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Couchgeflüster

4. März 2007 um 2:39 früh, eine SMS von Matze trudelt auf meinem Handy ein: „Bin no couch! Far net mit. Much fun!“. Das haben wir. Versprochen! Matze genießt diesmal das weekend während einer langen Samstag Nacht bei „Drum’n’Bass“ in der „Couch“ und wir am Sonntag bei 19° C und wolkenlosem Himmel im Raum Bozen.

Die legendäre Kompass Karte schenkt uns wieder eine Tour, die keiner von uns zuvor gefahren ist. „Nur“ rund 1100Hm bergauf und zwar ohne die Tom’sche Konstante berücksichtigen zu müssen, da die Tourplanung diesmal meine Aufgabe war. Da freut sich unser Maschtl, weil bei seiner Einstandstagestour im Jahr 2007 müssen es nicht gleich 1800Hm sein. Mit von der Partie sind außerdem noch Tom, Dave und Chris „88“ (verdammt wir brauchen für Dich ein anderes Synonym zur eindeutigen Identifizierung 🙂 ).

Erhard Berger’s Wetterprophezeiung erfüllt sich, denn bereits kurz nach Brixen sehen wir keine Wolke mehr am Himmel. Tom rastet neben mir völlig aus in Maschtl’s FTB: „is des G*****l!!!“.

Die ersten 400Hm führen über eine – inzwischen ist das ja schon fast obligatorisch – etwa 26% steile Asphaltstraße. Tom fährt uns auf und davon. Hin und wieder treffen wir ihn aber doch, wenn er ein Foto von uns machen möchte. Dann nach etwa 600Hm Bierpause. Jawohl! Ein Hoch auf den Busfahrer aus Füssen und auf Tom, der das wirklich toll eingefädelt hat. So macht Biken Spaß! Genussbiken in seiner reinsten Form. Schließlich geht’s dann weiter bergauf und wir durchqueren eine Straße, die für Anrainer gesperrt ist 🙂 (man könnte das Schild aber auch so deuten, dass beim Befahren des Trails die Anlieger ausgelassen werden müssen). Die letzten 200Hm schieben wir die Bikes dann auf genau dem Trail der uns auch bergab führen wird. Fahrlinien und Drops werden gesucht, mögliche Varianten diskutiert, jeder von uns ist in seinem Element.

1100Hm sind geschafft, wir befinden uns allerdings nicht Höher als etwa die Arzler Alm liegt. Das ist halt einer der Vorteile an Südtirol im Frühjahr. Wir genießen noch etwas die Sonne, panzern unsere Körper – wie gewohnt – und los geht’s!

Der Trail ist vom ersten bis zum letzen Meter einfach nur schnell! Zwischendurch verspielte kleine Sprünge, ein paar wenige, kniffelige Stellen und viele Kehren im Mittelteil. Unten angekommen, füllt sich die Luft um uns mit dem bekannten Geruch heißer Bremsscheiben und Beläge. Trotz Adrenalinkick, den es eigentlich ohnehin immer gibt, fühlen wir uns irgendwie noch nicht ganz zufrieden. Dieser Tag muss mehr bieten können! Maschtl schlägt uns einen der Kohlern Trails vor (Yesss! Gute Entscheidung Maschtl!). Also geht’s ab nach Bozen-Nord zur Kohlern Seilbahn. Um 17:00 Uhr noch schnell mit der Bahn rauf und in einem Zug mit dem Bike runter. Ohne Fotos, ohne Pausen, ohne auch nur lange an einer Stelle zu verweilen, fetzen wir die rund 900Hm ins Tal. Wieder zurück am Parkplatz, hat sich dann doch jenes Gefühl eingestellt, das wir zuvor noch vermissten: Wir sind ausgepowert, zufrieden, vom Adrenalin gepusht und genießen noch ein, zwei Bierchen vorm Bus, gut gekühlt aus der mitgebrachten Box.

Auf der Heimfahrt dann wieder einmal Musik vom feinsten zum mitsingen (besser gesagt: mitgrölen), Abendstimmung bei Vollmond und Rekapitulation des Tages im Geiste, untermalt von dummen Sprüchen aller Protagonisten. Zuhause, nach einer großen Portion Spaghetti, gibt’s dann auch für mich die Couch. Allerdings nicht mit „Drum’n’Bass“ sondern einem Tatort Krimi. Dieser entwickelt sich allerdings sehr rasch zum Couchgeflüster. Die Schlussmusik reißt mich aus einem unklaren Traum und ich wanke ins Bett. Mal schaun, was das nächste weekend zu bieten hat…

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