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Schneefall am Brenner

Vom 5. bis zum 8. Oktober traten wir, aufgrund des Kälteeinbruchs in Nordtirol, die Flucht nach Süden an. Vier Tage lang genossen wir am Gardasee Herbstwetter vom allerfeinsten. Mit einiger Verspätung ist jetzt auch der Bericht fertig. Beim lesen bitte nicht vergessen, dass wir uns – und das was wir so treiben – furchtbar ernst nehmen!

Unter Androhung körperlicher sowie seelischer Gewalt werde ich, trotz Erkältung (oder gerade deswegen – weil mit Husten ist schlecht biken) zum Bericht schreiben gezwungen. Vor zwei Wochen sah das noch ganz anders aus……

Vier Tage Arco waren wieder angesagt und die vier üblichen Verdächtigen mit von der Partie. Martin hatte wegen zwei Wochen intensiv exkursierens (saufen), zwei Tage Verspätung. Sein Bus wollte aber unbedingt schon vor ihm nach Arco. Mit der neuen Kasabian Scheibe und Dosenweizenbier(!) für unterwegs, gings durch einen Schneesturm am Brenner und heftigen Regen auf der restlichen Strecke. Tom’s Hoffnung uns die Nacht über im Bus vergasen zu dürfen, wurde nicht erfüllt, denn 5min vor Arco präsentierte sich uns der Gardasee mit wolkenlosem Himmel unter fast Vollmond. Die Zelte wurden aufgeschlagen, die Kühlbox bestückt und wenige Zeit später, würgte Christian am ersten Tequila.

Tag 1:

Wir wurden von Sonnenschein und wolkenlosem Himmel begrüßt. Das Frühstück wurde bei in der Sonne einigermaßen erträglichen Temperaturen nebst Camping-WC abgehalten.
Die Tour des Tages führte uns aufs Klo des Chefs, vorbei an Kiwi, Kaki, Weintrauben und Äpfeln ohne Ende.
Direkt am Klo, sozusagen auf der Klobrille, gabs ein Intermezzo mit nördlichen Nachbaren der seltsamen Gattung, bestückt mit noch seltsameren Helmen, das für Gesprächstoff auf den restlichen Höhenmetern sorgte. Dies sei nur am Rande erwähnt, denn im Grunde sind wir alle Europäer, Marmelade heisst Konfitüre und Erdbeeren sind doch Nüsse (Ich habs von Anfang an gewusst!). Der geneigte Leser mag diese Themen der Gruppe der „Tequila-Bier-am-Campingplatz“-Sumpfdotterblumen zuordnen, NEIN, bei uns wird’s auch beim bergaufstrampeln philosophisch-politisch!
Die Abfahrt begann mit einem kurzen, steilen, rutschigen Stück, wurde dann aber extrem rasant. Für den Author gab es kein Halten mehr! Die Spitzenposition musste eingenommen und in den sechsten Gang geschalten werden. Die nachfolgenden Fotografen schrien nur noch: „HALT! HALT! Foto…!“ und manchmal wurden ihnen ein, zwei gewährt.

Der untere Abschnitt war verblockter und schwieriger … der Author musste die Spitzeposition aufgeben und wurde zum Fotografen.

Verspielte Gassen mit einigen Sprüngen führten uns durch Weinberge, zurück nach Arco und schlussendlich zur Abschlussbesprechung bei Tequila und Bier auf den Campingplatz.

Tag 2:

Wieder aufs (Achtung Insider) Klo des Chefs. An selbigem vorbei in den Gastgarten eines Restaurants, führte uns die zweite Tour. Zur Stärkung gabs Cola, Bier und Nudeln. Kurz unterhalb des Gasthauses, zweigt der flowige Trail ab. Im Verlauf der Abfahrt galt es kurze Kletterpassagen und extrem rutschige Steilstücke zu meistern. Vor dem vermeintlichen Ende des Trails, wurden wir von 2 Wanderern über den weiteren Weg informiert:
„Es wisst schun dass da a Klettersteig kimmp?“
„Na! Auf da Karten is ja nix einzeichnet!“
„Woll!“
„NA!“
„Ja werst scho segen! Aber wenns es so oane von Innschbrugg seits, von da Nordketten, nachad kemmps da scho Oi!“
Weiter gings über Felsplatten und einige sehr interessante Passagen. Schließlich standen wir offenen Mundes da und starrten 200hm senkrecht in die Tiefe. TADA!… ein Klettersteig. „Nutzt nix!“ in der einen Hand das Rad in der anderen das Sicherungsseil, vernichteten wir die letzen Höhenmeter.
Zurück am Campingplatz wurden wir vollzählig… da Maschtl war da.

Tag 3:

Maschtls seit zwei Monaten aufgestauter Gusto aufs Biken, sollte fürs erste unbefriedigt bleiben. Es hatte über Nacht begonnen zu Regnen und das sollte bis zum Nachmittag so bleiben. Trotz Regen, wollten wir eine kurze Tour fahren. Kurz hinter Arco, wurde unsere Zahl wieder auf drei dezimiert. Christians Rippenschmerzen hatten sich verstärkt und er pausierte für Heute. Nach einigen hundert Höhenmetern befragten wir den magischen Verkehrsspiegel, wann der Regen zu Ende sein würde. Der Verkehrsspiegel antwortet mit dem lauter werdenden Geräusch von Regen, der auf Blätter prasselt und verstärkten Blähungen bei Tom (falls das überhaupt noch möglich war). Die Abfahrt war lustig, aber eher unbefriedigend. Der Nachmittag wurde zum shoppen genutzt. Martins Drang nach mehr Rad führte uns gen Abend noch zum Zustieg eines nahen Klettersteigs, der befahren werden wollte. Kombiniert mit einer kleinen Fotografie-Einschulung für mich, eine spassige Angelegenheit. Am Abend das übliche und diesmal ein bisserl mehr davon.

Tag 4:

Morgens wurden die Zelte abgebrochen. Der Campingplatz will bis elf Uhr geräumt sein.
Es ging auf den 601er. Einmal per pedes und einmal wurde geshuttelt – damit sichs rentiert. Die Fotos sagen eh alles.

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