Archiv des Autors: Matthias Merk

Zwolch und Zwabel

Der Bäcker bäckt die Breze,
Der Fleischer würgt die Kuh.
Der Arzt entfernt die Krätze.
Mein Kind, und was machst du?“

„Ich nähe keine Westen,
Ich sammel keine Ribisel!“
„Was gibst du dann zum Besten?“
„Ich gehe auf den Zwiesel!“

Unser Kamerad 3k-Tom hatte das glühende Verlangen nach vielen Jahrzehnten (Jahren?) wieder einmal den Zwiesel zu erklimmen. Trotz der leicht erhöhter Lawinenlage aufgrund des frisch gefallenen Schnees wollen wir unsere Unternehmung unternehmen. Es bleibt der Befehl des Berges. Die zwingende Sehnsucht: Empor!


Bei bitterer Kälte starten wir vom fast leeren Parkplatz zuerst durch lichten Wald einer einzelnen Spur folgend flach bis zur ersten Zwinge, die durch den frisch gefallenen Schnee leicht überwunden wird. Wir vermuten, dass es nach der zweiten Zwinge etwas wärmer wird. Doch weit gefehlt. Leichter Wind zwingt uns in unserer Jacken zu schlüpfen. Da gibt es kein Verweilen mehr.

Weg aus der Mulde, nur hinauf, heißt die Parole! Nach dem letzten Steilhang kommt die Sonne hinter dem Grat hervor und beschert uns etwas Wärme. Der Berg lässt sich nicht lumpen, aber seine Geschenke sind weniger angenehm. Auf der Scharte vor dem letzten kleinen Gipfelaufschwung begrüßt uns starker Wind, der uns nicht lange auf dem Gipfel verweilen lässt. Ein beherzter Händedruck und hinab geht es durch staubenden Pulver.

Nur drei Spuren vor uns. Johlend und grinsend ziehen wir unsere Zöpfe bis unter die Zweite Zwinge und steigen kurz entschlossen noch einige Meter auf um einen letzten Hang zu ergattern.

Das Bier in der Sonne beim Auto schmeckt diesmal besonders gut.

Biking-Hiking goes La Palma: Anflug und erster Tag

Anflug

06:00 Tagwache … hochmotiviert.
06:30 Tom einsammeln. Gepäck: Radlkarton, Tasche und Rucksack.
06:40 Martin einsammeln. Gepäck: Radlkarton, riesen Koffer und Rucksack. Bus füllt sich.
06:50 Stone einsammeln. Gepäck: Riesen Karton gesichert mit extra Ratsche und zweihundertmeter Powertape, muss zu dritt(!) getragen werden. Bus voll.
07:00 Chris wegen Platzmangel zurückgelassen.
10:00 Ankuft MUC. Irgendwie hat sich Chris an der Anhängerkupplung festhalten können. Beschwert sich über dadurch entstandenen Haarriss in der linken Bizepssehne.
10:15 Bus auf umfunktioniertem Kartoffelacker hinter dem Flugfeld abgestellt. Internetafiner Kartoffelackervermieter shuttelt mich retour zum Flughafen.
10:30 Erstes Bier während wir Felix begrüssen und Tom unsere Räder aufgibt.
16:00 Ankunft Santa Cruz de La Palma
16:15 Warten auf die Kartons
16:30 Martins riesen Koffer ist auf dem Weg nach Mexiko -sonst alles da.
17:00 Leihautos entgegengenommen und voll gepackt.
17:30 Wir erfahren, dass es bis auf 500m geschneit hat. Offenbar haben wir Schneechaos um einen Tag verpasst.
18:00 Verpflegung für die nächsten Tage, eine Zahnbürste und zwei Unterhosen für Martin eingekauft.
21:00-24:00 Kollektives Räderschrauben während das Essen bruzelt. Tourenplanung. Schlafen…

Erster Tag

Zwei Shuttlerunden stehen auf dem Programm. Zum Aufwärmen gehts einen feinen Trail zum Meer runter. Teilweise über Lavagefels, teils schottrig schlängeln wir uns bergab.

Bei der zweiten Runde gehts höher rauf. Der Wind frischt auf und beim Warten auf die Shuttler wirds recht frisch.
Runter gehts vorbei an riesigen Kakten, Palmen und dem einen oder anderen Auswanderer. Der erste Tag vergeht wie im Flug.
Das Chefkoch Duo Stone+Chris zaubert am Abend Essen vom Feinsten auf den Tisch und wir verbringen den Rest des Tages bei Wein und Bier mit den Nasen in den Karten.

Steilwandgeplänkel

Eine kurze Tour war angesagt – da „er“ am Nachmittag Gewitter gemeldet hat. Peter und Roland, aus dem hohen Norden Mittelostdeutschlands, starteten um 3:30 Uhr und sammelten Tobi noch auf wem Weg ein.
Am Parkplatz bewunderten Chris und ich als erstes Tobi’s neuen Rahmen.
Die 800hm am Normalweg zur komplett ausgestatteten Hütte, samt Küche, Klo und Wasserspülung, vorbei an FlipFlop tragenden Touristen auf Familienurlaub, vertrieben wir uns mit Leichtbaufachgesimpel und dem einen oder anderen Filmstopp.
„Wir haben eine Tradition hier oben“ spricht der unpolitische Hüttenwirt „du zahlst dein Essen, dafür darfst es essen und aufs Häusl gehen!“. Nach der Gulaschsuppe gehts ab zu den ausgesetzten Holzstufen.

Die obere Hälfte des Weges ist auf der schwierigen Seite, dafür mit vielen Filmmöglichkeiten. Auf einigen Abbildungen mag sich einem die Sinnfrage des dargstellten Unterfanges in den Sinn schleichen. Hierzu darf ich Tobi’s waises Zitat zitieren: „hmmm, die Frage müsste besser lauten: hältst Du es für möglich (wahrscheinlich?) urplötzlich mit Mach2 nach links zu kippen? Darauf würd ich sagen, eher nicht. Im dümmsten Fall merk ich dass ich beim Hüpfbiken *langsam* aus dem Gleichgewicht gerate und nach links zu kippen drohe. In dem Fall würd ich dem Peter (das ist der, der da steht) gschwind ne sms schicken, obs ihm evtl. was ausmachen würde mich doch bitte wieder gen Hang zu drücken. => bleibt nur noch das Risiko einer lückenhaften Netzabdeckung in den Bergen!“

Eine knackige Stelle reiht sich an die andere und es macht extrem Spass die anderen beim probieren zu filmen bzw fotografieren bzw selbst einiges zu probieren. Die Stimmung steigt kontinuierlich an. In einer verwinkelten Kurve wirds fast zur Bierzeltstimmung – sehr laiwand.

Im unteren Drittel wirds etwas schneller und, nach dem Steilwandgeplänkel, angehnehm leichter. Allerdings zeitlich begrenzt, da das nahende Grollen Regen ankündigt. Kurz vor Schluss schiff es uns dann auch richtig ein.
Retour gibts noch 200hm bergauf – alles im Regen. Allerdings ist es warm und alle Bremsen attackieren Chris, man muss nur in seiner Nähe bleiben.

Zum Abschluss gibts ein saftiges bayrisches GordonBleu und so manches (bleifreies) Weizen.
Super wars!

Video: Nordketten Singletrail 2010

Kurz nach der Eröffnung des Nordketten Singletrail war ich mit Felix und Hanna wieder auf der Gruabn um ein kurzes Werbevideo zu drehen.

Erstaunlich wie unerwartet lang und anstrengend so ein Filmtag werden kann. Felix und Hanna haben ihre Bikes mindestens die Hälfte der Höhenmeter bis zur Seegrube getragen während ich mit Stativ und GH1 bewaffnet meine untrainierten Abwährtsmusklen überlastete. Aber es hat sich gelohnt. Nach knapp sechs Stunden trafen wir beim Dirtjump/Little Nortshore auf Thom und Martin die noch für einen spektakulären Abschluss sorgten.

Danke an die Fahrer: Felix, Hanna, Thom und Martin
Viel Vergnügen

coromandel

drei tage coromandel halbinsel. was soll ich sagen. nach der suedinsel leider nicht mehr so beeindruckend wie erwartet. aber natuerlich immer noch wahnsinnig schoen. am auffaeligsten ist, wie viel mehr hier, im vergleich zur suedinsel los ist.

zum beispiel am hotwater beach. hier kann man bei ebbe am strand sitzen, waehrend es von unten warmes wasser durch den sand drueckt. klingt entspannend. mit hundert anderen aendert sich das schnell. wir haben uns das geschehen mit dem 300er tele aus der ferne angesehen 🙂 am irrsten ist, dass jeder brav wie im fuehrer beschrieben, mit dem hotwaterbeach spaten aufkreuzt…

ebenso die cathedral cove. wir sind erst gegen 19 uhr hin und es war immer noch relativ viel los.

ansonsten wars sehr entspannend und wunderschoen.

wir sind gerade auf unserem letzten campingplatz in auckland und sind kurz davor unser trusty motorhome zurueckzugeben. danach gehts ab zum flughafen. gestern, freitag, gabs noch einen super bikepark tag im woodhill forest. bei dem allerdings wieder keine fotos entstanden sind. (nur video)

in den letzten vier wochen sind wir knapp 4000 kilometer gefahren. chris und ich haben zusammen 74GB film und fotomaterial in 9000 datein gesperrt. stone hat an die 8 kasetten voll. helmcam hab ich erst garnicht gezaehlt.
zusammen haben wir gefuehlte 500 bier getrunken und gezaehlte 5 weinflaschen geleert 🙂

danke fuer die vielen netten kommentare. wir sehen uns zuhause!

geysire oder die tourifalle

wieder ein geschichtsträchtiger tag. diesmal der negativen art. der ganze tag war von extrem touristischen aktivitäten durchzogen. wir sind sogar in die tourifalle getappt.

dabei fing alles sehr lauschig, mit einem bad in einer heissen quelle – frühmorgens und allein, an.
die öffentliche quelle liegt an bzw in einem kleinen bach, umgeben von büschen und bäumen. als uns gegen acht uhr ins warme nass begaben drangen die ersten sonnenstrahlen durch den dampf, was gleich wieder die kameras auf den plan rief.

danach gings los. auf dem programm stand das thermal wonderland. ein riesiger parkplatz gefolgt von einem visitor center mit intergriertem cafe und souvenir laden. 90NZ$ ärmer fanden wir aus auf der anderen seite, zwischen rauchenden löchern und blubernden tümpeln, wieder. die dame an der kasse sagte uns noch, wir sollten zuerst die kleine runde machen, dann zurück zum auto. damit rüber zum geysir. geysir anschaun. das ganze wieder retour und die zwei grossen runden drehen.

nach der ersten runde schnappten wir also das motorhome, parkten es ein paar meter weiter (ein richtiger touri geht nicht zu fuss) zwischen ca 150 andere autos und wanderten zu dem, im colloseum-style mit bänken umstellten, geysir.
ranger ray erklärte den massen, dass der geysir nur alle 24 bis 72 stunden auf natürliche weise ausbricht. darum wird er jetzt vier stück biologisch abbaubare seife in den geysir werfen. der beworfene begann wie wild zu schäumen und bald darauf spuckte er, neben tollen seifenblasen, warmes wasser in einige meter höhe.

wir waren so beeindruckt, dass wir uns vor lachen nicht mehr halten konnten und haben das einstündige spektakel nach einigen minuten verlassen um zu runde zwei und drei in das thermal wonderland zurückzukehren.

dort schlängelten wir uns durch spanier, wiener, piefke, südamerikaner, australier, briten, chinesen und japanier und lichtetetn jedes blubernde bläschen ab.

am späten nachmittag brachen wir richtung coromandel auf um nur eine kreuzung weiter über mud pools zu stolpern. ei
an den blubernden, schlammspuckenden tümpeln konnten wir uns gar nicht satt sehen. bei jeder schlammexplosion freuten wir uns wie kleine kinder. zusammengefaßt: am besten waren die gratis attraktionen. die heisse quelle und der blubernden schlamm.

whakarewarewa mtb park

der 6. märz wird in die geschichte als erster fotofreier tag eingehen.
die nacht verbrachten wir in taupo auf einem campingplatz in seenähe und starteten am vormittag nach rotorua in den whakarewarewa mtb park, der im führer als bike disneyland mit den besten trails des landes beschrieben wird.

nach kurzer orientierungsphase und einheimischer hilfe fanden wir den shuttle pickup point, von wo aus wir zum einstieg des national downhills und einigen weiteren strecken gebracht wurden. die shuttles werden von der firma southstar betrieben und bestehen aus alten ausrangierten schulbussen mit mtb anhänger – eine sehr schrille partie.

wir verbrachten den nachmittag des 6. und den ganzen 7. märz auf flowigen trails. dabei entstanden weniger als zwanzig fotos, dafür haufenweise helmcam material.

morgen gibts heisse quellen und geisiere.

vulkan mt tongariro

um fünf uhr morgens begannen wir unseren aufstieg richtung mt tongariro. ohne bikes, da das land den maori heilig ist und wir das kriegerische volk auf keinen fall ärgern wollen und österreichische eurofighter das für uns wieder gerade biegen müssen.

im schein unseren stirnlampen wanderten wir durch den dschungel und kurz vor der ketetahi hut fingen wir den sonnenaufgang über den, unter uns liegenden, seen ein. nach einer pinkelpause auf den plumpsklos der hütte gings weiter über den blue lake, die emerald lakes und zuletzt über eine schotterreise zum red crater.

von dort hatte man einen guten blick in einen krater, auf die umliegenden seen, den mt tongariro, den north crater und mt ngauruhoe, der als mt doom in der herr der ringe trilogie verwendet worden ist.

die rückkehr zum auto gestaltete sich extrem anstrengend, da der weg in ewigen schleifen, ohne höhenmeter zu machen, zurück ins tal führte. unter der hütte trafen wir zwei alt bekannte südtiroler die wir aus queenstown kennen wieder. schöne grüße und guten flug an dieser stelle!

nach knapp neun stunden sassen wir zufrieden und müde bei einem bier in unseren klappsesseln im schatten eines busses und wurden von rückkehrenden wandereren für busfahrer gehalten. prost!