatte damals noch keine Erfahrung beim Trailen. Bei der ersten Spitzkehre warf es ihn gleich in die Landschaft, zum Glück ohne Folgen, außer denen, dass er süchtig wurde nach solchen Abfahrten. Bei uns gibt es, zumindest beim Gipfelaufbau, keine Stürze und wieder einmal bewundere ich die Sicherheit von Tom bei diesem Steig. Eindeutig mehr Training. Spaß macht es uns aber allen drei. Und Bernd und Tom tragen auch bereitwillig die Bikes wieder zurück, damit meine Bilder etwas besser werden, Danke!

Spitzkehren, Stufen, flowige Abschnitte und dazwischen immer wieder super Ausblicke ins Inntal, was will das Bikerherz mehr. So langsam kommen wir in den Wald. Jetzt wird der Steig wirklich schnell und so dauert es nicht lange, bis ich mein neues YT in den Wald schmeiße.

Definitiv Selbstüberschätzung. Nichts ist kaputt, keine Verletzungen und schon geht es weiter, diesmal etwas gemächlicher, in Richtung Tal. Da schau her, so geht es auch, nur Tom ist außer Sichtweite. Als wir am Abend wieder in Innsbruck sind, ist wieder dieses dämliche Grinsen in unseren Gesichtern und nur wir wissen wieso… . Hoffentlich machen wir das bald wieder!

Grenzgänger

Grenzgänger!

Es ist wieder einmal so weit. Eine Biketour im Grenzgebiet zu Südtirol steht am Programm. Pünktlich um 13:00 Uhr werde ich von Fibs und Bernd abgeholt und schon geht es ab auf die Autobahn. Nach kurzen 25 Minuten Autofahrt steigen wir aus und wir merken sofort, hier heroben ist es merklich kühler, was unsere Stimmung noch mehr anhebt. Schnell werden die Bikes zusammen gebaut und bald darauf treten wir gemütlich eine Forststraße bergauf.


Auf Dieser werden wir von freundlichen und neugierigen Kühen beobachtet, doch leider ist die Straße bald zu Ende und wir müssen unsere Bikes schultern. Allerdings mit meinem neuen und „leichten“ YT kein Problem. Es wird geblödelt, geratscht und auf ca. der Hälfte der Strecke wird eine Pause eingelegt. Baumgrenze könnte man auch sagen. Der Gipfel ist schon sichtbar und ich merke an, dass es nicht mehr weit ist. Bernd darauf:“ I woaß eh, no 2 Kehren!“

Jedenfalls genießen wir die Sonne, die Landschaft, die Ruhe ( Ok, ok, so ruhig ist es mit mir nit!), aber von alleine kommt der Gipfel nicht zu uns, deshalb machen wir uns wieder auf den Weg und fachsimpeln immer wieder ob auch alles fahrbar ist, was auf dieser Tour eigentlich gar nie angezweifelt wird.