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Dreitagestour!

Von Schönwetterperioden, Hüttenreservierungen und Klettersteigen!

Es ist wieder einmal soweit. Eine Dreitagestour steht an und der Wetterbericht sagt Superwetter voraus. Die Betten sind auch schon reserviert, telefonisch und online, und die Tour wurde auch schon aus den Landkarten herausgesucht. Mit von der Partie sind diesmal Reinhard, Ferdinand und ich. Die anderen Jungs haben leider keine Zeit, da sie eine Woche später in Richtung Frankreich unterwegs sind. Chris meint noch, dass er uns beneide bei dem Superwetter. Und so sitzen wir in Ferdinands „neuem“ Toyota und freuen uns auf die folgenden Tage.
Nach ca. 100Km Autofahrt parkt Ferdl das Auto und wir laden alle gut gelaunt die Bikes und die Rucksäcke aus. Ja, da ist schon das erste Problem. War mein Rucksack zuhause auch schon so schwer? Ich spüre meine Ar…. jetzt schon. Aber es wird nicht gejammert, also nichts wie rauf auf die Bikes und los geht’s. Laut meiner Erinnerung, ich war schon einmal vor 15 Jahren in der Gegend, ist es gar nicht so weit und auch nicht besonders steil. Ja, ja die Erinnerung. Jedenfalls treten wir an so manchem Wanderer vorbei in Richtung Hütte. Bei den Pausen überholten sie uns dann manchmal wieder. Die Landschaft in der wir uns so abrackern, erinnert Ferdl und mich sehr an Norwegen, glatte Felswände, hohe Wasserfälle und weiter oben Gletscher. Eindeutig unsere liebste Landschaftsform, Hochalpin eben. Über 2 Stunden nach unserer Abfahrt erreichen wir unsere heutige Herberge.

Hinein mit uns und schon genießen wir einen Kaffee mit Kuchen. Irgendwie habe ich das Gefühl meine Mitstreiter glauben das war es für heute. Bevor es aber weiter geht, wollen wir unser Zimmer beziehen um etwas Gepäck hier zu lassen. Und schon hören wir: „Auf Wintner haben wir aber nichts reserviert.“ „ Ich habe ganz sicher vor 2 Tagen angerufen!“ Kein Problem es ist noch genügend Platz. Kurz darauf schultern wir unsere Bikes wieder und es geht weiter Richtung Bergsee. Wir haben uns für heute kein fixes Ziel gesteckt, aber ich will so weit wie möglich hinauf. Laut Hüttenpersonal gibt es um 18:00 Abendessen da müssen wir wieder bei der Hütte sein. Der Steig führt uns über unzählige Steinplatten weiter nach oben. Möchte wissen, wer sich diese Arbeit angetan hat.

Für uns bedeutet es eine Menge Spaß und Flow. Ja Martin, Flow, des ist des mit a bisserle Gas :-)! Halt was ist das? Regentropfen! Wo ist das SUPERWETTER? Ok, ok, wir sind heute schon weiter gekommen, als ich gehofft habe, also umziehen und ab geht’s. Ferdl kann es schon gar nicht mehr erwarten. Hier oben sind die Wege genau nach seinem Geschmack und so rollt er schon mal los. Ich knipse noch schnell Fotos von ihm und Reinhard und dann folgen wir ihm. Keine 10 Minuten später rufe ich die beiden wieder zurück. Fotoshooting, aber Ferdl und Reinhard folgen brav meinen Anweisungen. Ja, es geht uns gut und wir fühlen uns wohl. Langsam trialen wir nach unten und immer wieder gibt es Stellen zum Probieren, fotografieren oder um Ferdl ein paar Tricks zu zeigen. Dem läuft es heute wirklich super. Viele von ihm gefahrene Stellen hätte er letztes Jahr nie versucht, geschweige denn überhaupt gefahren. Zum Glück hält das Wetter doch noch solange, bis wir unser Quartier erreichen.

Dort wird gerade das Abendessen serviert und wir freuen uns auf unser Menü. So lässt es sich leben, mit Bier und Essen auf der Terrasse sitzend, Blick Richtung Gletscher und nächster Tagesetappe. Kurze Zeit nach dem Essen treibt uns der Regen in die Hütte und somit in unser Zimmer- (chen – siehe Foto!). Nach einer ruhigen Nacht zeigt sich der zweite Tag von seiner schönsten Seite. Wolkenloser Himmel und Sonnenschein vom Feinsten. Gleich nach dem Frühstück geht es von der Hütte Richtung Süden weiter. Zunächst kann abwärts gefahren werden und dann wird zu Fuß über eine Gletschermoräne und auf die andere Seite des Tals gewechselt. Heute knacken wir die 3000 Meter Marke und wir freuen uns wirklich auf die Berg- und Biketour. Laut Landkarte ist beim Gipfelgrat ein versicherter Steig. Laut meiner Erinnerung ist es aber nicht so schwierig, denn wir sind damals im Frühjahr und bei Schnee über den Gipfel. Das habe ich auch Reinhard und Ferdl erzählt. Ja, ja die Erinnerung. Jedenfalls tragen wir unsere Bikes im Sonnenschein nach oben und strahlen mit dem Gletscher und dem Wetter um die Wette.

Alle 300Hm machen wir Pause um nicht am Zahnfleisch auf den Gipfel zu kommen, dass wäre hier oben auch nicht wirklich förderlich. Ein kleines Problem machen uns die Wanderer, die von oben oder auch von unten kommen. Alle sind äußerst freundlich und bestaunen unser Tun, aber mehr als einmal hören: „Ja, wollt ihr wirklich da oben drüber? Mit den Bikes? Da ist ja ein KLETTERSTEIG, da kommt ihr ja gar nicht rauf!“ Leichte Verunsicherung macht sich breit. Na gut, wenn es nicht geht, fahren wir halt auf dieser Seite wieder runter. Also kein Problem und kurze Zeit später ist auch schon die erste versicherte Stelle vor uns. Alles geht glatt und die Bilder schauen auch hammermäßig aus.
Die Landschaft wird immer besser und unser Gipfel kommt langsam näher. Und somit auch der „Klettersteig“. Ich bin als erster beim Einstieg und kann von unten erkennen, dass es sich doch um einen versicherten Steig handelt, allerdings mit wenig Platz und einer Traube Leute mittendrin. 10 Minuten warte ich und es bewegt sich nichts. Also gehe ich los und erreiche die Traube immer noch am gleichen Fleck. 2 Franzosen im fortgeschrittenen Alter haben kleine Probleme beim Abstieg, doch zum Glück geht alles gut und kurz danach erreichen wir drei den Gipfel.

Die Belohnung für unsere Mühen ist eindeutig die Aussicht auf die umliegenden 3000-er. Wir sind wirklich überwältigt, aber langsam müssen wir wieder nach unten. Also auf, auf Jungs, zu unseren Bikes, die etwas unter dem Gipfel liegen. Am Anfang geht nicht wirklich viel, zu unwegsam ist das Gelände. Aber uns ist das egal, nur nicht zu viel herausfordern. Ab dem Zeitpunkt wo wir das erste mal am Bike sitzen können, geht die Post ab. Ja so soll es sein, schwierige Passagen wechseln mit schnellen, Fotostellen on Mass und natürlich werden auch genügend Fotos gemacht.

Dann kommen wir zur Hütte und irgendwie haben wir ein Déjà-vu. „Auf Wintner haben wir aber keine Reservierung!“ „Ich habe aber online reserviert, auf ihrer Homepage!“ Doch es sind Plätze frei, ich gehe, meine Freunde kaufen noch Duschmünzen. „Und nehmt für euren Kollegen auch eine mit“, meint die Hüttenwirtin. Muß ich wirklich? Und ich kann euch sagen, es ist herrlich. Das Weizen danach schmeckt viel besser ohne komischen Geruch in der Nase. Nach dem Abendessen resümieren wir den heutigen Tag und sind einfach nur zufrieden.

Der nächste Morgen bringt wieder Sonnenschein und wir freuen uns schon auf die Abfahrt. Diese Abfahrt ist laut Chris anstrengender als die gerade mal 400Hm vermuten lassen. Also gehen wir die Sache langsam an. Das ist sowieso besser, bei der Kulisse im Hintergrund muss ich einfach Fotos machen. Ferdl und Reinhard sind echt arm, bei jeder fotogenen Stelle müssen die beiden zurück und dieselbe Stelle noch einmal fahren. Aber sie machen es gerne und so arbeiten wir uns langsam nach unten. Und Chris hatte recht, der Weg ist echt hart. Stufen, Spitzkehren, Felsplatten und dazwischen immer wieder feuchte Erde, damit das ganze ein bisschen rutschig wird. Als wir nach drei Stunden im Tal ankommen sind wir total fertig. Jetzt brauchen wir echt eine Pause und so treten wir den Stausee entlang um auf der anderen Seite zu jausnen.

Wir sitzen gemütlich auf einer Bank und besprechen was wir weiter machen. Ferdl und ich wollen noch auf eine Hütte, aber Reinhard hat keine Lust mehr und wird hier auf uns warten. Also machen wir uns zu zweit auf dem Weg, um wieder aufzusteigen. Um Reinhard nicht zu lange warten zu lassen, sprinten wir förmlich nach oben, sofern man mit 25-30Kg am Rücken „sprinten“ kann. Aber wir schaffen es auf die Hütte und sehen von dort ein Gewitter bei dem Berg, an dem wir einen Tag zuvor zur selben Zeit gesessen sind. Glück gehabt! Schnell was essen und dann geht es schon wieder nach unten. Ferdl ist heute der Shootingstar und ist deswegen schon ganz nervös. Die halbe Terrasse sieht bei unserem Start zu. Ferdl fährt souverän die erste Passage, bis wir aus dem Blickfeld der Terrassensitzer verschwinden.Viele Pausen erlauben wir uns nicht, doch ab und zu müssen wir stehen bleiben. Der Weg ist im oberen Teil relativ flüssig, aber je weiter wir nach unten kommen umso anstrengender wird er.

Als wir nach insgesamt 3 Stunden zum Stausee kommen, haben wir echt genug. Wir treffen Reini gemütlich auf einer Bank liegend, ziehen uns noch etwas Trockenes an und rollen auf der Straße bis zu „unserem“ Auto. Bei einem Bierchen lassen wir die letzten drei Tage noch einmal Revue passieren und danach fahren wir zufrieden über das Erreichte nach Hause.

Ein Kommentar

  1. Bernd
    Posted November 26, 2012 at 14:05 | #

    Neidisch bin… wie immer – geniale Fotos von einer genialen Tour

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